Die Bewerbung für deine Ausbildung

Du hast gerade die Schule geschafft oder bist kurz davor, sie abzuschließen? Herzlichen Glückwunsch! Damit hast du den ersten Schritt für deine Karriere schon getan. Aber bevor es mit dem Arbeitsleben und dem Geldverdienen so richtig losgehen kann, brauchst du einen Ausbildungsvertrag. 

Und um diesen zu bekommen, musst du natürlich erst einmal eine Bewerbung schreiben. Das klingt vielleicht schwierig, ist es aber eigentlich gar nicht. Denn wir lassen dich damit nicht alleine, sondern helfen dir Schritt für Schritt zur perfekten Bewerbung für deine Ausbildung.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Eine Bewerbung besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und deinen Zeugnissen.
  2. Das Anschreiben wird für jedes Unternehmen individuell angefertigt.
  3. Es gibt verschiedene Formen der Bewerbung. Die bekanntesten sind die Bewerbung per Mail, per Post oder online.
  4. Auf die Bewerbung folgt das Vorstellungsgespräch. Häufig wirst du auch zu einem Einstellungstest eingeladen.
Bewerbung schreiben

1. Wann soll ich mich um einen Ausbildungsplatz bewerben?

Generell gilt: Die meisten betrieblichen bzw. dualen Ausbildungen beginnen im August oder September. Du hast also entweder am 1. August oder 1. September den ersten Arbeitstag deiner Ausbildung. Die meisten Unternehmen suchen ihre Auszubildenden aber bereits ein Jahr früher.

Das heißt für dich: Es reicht nicht, sich kurz vor dem Ende deiner Schulzeit mit dem Thema Bewerbung für die Ausbildung zu beschäftigen, denn dann sind die meisten Bewerbungsfristen schon vorbei. Entspannt kommst du durch die Bewerbungsphase, wenn du bereits zu Beginn deines vorletzten Schuljahrs überlegst, in welchem Beruf du eine Ausbildung du machen möchtest.

Für welche Ausbildungen muss ich mich besonders früh bewerben?

Die Bewerbung für eine Ausbildung bei Banken, Versicherungen und einigen Großbetrieben muss schon im Februar deines vorletzten Schuljahres ankommen. Am besten ist es, wenn du dich so früh wie möglich informierst, bei dem du dich für eine Ausbildung bewerben möchtest. Vielleicht hast du dich auch sowieso schon auf die Suche begeben, welche Unternehmen Stellen anbieten. Dann kannst du dir eine Liste anlegen, in die du den Namen des Unternehmens und die Frist für deine Bewerbung schreibst. So verpasst du keinen Termin und verlierst keine Zeit, weil du deine Ausbildung in dem Beruf, der dich interessiert, direkt nach der Schule anfangen kannst.

Wie sind die Bewerbungsfristen bei anderen Unternehmen?

In vielen größeren Firmen und in schulischen Ausbildungsberufen ist die Bewerbungsfrist bereits im Juli oder August deines vorletzten Schuljahres. Bei kleinen oder mittleren Unternehmen ist die Bewerbung für eine Ausbildung oft noch bis zum September deines letzten Schuljahres möglich. Wenn du nach deinem Abschluss noch weiter zur Schule gehen möchtest, weil du zum Beispiel einen mittleren Abschluss oder das Abitur machen möchtest, musst du dich dafür in der Regel bis zum Februar deines letzten Schuljahres bewerben. Genaue Fristen für deine Bewerbung erfährst du bei der Schule, auf die du gehen möchtest.

2. Wie schreibe ich ein Anschreiben?

Auf den ersten Blick sieht ein Bewerbungsanschreiben nicht viel anders aus als ein förmlicher Brief.

Die Kontaktdaten von dir und dem Unternehmen gehören, genau wie das Datum, in den sogenannten Briefkopf.

Briefkopf für dein Anschreiben

Der Betreff folgt mit zwei Zeilen Abstand. Mit einem Satz erklärst du den Grund für dein Schreiben. Das Wörtchen „Betreff“ muss dort aber nicht stehen.

Betreff bei der Bewerbung

Nun geht es auch schon an den Haupttext des Anschreibens. Eingeleitet wird es mit „Sehr geehrter Herr XY,“ oder „Sehr geehrte Frau XY,“. Suche dir also unbedingt deinen Ansprechpartner mit Namen heraus, nur im Notfall geht die anonyme Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,“ durch.

Was soll ich im Anschreiben über mich erzählen?

Es ist gar nicht so leicht, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Etwas leichter fällt dir das bestimmt, wenn du dich an einigen Fragen orientierst.

Fragen, die du im Anschreiben beantworten solltest

  1. Wer bist du und was machst du?
  2. Warum möchtest du diesen Ausbildungsberuf lernen?
  3. Warum bist du für diese Ausbildung geeignet?
  4. Warum möchtest du deine Ausbildung bei diesem Unternehmen machen?

Neben deiner persönlichen Vorstellung darfst du nicht vergessen, auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch einzugehen. Du solltest hierfür auf jeden Fall eine selbstbewusste Formulierung wählen, diese könnte zum Beispiel so aussehen:

„In einem Vorstellungsgespräch überzeuge ich Sie gerne persönlich von meiner Motivation.“

Nach der Abschiedsformel „Mit freundlichen Grüßen“ (ohne Komma!) folgt deine Unterschrift.

Einen ganzen Roman brauchst du übrigens nicht über dich zu schreiben, insgesamt sollte das Anschreiben nicht länger als eine DIN A4 Seite sein. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, der hält sich dabei einfach an die DIN 5008.

Ist es okay, eine Vorlage für mein Anschreiben zu verwenden?

Vorlagen können dir helfen, dein Anschreiben zu strukturieren. Allerdings solltest du niemals der Versuchung nachgeben, eine Vorlage als dein eigenes Anschreiben auszugeben. Zum einen, weil es sofort auffällt, zum anderen, weil dann deine persönliche Note fehlt. 

3. Was gehört in meinen Lebenslauf?

Der Lebenslauf für deine Bewerbung

Was bisher geschah“ – diesen Ausdruck kennen alle Serienjunkies. Und was die kurze Zusammenfassung bei der Serie ist, ist der Lebenslauf bei deiner Bewerbung. Darin fasst du deinen Werdegang zusammen, damit sich dein Ansprechpartner mit einem Blick schnell ein Bild von dir machen kann.

In deinen Lebenslauf gehören:

  • deine Kontaktdaten
  • deine schulische Laufbahn
  • deine Berufserfahrung (z.B. Schülerpraktika oder Nebenjobs)
  • deine Sprachkenntnisse
  • deine Hobbys (wenn sie für den Beruf interessant sind)
  • sonstige Kenntnisse und Fähigkeiten

Zu deinen Kontaktdaten zählen nicht nur dein Name und deine Anschrift, sondern auch deine Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Du möchtest ja schließlich so schnell wie möglich informiert werden, wenn deine Bewerbung überzeugt hat.

Bei Ausbildungsbewerbungen ist es üblich, die schulische Laufbahn ab der Grundschule aufzulisten. Gehst du noch zur Schule, gibst du an, wann und mit welchem Abschluss du die Schulzeit voraussichtlich beenden wirst.

Natürlich wird nicht von dir erwartet, dass du schon massig Berufserfahrung gesammelt hast. Wo du dein Schülerpraktikum gemacht und ob du bereits einen Nebenjob hast, darfst du aber gerne verraten.

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Unsicherheit herrscht oft bei den Hobbys. Verzichten solltest du auf diese Angabe nicht, denn Hobbys sagen viel über dich aus. Also rein mit den Hobbys, die deine Eignung für die Ausbildung unterstreichen und etwas von deiner Persönlichkeit zeigen.

Nicht vergessen solltest du deine Sprach- und EDV-, also Computer-Kenntnisse. Und wenn du einen Führerschein hast, kannst du das unter Sonstiges angeben.

Wie sieht ein Lebenslauf aus?

Den Lebenslauf nennt man auch tabellarischen Lebenslauf. Das liegt daran, dass er ähnlich wie eine Tabelle aufgebaut ist. Das heißt, die unterschiedlichen Bereiche sind optisch, teilweise mit Linien, voneinander getrennt. Dein Lebenslauf passt auf eine Seite? Perfekt, denn länger soll er auch gar nicht sein. 

Was ist ein chronologischer und was ist ein antichronologischer Lebenslauf?

Die Ausdrücke „chronologisch“ und „antichronologisch“ beziehen sich auf die Reihenfolge, in der du deine Lebensereignisse auflistest. In einem chronologischen Lebenslauf beginnst du in der Vergangenheit und arbeitest dich bis zum heutigen Zeitpunkt vor. Beim antichronologischen Lebenslauf nennst du als erstes, was du zurzeit machst, und arbeitest dich dann rückwärts durch die Vergangenheit. 

Wie gebe ich Lücken im Lebenslauf an?

Du hast schon letztes Jahr nach einer Ausbildung gesucht, aber keine gefunden? Du wusstest nach der Schule einfach noch nicht, was du gerne machen möchtest? Es gibt viele Gründe, eine Lücke im Lebenslauf zu haben. Und das ist ok – solange du sie nicht verschweigst oder unkommentiert lässt. „Berufsorientierung“ klingt zum Beispiel gleich viel besser als „einfach mal nichts gemacht“.  Wichtig ist nur, bloß nicht zu flunkern, denn spätestens im Vorstellungsgespräch wird nachgehakt.

