Corona und Ausbildung: Die Folgen für Schüler, Azubis und Unternehmen

Corona hat das Leben von uns allen komplett auf den Kopf gestellt. Schulen und Ausbildungsunternehmen kehren zwar nach und nach zu einer neuen „Normalität“ zurück, aber trotzdem gibt es noch jede Menge Fragen: Wie finde ich in dieser schweren Zeit einen Ausbildungsplatz? Wie bewerbe ich mich am besten? Wie läuft die Ausbildung in Zeiten von Corona ab? Fragen über Fragen: Ausbildung.de liefert dir Antworten! Wir haben alle wichtigen Infos für dich gesammelt und dir nützliche Tipps zusammengestellt: Damit weißt du genau was abgeht und bist bestens für deine Ausbildung in Corona Zeiten gerüstet. (Stand: April 2021)

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Welche Folgen hat Corona für mich als Schüler?

Schüler vor Schulklasse

Kann ich mich trotz Corona um eine Ausbildung bewerben?

Natürlich kannst du dich auch während der Coronakrise für eine Ausbildung bewerben. Und das solltest du auf jeden Fall auch tun! Klassische Bewerbungsgespräche sind zwar nach wie vor schwierig, aber in Zeiten von Online-Bewerbung und Videointerviews ist das kein Problem.

In unserem ausführlichen Bewerbungsratgeber findest du übrigens wertvolle Infos zum Thema und bekommst hilfreiche Tipps zu Lebenslauf, Anschreiben und Co.

Wie finde ich in Zeiten von Corona eine Ausbildungsstelle?

Auch in Zeiten von Corona suchen Ausbildungsbetriebe neue Azubis. Auf Ausbildung.de findest du über 5.000 Unternehmen und mehr als 50.000 Ausbildungsplätze – da ist sicherlich auch was für dich dabei. Schau doch mal auf unserer Seite mit aktuellen Ausbildungsplätzen vorbei.

Grundsätzlich hast du bei der Suche nach deinem Traumausbildungsplatz zwei Suchmöglichkeiten:

  • Was?: Hier kannst du entweder nach deinen Traumberuf oder deinem Wunschunternehmen suchen.

  • Wo?: Damit hast du die Möglichkeit, nach Ausbildungsplätzen in einer bestimmten Stadt zu suchen.

Außerdem gibt es noch jede Menge Filtermöglichkeiten. So kannst du zum Beispiel den Suchumkreis einstellen oder ein konkretes Datum für den Ausbildungsbeginn festlegen. Nutze unbedingt die Filter, denn damit bekommst du perfekt auf dich zugeschnittene Ergebnisse.

Corona-Badge

Kennst du schon unseren Corona-Badge? Damit geben wir Unternehmen die Möglichkeit, nochmal zu verdeutlichen, dass sie auch während der Coronakrise Azubis suchen. Das heißt aber natürlich nicht, dass Unternehmen ohne Badge nicht auf der Suche sind.

Corona-Badge

Falls du dir noch unsicher bist, welche Ausbildung zu dir passt, empfehlen wir dir unseren Berufscheck. Du musst nur 12 kurze Fragen beantworten und wir verraten dir, welche Ausbildung zu dir passt.

Last-Minute-Ausbildung 2021 – so findest du kurzfristig noch eine Ausbildung für 2021

In unserem YouTube-Video erklären wir dir, wie du auch noch ganz kurzfristig einen Ausbildungsplatz für 2021 ergattern kannst.

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Hier nochmal das Wichtigste in Kurzform:

  • Such in der richtigen Branche
  • Informier dich über ähnliche Berufe
  • Bewirb dich auch bei „kleineren“ Unternehmen

In welchen Bereichen werden in Corona-Zeiten Azubis gesucht?

Es werden zwar in allen Bereichen Azubis gesucht, jedoch gibt es manche Branchen und Berufe, in denen Auszubildende besonders dringend gesucht werden. So werden zum Beispiel viele Azubis für eine Pflegeausbildung gesucht. Aber auch in anderen Branchen sind Unternehmen noch auf der Suche nach Azubis. Vor allem in der Gastronomie, im Handwerk sowie im Einzelhandel stehen die Chancen auf einen Last-Minute-Ausbildungsplatz erfahrungsgemäß gut.

