Dein Gehalt während der Ausbildung

Endlich ist die Schule vorbei. Du hast dein Abschlusszeugnis in der Tasche und willst jetzt richtig durchstarten. Es wird Zeit für den ersten Schritt deiner beruflichen Zukunft – den Beginn einer Ausbildung! Zwar musst du dann wieder zur Schule gehen, aber dafür bekommst du endlich ein richtiges Gehalt. Und was gibt es cooleres, als endlich selbstständig zu sein und sein eigenes Geld zu verdienen? Vorbei sind die Zeiten, in denen du super sparsam mit deinem Taschengeld umgehen musstest. Du kannst jetzt ins Kino oder zum Shoppen gehen ohne deine Eltern nach Geld fragen zu müssen, besser geht’s kaum.

Dafür begegnen dir andere Fragen in deinen Alltag immer häufiger: „Warum ist das Bruttogehalt höher als das Nettogehalt?“, „Was soll ich machen, wenn mein Gehalt einfach nicht zum Leben reicht?“, „Kann ich mir eine eigene Wohnung leisten?“ – Diese und weitere Fragen haben wir uns auch gestellt und für euch nach Antworten gesucht.

Das Wichtigste in Kürze
  1. In jeder dualen Ausbildung erhältst du eine Vergütung
  2. Es gibt Tarifverträge, die viele Ausbildungsvergütungen festlegen
  3. Du kannst dich während der Ausbildung finanziell unterstützen lassen
  4. Dein Bruttogehalt ist höher als dein Nettogehalt
Gehalt während der Ausbildung

1. Wie viel Gehalt bekommt man während der Ausbildung?

Jetzt bekommst du endlich dein eigenes Geld, aber wie viel eigentlich und wovon ist es abhängig, was man letztendlich in der Ausbildung verdient? Eine schwierige Frage. Aber keine Sorge, denn die Lösung des Problems ist eine gute Recherche! Schließlich unterscheiden sich Gehälter (oder eben Ausbildungsvergütungen) nicht nur von Betrieb zu Betrieb, sondern auch von Branche zu Branche. Ein weiterer Faktor kann ein vorhandener Tarifvertrag sein. Du solltest dich also vorher genau informieren, was eine angemessene Vergütung für deinen angestrebten Ausbildungsberuf ist. Wir verraten dir, wie du dabei am besten vorgehst.

Wie viel verdiene ich in meiner Ausbildung?

Vorweg erstmal: Mach dir keine Sorgen, denn es gibt genug Möglichkeiten, um dich über dein mögliches Ausbildungsgehalt zu informieren. Du kannst zum Beispiel unser Portal nutzen, indem du dir das Profil des jeweiligen Ausbildungsberufs raussuchst. Darin findest du detaillierte Informationen, wie viel du in welchem Ausbildungsjahr verdienen wirst. Alternativ kannst du dich bei den zuständigen Kammern (also zum Beispiel der Handwerks- oder Handelskammer) informieren. Im öffentlichen Dienst sind je nach Stelle Bundes- oder Landesbehörden, Gemeinden oder die Gemeindeverbände zuständig. Bei deiner Recherche musst du aber auch bedenken, dass es regionale Unterschiede gibt. Im Osten Deutschlands verdienst du in der Regel immer noch weniger als im Westen – trotz langsamer Angleichung. Häufig kommt es auch vor, dass kleinere oder ländlichere Betriebe dir weniger bezahlen als ihre Gegenstücke in Großstädten. Gehaltsverhandlungen sind bei Ausbildungsvergütungen übrigens nicht üblich.

Beeinflusst ein Tarifvertrag die Ausbildungsvergütung?

