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    Ohne Zivile geht nichts
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Ausbildung bei Bundeswehr machen
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Kerstin Kokerbeck macht eine Ausbildung bei Bundeswehr

Der/Die Auszubildende

Name der/des Auszubildenden:
Kerstin Kokerbeck
Alter der/des Auszubildenden:
25 Jahre
Ausbildung:
Kfz-Mechatronikerin in der Ausbildungswerkstatt in Munster
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Das Azubi-Interview mit Kerstin Kokerbeck von Bundeswehr

  • Ausbildung.de: Qual der Wahl: Soldatin oder Auszubildende?
    Kerstin Kokerbeck:


    Es begann in der Garage

    Autos haben Kerstin Kokerbeck schon immer interessiert. Schon als Jugendliche bastelte sie in der Garage ihres Vaters an Autos herum. Meist waren Räder und Lampen zu wechseln. Abgeschaut hat sie sich das bei ihren Freunden, die in nahezu jeder freien Minute im Motorraum schraubten oder unter „der Karre“ lagen. Irgendwann war der jungen Frau das nicht mehr genug: „Ich wollte allen zeigen, dass ich es auch als Frau kann. Zudem suchte ich einen Beruf, bei dem man sich bewegen muss, nicht im Büro sitzt und in dem man ordentlich zu tun hat.“

    Qual der Wahl: Soldatin oder Auszubildende?

    Ihre Mutter brachte sie 2011 auf die Idee, es mal bei der Bundeswehr zu versuchen - ein sicherer Job, gute Bezahlung und geregelte Arbeitszeiten lockten. So bewarb sich Kerstin Kokerbeck als zivile Auszubildende und als Soldatin. Als Soldatin wollte sie die Feldwebellaufbahn bei den Panzergrenadieren einschlagen. Aber beim medizinischen Test kam heraus, dass sie nicht 3-D sehen kann und somit hätte sie in dieser Verwendung keinen LKW-Führerschein machen können. Also blieb ihr die zivile Ausbildung zur KFZ-Mechatronikerin. Hier klappte es. Innerhalb von drei Monaten hatte sie den Platz in der Ausbildungswerkstatt in Munster in der Tasche.

    Schweres Gerät

    Im ersten halben Jahr ging es bei der Grundlagenausbildung gleich zur Sache: Metallbearbeitung, Elektrik, Hydraulik und Pneumatik sowie Fahrzeugsysteme. „Dass hier Frauen an Motoren und Getriebe hantieren, ist vollkommen normal“, sagt Kokerbeck. Mittlerweile repariert sie in ihrem zweiten Ausbildungsjahr im Rahmen eines Ausbildungspraktikums bei der Truppeninstandsetzung den „Spähwagen Fennek“ und den „LKw Wolf“. Von 7:30 bis 16 Uhr arbeiten die Auszubildenden in Zweier-Teams an den Fahrzeugen, an denen die Auftragszettel hängen. Vom Radwechsel bis zur Zylinderkopfreparatur ist alles dabei. „Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn mir mal ein Fingernagel abbricht oder ich mich beim Ölwechsel schmutzig mache. Das gehört dazu, denn auch Frauen können Autos reparieren“, sagt die 25-Jährige. Wie in einer normalen Werkstatt müssen Kokerbeck und die anderen 11 Auszubildenden des 2. Ausbildungsjahres Termine einhalten. Schließlich werden die Fahrzeuge draußen wieder von den Soldaten gebraucht. So schnell es eben geht.

    „Kannste mal mein Auto reparieren?“

    Ihre Familie und Freunde sind begeistert. Sie finden es cool, dass sie in der Kaserne arbeitet und bald ihre Autos reparieren kann. „Schon jetzt kommen einige vorbei und fragen, ob ich dies oder jenes mal reparieren kann. So richtig loslegen werde ich aber erst, wenn wir im dritten Ausbildungsjahr anfangen in die Tiefen der Fahrzeugelektronik einzutauchen. Die Ausbildungswerkstatt hat dafür moderne zivile Ausbildungsfahrzeuge, an denen man intensiv die Diagnose und Instandsetzung von CAN-Bus-Systemen und anderen Fahrzeugsystemen ausbilden kann. Schließlich sind alle Autos voll davon“, erzählt Kokerbeck. Bundeswehr und Kerstin Kokerbeck, diese Kombination scheint also gut zu passen, denn nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen KFZ-Mechatronikerin-Ausbildung würde sie gerne in Munster bleiben. Oder wenn es richtig gut läuft an ihren Wohnort nach Bergen wechseln. Auch dort gibt es einen Bundeswehrstandort. Ihr großes Ziel wäre es dann noch, den KFZ-Meister zu machen.