Was bedeutet Corona für den Bewerbungsprozess?

Durch Corona hat sich der Bewerbungsprozess bei vielen Unternehmen digitalisiert. Die meisten Firmen bieten mittlerweile Telefon- oder Videointerviews an. Manchmal sind sogar Videobewerbungen möglich.

Mach den ersten Schritt – und ruf an!

Viele Stellenanzeigen sind noch nicht auf die aktuelle Situation angepasst: Aber auch, wenn das Unternehmen weder Videobewerbung noch Online-Vorstellungsgespräch anbietet, kannst du es von dir aus tun. Ruf bei deinem Wunschunternehmen an und erkundige dich nach den Möglichkeiten. Sei ruhig mutig!

Übrigens: In unserem ausführlichen Bewerbungsratgeber gibt es jede Menge interessante Infos für dich. Beherzigst du unsere Tipps zu Anschreiben, Lebenslauf und Co. wird deine Bewerbung auch in Zeiten von Corona mit Sicherheit ein Erfolg.

Achtung: Jedes Bundesland hat eigene Corona-Regelungen!

Testpflicht, Schulöffnungen, Prüfungstermine – all das sind Themen, die Schüler und Azubis in ganz Deutschland bewegen. Leider ist es schwierig, hier Infos zu finden, die für alle gelten. Das liegt an der Länderhoheit: Jedes Bundesland darf selbst entscheiden, wie es mit Corona und Schule umgeht. Am besten, du schaust zur Sicherheit auf der Website des Schul- bzw. Bildungsministeriums deines Bundeslands vorbei. Allerdings gilt seit dem 24. April ein neues Infektionsschutzgesetz. Das neue Gesetz sieht jetzt eine bundeseinheitliche Notbremse vor, wenn bestimmte Inzidenzwerte überstiegen werden.

Testpflicht: Gibt es eine Testpflicht an Schulen?

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gibt es eine bundesweite Testpflicht an Schulen. Das heißt, dass nicht mehr jedes Bundesland selbst über eine Testpflicht entscheiden darf, sondern dies von der Bundesregierung verpflichtend für alle Schüler vorgeschrieben wird.

Damit ist es in allen Bundesländern Pflicht, sich zwei Mal pro Woche testen zu lassen – sofern es Präsenzunterricht gibt, also wenn direkt in der Schule gelernt wird. Achtung: Wenn du dich nicht testen lassen willst, dann darfst du leider nicht am Unterricht teilnehmen und es gibt dann in der Regel auch keinen alternativen Distanzunterricht.

Für die Tests gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Test vor Ort in der Schule
  • Test Zuhause vor Schulbeginn

Maskenpflicht: Muss ich in der Schule eine Maske tragen?

Je nach Inzidenzwert unterrichten die Schulen in Deutschland in unterschiedlichen Modellen: in Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht.

Wenn Unterricht vor Ort stattfindet, dann nur unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.

In den meisten Bundesländern herrscht auch während des Unterrichts Maskenpflicht. In manchen Bundesländern gibt es aber auch Ausnahmen. Hier ist die Maskenpflicht vom Alter oder der Jahrgangsstufe abhängig.

Wichtig: Sogenannte Alltagsmasken reichen oft nicht mehr aus. Zwar sind sie in manchen Bundesländern noch erlaubt, allerdings ist mittlerweile meistens eine OP- oder FFP2-Maske vorgeschrieben. Teilweise ist es so, dass in den Grundschulen noch Alltagsmasken erlaubt sind, ab 14 Jahren muss es dann aber eine OP- oder FFP2-Maske sein.

Corona und Ausbildung: Wo bekomme ich Hilfe?

Du hast noch weitere Fragen zu Corona und seinen Auswirkungen auf Ausbildung und Schule? Dann schreib uns doch einfach eine Nachricht bei Instagram! Wir helfen dir gern weiter!

Auszubildende mit Schulbüchern

Welche Folgen hat das Coronavirus auf die Ausbildung?