Ein Tarifvertrag ist eine Vereinbarung zwischen den Arbeitgeberverbänden (also einer Gruppierung von gewählten Vertretern, die für alle Arbeitgeber der Branche stehen) und den Gewerkschaften der jeweiligen Verbände (die Gegenseite, also ein Zusammenschluss von gewählten Arbeitnehmern). Zusammen arbeiten sie einen Vertrag aus, der für beide Seiten das Arbeitsverhältnis regelt und im Idealfall alle Beteiligten glücklich machen soll. In diesem Vertrag werden zum Beispiel dein Urlaubsanspruch oder eben die Ausbildungsvergütung festgelegt. Wenn dein zukünftiger Arbeitgeber also zu dem entsprechenden Arbeitgeberverband gehört, dann muss er sich an den Tarifvertrag halten. Sollte er nicht dazugehören, dann ist das aber auch kein Beinbruch. Manche Unternehmer gehören zwar nicht zu denen, die den Tarifvertrag mit geschlossen haben, übernehmen ihn in Gehaltsfragen aber freiwillig.

Wenn das Unternehmen, bei dem du deine Ausbildung machst, zu keinem Arbeitgeberverband gehört und auch keinen Tarifvertrag unterschreiben will, dann ist er in gewissermaßen immer noch daran gebunden. Das Gehalt darf in solchen Fällen zum Beispiel nicht niedriger ausfallen als 20 % von dem, was der Tarifvertrag vorschreibt. Wenn du also herausfindest, dass es für deine Branche einen Tarifvertrag gibt, dann kannst du in diesem ziemlich sicher herausfinden, was du später in deiner Ausbildung verdienen wirst.

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2. Was ist der Unterschied zwischen Gehalt, Lohn und Vergütung?

Unterschied Lohn, Gehalt, Vergütung

Die meisten Menschen und Arbeitgeber verstehen unter Lohn und Gehalt ein- und dasselbe. Dabei gibt es zwischen diesen beiden Begriffen wohl einen Unterschied: Um den Lohn zu berechnen, werden ausschließlich die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden berücksichtigt. Da ist es natürlich problematisch, wenn die Arbeitszeit wegen Feiertagen oder Urlaub von Monat zu Monat variiert. Die Auftragslage hat natürlich auch Auswirkung auf die Lohnhöhe – liegen nur wenige Aufträge vor, werden Arbeiter teilweise freigestellt. Machst du dagegen Überstunden, bekommst du diese sofort ausgezahlt. Ein Gehalt ist dagegen ein fester Betrag, den du monatlich ausgezahlt bekommst und der unabhängig von deinen tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ist. Das Gehalt bleibt also Monat für Monat gleich! 

„Der Mindestlohn gilt nicht für Azubis, weil diese sich nicht in einem Arbeits-, sondern sich in einem Bildungsverhältnis befinden!”

Als Azubi erhältst du während deiner Ausbildung eine Vergütung, die sogenannte Ausbildungsvergütung. Diese bekommst du als Gegenleistung für deine erbrachte Arbeit. Ähnlich wie beim Gehalt bekommst du auch bei deiner Ausbildungsvergütung einen fixen Betrag im Monat, schließlich hast du einen Anspruch darauf, dass du für deine Leistungen auch bezahlt wirst. Jetzt werden sich aber viele fragen: „was ist mit dem Mindestlohn?“ Es stimmt, dass die meisten Azubis in Deutschland selbst im dritten Ausbildungsjahr eine Vergütung erhalten, die unterhalb von 1.000 Euro und somit unterhalb des Mindestlohns (seit Anfang 2015 beträgt der vorgeschriebene gesetzliche Mindestlohn 8,50 Euro pro Stunde) liegt. Tatsächlich sind Auszubildende von der Mindestlohnregelung ausgenommen. Offiziell wird das damit begründet, dass ihr ja ohnehin keinen Lohn, sondern eine Ausbildungsvergütung erhaltet. Oder anders ausgedrückt: Azubis befinden sich nicht in einem Arbeitsverhältnis, sondern in einem Bildungsverhältnis. Das muss aber kein Nachteil sein, denn dafür haben Azubis andere Vorteile – zum Beispiel bei den Steuern und Sozialabgaben.

