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Alle Ausbildungsarten im Überblick

Die Schule ist geschafft und du bekommst deinen Abschluss. Auf jeden Fall ein Grund zum Feiern. Aber wie geht es jetzt eigentlich weiter? Studium oder Ausbildung? Ganz so einfach ist es nicht! Wenn du dich für eine Ausbildung entscheidest, stellt sich nämlich noch die Frage, welche Art der Ausbildung du machen möchtest. Da hast du verschiedene Möglichkeiten.

Wir erklären dir, was eine Ausbildung überhaupt ist, welche Ausbildungsarten es gibt und wie diese sich voneinander unterscheiden. Wir stellen dir alle Ausbildungswege vor: angefangen von der dualen Ausbildung über schulische Ausbildung bis hin zum dualen Studium. Finde heraus, welche Form der Ausbildung die richtige für dich ist und starte deine berufliche Karriere.

Mädchen sitzt mit Laptop auf dem Bett und informiert sich über Ausbildungsarten.

Was ist eine Ausbildung?

Eine Ausbildung ist eine Bildungsmaßnahme, bei der es darum geht, den Auszubildenden sowohl das theoretische Fachwissen als auch das praktische Know-how zu vermitteln, um einen bestimmten Beruf ausüben zu können – oder wie es im Berufsbildungsgesetz (BBiG) heißt: Die Ausbildung soll die „berufliche Handlungsfähigkeit“ vermitteln.

Ausbildung ist nicht gleich Ausbildung

Wichtig: Wenn man von Ausbildung spricht, ist oft das duale Ausbildungssystem gemeint. Es gibt aber auch noch andere Ausbildungsarten.

Welche Ausbildungsarten gibt es?

In Deutschland gibt es über eine Million Auszubildende. Der Großteil davon hat sich für die duale Form der Ausbildung entschieden. Es gibt aber auch viele junge Menschen, die eine schulische Ausbildung machen. Die duale Ausbildung und die schulische Ausbildung sind die zwei wichtigsten Formen der Ausbildung in Deutschland. Beide Ausbildungsmodelle kannst du übrigens auch als Teilzeitausbildung machen, wenn du zeitlich keine Vollzeitausbildung schaffst.

Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit für die Berufsausbildung und die erfreut sich immer größerer Beliebtheit: das duale Studium. Das ist zwar keine klassische Ausbildung, hat aber durch den hohen Praxisbezug und den Wechsel von Theorie- und Praxisphasen auch viele Gemeinsamkeiten mit der dualen Ausbildung.

Duale Ausbildung

Das duale Ausbildungssystem ist ein absolutes Aushängeschild für die Berufsausbildung in Deutschland. Der Großteil aller Auszubildenden entscheidet sich für das duale System, in dem sich Theoriephasen (Berufsschule) und Praxisphasen (Ausbildungsunternehmen) in regelmäßigen Abständen abwechseln und ergänzen.

Junger Auszubildender Kaufmann im Einzelhandel räumt ein Regal im Supermarkt ein.

Neben der großen Auswahl an dualen Ausbildungsberufen bietet diese Ausbildungsform noch viele weitere Vorzüge. Alle Infos zur dualen Ausbildung bekommst du in unserem Ratgeber – da verraten wir dir auch, was die beliebtesten und bestbezahlten dualen Ausbildungsberufe sind. Und geben natürlich jede Menge Beispiele für betriebliche Ausbildungen.

Mehr Infos zur dualen Ausbildung

Schulische Ausbildung

Schulische Ausbildungen gibt es vor allem im Sozialwesen, in der IT und in der Gesundheitsbranche. Die Ausbildung findet komplett in der Schule statt – teilweise sind das private Berufsfachschulen, teilweise Fachakademien. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung gibt es keine Praxisphasen bei einem Ausbildungsbetrieb. Stattdessen gibt es je nach Ausbildung verschiedene Praktika.

Durch den anderen Aufbau hat die schulische Ausbildung gewissen Vorteile, aber auch Nachteile. Welche das sind, wie es mit den Kosten und dem Gehalt aussieht und was du sonst noch über das Thema schulische Ausbildung wissen musst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Alle Infos zur schulischen Ausbildung

Duales Studium

Duale Studiengänge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und fast jedes Jahr entstehen neue Studiengänge. Ein duales Studium verbindet das Beste aus Ausbildung und Studium: hoher Praxisbezug und umfangreiche Fachtheorie. Der hohe Praxisbezug ist übrigens auch ein großer Vorteil im Vergleich zu einem klassischen Studium.

Statt einer Berufsschule besuchst du während der theoretischen Ausbildungsabschnitte eine Hochschule, was natürlich auch etwas anspruchsvoller ist. Dementsprechend brauchst du mindestens die Fachhochschulreife. Das Besondere am dualen Studium ist auf jeden Fall der doppelte Abschluss. Am Ende hast du eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen Bachelor.