Die Corona-Krise hat den Ausbildungsmarkt hart getroffen. Manche Ausbildungsunternehmen mussten ihre Azubis in Kurzarbeit schicken, andere Betriebe sind komplett pleite gegangen. Dadurch haben leider einige Azubis ihren Ausbildungsplatz verloren. Das ist zwar nur ein kleiner Teil, trotzdem ist es für die betroffenen Azubis natürlich eine schlimme Situation. Aber keine Angst: Du bist nicht allein! Bei uns gibt’s jede Menge Infos und Tipps zur aktuellen Situation für Azubis.

Viele Azubis und auch Ausbildungsunternehmen sind mit der Coronakrise überfordert. Insbesondere bei rechtlichen Fragen bleiben oft jede Menge Fragezeichen. Deshalb haben wir für dich kurz und knapp zusammengefasst, was du als Azubi gerade wissen musst.

Muss ich im Ausbildungsbetrieb eine Maske tragen?

Wie für alle Unternehmen gelten auch bei Ausbildungsbetrieben strenge Hygienevorschriften. Dein Betrieb muss auf jeden Fall dafür sorgen, dass der nötige Abstand eingehalten wird. Manche Unternehmen lösen das, indem Schreibtische frei gelassen oder Plexiglasscheiben als Spuckschutz aufgestellt werden. Wenn das nicht möglich ist, gibt es in der Regel eine Maskenpflicht. Die Corona-Arbeitsschutzregeln gelten erst einmal bis Juni 2021.

Wie die Hygieneregeln bei deinem Betrieb genau aussehen müssen, hängt von verschiedenen Dingen ab. So zum Beispiel von der Art und Größe des Betriebs. Dein Arbeitgeber ist auf jeden Fall verpflichtet, dich ausführlich über die Schutzmaßnahmen zu informieren. Frag also am besten einfach direkt bei deinem Ausbildungsbetrieb nach.

Gibt es eine Testpflicht für Unternehmen?

Eine Testpflicht für Arbeitnehmer gibt es nicht. Du bist also als Auszubildender nicht dazu verpflichtet, dich regelmäßig auf der Arbeit testen zu lassen. Aber dein Chef oder deine Chefin hat die Pflicht, dir und deinen Kolleginnen und Kollegen regelmäßig Corona-Tests bereitzustellen. Das Bundeskabinett hat Mitte April beschlossen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten einmal in der Woche Selbst- oder Schnelltests anbieten müssen. Das gilt aber nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten.

Arbeitest du in einem Bereich, wo du häufig Kundenkontakt hast oder körpernahe Dienstleistungen machst, muss dein Arbeitgeber dir zweimal die Woche kostenlos Tests zur Verfügung stellen. Anders sieht es aus, wenn du zum Beispiel eine Ausbildung in der Pflege oder einem ähnlichen Bereich machst. Dann kann es auch sein, dass du dazu verpflichtet bist, dich testen zu lassen.

Muss ich mich in der Berufsschule testen lassen?

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz gibt es eine Testpflicht an allen Schulen in Deutschland – also auch an Berufsschulen und Berufskollegs. Das ist zum Beispiel relevant für Azubis, die in der Abschlussklasse sind und deshalb Präsenzunterricht haben. Die müssen sich zweimal in der Woche testen lassen oder einen negativen Test vorweisen.

Gibt es eine Testpflicht für die Teilnahme an Prüfungen?

Aktuell gibt es noch keine Testpflicht, um an Prüfungen teilzunehmen. Es kann jedoch dazu kommen, dass der Gesetzgeber das in Zukunft vorschreibt. Die IHK beispielweise empfiehlt schon jetzt, einen negativen Corona-Test zur Prüfung mitzubringen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Um auf der sicheren Seite zu sein und um den reibungslosen Ablauf der Prüfung zu gewährleisten, solltest du für alle Prüfungen einen negativen Test mitbringen. Im schlimmsten Fall darfst du ohne den Test nicht an der Prüfung teilnehmen und musst auf den nächsten Prüfungstermin warten.

Aber Achtung: Es reicht in der Regel kein negativer Selbsttest, also ein Test, den man Zuhause selbst machen kann. Du brauchst einen PCR- oder Antigen-Schnelltest, der von geschultem Personal durchgeführt wird. Den kannst du zum Beispiel in Apotheken oder beim Arzt machen.