4. Welche Anlagen schicke ich mit?

Anlagen der Bewerbung

Anlagen haben bei einer Bewerbung den Zweck, dem Arbeitgeber oder Personaler zu zeigen, dass du die nötigen Qualifikationen für die Ausbildungsstelle mitbringst. Außerdem bestätigen sie die Angaben, die du im Lebenslauf gemacht hast. Die Anlagen sollten also mit Blick auf den Job Sinn machen – wenn dir dein Nachbar bescheinigt, dass du toll rasenmähen kannst, dann ist das vermutlich genauso uninteressant für deine zukünftigen Arbeitgeber wie deine Teilnehmerurkunde von den Bundesjugendspielen vor sechs Jahren.

Außerdem solltest du darauf achten, deiner Bewerbung nicht zu viele Anlagen beizufügen, sondern den Fokus nur auf die wirklich wichtigen zu legen. Das dürfte dir aber nicht sonderlich schwerfallen, als Schulabgänger hast du vermutlich noch nicht so viele Zeugnisse & Co. 

Anlagen, die in deine Bewerbung gehören:

  • deine letzten drei Schulzeugnisse
  • Arbeitszeugnisse/Empfehlungsschreiben
  • Zertifikate (z.B. Sprachkursen und Lehrgängen)
  • Bescheinigung über Ehrenämter (z.B. im Sportverein)
  • ggf. Gesundheitszeugnis
  • ggf. polizeiliches Führungszeugnis

Welche Schulzeugnisse sollte ich der Bewerbung beilegen?

Bewirbst du dich gleich nach Ende deiner Schulzeit, ist deine wichtigste Anlage dein Abschlusszeugnis.

Aber reicht denn ein einziges Zeugnis aus? Nun, dafür gibt es keine klaren Regelungen. Wenn in der Stellenausschreibung nicht explizit nach mehreren Zeugnissen gefragt wird, reicht das aktuellste Zeugnis im Grunde aus. Du machst aber auch nichts falsch, wenn du die letzten beiden oder sogar letzten drei Zeugnisse mitschickst. 

Du bist früh dran und denkst nicht erst nach deinem Abschluss an deine berufliche Zukunft: Das ist gut! Jedes Unternehmen wird es zu schätzen wissen, dass du dich rechtzeitig kümmerst.

Schicke einfach dein letztes Schulzeugnis mit und erwähne im Anschreiben, wann du voraussichtlich deinen Abschluss machst. Du kannst dein Endzeugnis dann nachreichen, wenn du es bekommst. 

Wie wichtig sind meine Noten?

Am wichtigsten ist: Du hast einen Schulabschluss. Das gibt schon mal Bonuspunkte bei den meisten Arbeitgebern. Ob deine Noten eine wichtige Rolle spielen, hängt vom Beruf und vom Unternehmen ab.

Möchtest du im kreativen Bereich, z.B. als Mediengestalter, arbeiten, ist deine Kunst-Note wichtiger als deine Physik-Note. Als Bankkauffrau musst du ein Gespür für Zahlen mitbringen, mit einer Fünf in Mathe wird es da also eher schwierig.

Schlechte Noten sind aber kein Grund, gleich aufzugeben, mit einer guten Bewerbung und viel Motivation kannst du trotzdem überzeugen. Bitte komm nicht auf die Idee, das Zeugnis wegen deiner Noten wegzulassen. Ein schlechtes Zeugnis ist immer besser als gar keines.  

Was mache ich, wenn ich noch kein Arbeitszeugnis habe?

Wenn du frisch von der Schule kommst, dann hast du vermutlich noch nicht so viele Erfahrungen in der Berufswelt gesammelt. Also mach dir keinen Kopf, niemand erwartet ein Arbeitszeugnis, wenn du dich für eine Ausbildungsstelle bewirbst.

Arbeitszeugnisse kannst du dir aber auch für ein Praktikum oder einen Nebenjob ausstellen lassen, falls du so etwas mal gemacht hast. Wenn diese Tätigkeiten inhaltlich irgendwie zu der Ausbildung passen, für die du dich bewirbst, ist das natürlich am besten. Aber auch sonst kann es nicht schaden, wenn du dir zum Beispiel deinen Fleiß, deinen freundlichen Umgang mit Kunden oder deine Zuverlässigkeit bestätigen lässt. Auch mit einer Bescheinigung für ein ehrenamtliches Engagement kannst du punkten.

Welche Zertifikate sind für eine Bewerbung interessant?

Wenn du schon mal an irgendwelchen Weiterbildungen oder Lehrgängen teilgenommen und dafür sogar ein Zertifikat bekommen hast, dann solltest du solche Nachweise deiner Bewerbung beifügen. Vielleicht hast du ja mal ein Seminar zu einem bestimmten Computerprogramm besucht oder einen Sprachkurs gemacht? Perfekt, dann leg das entsprechende Zertifikat hinter die Schul- und Arbeitszeugnisse. 

Sollte ich mir ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen?

Wenn du möchtest, kannst du dir von einem Lehrer ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen. Darin bestätigt man dir, dass du in bestimmten Bereichen besondere Leistungen vollbracht hast. Wenn du dich im sozialen Bereich um eine Ausbildung bewirbst, ist es vielleicht hilfreich, wenn dein Klassen-, LK- oder Stufenlehrer bescheinigt, dass du dich immer sehr für deine Mitschüler eingesetzt hast. Oder dein Mathelehrer gibt an, mit welcher Leidenschaft und welchem Verständnis du mit Zahlen umgehst – ein klarer Vorteil, wenn du eine Ausbildung machen möchtest, in der du viel rechnen musst. 

Was hat es mit dem Gesundheitszeugnis und dem polizeilichen Führungszeugnis auf sich?

Das Gesundheits- oder das Führungszeugnis schickst du nur mit, wenn es ausdrücklich verlangt wird. Das Gesundheitszeugnis musst du häufig bei Berufen in der Gastronomie oder dem Lebensmittelverkauf vorlegen. Ein Führungszeugnis möchten Arbeitgeber beispielsweise sehen, wenn du beruflich mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hast.

Gesundheitszeugnis

(polizeiliches) Führungszeugnis

Das Zeugnis wird vom Gesundheitsamt oder vom amtsärztlichen Dienst ausgestellt.

Das „polizeiliche Führungszeugnis“ heißt mittlerweile nur noch "Führungszeugnis".

Das Gesundheitszeugnis ist kein Nachweis darüber, dass du gesund bist.

Es wird nicht bei der Polizei beantragt, sondern beim Einwohnermeldeamt oder online auf der Internetseite des Bundesamtes für Justiz.

Du wirst nicht untersucht, sondern nimmst an einer sogenannten Belehrung teil, bei der man dich über bestimmte Krankheiten sowie hygienische Regeln im Umgang mit Lebensmitteln aufklärt.

Das Führungszeugnis gibt Auskunft darüber, ob du vorstrafenfrei bist.

Das Zeugnis bescheinigt dann, dass du über alle hygienischen Risiken und Regeln aufgeklärt wurdest.

Es kostet 13 Euro und wird dir per Post zugeschickt.

Lege ich der Bewerbung Originale oder Kopien bei?

Ganz wichtig: Die Anlagen deiner Bewerbung sollten immer Kopien sein, nie die Originale. Es kann nämlich sein, dass man dir nicht deine kompletten Unterlagen wieder zurückschickt. In diesem Fall wären die kostbaren Zeugnisse für immer futsch. 

Muss ich die Kopien meiner Zeugnisse beglaubigen lassen?

Wenn es in der Stellenausschreibung ausdrücklich verlangt wird, dann musst du nur die Kopien deiner Schulzeugnisse beglaubigen lassen, bei Praktikumszeugnissen und dergleichen kannst du es dir sparen. Bewirbst du dich an einer Hochschule, muss die Kopie deines Abiturzeugnisses aber auf jeden Fall beglaubigt sein. Dafür reicht es aus, die Kopien bei deiner Schule im Sekretariat unterschreiben und stempeln zu lassen. Daneben bekommst du offizielle Beglaubigungen auch bei den Bürgerdiensten deiner Stadt und in Pfarr- und Gemeindebüros. Du kannst deine Kopien auch bei einem Notar beglaubigen lassen, das ist meistens aber deutlich teurer. 

Wo gehören die Anlagen hin?

Deine Zeugnisse, Zertifikate und anderen Anlagen gehören ans Ende deiner Unterlagen, also hinter das Anschreiben und den Lebenslauf. Dabei kommen zuerst die Zeugnisse, danach die Zertifikate. Deine Anlagen ordnest du in der Reihenfolge, in der du auch die Stationen in deinem Lebenslauf sortiert hast. Schließlich kann es sein, dass sich der Arbeitgeber oder Personaler beides parallel anschaut.

Wenn du mehrere Anlegen beilegst, dann kannst du am Ende des Anschreibens oder – falls du eines angefertigt hast – auf dem Deckblatt ein kleines Anlagenverzeichnis anbringen.

