Ausbildung zum
Berufskraftfahrer
Montag Hamburg, Dienstag München, Mittwoch Stuttgart. Dein Wohnzimmer ist die Autobahn, die Raststättenmitarbeiter kennst du namentlich. So kann dein Leben als Berufskraftfahrer aussehen. Als Berufskraftfahrer transportierst du Personen oder Ware quer durch Deutschland und Europa. Ob als Busfahrer im Personentransport oder als Speditionsfahrer für Lebensmittel, Industrieprodukte oder Nobelkarossen - du trägst die Verantwortung dafür, dass deine Schützlinge und Güter nicht nur pünktlich, sondern auch unbeschadet an ihr Ziel gelangen. Während deiner 3-jährigen Ausbildung zum Berufskraftfahrer lernst du, LKW und Busse der verschiedenen Größenordnung zu fahren und dich auf den europäischen Straßen zu orientieren. Wie der LKW be- und entladen wird und welche Regelungen und Sicherheitsrichtlinien du beachten musst, steht ebenfalls auf deinem Lehrplan.
Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer dauert 3 Jahre und findet sowohl in der Berufsschule, als auch im Ausbildungsbetrieb statt. In den ersten 18 Monaten der Ausbildung stehen die Grundlagen auf dem Stundenplan. Du lernst sämtliche Sicherheitsrichtlinien kennen, beispielsweise wie die Fracht sicher auf- und abgeladen wird, wie der LKW vor und nach der Fahrt überprüft wird und wie Unfall- und Gefahrenstellen abgesichert werden. Ganz ohne Papierkram läuft auch der Arbeitsalltag von Berufskraftfahrern nicht ab, du lernst daher wie Abrechnungen erstellt, erbrachte Leistungen dokumentiert und Fahrten nach wirtschaftlichen Aspekten geplant und organisiert werden. Natürlich möchtest du so schnell wie möglich ans Steuer, bevor du aber auf die Straßen losgelassen wirst heißt es noch, dich mit der Funktionsweise der Fahrzeuge vertraut zu machen. Du erfährst also zunächst wie Motor, Fahrwerk sowie die mechanischen und elektrischen Systeme funktionieren.
In dem zweiten Teil der Ausbildung kann es dann endlich mit dem Fahrtraining losgehen – und das hat es in sich. Deine Lehrfahrzeuge werden Fahrzeugkombinationen und Sattelkraftfahrzeuge der Klasse CE mit einer Mindestlänge von 16 Metern oder Fahrzeuge der Klasse D mit einer Mindestlänge von 11,80 sein. Diese heißt es dann über öffentliche Straßen nicht nur sicher, sondern auch wirtschaftlich zu führen. Als Berufskraftfahrer bist du nicht nur auf deutschen Straßen unterwegs, daher ist ein wichtiger Teil der Ausbildung die Rechtsvorschriften im In- und Ausland kennenzulernen.
Wusstest du schon, dass...
- …ein LKW die Straße genauso stark abnutzt wie 100.000 PKW?
- …der erste LKW weltweit im Jahr 1896 von Daimler und Maybach der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Er konnte ganze 10 km/h schnell fahren.
- …der größte LKW der Welt, der Caterpillar 797, 350 mal so viel Benzin verbraucht wie ein PKW?
- …die höchste Geschwindigkeit, die jemals ein LKW erreicht hat, bei unglaublichen 605 km/h liegt. Möglich wurde dies durch Jet Turbinen aus ehemaligen Navy Flugzeugen. Die PS Leistung liegt (wegen der Turbinen) bei 36.000 PS.
- …täglich rund 11 Millionen LKW-Fahrten auf deutschen Straßen stattfinden?
- …nur knapp 4 % der Berufskraftfahrer weiblich sind?
Um Berufskraftfahrer werden zu dürfen, musst du keinen bestimmten Schulabschluss nachweisen. In der Praxis zeigt sich aber, dass überwiegend Lehrlinge mit Haupt- und Realschulabschluss eingestellt werden. Für die Ausbildung als Berufskraftfahrer solltest du verantwortungsbewusst und zuverlässig sein, denn deine Aufgabe ist es Menschen oder wertvolle Güter sicher an ihr Ziel zu bringen ohne sie dabei Gefahrensituationen auszusetzen. Bist du viel auf ausländischen Straßen unterwegs, helfen dir gute Englischkenntnisse weiter.
Während der Ausbildung warten eine Zwischenprüfung, sowie eine Abschlussprüfung auf dich. Die praktische Zwischenprüfung legst du am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ab. Die Abschlussprüfung besteht dagegen sowohl aus einem schriftlichen, als auch einem praktischen Teil. Der praktische Teil läuft ähnlich wie eine Führerscheinprüfung ab und du führst eine Testfahrt mit einem LKW oder Bus durch. Darüber hinaus zeigst du, dass du Mängel und Fehler am Fahrzeug erkennen, beschreiben und beseitigen, eine Abfahrtskontrolle und Sicherung der Ladung durchführen und ein Kundengespräch führen kannst. Im schriftlichen Teil werden die Lerninhalte der Fächer Beförderung, betriebliche Planung, Logistik und Wirtschafts- und Sozialkunde abgefragt. Hast du die Prüfung erfolgreich bestanden, gibt es für dich als ausgebildeter Berufskraftfahrer verschiedene Möglichkeiten. Du kannst als Speditionsfahrer bei einem Logistikunternehmen arbeiten und Waren transportieren, oder im Personenverkehr Linien- oder Reisebusse führen.
Prominenter
Berufskraftfahrer Georg Köster gewann 500.000 Euro bei „Wer wird Millionär?“
Du solltest Berufskraftfahrer werden, wenn...
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...du Freude am Fahren hast.
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...du viel auf Reisen sein möchtest.
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...du verantwortungsbewusst bist und dir die Sicherheit anderer am Herzen liegt.
Du solltest auf keinen Fall Berufskraftfahrer werden, wenn...
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...du viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen möchtest.
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...du auf einen geregelten Alltag großen Wert legst.
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...du nicht gern alleine bist.