To do's im Überblick:

  • Test-Termin frühzeitig machen
  • Test darf nicht älter als 48 Stunden sein
  • Antigen-Schnelltest (z.B. in der Apotheke), kein Selbsttest
  • Frühzeitig zur Prüfung erscheinen (mind. 1 Stunde vorher)

Bild: Testpflicht Ausbildung

Wann fängt die Berufsschule wieder an?

Wann die Berufsschulen ihre Türen öffnen ist wieder bundeslandabhängig. Priorität haben Azubis, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung stehen. Die dürfen teilweise schon seit Februar wieder die Berufsschule besuchen. In manchen Bundesländern soll, sofern die Infektionszahlen es zulassen, der Unterricht ab dem 19. April wieder mit Präsenzanteilen (Wechselmodell) durchgeführt werden.

Informier dich am besten auf der Website deiner Berufsschule, wie der aktuelle Stand bei dir ist.

Welche Berufsgruppen können sich impfen lassen?

Personen, die in ihren Berufen viel Kontakt zu Menschen haben, können sich impfen lassen. Auch Azubis werden schon geimpft. Zu den impfberechtigten Berufsgruppen gehören alle, die in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, im öffentlichen Dienst (zum Beispiel bei der Polizei) oder im medizinischen Bereich tätig sind. Die Berufsgruppen sind dabei sehr breit gefasst. Unter Personal, das regelmäßig in vollstationären Einrichtungen tätig ist, zählen daher auch die Friseurin, der Masseur oder die Seelsorgerin, die regelmäßig vorbeikommen und sich um die Patienten kümmern.

Wichtig: Jedes Bundesland regelt individuell, welche Berufsgruppen priorisiert werden. Informiere dich also auf der Homepage des Bundeslandes, in dem du wohnst, ob du zu einer impfberechtigten Berufsgruppe gehörst.

Was mache ich, wenn ich zur Abschlussprüfung an Corona erkrankt bin?

Wenn du zur anstehenden Abschlussprüfung an Corona erkrankt bist, darfst du nicht an der Abschlussprüfung teilnehmen. Eine Krankheit sowie Quarantäne stellen einen triftigen Grund da, dass du die Abschlussprüfung nicht antreten kannst. Wichtig ist, dass du in dem Fall alle Beteiligten frühzeitig informierst. Sende eine Kopie von deinem Attest oder die Bescheinigung vom Gesundheitsamt an die für dich zuständige IHK, deine Berufsschule und an deinen Arbeitgeber.
Frage aber am besten auch nochmal deinen Ausbilder oder höre dich in der Berufsschule um. Er wird dir sicherlich dabei helfen und weiß genau, was zu tun ist. Deine Prüfung wirst du dann zum nächstmöglichen Zeitpunkt nachholen.

Kurzarbeit für Azubis: Dürfen Azubis in Kurzarbeit geschickt werden?

In der Regel dürfen Azubis nicht in Kurzarbeit geschickt werden. Der Ausbildungsbetrieb muss die Ausbildung weiter ermöglichen und den Ausbildungsplan umstellen oder den Auszubildenden in einer anderen Abteilung unterbringen.

Kurzarbeit für Azubis

Kurzarbeit in der Ausbildung ist der letzte Ausweg und erst erlaubt, wenn wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um die Ausbildung aufrecht zu erhalten!

Beim Coronavirus handelt es sich um eine Ausnahmesituation. Viele Betriebe kämpfen um ihre Existenz und haben oft kaum eine andere Möglichkeit, als dem Azubi Kurzarbeit zu verordnen. Im Fall der Corona-Krise ist Kurzarbeit also doch eine Option für Azubis.

Bekomme ich als Azubi in Kurzarbeit weiterhin Gehalt?

Wird dir als Azubi Kurzarbeit verordnet, erhältst du mindestens sechs Wochen die volle Ausbildungsvergütung. Je nach Vertragsart, kann der Zeitraum auch länger ausfallen. Nach den sechs Wochen haben Auszubildende Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Das wird dann über die verantwortliche Agentur für Arbeit geregelt.