Klingt interessant? Dann schau mal auf unserer Ratgeberseite zum Thema duales Studium vorbei. Da findest du nicht nur jede Menge Infos und Tipps, sondern auch freie Studienplätze, auf die du dich direkt bewerben kannst.

Mehr Infos zum dualen Studium

Was sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausbildungsarten?

Duale Ausbildung, schulische Ausbildung oder doch lieber ein duales Studium? Diese Frage stellen sich viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger – und die ist auch gar nicht so einfach zu beantworten.

Zwischen den verschiedenen Ausbildungsarten gibt es ziemlich große Unterschiede. Das fängt schon beim Aufbau und beim Ablauf an und erstreckt ich über Dauer, Voraussetzungen, Lernorte und Kosten bis hin zum Gehalt. Dadurch haben die einzelnen Ausbildungsarten individuelle Vor- und Nachteile.

Damit du da nicht den Überblick verlierst, haben wir eine Tabelle für dich erstellt, in der wir die duale Ausbildung mit der schulischen Ausbildung und dem dualen Studium vergleichen. Damit fällt dir die Wahl, welche Ausbildungsart zu dir passt, bestimmt etwas leichter.

Duale Ausbildung Schulische Ausbildung Duales Studium
Aufbau Theorie- und Praxisabschnitte wechseln sich in regelmäßigen Abständen ab. Ausbildung findet ausschließlich in der Berufsfachschule statt. Teilweise gibt es Praktika. Theoretisches Fachwissen an der Hochschule und praktische Erfahrung im Praxisbetrieb.
Dauer 2–3,5 Jahre 1–3 Jahre 3 Jahre
Lernort(e)
  • Ausbildungsbetrieb
  • Berufsschule
  • Fachschule
  • evtl. Praktika
  • Praxisbetrieb
  • Hochschule
Gehalt ja manchmal ja
Kosten nein teilweise nein
Schulabschluss egal (meistens) Mittlere Reife (meistens) Fachhochschulreife
Bewerbung Ausbildungsbetrieb Schule unterschiedlich (teilweise bei Praxisunternehmen + Hochschule bewerben)
Vorteile
  • hoher Praxisbezug
  • Ausbildungsvergütung
  • Anerkennung des Abschlusses
  • Unterricht im Klassenverband
  • viel Zeit für Theorie
  • Möglichkeit, den Schulabschluss nachzuholen
  • gutes Gehalt
  • zwei Abschlüsse
  • Praxisbezug
Nachteile
  • wenig Zeit für theoretische Vertiefungen
  • große Unterschiede bei Gehaltsaussichten
  • meistens kein Gehalt
  • Abschlüsse werden teilweise nicht überall anerkannt
  • wenig direkter Praxisbezug
  • „strenge“ Voraussetzungen
  • zeitintensiv
  • nicht einheitlich geregelt

WICHTIG: Alle Infos aus der Tabelle sind allgemeine Aussagen, von denen es Ausnahmen geben kann! Das gilt insbesondere für die Zugangsvoraussetzungen. Es gibt auch duale Ausbildungsberufe, die einen Realschulabschluss oder sogar Abitur erfordern. Im Gegenzug gibt es auch schulische Ausbildungen, für die ein Hauptschulabschluss ausreicht. Informier dich also nochmal ausführlich, wenn du dich für eine konkrete Berufsausbildung oder ein duales Studium interessierst.

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Was gibt es sonst noch für Ausbildungen?

Es gibt auch noch weitere Formen der Ausbildung. Sonderausbildungen sind nicht einheitlich geregelt, orientieren sich aber am dualen System. Ein gutes Beispiel dafür sind die Abiturientenprogramme, die manchmal auch als doppelt qualifizierende Erstausbildung bezeichnet werden. Die richten sich ausschließlich an Abiturientinnen und Abiturienten und werden meist von großen Supermarkt-Ketten angeboten.

Und dann haben wir da noch Ausbildungsformen, die sich an eine bestimmte Zielgruppe richten oder dich auf eine bestimmte Laufbahn vorbereiten – zum Beispiel im öffentlichen Dienst. Auch dafür haben wir eigene Ratgeber-Seiten, auf denen du jede Menge Infos findest.

Abiturientenprogramme

Je nach Hochschule sind Abiturientenprogramme inhaltlich unterschiedlich ausgerichtet. An einigen Hochschulen wird ein duales Studium mit einer Berufsausbildung verbunden, an anderen fällt eine zusätzliche Ausbildung weg. Du findest diese Sonderausbildungen beispielsweise in Bereichen wie Wirtschaft, Vertrieb oder Handel. Der Vorteil: Du kannst schon früh praktische Erfahrungen sammeln und gleichzeitig schnell Verantwortung übernehmen.