3. Was bedeutet Brutto/Netto eigentlich?

Bestimmte Dinge gibt es scheinbar nur im Doppelpack: Itchy und Scratchy, Tom und Jerry, Fix und Foxi oder eben Brutto und Netto. Man nennt diese Pärchen in einem Atemzug, ohne wirklich über sie nachzudenken. Die Worte gehen einem so automatisch über die Lippen, dass man – wenn man ehrlich ist – beispielsweise gar nicht genau weiß, ob Itchy nun die Katze oder die Maus ist. Das Gefühl haben die meisten sicher auch, wenn es um das wohl berühmteste Pärchen des deutschen Gehaltswortschatzes geht: Brutto und Netto. Gemeinsam sind sie stark. Treten sie alleine auf, geraten wir oft in Erklärungsnot! Was ist denn jetzt eigentlich was?

Brutto – was verdiene ich während meiner Ausbildung?

Brutto ist der sympathische Teil des Duos. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „brutus“ ab und steht für „unrein“ oder „gesamt“. Spricht man also vom Bruttogehalt, dann meint man das reine Gehalt, welches du von deinem Arbeitgeber bekommst. Allerdings ohne Abzüge von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Und hier kommt dann der zweite Teil des Duos ins Spiel.

Netto – was landet am Monatsende auf meinem Konto?

Warum ist Brutto jetzt sympathischer als Netto? Weil Netto dir einen Teil deines Gehalts „klaut“! Natürlich stiehlt dir niemand wirklich was, sondern dein Arbeitgeber führt einen Teil deines Gehalts ab, um Abgaben zu zahlen. Diese gliedern sich in zwei Teile: Steuern und Sozialabgaben.

1. Steuern sind die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag. Die Lohnsteuer und der Solidaritätszuschlag sind direkte Einnahmequellen des Staates, die dazu benutzt werden, die Ausgaben des Staates zu decken. Die Kirchensteuer macht dagegen den größten Teil der Einnahmen der Kirchen aus.

Steuern Erklärung
Lohnsteuer Die Lohnsteuer führt dein Ausbildungsbetrieb für dich an das Finanzamt ab. Die Höhe der Lohnsteuer richtet sich nach deiner Steuerklasse. Bist du ledig und hast kein Kind, ist das beispielsweise Steuerklasse I. Lohnsteuerzahlungen fallen aber erst an, wenn du monatlich mehr als 950 Euro verdienst.
Kirchensteuer Wenn du einer Konfession angehörst (z.B. katholisch oder evangelisch), musst du Steuern an die Kirche zahlen, die dein Ausbildungsbetrieb an das Finanzamt abführt. In Bayern und Baden-Württemberg zahlst du 8 % von deiner Lohnsteuer (nicht von deiner Ausbildungsvergütung), in den restlichen Bundesländern sind es 9 %. Bist du konfessionslos, zahlst du keine Kirchensteuer.
Soldidaritätszuschlag Diesen Zuschlag musst du nur dann zahlen, wenn du pro Jahr über 972 Euro Lohnsteuer zahlst. Er beträgt 5,5 % von der zu zahlenden Lohnsteuer (also nicht von der Ausbildungsvergütung). Zahlst du also keine Lohnsteuer, dann musst du auch keinen „Soli“ zahlen.

2. Sozialabgaben sind die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Das sind Versicherungen, die euch vor bestimmten Situationen, wie Krankheitsfällen, Pflegebedürftigkeit oder Arbeitslosigkeit, schützen.