Bekomme ich weiter Gehalt, wenn ich in Quarantäne bin oder mein Ausbildungsbetrieb vorübergehend geschlossen wird?

Ja, du erhältst weiterhin Gehalt, denn du bist ja nach wie vor angestellt.

Muss ich in Quarantäne, wenn jemand im Ausbildungsbetrieb Corona hat?

Hier gibt es keine einheitliche Antwort. Die Quarantäne-Regelungen sind in den Betrieben und je nach Raumsituation verschieden. Die Antwort auf die Frage hängt unter anderem davon ab, wie intensiv der Kontakt mit der infizierten Person war. Dabei gibt es unterschiedliche Einteilungen der Kontaktpersonen bezogen auf das Infektionsrisiko. Die Entscheidung triffst also nicht du selbst, sondern das zuständige Gesundheitsamt. Dein Arbeitgeber darf dich nicht einfach so in Quarantäne schicken. Es kann natürlich sein, dass er Vorkehrungsmaßnahmen trifft und dich vorübergehend ins Homeoffice schickt.

Meinem Ausbildungsbetrieb droht die Insolvenz – Muss ich mir Sorgen machen?

Nein, eine drohende Insolvenz hat keine direkten Auswirkungen auf deinen Ausbildungsvertrag. Erst wenn dein Ausbildungsbetrieb für längere Zeit komplett geschlossen bleibt, kann es zu Problemen kommen. Nach einer bestimmten Zeit verliert das Unternehmen nämlich seine Ausbildungseignung – ohne diese Eignung ist es dem Betrieb nicht mehr gestattet, auszubilden.

Insolvenz des Ausbildungsunternehmens

Keine Panik: Dein Ausbildungsunternehmen ist dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen Ausbildungsplatz bei einem anderen Betrieb für dich zu kümmern. Du wirst nach der Insolvenz deines Ausbildungsbetriebs also nicht einfach auf der Straße sitzen.

Kann mir gekündigt werden, wenn ich Corona habe?

Keine Sorge! Wenn du dich mit Corona angesteckt hast oder aber in Quarantäne musst, darf dir nicht gekündigt werden.

Darf ich einfach zu Hause bleiben, wenn ich Angst vor Corona habe?

Grundsätzlich darfst du als Auszubildender deine Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Beim Coronavirus ist das inzwischen anders: Gibt es nämlich eine konkrete Gefährdung, muss der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht nachgehen und kann zum Beispiel dafür sorgen, dass du von zuhause arbeiten kannst. Sprich deinen Ausbilder dazu direkt an und frag, welche Maßnahmen ergriffen werden.

Corona Ausbildung Masken

Muss ich als Azubi Minusstunden machen?

Nein, als Azubi musst du keine Minusstunden machen! Da du im Betrieb beschäftigt bist, um einen Beruf zu erlernen, darfst du nicht einfach so nach Hause geschickt werden. Das steht sogar im BBiG, dem Berufsbildungsgesetz. Schickt dein Betrieb dich trotzdem nach Hause, weil es zum Beispiel gerade nichts zu tun gibt, dann zählt das als bezahlte Freistellung.

Dürfen Azubis in Zwangsurlaub geschickt werden?

Der Ausbildungsbetrieb darf den Azubi nicht gegen seinen Willen in den Urlaub schicken. Sogenannter Zwangsurlaub ist auch in der Corona-Zeit nicht erlaubt.

Gibt es die Möglichkeit, eine Ausbildung im Home Office zu absolvieren?

Viele Unternehmen setzen in der Krise auf Home Office. Bisher gibt es in Deutschland aber noch keine Ausbildung, die du komplett im Home Office absolvieren kannst.

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Schülerstudie 2020 – Corona-Spezial

Die Corona-Krise hat den Ausbildungsmarkt auf den Kopf gestellt. Vorstellungsgespräche können nicht stattfinden und Unternehmen müssen Ausbildungsplätze streichen. Die Ausbildungssuche läuft dieses Jahr also ganz anders ab als sonst. Klar, dass es da bei den Schüler*innen zu großen Unsicherheiten kommt.