5. Wie ist eine Bewerbung aufgebaut?

Aufbau einer Bewerbung

Eine Bewerbung besteht immer mindestens aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und deinem letzten Schulzeugnis. Allerdings kannst du deine Bewerbung auch noch um ein Deckblatt, weitere Schulzeugnisse, eine sogenannte dritte Seite und verschiedene Anlagen erweitern, zum Beispiel Sprachnachweise oder Praktikumszeugnisse. 

Bestandteile deiner Bewerbung

  • Deckblatt
  • Bewerbungsanschreiben
  • Lebenslauf
  • Dritte Seite/Motivationsschreiben
  • Zeugnisse
  • Zertifikate
  • Sonstige Anlagen

Was kommt auf das Deckblatt?

Wenn du dich für ein Deckblatt entscheidest, solltest du dir dafür Zeit nehmen. Diese Informationen können auf deinem Deckblatt stehen:

  • Titel: „Bewerbung als…“ oder „Bewerbungsunterlagen“. Ein Titel muss nicht unbedingt sein.
  • Bild: Ein Deckblatt überzeugt auch durch ein gut ausgewähltes und gut platziertes Foto. Mit dem Format kannst du experimentieren, das Bild kann und soll ruhig größer sein als auf dem Lebenslauf. Übrigens: Wenn du ein Deckblatt erstellst, kannst du das Bild beim Lebenslauf weglassen.
  • Persönliche Daten: Vor- und Nachname, Anschrift, Telefon- und Handynummer und E-Mail-Adresse sollten direkt auf dem Deckblatt stehen.
  • Profil: Auf dem Deckblatt kannst du in wenigen Stichpunkten bereits auf deine Stärken hinweisen, die für die Stelle relevant sind. Zum Beispiel: „Abgeschlossene Weiterbildung als…“, „Fünfmonatiger Auslandsaufenthalt in Frankreich“ oder „Expertenkenntnisse in folgenden Computerprogrammen: ...“
Für das Deckblatt gelten keine strengen Regeln. Du kannst ruhig etwas experimentieren.

Ist der Aufbau einer E-Mail-Bewerbung anders als bei einer Bewerbung per Post?

In einer Postbewerbung heftest du deine Dokumente hintereinander in einer Bewerbungsmappe ab. Bei einer E-Mail-Bewerbung ist das nicht ganz so einfach. Hier hast du zwei Möglichkeiten: Entweder erstellst du ein Dokument, in dem du alle deine Unterlagen sammelst, oder du speicherst deine Dokumente separat ab. Dann hast du jeweils eine Datei für dein Anschreiben, deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse. Lädst du sie dann in der E-Mail hoch, solltest du darauf achten, dass die Reihenfolge stimmt, also erst Anschreiben, dann Lebenslauf und Zeugnisse.

Was ist die „Dritte Seite“?

Die „Dritte Seite“ ist eine zusätzliche Möglichkeit, bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse zu betonen. Du solltest sie nur dann nutzen, wenn du das Gefühl hast, dass es noch etwas gibt, das du im Anschreiben und Lebenslauf nicht ausreichend darstellen konntest. Ein Beispiel: Du arbeitest in deiner Freizeit seit Jahren ehrenamtlich bei einem Verein, der Sommerfreizeiten für benachteiligte Kinder organisiert. Du fährst jedes Jahr mit auf diese Freizeiten und hast sogar einen Übungsleiterschein gemacht, damit du die Kinder beim Sport betreuen kannst. Jetzt bewirbst du dich für eine Ausbildungsstelle als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger oder für ein Praktikum an einer Grundschule im Rahmen deines Lehramtsstudiums. In diesem Fall ist es durchaus sinnvoll, dein ehrenamtliches Engagement auf einer „Dritten Seite“ zusammenzufassen.

Generell besteht aber die Gefahr, dass du auf der „Dritten Seite“ wiederholst, was du im Lebenslauf und im Anschreiben geschrieben hast. Einzuschätzen, wann eine „Dritte Seite“ sinnvoll ist und wann nicht, ist deshalb gar nicht so leicht. Als Faustregel gilt: Wenn du dir unsicher bist, lass die „Dritte Seite“ weg und entscheide dich für eine „normale“ Bewerbung, eventuell mit einem zusätzlichen Deckblatt. Es ist besser, keine „Dritte Seite“ zu haben als eine, die langweilig oder wegen sich doppelnder Infos überflüssig ist.

Brauche ich ein Anschreiben, wenn ich ein Motivationsschreiben habe?

Das Motivationsschreiben wird auch als „Dritte Seite“ bezeichnet. Das liegt daran, dass es hinter dem Anschreiben und Lebenslauf eingefügt wird. Es soll das Anschreiben ergänzen und für eine persönliche Note sorgen. Das Anschreiben bleibt dennoch Teil der Bewerbung. 

Wo kommt das Bewerbungsfoto hin?

Diese Frage sollte schon dann beantwortet sein, wenn du dein Bewerbungsfoto machen lässt. Möchtest du es auf dem Deckblatt präsentieren, sieht es im Querformat besonders schön aus. Neben dem Deckblatt ist der Lebenslauf ein geeigneter Ort, wo du dein Bild präsentieren kannst. Dort dann möglichst in einer der oberen Ecke.

Was gehört alles auf ein Deckblatt?

Das Deckblatt kannst du dir ein bisschen wie ein Buchcover vorstellen. Es verrät kurz, wer du bist und worum es sich handelt. Darauf findet sich ein Titel („Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als XY“), ein Foto von dir, dein Name sowie deine Adresse und deine Kontaktdaten. Außerdem bringst du hier ein kleines Anlagenverzeichnis an, in dem du auflistest, welche Unterlagen deiner Bewerbung beiliegen.

Wie genau du das Deckblatt gestaltest, bleibt dir überlassen. Du kannst hier ein bisschen mit der Bildgröße, dezenten farbigen Elementen und der Anordnung der Texte spielen. Achte nur darauf, dass das alles am Ende nicht zu überladen oder zu flippig wird, sondern dem Stil deiner restlichen Bewerbung entspricht und  zu dem Unternehmen passt, bei dem du dich bewirbst. Peilst du beispielsweise eine Ausbildung in einer kreativen Branche an, dann darfst du dich beim Deckblatt deutlich mehr austoben als ein angehender Bankkaufmann.

6. Welche Formen der Bewerbung gibt es?

Bewerbungsformen

Es gibt viele unterschiedliche Formen von Bewerbungen. Welche die richtige Form für deine Bewerbung ist, kommt ganz darauf an, wo du dich bewirbst.

Formen der Bewerbung

  • E-Mail-Bewerbung
  • Online-Bewerbung
  • Initiativbewerbung
  • Bewerbung per Post
  • Bewerbung am Telefon
  • Bewerbung vor Ort

Die Bewerbung per E-Mail

Jeden Tag werden hunderte E-Mail-Bewerbungen versendet. Nur ein Klick und schon ist die Bewerbung sicher am Ziel angekommen. Damit sie hier aber auch überzeugen kann, haben wir viele Tipps für dich zusammengestellt. Wir verraten dir, was du in die Mail und den Betreff schreiben kannst, wie ein Dateianhang aussehen sollte und vieles mehr.

Die Online-Bewerbung

Viele Unternehmen nutzen Online-Verfahren für die Bewerbung. Das ist einfacher für dich und auch für die Personaler, schließlich müssen sie sich dann nicht durch einen Berg an E-Mails wühlen, sondern haben alle Bewerbungen im gleichen Stil vorliegen. Wie auch du dieses Bewerbungsverfahren meistern kannst, das erklären wir dir Schritt für Schritt. 

Die Initiativbewerbung

Die perfekte Ausbildung im perfekten Unternehmen ist gefunden, nur leider gibt es gar keine Stellenanzeige? Dann solltest du es mit einer Initiativbewerbung versuchen. Denn diese ist immer dann gefragt, wenn du dich bei einem Unternehmen bewerben möchtest, das noch gar nicht weiß, dass es dich braucht. Wie du diese Aufgabe meistern kannst, erfährst du bei uns. 

Die Bewerbung per Post

Wie bewerbe ich mich per Post?

Wenn es darum geht, sich auf eine Stellenanzeige zu melden, ist die Bewerbung über das Internet mittlerweile die beliebteste Form. Per E-Mail oder Online-Formular hat man mit wenigen Klicks alle wichtigen Unterlagen zusammengestellt und abgeschickt. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Bewerbung auf dem Postweg ausgestorben ist. 

Soll ich mich lieber per Post oder über das Internet bewerben?

Ob du mit einer Bewerbung per Post oder über das Internet die besten Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch hast, das kann man so pauschal nicht sagen. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, es kommt ganz auf das jeweilige Unternehmen und die Branche an, in der du dich bewirbst.

Meistens verrät schon die Stellenanzeige, welche Art der Bewerbung vom Arbeitgeber erwartet wird. Wenn dort klar steht, dass du als Bewerber das Online-Formular nutzen oder deine Unterlagen auf dem Postweg verschicken sollst, dann musst du dir nicht länger den Kopf zerbrechen. Halte dich unbedingt an die Bewerbungsform, die verlangt wird! Gerade große Unternehmen erwarten in der Regel, dass du das Kontaktformular auf der firmeneigenen Internetseite nutzt.