Sozialabgaben Erklärung
Krankenversicherung Als Auszubildender musst du in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sein, die im Krankheitsfall die Kosten übernimmt. Wenn du bisher mit deinen Eltern familienversichert warst, musst du dich mit Ausbildungsbeginn selbst versichern. Dafür hast du ab Beginn deiner Ausbildung 14 Tage Zeit.
Pflegeversicherung Damit wird eine mögliche Pflegebedürftigkeit im Alter finanziell abgesichert.
Arbeitslosenversicherung Mit der Arbeitslosenversicherung wird das finanzielle Risiko einer drohenden Arbeitslosigkeit gemildert. Leistungen daraus sind u.a. Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld. Anspruch auf Arbeitslosengeld hast du erst, wenn du mindestens 12 Monate lang Beiträge eingezahlt hast.

Mit diesen Abgaben steuerst du also nicht nur einen Teil zu unserem Land bei, sondern sicherst dich auch gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit ab. Netto entstammt übrigens dem Italienischen und bedeutet „rein“. Das Nettoeinkommen ist also im Grunde das Geld, welches dir zum Ausgeben zur Verfügung steht. 

Bleibt mir in der Ausbildung dann überhaupt etwas von meinem Geld übrig?

Ich weiß, das klingt nach ganz schön vielen Abzügen, aber während deiner Ausbildung brauchst du dir in der ersten Zeit keine Sorgen zu machen. Es fallen nämlich erst Steuern an, wenn du im Monat mehr als ca. 950 Euro (in Steuerklasse I, also nicht verheiratet und keine Kinder) verdienst. Das ist – in der Regel – im ersten oder zweiten Ausbildungsjahr noch nicht der Fall. Diese Obergrenze kann sich aber von Jahr zu Jahr verschieben. Die einzigen Abzüge, die du also am Anfang hast, sind die Sozialabgaben. Die Kosten hierfür teilst du dir mit deinem Ausbildungsbetrieb, dabei liegt dein Anteil bei ca. 20 % deiner Ausbildungsvergütung. Natürlich gibt es auch hier eine Absicherung: Wenn du weniger als 325

Euro im Monat verdienst, übernimmt dein Ausbildungsbetrieb diese Abgaben. Dann fallen bei dir weder Steuern noch Sozialabgaben an und es gilt: brutto = netto

4. Wer unterstützt mich, wenn meine Ausbildungsvergütung nicht reicht?

Finanzielle Unterstützung in der Ausbildung

Was ist, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist? Du wirst jedenfalls weder verhungern, noch unter einer Brücke wohnen müssen – so viel ist sicher! Genau wie Studierende haben auch Azubis Anspruch auf finanzielle Hilfe während ihrer Ausbildung. Da wären zum Beispiel Kindergeld, Wohngeld und Miethilfe, BAföG und BAB. Doch welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es und was musst du dafür tun?

Was ist BAB und wie bekomme ich es?

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) fördert sowohl betriebliche als auch außerbetriebliche Ausbildungen in anerkannten Ausbildungsberufen und wird für die komplette Dauer deiner Ausbildung gezahlt. Du hast Anrecht auf BAB, wenn dir das erforderliche Geld für deinen Lebensunterhalt, Essen oder Fahrtkosten nicht anderweitig zur Verfügung gestellt werden kann. Wie viel BAB du bekommst, hängt von verschiedenen Faktoren hab: Zum einen von deinem eigenen Einkommen, zum anderen vom Einkommen deiner Eltern und, falls vorhanden, dem Einkommen deines Partners, falls du bereits verheiratet bist oder in einer Lebenspartnerschaft bist.

Grundbedingungen für den Erhalt für BAB sind:

  1. Du brauchst einen abgeschlossenen Ausbildungsvertrag, der bei der zuständigen Stelle (beispielsweise der Handels- oder Handwerkskammer) in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen wurde.
  2. Es muss sich um deine erste Berufsausbildung handelt.
  3. Du brauchst die deutsche Staatsbürgerschaft (wenn du sie nicht hast, gelten spezielle Sonderregelungen).
  4. Du musst in deiner eigenen Wohnung wohnen. Bist du unter 18 Jahre alt, bekommst du nur BAB, wenn du während der Ausbildung nicht mehr bei deinen Eltern wohnst. Gründe für eine eigene Wohnung können sein, dass du sonst beispielsweise einen Arbeitsweg von über einer Stunde hättest, verheiratet bist, ein Kind hast oder wenn andere schwerwiegende soziale Gegebenheiten vorliegen. Wenn du über 18 Jahre alt bist, kannst du auch BAB bekommen, wenn deine Ausbildungsstätte in der Nähe deines Elternhauses ist – solange du eine eigene Wohnung hast.