Deshalb wollten wir von euch wissen, inwiefern ihr von der Corona-Krise betroffen seid und wie ihr damit umgeht. Im Rahmen unserer Schülerbefragung haben sich über 2400 Schüler*innen und Azubis unseren Fragen zu Corona und Ausbildung gestellt - vielleicht hast du ja auch mitgemacht. Die Ergebnisse gibt es jetzt in unserer Schülerstudie, die du kostenlos downloaden kannst.

Was bedeutet Corona für Ausbildungsunternehmen?

Auszubildender im Ausbildungsunternehmen

Wird sich der Ausbildungsstart 2021 verschieben?

Nein! Corona hat in der Regel keine Auswirkungen auf den Ausbildungsstart 2021.

Darf ein Auszubildender der Arbeit fernbleiben, weil er Angst vor Ansteckung hat?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Arbeit im Homeoffice zu erlauben, wenn diese Möglichkeit besteht.

Was passiert, wenn Auszubildende wegen des Coronavirus nicht arbeiten dürfen?

Bricht eine Pandemie aus, kann die zuständige Behörde Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IFSG) treffen und zum Beispiel eine Quarantäne verhängen. Dabei kann für Auszubildende und andere Arbeitnehmer ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden. Für den daraus folgenden Verdienstausfall können Auszubildende und andere Arbeitnehmer eine Entschädigung beanspruchen. Diese Entschädigung zahlt bis zu sechs Wochen lang der Arbeitgeber, der wiederum einen Erstattungsanspruch gegen die zuständige Behörde hat. Das Infektionsschutzgesetz legt fest, dass das zuständige Gesundheitsamt diese Zahlungen übernimmt. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der Auszubildende oder der Arbeitnehmer nicht aus anderen Gründen einen Anspruch auf Zahlung hat.

Was kann ich tun, wenn ich glaube, dass ein Auszubildender meines Unternehmens am Coronavirus erkrankt sein könnte?

Als Verdachtsfälle gelten derzeit Patienten, die Symptome einer Corona-Erkrankung aufweisen und sich bis 14 Tage vor Erkrankungsbeginn in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt mit einem Erkrankten hatten. Besteht ein Verdacht, sollte zunächst der arbeitsmedizinische Dienst oder der jeweilige Hausarzt informiert werden. Verdachtsfälle werden dann von dem jeweiligen Arzt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Das Gesundheitsamt kümmert sich daraufhin um einen Test auf das Coronavirus. Personen, die keine typischen Krankheitsanzeichen haben, aber trotzdem besorgt sind, weil sie sich eventuell angesteckt haben könnten, können sich über das Robert-Koch-Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informieren.

Dürfen Auszubildende Kurzarbeit machen?

In der Regel dürfen Auszubildende keine Kurzarbeit leisten. Der Ausbildungsbetrieb muss die Ausbildung weiter gewährleisten. Ihre konkreten Möglichkeiten: Umstellung des Ausbildungsplans, Wechsel in eine andere Abteilung oder besondere Ausbildungsveranstaltungen. Wenn es keine Möglichkeiten mehr gibt, darf Kurzarbeit aber eine Option sein. Bei der Anordnung hat der Azubi Anspruch auf mindestens sechs Wochen volle Ausbildungsvergütung (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). In Ausbildungs-/Tarifverträgen können auch längere Fristen festgehalten sein.

Haben die Fehlzeiten im Betrieb Auswirkungen auf die Abschlussprüfung?

Für die Zulassung zur Abschlussprüfung bewertet die zuständige IHK, ob die Abwesenheit einen Wert von 10 Prozent der vertraglichen Ausbildungszeit übersteigt. Sollte dies der Fall sein, kann die Fehlzeit dennoch als geringfügig eingestuft werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Auszubildende trotz der Fehlzeiten den erforderlichen Leistungsstand besitzt, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Generell sind bei der Beurteilung immer die Umstände des Einzelfalls zu betrachten. Dabei wird nicht unterschieden, ob Berufsschulzeit oder Ausbildungszeit im Betrieb ausfällt.

Dem Betrieb droht die Insolvenz. Hat das Auswirkungen für unsere Auszubildenden?