Auch die Branche entscheidet mit darüber, welche Form der Bewerbung du wählen solltest. In der IT-Branche beispielsweise wirkt eine Bewerbung per Post veraltet, dort erwartet man auf jeden Fall eine digitale Bewerbung. Handwerksbetriebe oder der Öffentliche Dienst bevorzugen hingegen oft noch eine Bewerbung per Post. 

Was sind die Vor- und Nachteile einer Bewerbung auf dem Postweg?

Vorteile einer Postbewerbung

Nachteile einer Postbewerbung

hohe Präsenz der Bewerbung

höhere Kosten durch Druck und Versand

sie ist ein Blickfang

wenig umweltschonend und langsam

du hast viele Möglichkeiten, sie kreativ zu gestalten

sie ist in vielen Unternehmen veraltet

Was kostet so eine Bewerbung per Post?

Das kommt darauf an, wie hochwertig und umfangreich du die Bewerbung gestalten willst. Auf dich kommen Kosten für das Papier, den Druck, das Porto, das Foto, die Mappe und den Umschlag zu. Der Versand für eine DIN-A4-Mappe kostet um die 1,50 Euro, geeignete Umschläge gibt es schon im Mehrheitspack für wenige Euro.

Brauche ich eine Bewerbungsmappe?

Dein Lebenslauf, Anschreiben und die ganzen anderen Bewerbungsunterlagen wie Schul- oder Praktikumszeugnisse dürfen natürlich nicht lose im Umschlag herumflattern. Deswegen ist eine ordentliche Bewerbungsmappe auf jeden Fall Pflicht, wenn du dich auf dem Postweg bewirbst.

Und damit deine Mappe auch heil ankommt, brauchst du den passenden Umschlag. Perfekt ist ein Umschlag in A4 mit Sichtfenster. Dein Anschreiben muss in diesem Fall nach DIN-Norm formatiert werden. Denn dann ist die Unternehmensadresse durch das Fenster sichtbar.

Nimmst du einen Umschlag ohne Fenster, kannst du die Adresse auf ein Klebeetikett drucken oder handschriftlich eintragen. Achte auf gute Lesbarkeit und darauf, dass sich keine Fehler einschleichen. Nun noch die Briefmarken aufkleben – und fertig! Je nach Gewicht deiner Mappe kostet dich der Postversand zwischen 1,45 Euro und 2,60 Euro. 

Verschicke ich bei der Bewerbung per Post Originale oder Kopien?

Weil es passieren kann, dass du deine Bewerbungsmappe nicht zurückbekommst, solltest du unbedingt nur Kopien verschicken, niemals die Originale!

Muss ich meine Kopien beglaubigen lassen?

Wenn es nicht ausdrücklich verlangt wird, musst du deine Zeugnisse nicht beglaubigen lassen. Eine beglaubigte Kopie ist nur von deinem Abiturzeugnis nötig, wenn du dich an einer Hochschule anmelden willst. Möchtest oder musst du die Kopie deines Schulzeugnisses beglaubigen lassen, reicht es aus, wenn du mit der Kopie und dem Original zu deiner Schule gehst und dir dort einen Stempel und eine Unterschrift geben lässt. Ansonsten kannst du deine Kopien auch bei den Bürgerdiensten, einem Pfarr- oder einem Gemeindebüro beglaubigen lassen. 

Wie bewerbe ich mich am Telefon?

Wie bewerbe ich mich am Telefon?

Ran ans Telefon und Ausbildungsplatz gesichert! Na gut, ganz so einfach ist es zwar nicht, mit einer telefonischen Bewerbung kann man dennoch ganz schön punkten. Eine telefonische Bewerbung steht allerdings nur selten für sich allein. Du musst dich also trotz des Anrufs auch noch einmal schriftlich bewerben. Warum dann der ganze Aufwand? Zum einen kannst du offene Fragen klären, zum anderen verschaffst du dir einen kleinen Vorsprung, da dein möglicher Arbeitgeber deinen Namen nun bereits im Hinterkopf hat. 

Wann sollte ich mich telefonisch bewerben?

Eine Telefonbewerbung macht natürlich nicht immer Sinn. Wird in einer Stellenanzeige um eine schriftliche Bewerbung gebeten, dann solltest du diese auch einsenden. Anrufen solltest du allerdings dann, wenn du offene Fragen hast, beispielsweise wer dein Ansprechpartner ist.

Anders verhält es sich, wenn du in der Anzeige ausdrücklich zu einem Anruf aufgefordert wirst. Diese Unternehmen wollen sich dann vorab ein Bild – oder besser gesagt einen Ton – von dir machen. Auch eine sogenannte Initiativbewerbung ist ein guter Grund, den Hörer in die Hand zu nehmen. Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die du raussendest, obwohl offiziell überhaupt keine Stelle frei ist. Das muss nämlich nicht immer heißen, dass es keinen Platz gibt. Bei einem Telefongespräch kannst du erfragen, wie deine Chancen als Bewerber stehen und ob sich die Mühe, eine schriftliche Bewerbung anzufertigen, überhaupt lohnt.  

Wie bereite ich eine telefonische Bewerbung vor?

Eine telefonische Bewerbung um einen Ausbildungsplatz muss natürlich gut vorbereitet werden. Wie das geht, siehst du hier auf einen Blick.

Checkliste für die telefonische Bewerbung

  • Bewerbungsunterlagen mitsamt Lebenslauf zusammenstellen
  • Stellenanzeige bereithalten
  • Name des Ansprechpartners heraussuchen
  • Fragen notieren
  • Stift und Papier bereithalten
  • Richtigen Zeitpunkt abpassen

Der Lebenslauf soll dir im telefonischen Bewerbungsgespräch Sicherheit geben. Bestimmt bist du nervös, da kann schon eine einfache Frage für Verlegenheit sorgen. Wie hieß nochmal dieses Unternehmen, bei dem du dein Schülerpraktikum gemacht hast? Und wann war noch gleich der Schüleraustausch, der dich nach England geführt hat? Mit dem Lebenslauf hast du alle Infos auf einen Blick parat. Deine weiteren Bewerbungsunterlagen solltest du auch schon mal bereithalten. Immerhin ist es gut möglich, dass du nach dem Gespräch aufgefordert wirst, sie schnellstmöglich einzusenden.

Mindestens genauso wichtig: die Stellenausschreibung, auf die du dich bewirbst. Lies dir noch einmal genau durch, worauf das Unternehmen Wert legt. Auch den Namen deines Ansprechpartners solltest du kennen.

Ein vollständiges Vorstellungsgespräch findet übrigens selten gleich am Telefon statt. Es sollten darin aber die wichtigsten Fragen geklärt werden. Und die schreibst du dir am besten auf, bei der Aufregung kann man schließlich schnell mal etwas vergessen.

Stift und Papier kannst du dann gleich bei dir behalten, denn beides wirst du während des Gesprächs brauchen, beispielsweise, um dir einen Termin, einen Namen oder eine Telefonnummer aufzuschreiben.

Eigentlich kann es jetzt auch schon losgehen. Du musst nur noch den richtigen Zeitpunkt abpassen. Da Personaler auch nur Menschen sind, die sich mittags über eine leckere Mahlzeit freuen, ist die Zeit zwischen zwölf und dreizehn Uhr nicht ideal. Vormittags oder nachmittags steigt dafür die Wahrscheinlichkeit, einen gut gelaunten Personaler ans Telefon zu bekommen. 

Wenn du deinen Ansprechpartner nicht gerade in einer ruhigen Minute erwischst, zögere nicht, nach einem passenden Termin zu fragen. 

Wie begrüße ich bei einer telefonischen Bewerbung richtig?

Mit zittriger Stimme in den Hörer zu flüstern, ist bestimmt kein guter Einstieg für eine Bewerbung am Telefon. Wenn du dir aber schon eine schöne Begrüßung zurechtgelegt hast, fällt es dir bestimmt viel leichter, die Telefonbewerbung in die Tat umzusetzen.

Anstatt einfach nur mit „Hallo“ zu grüßen, solltest du mit „Guten Tag“ oder „Guten Morgen“ einsteigen, je nachdem, welche Tageszeit gerade ist. Nun stellst du dich mit deinem Namen vor. Ehe du auf eine Antwort wartest, kannst du mit einem kurzen Satz klären, was dein Anliegen ist, und fragen, ob du hierfür den richtigen Ansprechpartner am Ohr hast. Ein möglicher Einstieg ist: „Guten Tag, ich heiße Max Mustermann und habe Ihre Stellenanzeige für die Ausbildung als XY gesehen. Bin ich dafür richtig verbunden?“

Hast du den richtigen Ansprechpartner am Telefon, solltest du fragen, ob dieser überhaupt gerade Zeit für dich hat. Falls nicht, bitte um einen konkreten Termin für einen Rückruf und nenne alternative Anrufzeiten.

Bist du richtig verbunden und hat dein Gesprächspartner gerade Zeit für dich, hast du den Einstieg bereits wie ein Profi gemeistert.    

Wie läuft eine telefonische Bewerbung ab?

Auch wenn eine telefonische Bewerbung oft nur dazu dient, offene Fragen zu klären und dich selbst schon vorab bemerkbar zu machen, kann es auch passieren, dass direkt ein kleines Vorstellungsgespräch stattfindet. In diesem Fall kannst du die gleichen Fragen erwarten, die in jedes Vorstellungsgespräch gehören. Etwa die Fragen, warum du dich bewirbst, was du dir von der Ausbildung erhoffst und was du für die Ausbildung mitbringst.