Der Antrag für die BAB ist bei der Agentur für Arbeit zu stellen, in deren Bezirk du deinen Wohnsitz hast.

 

Schüler-BAföG

Das Schüler-BAföG musst du nicht zurückzahlen. Außer du besuchst eine Akademie oder eine höhere Fachschule: Dann gelten die gleichen Bedingungen für dich, wie für Studierende. 

Habe ich Anrecht auf Schüler-BAföG?

Dein Anrecht auf Schüler-BAföG hängt von deiner Schulart ab und davon, ob du bei deinen Eltern wohnst oder nicht. In unserer Tabelle kannst du ablesen, ob du dir Schüler-BAföG zusteht. 

Schulart Du wohnst bei deinen Eltern Du wohnst nicht bei deinen Eltern
Fachschule und Berufsfachschulen, bei denen du keinen berufsqualifizierenden Abschluss erwirbst Nein Ja*
Fachoberschulen, ohne Voraussetzung einer vorherigen Berufsausbildung Nein Ja*
Klasse für berufliche Ausbildung Nein Ja*
Besuch der 10. Klasse eines Gymnasiums, Realschule, Gesamtschule, Hauptschule oder integrierten Gesamtschule Nein Ja*
Akademie oder Höhere Fachschule Ja Ja
Berufsaufbau- und Fachoberschule, mit Voraussetzung einer abgeschlossenen Berufsausbildung Ja Ja
Fachschulen und Berufsfachschulen, mit Ziel eines berufsqualifizierenden Abschlusses Ja Ja
Abendgymnasium und Abendkollegs Ja, aber nur während der letzten drei Halbjahre des Vollzeit-Schulbesuchs. Ja, aber nur während der letzten drei Halbjahre des Vollzeit-Schulbesuchs.
Abendhauptschule und Abendrealschule Ja, aber nur im letzten Jahr vor dem Abschluss möglich. Ja, aber nur im letzten Jahr vor dem Abschluss möglich.

*Eine eigene Wohnung allein reicht in diesem Fall nicht. So kannst du nur dann Schüler-BAföG erhalten, wenn du von deinen Eltern aus für die Hin- und Rückfahrt (an mindestens drei Wochentagen) mehr als zwei Stunden brauchst! (Hierzu zählt auch die Wartezeit vor und nach dem Unterricht)

Übrigens: Solltest du deine Schulausbildung abbrechen müssen oder wollen, musst du auch kein Schüler-BAföG zurückzahlen (ausgenommen du warst an einer Akademie oder höheren Fachschule versteht sich).

Müssen meine Eltern mich während meiner Ausbildung unterstützen?

Während deiner Ausbildung müssen dich deine Eltern finanziell unterstützen, wenn du keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung hast. Deine Eltern sind besonders dann verpflichtet, dir finanziell unter die Arme zu greifen, wenn dein BAB-Antrag wegen des zu hohen Einkommens deiner Eltern abgelehnt wurde – da können sie sich auch nicht rausreden. Das gilt übrigens auch für das Kindergeld: Bist du unter 25 Jahre alt und in Ausbildung, bekommen deine Eltern weiterhin Kindergeld und wenn du nicht mehr zu Hause wohnst, müssen sie dir das Kindergeld auszahlen. Sollten sie sich weigern, kannst du bei der zuständigen Kindergeldstelle einen speziellen Antrag stellen, damit das Geld direkt auf dein Konto überwiesen wird. Die Kindergeldzahlung stoppt erst, wenn auch deine betriebliche Ausbildung zu Ende geht. In dem Monat, in dem du das Gesamtergebnis deiner Abschlussprüfung offiziell schriftlich erhältst, endet auch die Kindergeldzahlung.