Eine drohende Insolvenz oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens haben laut IHK keine direkten Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag. Aus dem Ausbildungsverhältnis resultierende Rechte und Pflichten bleiben bestehen, gehen allerdings nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf den Insolvenzverwalter über. Alle aus dem Ausbildungsvertrag entstehenden Ansprüche sind dann an ihn zu richten. Wird im Zuge des Insolvenzverfahrens das Unternehmen, zum Beispiel durch Kauf, vollständig auf eine andere Person übertragen, tritt diese in die Rechte und Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis ein.

Sie haben weitere Fragen oder Insights zum Thema? Dann kommen Sie gerne auf uns zu.

Was bedeutet Corona für unseren Bewerbungsprozess?

Im Idealfall können Sie Ihren Bewerbungsprozess fortsetzen. Hier gilt es, auf digitale Möglichkeiten zurückzugreifen wie Online-Assessment-Center oder Video-Call. Unsere Kooperationspartner von Jobufo machen es vor: Dank Videobewerbung kann sich der Bewerber oder die Bewerberin schnell und einfach vorstellen.

Sind Sie bereits Partner bei Jobufo? Dann kann der Button für die Videobewerbung auf Ihren Stellen schnell und problemlos eingebunden werden.

Sie sind grundsätzlich interessiert an Videobewerbungen? Dann kontaktieren Sie Ihren Ansprechpartner. Auch hier finden wir unkompliziert und zeitnah eine Lösung für Sie.

Was kann ich tun, damit sich Schüler trotz Corona-Krise bei uns bewerben?

Auch für Schüler, die eine Ausbildung beginnen wollen, ist die Situation mit viel Unsicherheit verbunden. Schüler fragen sich, wie ein Bewerbungsprozess nun stattfinden soll und ob es überhaupt Sinn macht, sich gerade jetzt zu bewerben.

Machen Sie Ihre potenziellen Bewerber daher unbedingt darauf aufmerksam, dass eine Bewerbung ausdrücklich erwünscht ist. Passen Sie hierfür zum Beispiel die Stellenanzeigen an. Ebenso sollten Sie genau informieren, wie der Bewerbungsprozess ablaufen wird. Finden Bewerbungsgespräche statt oder werden sie durch Telefonate oder Videointerviews ersetzt? Verschieben sich Fristen und Termine? Je mehr Fragen Sie Ihren Bewerbern beantworten, desto eher werden sie sich trotz Unsicherheiten bei Ihnen bewerben.

Messen und Infoveranstaltungen fallen aus. Wie kann ich dennoch Bewerber erreichen?

Stellen Sie Informationen über Ihr Karriereportal bereit oder bieten Sie Infoveranstaltungen per Webinar an. Mittlerweile gibt es auch digitale Ausbildungsmessen. Versuchen Sie, über Social Media auf ihr Informationsangebot hinzuweisen, um potenzielle Bewerber zu erreichen. Auch kleinere Unternehmen können ihrer Homepage einen Informationsbereich hinzufügen oder Plattformen wie Ausbildung.de für die Kommunikation mit ihren potenziellen Bewerbern nutzen. Bei Fragen helfen wir Ihnen jederzeit gern.

Was kann ich für die Azubis tun, die dieses Jahr ihre Ausbildung bei uns beginnen?

In der aktuellen Lage ist es nicht verwunderlich, wenn Auszubildende, die dieses Jahr bei Ihnen starten, verunsichert sind. Mit Preboarding-Maßnahmen können Sie entgegenwirken. Maßnahmen, die Sie umsetzen sollten sind:

  • Regelmäßige Informationsschreiben zur aktuellen Situation
  • Nennung eines Paten oder festen Ansprechpartners für Fragen
  • Informationen zur Ausbildung (Berufsschule; Abteilungen, die durchlaufen werden; Arbeitshefte usw.)
  • Terminübersicht für den Ausbildungsstart
  • Welcomebox zur frühzeitigen Bindung

Sie möchten mehr zum Thema Recruiting in Corona-Zeiten erfahren? Gerne beraten wie Sie zu Möglichkeiten des digitalen Recruitings.