Die meisten Abiturientenprogramme setzen sich aus einer dualen Ausbildung und einer Zusatzqualifikation oder einem Studium zusammen. Während dieser Zeit wechseln sich, wie bei der dualen Ausbildung, die Praxisphasen im Betrieb und der theoretische Unterricht in der Berufsschule oder in der Hochschule ab. Du schließt manchmal auch eine Zusatzausbildung oder Weiterbildung in einer bestimmten Fachrichtung ab. So ist es möglich, dass du nach deiner Ausbildung gleich mehrere Zertifikate hast – den Ausbildungsabschluss und den Bachelor oder den Nachweis über die Zusatzqualifikation. Das kann zum Beispiel ein Ausbilderschein sein oder ein IHK-Abschluss.

Zwei Jungen und ein Mädchen sitzen lächelnd zusammen an einem Laptop und lernen.

Auf Ausbildung.de findest du auch eigene Berufsprofile für solche Abiturientenprogramme. Das sind zum Beispiel folgende:

Welche Berufsausbildungen kann ich mit welchem Schulabschluss machen?

Ob du nun einen Hauptschulabschluss, die Mittlere Reife, das Abitur oder gar keinen Schulabschluss hast: Du kannst auf jeden Fall eine Ausbildung machen. Für die meisten dualen Ausbildungen gibt es nämlich keine rechtlichen Voraussetzungen. Bei schulischen Ausbildungen sieht das teilweise etwas anders aus – und für ein duales Studium brauchst du auf jeden Fall die Fachhochschulreife.

Praktisch: Auf Ausbildung.de findest du eigene Seiten, die sich ausschließlich mit Berufen mit bestimmten Schulabschlüssen beschäftigen. Da findest du eine Auswahl an passenden Berufen.

Tipp: Du weißt noch nicht, in welche Richtung es für dich beruflich gehen soll? Damit bist du nicht allein! Genau für solche Fälle haben wir unseren Berufscheck entwickelt. Einfach 12 Fragen beantworten und wir verraten dir dann, welcher Ausbildungsberuf zu dir passt.

Zum Berufscheck

Was sind die beliebtesten Branchen für eine Ausbildung?

Das Statistische Bundesamt wertet jedes Jahr aus, in welchen Berufsgruppen es die meisten Azubis gibt. Dafür werden die Ausbildungsberufe in verschiedene Kategorien zusammengefasst, wodurch sich folgendes Ranking ergibt:

  1. Industrie und Handel: Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer

  2. Handwerk: Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Maler und Lackierer

  3. Freie Berufe: Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Steuerfachangestellte

  4. Öffentlicher Dienst: Verwaltungsfachangestellte, Sozialversicherungsfachangestellte

  5. Landwirtschaft: Landwirte, Garten- und Landschaftsbauer

Zwei Kauffrauen im Einzelhandel stehen vor ihrem Laden und lächeln sich an.

Was sind nicht anerkannte Ausbildungsberufe?

Es gibt in Deutschland etwa 320 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Für diese Berufe gibt es Ausbildungsordnungen. Darin steht, welche Anforderungen Betriebe und Ausbilder erfüllen müssen – aber auch, welche Rechte und Pflichten du als Auszubildender hast. Welche Berufe staatlich anerkannt sind, ändert sich im Laufe der Zeit. In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl immer weiter geschrumpft, da ähnliche Ausbildungen zusammengefasst wurden oder ganze Berufe weggefallen sind.

Neben den anerkannten Ausbildungsberufen gibt es auch noch eine Reihe nicht anerkannter Berufe. Der wichtigste Unterschied zu anerkannten Berufen: Wenn du unter 18 Jahre alt bist, darfst du in diesen Berufen nicht ausgebildet werden. Wenn du schon älter als 18 bist, kannst du auch eine Ausbildung in einem nicht anerkannten Beruf machen.

Warum sind manche Berufe nicht staatlich anerkannt?

Die Gründe dafür, dass Berufe nicht anerkannt sind, sind sehr unterschiedlich.

  • Das Berufsfeld ist neu: Die Arbeitswelt verändert sich ständig. Vielleicht wird es bald Berufe geben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Deshalb sind Ausbildungsgänge in neuen Berufen oft (noch) nicht anerkannt.

  • Das Berufsfeld ist alt: Manche Berufe sind sehr selten oder kurz vor dem Aussterben, sodass es für sie keine anerkannte Ausbildungsordnung mehr gibt. Dennoch wollen einige Betriebe Nachwuchskräfte ausbilden.

  • Das Berufsfeld ist sehr speziell: Manche Betriebe bilden gezielt junge Menschen aus, damit sie bei ihnen arbeiten können.