Steht mir als Azubi Wohngeld zu?

Das Wohngeld ist eine Leistung des Staates für Bürger, die aufgrund eines zu geringen Einkommens einen Zuschuss zur Miete brauchen. Bevor du Wohngeld beantragen kannst, musst du erst einmal den Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) stellen. Denn der ist entscheidend dafür, ob du Wohngeld beziehen darfst oder eben nicht. Wohngeld bekommst du nämlich nur, wenn dein BAB-Antrag abgelehnt wurde, z.B. weil du bereits deine zweite Ausbildung machst. Kleines Trostpflaster: Bekommst du kein BAB, hast du immerhin gute Chancen auf Wohngeld. Den entsprechenden Antrag musst du bei der Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in der sich deine Wohnung befindet. Wenn du wissen möchtest, wie viel Wohngeld dir zusteht, dann nutze doch einfach einen der vielen praktischen Wohngeld-Rechner im Internet.

Nutze deinen Schülerausweis

Als Azubi bekommst du einen Schülerausweis. Mit
dem gibt es viele Sonderangebote und Rabatte – von der Kinokarte bis zum Eintritt ins Stadion.

Muss mir mein Ausbildungsbetrieb Fahrtkosten erstatten?

Leider schreibt kein Gesetz deinem Betrieb vor, dass dir die Fahrtkosten für den Arbeitsweg erstattet werden müssen. Anders sieht es allerdings aus, wenn du an einen Ort eingesetzt werden sollst, der nicht im Ausbildungsvertrag als Ausbildungsort angegeben ist. In diesem Fall muss der Ausbildungsbetrieb die Fahrtkosten übernehmen. Selbiges gilt für Lehrgänge, Schulungen und andere Fortbildungen außerhalb deines Ausbildungsbetriebs. Manche Tarifverträge regeln zudem, wann Fahrtgeld bezahlt werden muss. Am besten fragst du bei der entsprechenden Gewerkschaft nach, wenn es für deinen Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag gibt. 

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5. Darf ich mir während der Ausbildung einen Nebenjob zulegen?

Nebenjob während Ausbildung

Wenn dein Geld trotz aller Hilfen und Zuschüsse nicht reicht, einfach zu knapp ist oder du dir einige Euros dazu verdienen möchtest, dann hast du noch die Möglichkeit, einen Nebenjob anzunehmen. Trotz Vollzeitausbildung darfst du nämlich einen zweiten Job annehmen, in dem du monatlich maximal 450 Euro verdienen darfst. Allerdings musst du deinen Ausbildungsbetrieb darüber informieren! Dieser Job darf dir nur dann verweigert werden, wenn du bei einem Konkurrenzunternehmen arbeiten möchtest oder wenn deine Arbeitsleistung in der Ausbildung darunter leidet. Also wenn du dir z.B. als Kellner die Nächte um die Ohren schlägst und der Schlafmangel sich in der Ausbildung bemerkbar macht. Zudem musst du aufpassen, dass du nicht zu viel arbeitest, denn sonst bekommst du ganz schnell Probleme mit dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Dieses schreibt nämlich genau vor, wie viele Stunden du in der Woche arbeiten darfst. Außerdem sollte dir klar sein, dass du keinen Anspruch mehr auf Kindergeld oder Wohngeld hast, wenn du zu viel verdienst. BAB hingegen wird dir trotzdem gewährt, wenn du zusätzlich ‚nur‘ bis zu 400 Euro verdienst. Und wenn du krankgeschrieben bist, dann darfst du natürlich auch nicht deiner Nebentätigkeit nachgehen – ansonsten riskierst du eine fristlose Kündigung.