Personaler

Das Personaler-Interview mit Jens Bruns - Gehrke Econ

  • Name des PersonalersJens Bruns
  • BerufGeschäftsführer/Gesellschafter
  • Xing-ProfilZum Xing-Profil

Ausbildung.de:

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um bei Gehrke Econ gut einsteigen zu können?

Jens Bruns:

Vor vielen Jahren gab es mal die Vorgabe, Bewerber für die Ausbildung sollten das Abitur mitbringen. Das hat sich aber inzwischen verändert. Wir freuen uns auch über Abiturienten, aber die Wege in den Beruf können unterschiedlich sein. Das hängt auch davon ab, was für eine Person einem gegenübersitzt. Hat ma das Gefühl, jemand hat Interesse an dem Job und eine Vorstellung davon, was ihn erwartet? Die Vorgabe Abitur ist daher nicht dogmatisch zu betrachten, Realschule und Wirtschaftsschule obendrauf sind auch möglich. Oder, was zunimmt, Studienabbrecher. 

Ausbildung.de:

Worauf achten Sie bei schriftlichen Bewerbungen, die Sie bekommen?

Jens Bruns:

Wir schauen, ob die Person mit ihrem Lebenslauf in dieses Berufsbild und zu uns passen könnte. Natürlich guckt man auch auf Schulnoten und Abschlüsse, aber es geht darum, die Menschen kennenzulernen. Wir laden deshalb relativ viele Bewerber zu uns ein. Die Bereitschaft, sich in den Beruf hineinzufinden und permanent lernen zu wollen, ist uns wichtiger als bestimmte schulische Qualifikationen. Die Bewerber dürfen auch keine Scheu haben, sich technischen Herausforderungen zu stellen, weil der Beruf immer IT-lastiger wird. Oder es bereits ist.

Ausbildung.de:

Achten Sie dennoch auf bestimmte Schulnoten? Mathe?

Jens Bruns:

Natürlich gucken wir auf Deutsch, Mathe, Englisch. Wenn in der Kombination alles im Argen liegt, muss man etwas intensiver hinschauen. Was haben nicht heißt, dass derjenige nicht vielleicht genau der Richtige für eine Berufsausbildung ist. Was am Ende erlernt wird - also Steuerrecht, Rechnungswesen - ist nichts, was in den allgemeinbildenden Schulen vermittelt wird.

Ausbildung.de:

Sollte es mehr vermittelt werden?

Jens Bruns:

Was ich mir von den Schulen wünschen würde, ist mehr echte IT-Kompetenz. Wo vielleicht die ältere Generation Probleme in der Anwendung von Snapchat oder Whatsapp hat, sagt die jüngere Generation: Ich habe Outlook nie kennengelernt. Outlook ist aber für den Beruf von zentraler Bedeutung, IT-Kompetenz meint daher nicht unbedingt, immer den neusten technischen Möglichkeiten hinterherzurennen, sondern die Dinge in den Fokus zu nehmen, die heute in der Arbeitswelt ihre Berechtigung haben.