Folgt auf deine telefonische eine schriftliche Bewerbung, solltest du auf keinen Fall vergessen, dich in deinem Anschreiben auf das Telefonat zu beziehen.

Wie bewerbe ich mich vor Ort?

Wie bewerbe ich mich vor Ort?

Eine persönliche Bewerbung vor Ort ist tatsächlich nur selten üblich. Bewirbst du dich bei einem Unternehmen, das einen Standard-Ablauf für Bewerbungen hat, solltest du dich wie gewünscht per Post, online oder per E-Mail bewerben. Anders sieht das aber bei kleinen Geschäften aus, beispielsweise Apotheken oder kleineren Märkten. Die haben ihre Stellenausschreibungen teilweise sogar im Schaufenster hängen. In diesem Fall darfst du natürlich gerne persönlich hineinspazieren und deine Bewerbungsmappe abgeben.

Nun möchtest du aber natürlich niemanden überrumpeln oder gar von der Arbeit abhalten. Bist du in einem Geschäft, in dem gerade eine riesige Menschenschlange darauf wartet, bedient zu werden, solltest du einen anderen Zeitpunkt wählen oder im Hintergrund geduldig warten, bis man Zeit für dich als Bewerber hat. 

Was muss ich für eine Bewerbung vor Ort mitnehmen?

Für eine persönliche Bewerbung vor Ort solltest du unbedingt deine vollständigen Bewerbungsunterlagen mitnehmen. Also ein Anschreiben, einen Lebenslauf und deine aktuellen Zeugnisse. Hefte diese Unterlagen ordentlich ab, so wie du das auch für eine Bewerbung per Post machen würdest. Noch dazu kannst du Stift und Papier mitnehmen, denn eventuell wirst du dir eine Telefonnummer oder einen Termin notieren müssen. 

Was ziehe ich bei einer Bewerbung vor Ort an?

Bei einer Bewerbung vor Ort brauchst du dich zwar nicht wie für ein Vorstellungsgespräch herauszuputzen, die lässigsten Freizeitklamotten sollten es aber auch nicht sein. Immerhin möchtest du einen guten Eindruck machen. Eine dunkle Hose oder Jeans, ein Hemd, eine Bluse oder ein schlichtes Kleid sind ideal. Deine ausgelatschten Sneaker dürfen auch mal für einen Tag im Schrank bleiben. Wähle stattdessen Schuhe, die einen gepflegten Eindruck vermitteln. Vor allem aber solltest du dich in deinen Klamotten wohl und ganz wie du selbst fühlen. 

Muss ich damit rechnen, dass ich sofort ins Bewerbungsgespräch gebeten werde?

Es kommt zwar nur selten vor, unmöglich ist dieser Fall aber nicht. Du solltest daher vorbereitet sein. Denn vielleicht hat dein potenzieller Chef ja gerade Zeit für dich und möchte dich sofort näher kennenlernen. 

7. Was erwartet mich im Vorstellungsgespräch?

Auf das Vorstellungsgespräch warten

Die Einladung zum Vorstellungsgespräch ist da! Für dich ist damit der Zeitpunkt gekommen, endgültig zu beweisen, dass du der beste Bewerber bist. 

Wer ist beim Vorstellungsgespräch dabei?

Das Vorstellungsgespräch findet immer in ruhiger Umgebung, beispielsweise in einem Besprechungsraum, statt. Selten sind mehr als drei Personen anwesend. Möglich ist es, dass du mit einem Personalverantwortlichen und deinem späteren persönlichen Betreuer sprichst. 

Was sind typische Fragen im Vorstellungsgespräch?

Viele Gespräche beginnen mit einer Aufforderung wie „Erzähl was von dir!“. Hier geht es weniger um deine Biographie – deinen Lebenslauf kennt man schließlich schon – sondern um deine persönlichen Interessen und darum, das Eis zu brechen. 

Fragen, auf die du dich immer einstellen kannst

  • Warum möchtest du den Beruf lernen?
  • Warum möchtest du deine Ausbildung bei uns machen?
  • Hast du bereist Erfahrungen gesammelt, die dir in der Ausbildung weiterhelfen?
  • Was sind deine Stärken, was sind deine Schwächen?

Bei allen Fragen solltest du immer daran denken: Es gibt nicht die eine richtige oder falsche Antwort. Zeige immer, dass du den Ausbildungsplatz wirklich haben möchtest und du ein toller Azubi und ein tolles Teammitglied wärst. 

Soll ich selbst Fragen im Vorstellungsgespräch stellen?

Wer Fragen stellt, wirkt interessiert und aufgeschlossen. Es ist also auf jeden Fall eine gute Idee, auch selbst Fragen während des Vorstellungsgesprächs zu stellen. 

Fragen, die du im Vorstellungsgespräch stellen kann

  • Habe ich einen persönlichen Betreuer?
  • Kann ich die Ausbildung verkürzen?
  • Gibt es die Möglichkeit, nach der Ausbildung übernommen zu werden?
  • Gibt es noch andere Azubis im Unternehmen?

Was ziehe ich beim Vorstellungsgespräch an?

Wie das perfekte Outfit für das Vorstellungsgespräch aussieht, hängt zum einen von der Ausbildung ab, um die du dich bewirbst, und zum anderen davon, wie du dich selbst gerne stylst. Schließlich möchtest du nicht komplett verkleidet zum Vorstellungsgespräch gehen. In kaufmännischen Berufen, wie den Bank- oder Versicherungskaufleuten, geht es recht förmlich zu. Anzug, Kostüm, schicke Hemden und Blusen sollten hier in die nähere Auswahl kommen. In einer jungen Werbeagentur oder einem Handwerksbetrieb wärst du damit allerdings schon overdressed. Hier darf es auch eine (bitte nicht zerschlissene) Jeans mit Hemd oder Bluse sein. Piercings und Tattoos sind zwar fast überall okay, im Zweifelfall solltest du Piercings im Gesicht aber besser herausnehmen. In der Gastronomie oder im Gesundheitswesen würden sie sogar gegen die Arbeitsschutzvorschriften verstoßen. 

8. Welche Bewerbungstests gibt es?

Welche Bewerbungstests gibt es?
Du hast dich als Pilot beworben und bist zu einem mehrtägigen Auswahlverfahren samt Einstellungstest eingeladen worden? Vor deiner Ausbildung zum Logopäden musst du zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt? Du hast Angst, dass du nach der Bewerbung nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, weil dein Allgemeinwissen im Assessment-Center nicht reicht? Keine Angst, viele Arbeitgeber fordern Eignungsprüfungen und Tests von ihren Bewerbern – und wie viele Bewerber kannst du sie bestehen und hinterher eingestellt werden. Was getestet wird und wie du für die Fragen rund um Allgemeinwissen, Mathematik und Logik üben kannst, erfährst du hier.

Was wird beim Einstellungstest oder Eignungstest getestet?

Welche Art von Tests auf dich zukommen, ist je nach Ausbildung, Studium oder Beruf und den dort anstehenden Aufgaben unterschiedlich. Welche Bereiche es gibt, haben wir in dieser Tabelle für dich zusammengefasst.

Welche Bereiche werden getestet?

Warum wird das getestet?

Gesundheit

Augen, Ohren, körperliche Fitness – je nach Beruf, Ausbildung oder Studium musst du nachweisen, dass du körperlich geeignet bist, einen Beruf auszuüben.

Psychologie

Mit Persönlichkeitstest soll beispielsweise überprüft werden, ob du eher ängstlich oder draufgängerisch bist, ob du gerne mit anderen zusammenarbeitest oder wie leistungsorientiert du bist. Das sind Dinge, die du bereits in deiner Bewerbung im Anschreiben einfließen lassen kannst. Im Test kannst du den Arbeitgeber dann von dir überzeugen.

Logik/Intelligenz/Konzentration

Bei manchen Firmen finden auch Tests statt, bei denen du zum Beispiel Wortreihen fortsetzen oder Logikaufgaben lösen musst. Oft musst du dir auch Wörter oder Zahlen einprägen.

Bestimmte Fähigkeiten

Manchmal musst du auch bestimmte Fähigkeiten über einen Test nachweisen, die für das Studium, die Ausbildung oder den Arbeitgeber relevant sind, zum Beispiel ein Instrument vorspielen oder eine Mappe mit Zeichnungen und Bildern einreichen.

Was erwartet mich bei einem Eignungstest oder Assessment Center?

„Ich bin teamfähig, motiviert und behalte auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf.“ – In einer schriftlichen Bewerbung kann man so etwas schnell von sich behaupten. Um aber zu gucken, wie es wirklich mit deinen persönlichen Eigenschaften und deinem fachlichen Know-how aussieht, möchten dich manche Arbeitgeber lieber auf Herzen und Nieren testen. Daher kann es sein, dass nach deiner schriftlichen Bewerbung die Einladung zu einem Eignungstest oder sogar zu einem Assessment Center in deinem Briefkasten oder E-Mail-Fach landet. Doch keine Sorge, deswegen musst du nicht gleich in Panik ausbrechen. Mit der richtigen Vorbereitung nimmst du dem Ganzen schnell den Schrecken. 

Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Eignungs- und einem Einstellungstest?

Mit einem Eignungstest wird nach deiner Bewerbung geprüft, ob du grundsätzlich geeignet bist, die Anforderungen für einen bestimmten Job, ein Studium oder eine Ausbildung zu erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel der Berufseignungstest für Piloten, bevor du zum Vorstellungsgespräch darfst. Dazu gehören auch oft Untersuchungen beim Augenarzt oder beim Hausarzt, um deine gesundheitliche Eignung zu prüfen. Aber auch deine charakterliche Eignung für wird manchmal mit Fragen getestet. Mit Eignungstests lernt dich dein zukünftiger Arbeitgeber besser kennen, als wenn es nur deinen Lebenslauf und deine Bewerbung vor sich liegen hat.

Bei einem Einstellungstest geht es der Firma darum, bestimmte Bewerber auszuwählen. Einstellungstests können auch Assessment-Center sein. Oft haben die Bewerber, die zum Einstellungstest kommen, den Eignungstest schon überstanden und sollen nun bestimmte Aufgaben aus der Mathematik oder dem Bereich Allgemeinwissen lösen. Diese können für deine späteren Aufgaben im Unternehmen oder Studium wichtig sein und lassen sich nicht allein durch deine Bewerbung und deinen Lebenslauf überprüfen.

Als Faustregel für deinen Berufswunsch kannst du dir merken: Bei einem Eignungstest kann das Ergebnis sein, dass du für etwas geeignet bist oder nicht. Bei einem Einstellungstest kann das Ergebnis sein, dass du dank deines Allgemeinwissens oder deiner logischen Denkweise eingestellt wirst oder nicht.

Was sind typische Fragen in Eignungstests?

Ein Eignungs- oder Einstellungstest besteht aus einer Reihe von Fragen und Aufgaben, die den Prüfern zeigen sollen, wer du bist und was du kannst.

Fragen im Einstellungstest

  • Wer ist unser Bundespräsident?
  • Wann begann und endete der Zweite Weltkrieg?
  • Von den 15.000 Beschäftigten eines Unternehmens streiken 90 %. Wie viele Beschäftigte kommen heute nicht zur Arbeit?
  • Ein PKW benötigt 6 Liter Benzin für 100 Km. Wie viel Benzin verbraucht er auf einer Strecke von 320 Km?
  • Auto, Fahrrad, LKW, Bus. (Hier passt das Fahrrad nicht zu den anderen Fahrzeugen, weil es als einziges nur zwei Räder hat.)
  • 2, 4, 8, 16, _ (Als nächstes käme nun die 32, die Zahlen werden immer mal 2 genommen.)

Wie kann ich für den Einstellungstest oder Eignungstest üben?

Es gibt Hunderte von Ratgebern, die sich mit genau dieser Frage beschäftigen, über die du gerade nachdenkst. Ob sie dir helfen, ins Vorstellungsgespräch zu kommen, ist eine andere Frage. Am besten gehst du so vor: Informier dich bereits, wenn du dein Anschreiben und deinen Lebenslauf abschickst, welche Eignungstests oder Einstellungstests du im Unternehmen machen musst. Sind solche dabei, bei denen du nicht weißt, was sie mit deiner Ausbildung und späteren Karriere zu tun haben? Schau, ob du Beispiele im Internet findest – oder einen Ratgeber, wie man Logik, Mathematik und Allgemeinwissen trainieren kann. Und: Mach dich vor lauter Denken und Üben nicht verrückt. Die Tests für deine spätere Ausbildung oder Berufslaufbahn sind häufig nur ein Teil des Auswahlverfahrens. Das gilt vor allem, wenn sie im Rahmen eines Assessment-Centers durchgeführt werden. Wir drücken dir die Daumen!

Bei solchen Aufgaben geht es übrigens nicht nur darum, dass du sie richtig beantwortest. Es wird auch geguckt, wie du sie beantwortest, also wie du unter Druck und in Stresssituationen reagierst.

Daneben stellt man dir noch Aufgaben, die thematisch mit der Ausbildung zu tun haben, für die du dich bewirbst. Wie so ein Eignungstest dann im Einzelnen aussieht, kommt also ganz darauf an, wo du dich bewirbst. Bei Banken und Versicherungen werden dich beispielsweise verstärkt Matheaufgaben erwarten, während im Verlagswesen eher dein Sprachverständnis im Mittelpunkt der Tests steht. Bevor es für dich ernst wird, solltest du dich auf jeden Fall ordentlich vorbereiten. Im Internet findest du zahlreiche Eignungstests, mit denen du kostenlos üben kannst.

Beliebt sind zudem Persönlichkeitstests. Du musst zum Beispiel Aussagen wie „Ich treibe regelmäßig Sport“ mit Antworten von „Trifft voll zu“ bis „Trifft gar nicht zu“ beantworten. Solche Tests werden häufig aber kritisch gesehen, weil nicht sicher ist, ob man anhand der Antworten wirklich die Persönlichkeit des Bewerbers einschätzen kann. 

Was ist ein Assessment Center?

Ein Assessment Center ist ein Auswahlverfahren, das vor allem größere Unternehmen nutzen, bei denen besonders viele Bewerbungen eintrudeln. Ein Assessment Center besteht aus einer Reihe von Aufgaben, die du und die anderen Kandidaten meistern müssen – ein Dschungelcamp der Berufswelt sozusagen. So kann sich dein Arbeitgeber am Ende ein umfassendes Bild davon machen, wie du charakterlich drauf bist und ob du für den Job geeignet bist. Durchgeführt wird das Assessment Center meistens in größeren Locations, zum Beispiel dem Tagungsraum eines Hotels oder dem Konferenzzimmer im Unternehmen.

Mögliche Bestandteile eines Assessment Centers

  • Schriftlicher Test
  • Postkorbübungen
  • Selbstpräsentation
  • Gruppenübungen
  • Einzelgespräche

Wie das Assessment Center im Einzelnen abläuft, kommt auf den jeweiligen Beruf an. Oft beginnt es mit einem schriftlichen Test, wie du ihm auch im normalen Eignungstest begegnest. Darin erwarten dich Fragen zu Allgemeinwissen und Logik, Mathematikaufgaben und der eine oder andere Konzentrationstest. Du solltest auch hierfür vorab im Internet nach Testtrainings suchen.

Klassiker des Assessment Centers sind außerdem die Postkorbübung, die Selbstpräsentation und die Fallstudie. In der Postkorbübung gibt man dir einen Stapel von zu erledigenden Aufgaben, die du nun nach Dringlichkeit und Wichtigkeit sortierst. In der Selbstpräsentation musst du, wie der Name schon sagt, dich selbst vorstellen. Stell dir einfach vor, du würdest ein Referat über dich selbst halten. Und bei der Fallstudie stellt man dir ein Problem, das so oder so ähnlich auch bei der zukünftigen Ausbildung auftreten könnte – und du musst dir eine Lösung dazu einfallen lassen.

Daneben besteht ein Assessment Center aber auch aus Gruppenarbeiten und einem Einzelgespräch. 

Welche Gruppenarbeiten gibt es im Assessment Center?

Teamfähigkeit ist in fast jedem Job wichtig, deswegen wird im Assessment Center auch geschaut, wie du dich im Umgang und der Zusammenarbeit mit anderen schlägst. Das kann zum Beispiel durch eine Gruppendiskussion oder das Erarbeiten einer gemeinsamen Präsentation sein. So wird geguckt, wie du dich in eine Gruppe fremder Menschen integrierst, ob du teamfähig und kompromissbereit bist, ob du dich immer in den Mittelpunkt drängst oder lieber den anderen den Vortritt lässt. Am besten ist es hier, wenn du dich nicht versteckst, aber trotzdem auch die anderen zu Wort kommen lässt und ihre Ideen und Kritikpunkte respektierst. Denn egoistische Lautsprecher hinterlassen einen genauso negativen Eindruck wie schüchterne Mäuschen. 

Was erwartet mich im Einzelgespräch?

Als Abschluss des Assessment Centers bittet man dich in der Regel zu einem Einzelgespräch. Nun hast du die ungeteilte Aufmerksamkeit deiner Prüfer. Solche Prüfer sind meistens Angestellte des Unternehmens. Zuallererst bekommst du ein Feedback zu den Aufgaben: Wo hast du überzeugt, wo gibt es noch Nachbesserungsbedarf? Außerdem kannst du dich selbst dazu äußern, welche Aufgaben dir Schwierigkeiten gemacht haben und welche dir leichtgefallen sind.

Der Rest läuft dann ab wie ein typisches Vorstellungsgespräch. Du erzählst von dir und machst klar, warum du der perfekte Kandidat für diese Ausbildungsstelle bist. Außerdem hast du nun die Möglichkeit, selber Fragen zu stellen. Schließlich möchte das Unternehmen nicht nur einen tollen Azubi haben, sondern der Azubi auch ein tolles Unternehmen.

Wie bei jedem anderen Vorstellungsgespräch solltest du hier auch alle deine Unterlagen wie Lebenslauf, Anschreiben und Bewerbungsfoto dabeihaben.

Was ist ein Gesundheitscheck und was ist ein Gesundheitszeugnis?

Bist du unter 18 und möchtest eine Ausbildung beginnen, wirst du zum Gesundheitscheck gebeten. Hier lässt du dich von einem Arzt untersuchen, der dir bescheinigt, dass deine Wunschausbildung dich körperlich nicht überlastet. Es wird beispielsweise untersucht, ob du eine Sehschwäche hast oder an Allergien oder einer schiefen Wirbelsäure leidest.

Diese Bescheinigung darf zum Zeitpunkt des Ausbildungsstarts nicht älter als 14 Monate sein. Dass der Gesundheitscheck bei unter 18-Jährigen verpflichtend ist, liegt übrigens an unserem Jugendschutzgesetzt. So soll gesichert werden, dass kein Jugendlicher eine Arbeit ausübt, die langfristige körperliche Schäden verursacht. 

Aber auch Über-18-Jährige können zum Gesundheits-Check gerufen werden – zum Beispiel bei Berufen, bei denen deine Gesundheit stärker gefährdet ist oder Hygienerichtlinien eingehalten werden müssen. Berufe im Handwerk, in der Lebensmittelherstellung, Pharmazie und in der Gesundheitsbranche verlangen daher besonders häufig einen Gesundheitscheck.

Wird ein sogenanntes Gesundheitszeugnis verlangt, gehst du nicht zu einem Arzt, sondern zum Gesundheitsamt. Denn für das Zeugnis ist keine ärztliche Untersuchung notwendig. Stattdessen wirst du über Hygienevorschriften und die Vermeidung von Arbeitsunfällen aufgeklärt. Das Gesundheitszeugnis kostet rund 25 Euro.

Was erwartet mich beim Einstellungstest der Polizei?

Der Einstellungstest der Polizei ist ein echter Marathon, denn er dauert bis zu drei Tage. Der Ablauf unterscheidet sich, je nachdem ob du dich bei der Bundes- oder Landespolizei bewirbst. Üblich ist aber immer eine Reihe von Prüfungen, in denen Logik, Reaktionsstärke, soziales Verhalten und Ausdrucksvermögen getestet werden.

Vorgesehen sind sowohl schriftliche als auch praktische Tests, etwa Gruppenübungen und Rollenspiele. Hier werden beispielsweise Konfliktsituationen nachgespielt.

Ein klassischer Sporttest ist übrigens nicht immer Teil des Polizei-Einstellungstest – schließlich musst du ja schon bei der Bewerbung das Deutsche Sportabzeichen nachweisen. Stattdessen wird der sogenannte Polizeitauglichkeitstest, also ein Check deiner körperlichen Eignung, durchgeführt. 

Gesundheitliche Voraussetzungen für den Polizeivollzugsdienst

  • kein Übergewicht
  • gesundes Herz-Kreislauf-System
  • weder Farbenblindheit noch Seh- und Hörstörungen
  • keine Bewegungseinschränkungen
  • intaktes Hormonsystem

Ob du die Tests bestanden hast, erfährst du direkt im Anschluss. Denn nur dann wirst du zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch geladen. Hier kannst du erklären, warum du Polizist oder Polizistin werden möchtest und was du für den Beruf mitbringst. 

Wie laufen Einstellungstests bei der Bundeswehr ab?

Wie bei der Polizei besteht der Einstellungstest bei der Bundewehr aus mehreren Bestandteilen: Machst du eine militärische Ausbildung, warten ein Online-Test, eine ärztliche Begutachtung, ein Sporttest und ein Vorstellungsgespräch auf dich. Beim Online-Test werden Mathe, Logik und Rechtschreibung geprüft. Zum Sporttest zählen Lauf- und Radübungen, Sit-Ups und Liegestütze. Wer ihn nicht besteht, darf nach sechs Monaten wiederholen. Anders ist dies bei einer zivilen Ausbildung, denn hier durchläufst du ein Assessment-Center mit schriftlichen sowie praktischen berufsbezogenen Übungen, auf einen Sporttest wird allerdings verzichtet.

Bundeswehr (zivile Ausbildung)

Bundeswehr (militärische Ausbildung)

Sporttest

nein

ja

schriftlicher Test

ja

ja

ärztliche Untersuchung

nein

ja

praktischer Test

ja

ja

Vorstellungsgespräch

ja

ja

Gibt es auch Online-Tests?

Assessment Center und Eignungstests zu veranstalten, ist meistens eine ziemlich aufwendige Angelegenheit – sowohl für das Unternehmen, das alles organisieren und bezahlen muss, als auch für die Bewerber, die extra anreisen müssen. Deswegen veranstalten viele Unternehmen einen Online-Test, der dazu dient, ungeeignete Bewerber direkt auszusieben. Hast du mit deiner schriftlichen Bewerbung überzeugt, schickt man dir einen Link, der zu einer bestimmten Zeit freigeschaltet wird. Dann musst du alle Aufgaben innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens von deinem Rechner aus erledigen. So sparst du dir die Anreise und auch die stressige Situation, die Konkurrenz der Mitbewerber zu spüren oder unter den Augen der Prüfer zu sitzen. 

9. Wer übernimmt meine Bewerbungskosten?

Bewerbungskosten

Bewerben kann echt günstig sein – oder richtig teuer. Bei den Bewerbungskosten kommt es nämlich ganz darauf an, wo und vor allem wie du dich bewirbst. Die günstigste Variante ist die Online- bzw. E-Mail-Bewerbung. Dabei musst du nämlich nichts ausdrucken und keine Versandkosten oder schicken Bewerbungsmappen bezahlen. Das einzige, was bei dieser Bewerbungsart ins Geld gehen kann, ist das Bewerbungsfoto. Hier solltest du auf den Selfiestick, das Fotoalbum vom letzten Urlaub und auch auf den Kumpel, der mit seiner Spiegelreflexkamera total schöne Fotos macht, verzichten. 

Was kostet ein gutes Bewerbungsfoto?

Ein professioneller Fotograf muss also her, und der möchte für ein tolles Foto natürlich auch entsprechend bezahlt werden. Je nach Fotostudio kostet ein vernünftiges Bewerbungsfoto mindestens 10 Euro, dafür bekommst du aber meistens nur normale Passbilder. Diese können für eine Bewerbung um einen Nebenjob oder eine Ausbildung im handwerklichen Bereich schon reichen. Wenn du dich um eine Ausbildung bei der Bank oder ein duales Studium bewerben möchtest, solltest du noch etwas tiefer in die Tasche greifen und ein kleines Fotoshooting buchen. Dabei sagt der Fotograf dir genau, wie du dich hinsetzen oder -stellen sollst, probiert verschiedene Hintergründe aus und gibt dir die Möglichkeit, auch mal dein Outfit zu wechseln. 

Solch eine Fotoaktion kostet in der Regel mindestens 30 Euro, realistischer sind Preise zwischen 40 und 100 Euro. Dafür bekommst du dann ein oder mehrere Fotos und im Idealfall auch eine CD, sodass du das Bild für eine Onlinebewerbung nicht extra einscannen musst. Puh, das klingt nach ganz schön viel Geld, oder? Sieh die Kosten fürs Bewerbungsfoto einfach als sinnvolle Investition in deine Zukunft. Wenn du dadurch eine tolle Lehrstelle ergattern kannst, macht sich der Preis letztendlich bezahlt.

Wie viel Geld muss ich für eine Bewerbung per Post einplanen?

Eine Bewerbung per Post ist die teuerste Variante. Auch dafür brauchst du das Foto, und dann kommen noch Kosten für die Bewerbungsmappe, das Ausdrucken deiner Unterlagen und natürlich für den Versand hinzu. Bewerbungsmappen gibt es in allen möglichen Preisklassen, mit 2 bis 10 Euro pro Mappe solltest du schon rechnen. Natürlich kannst du deine Bewerbung selbst ausdrucken, damit aber alles zu 100 % ordentlich aussieht, du dein Bild hochwertig in Farbe mitausdrucken kannst und auch das Papier eine gute Qualität hat, würden wir dir den Besuch einer Druckerei oder eines Copyshops empfehlen. Dort kannst du einfach einen USB-Stick oder eine CD mit deiner Bewerbung abgeben und sie dir professionell ausdrucken lassen. Dabei zahlst du pro Seite um die 50 Cent, mit Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, Zeugniskopien und sonstigem summiert sich das natürlich. Am Ende verpackst du deine gesamte Bewerbung in eine Versandtasche der Größe C4. Diese sollte nicht mehr als 2 Euro kosten, am günstigsten ist es aber, mehrere Versandtaschen auf einmal zu kaufen. Damit deine Bewerbung auch beim Unternehmen ankommt, musst du sie natürlich versenden. Das Porto dafür ändert sich regelmäßig, liegt aber bei etwa 1,50 Euro.

Kostenplanung für die Bewerbung per Post

  • Bewerbungsfoto
  • Bewerbungsmappe
  • Kopien deiner Unterlagen
  • Porto

Wer trägt die Kosten für die Anfahrt zum Assessment Center oder Vorstellungsgespräch?

Würdest du für deinen Traumjob bis ans Ende der Welt gehen? Zumindest ein Umzug nehmen viele Azubis in Kauf, sei es nun in die Nachbarstadt oder in eine völlig neue Umgebung. Für dich bedeutet dies aber auch, dass für dein Vorstellungsgespräch Kosten entstehen, beispielsweise für die Anfahrt oder eine Übernachtung. Auf diesen Kosten musst du aber nicht unbedingt sitzen bleiben, denn grundsätzlich werden sie vom Unternehmen übernommen.

Bevor du aber dein Erste-Klasse-Ticket und die Präsidentensuite buchst, solltest du dich unbedingt mit dem Unternehmen absprechen. So wird dir nämlich entweder eine Kilometerpauschale oder ein Zugticket der zweiten Klasse bezahlt. Ob dir auch ein Hotel spendiert wird, hängt ganz vom Unternehmen ab.

Es lohnt sich übrigens ein Blick in die Stellenanzeige. Denn manche Unternehmen teilen hier mit, ob sie die Anfahrtskosten übernehmen – oder eben nicht. Falls sie ausdrücklich schreiben, dass Kosten nicht getragen werden, sind sie rechtlich nicht mehr dazu verpflichtet. In dem Fall musst du die Anfahrt selbst bezahlen. 

Wer erstattet die Bewerbungskosten?

Woah, ganz schön teuer, so eine Bewerbung – zumal du noch kein festes Einkommen hast. Und wenn du 10 oder mehr Bewerbungen per Post verschickst, kommt einiges zusammen. Doch zum Glück wollen die meisten Unternehmen heute Online-Bewerbungen.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, sich Bewerbungskosten erstatten zu lassen – doch leider nicht für alle, die sich gerade fleißig nach Ausbildungen oder Jobs umschauen. Um eine Rückerstattung deiner Bewerbungskosten zu beantragen, musst du dich bei der Agentur für Arbeit als „ausbildungssuchend“ gemeldet haben. Dort kannst du dann auch den Antrag auf die Rückerstattung stellen – und zwar bevor du das Geld dafür ausgibst. Eine Ausnahmeregelung gibt es, wenn deine Eltern Arbeitslosengeld 2 (auch Hartz IV genannt) beziehen. Auch in diesem Fall musst du dich ausbildungssuchend melden, allerdings ist dann nicht die Agentur für Arbeit, sondern das Jobcenter für dein Anliegen zuständig. Du musst den Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten also bei dem für deine Eltern zuständigen Jobcenter einreichen.

„Falls du dir keine Bewerbungsfotos leisten kannst oder ein Outfit für ein Vorstellungsgespräch brauchst, kannst du auch für diese Kosten die Rückerstattung beantragen.“

Wenn dein Antrag genehmigt wird, bekommst du in der Regel eine Pauschale zurückerstattet. Dazu musst du Kopien deiner Bewerbungen vorlegen, um zu beweisen, dass du dich auch wirklich beworben hast. In der Regel bekommst du dann 2,50 Euro pro Online-Bewerbung und 5 Euro für jede Bewerbung, die du mit der Post verschickt hast. Frag aber am besten bei den zuständigen Sachbearbeitern nach. In der Regel steht dir pro Jahr ein Budget von 260 Euro für Bewerbungskosten zur Verfügung. Ab der 53. Bewerbung per Post bekommst du also keine 5 Euro mehr vom Amt dazu.

Wieviel Bewerbungskosten kann ich pauschal absetzen?

Du bewirbst dich und gibst einiges an Kohle aus – heb‘ dir dabei auf jeden Fall die Kassenbons auf und schreib‘ dir auf, wie viele Bewerbungen du verschickt hast! Vor allem, wenn du viele Bewerbungen verschickst und letztendlich einen Ausbildungsplatz findest, kann sich das bei der Steuererklärung am Ende des Jahres lohnen. Kosten für alles Mögliche rund um die Bewerbung nennen sich dann „Werbungskosten“, die du in der Steuererklärung geltend machen kannst. So kann es sein, dass du im nächsten Jahr mehr Geld zurückbekommst, wenn du die Aufwendungen (also Kosten) angibst und auch nachweist.

Kosten, die zu den Werbungskosten gehören

  • Bewerbungsfotos
  • Fotokopien und Ausdrucke
  • Bewerbungs- oder Präsentationsmappen
  • Briefumschläge
  • Briefporto
  • Bücher mit Bewerbungstipps
  • Kurse zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
  • Stellenanzeigen (also falls du selbst ein Stellengesuch aufgibst)
  • Internetnutzung (bei Online-Bewerbungen)
  • Zeitungen oder Zeitschriften mit Stellenanzeigen

Falls du dich jetzt ärgerst, weil du dir keine Quittungen aufgehoben hast: keine Panik! Du kannst auch einfach schätzen, wie viel du in etwa ausgegeben hast. Dazu errechnest du dir am besten einen Durchschnittswert und multiplizierst den mit der Anzahl deiner Bewerbungen. Üblicherweise werden für Bewerbungen ohne Mappe (also beispielsweise per E-Mail) 2,50 Euro und für Bewerbungen mit Mappe 8,50 Euro genehmigt.

10. Wie gehe ich mit einer Absage um?

Absage

Da hast du dir so viel Mühe mit deiner Bewerbung gegeben, und dann flattert trotzdem eine Absage ins Haus. Klar, dass du jetzt erst einmal enttäuscht bist. Aber lass dich davon nur nicht runterziehen, denn nicht jede Absage musst du persönlich nehmen. Vielleicht wurde deine Bewerbung gar nicht erst gesichtet, weil sich der aktuelle Praktikant als perfekter Kandidat herausgestellt hat?

Auch eine Absage nach einem Vorstellungsgespräch kann simple Gründe haben. Vielleicht warst du in der engeren Auswahl, aber ein anderer Bewerber hat noch besser gepasst?

Trotzdem solltest du nicht darauf verzichten, deine Bewerbungsunterlagen vor der nächsten Bewerbung zur Sicherheit noch einmal zu prüfen. Besonders dann, wenn die Absage bereits vor dem Einstellungstest oder Vorstellungsgespräch kam.

Absage nach der schriftlichen Bewerbung

Absage nach dem Vorstellungsgespräch

Absage nach dem Einstellungstest

Hast du deine Bewerbung für dieses eine Unternehmen geschrieben oder eine Einheitsbewerbung an unterschiedliche Ausbilder geschickt?

Wie gut hast du dich vorbereitet? Wurden dir Fragen zu dir oder auch zu dem Unternehmen gestellt, auf die du keine Antwort parat hattest?

Gab es einen schriftlichen Test, der dich überfordert hat? Übung macht den Meister, und das gilt auch für Einstellungstests.

Sind in der Bewerbung Rechtschreibfehler, die dir bisher nicht aufgefallen sind? War deine Bewerbung vollständig und enthielt alle geforderten Unterlagen?

Wie sehr wolltest du den Ausbildungsplatz? Warst du begeistert und offen oder eher schüchtern und verschlossen?

Hast du an einer Gruppenübung teilgenommen und das Wort immer nur den anderen Bewerbern überlassen?

Konntest du deine Stärken ausreichend schildern?

Hast du selbst Fragen gestellt?

Hast du dich in einem persönlichen Gespräch wohl gefühlt und dich gut präsentieren können?

Was kann ich tun, wenn ich immer wieder Absagen bekomme?

Auf jeden Fall nicht aufgeben. Ja, das ist leichter gesagt als getan. Aber wenn du immer wieder Absagen bekommst, solltest du dich noch mal mit deiner Bewerbung befassen. Sind vielleicht Rechtschreibfehler drin? Hast du dich nicht an die übliche Form gehalten? Hilfreich ist auch, noch mal jemanden aus der Familie oder aus dem Bekanntenkreis zu fragen, der sich mit dem Thema Bewerbung auskennt und dir zum Beispiel mit deinem Anschreiben helfen kann. 

Soll ich mich nach einer Absage noch einmal beim Unternehmen melden?

Eine Absage muss nicht immer endgültig sein. Vielleicht möchte der erfolgreiche Bewerber die Stelle ja gar nicht haben oder die Probezeit läuft schlechter als erwartet. Mit einer geschickten Rückmeldung könntest du zur Ersten Wahl werden, wenn es um die Neuvergabe des Ausbildungsplatzes geht.

Kommt das bei den Unternehmen nicht komisch an?

Nein, überhaupt nicht. Es ist gut, wenn du dich damit auseinandersetzt, was du besser machen kannst. Wenn der Personaler zum Beispiel sagt, dass du beim Vorstellungsgespräch zu schüchtern warst, kann du mit dieser Aussage weiterarbeiten. Man kannst du zum Beispiel vor dem Spiegel oder mit den Eltern üben, sich selbstbewusst zu präsentieren.

Wie melde ich mich per Mail zurück?

In einer freundlichen Mail bedankst du dich für die Chance, die dir gegeben wurde. Nun kannst du kurz erklären, warum du dir den Ausbildungsplatz gewünscht hast. Wichtig: Zweifel die Entscheidung dabei nicht an, drücke nur dein Bedauern aus.  

Wie melde ich mich telefonisch zurück?

Natürlich kannst du auch den Hörer in die Hand nehmen und direkt beim Unternehmen anrufen. Vielleicht bekommst du ja sogar einen Grund für die Absage genannt oder erfährst, dass es doch noch Chancen gibt. Auch hier gilt: Bleibe freundlich und stell die Entscheidung nicht in Frage. 

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