Ich habe nach Ausbildungsplätzen im juristischen Bereich im Raum Kiel bei Google gesucht und Brock Müller Ziegenbein als eines der ersten Ergebnisse angezeigt bekommen. Ich habe meine Bewerbung elektronisch eingeschickt und schnell einen Termin für ein Bewerbungsgespräch erhalten. Ich habe direkt beim Gespräch noch mündlich die Zusage für den Ausbildungsplatz erhalten.
Ich habe erwartet, ausführlich auf den Beruf vorbereitet zu werden. Da ich vorher noch keine klaren Einblicke in den Beruf erhalten hatte, hatte ich keine genaueren Vorstellungen und wollte mich eher überraschen lassen. In einer größeren Kanzlei sind die Abläufe und Aufgaben klarer verteilt, weswegen man nicht direkt ins kalte Wasser gestoßen wird, aber auch im Vergleich zu einer kleineren Kanzlei langsamer vollkommen in die Abläufe eingebunden wird. Das bedeutet (nachdem was ich aus den Erfahrungsberichten meiner Berufsschulkollegen gehört habe), dass in einer kleineren Kanzlei schneller mehr Praxiserfahrung gesammelt werden kann. Nichtsdestotrotz habe ich durch das duale Ausbildungssystem mit Schule und Betrieb sowohl Praxis- als auch Theorieerfahrung in dem Umfang sammeln können, dass ich mich ausreichend auf die Abschlussprüfung vorbereitet fühle.
Ich habe während meiner Ausbildungszeit besonders die Arbeit im Notariat genossen. Die Arbeit kann hier meines Erachtens selbstständiger ausgeführt werden und die Aufgaben gestalten sich vielfältiger und grundsätzlich für mich interessanter. Aufgaben, die mich nicht so sehr gereizt haben, waren eher die schlichten Hilfsaufgaben, wie Akten weghängen oder Zettel abheften. Trotzdem ist mir natürlich bewusst, dass diese auch erledigt werden müssen und Teil der Ausbildung sind. Man kann schlichtweg nicht immer alles mögen und Aktenpflege ist sehr wichtig.
Als Azubi hat man mich gut behandelt. Bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern merkt man, dass diese sich freuen, ihr Wissen weiterzugeben und Azubis zu betreuen. Man ist mir auch immer freundlich und mit Respekt begegnet. Natürlich gibt es immer die eine oder andere Person, die aus dem Raster fällt, aber in einem solchen Fall, haben wir in der Kanzlei immer eine Anlaufstelle, bei der man über alles reden kann. Ich denke aber auch, dass es von der Persönlichkeit abhängt, wie man selber mit Kritik und möglicherweise anfallenden kleinen Auseinandersetzungen umgeht. Man braucht bei Brock Müller Ziegenbein allerdings keinesfalls ein besonders dickes Fell, um sich wohlfühlen zu können.
Mein Tipp für alle neuen Bewerber und Bewerberinnen wäre es auf jeden Fall aufgeschlossen in ein persönliches Gespräch zu gehen und ganz klar alle Fragen zu stellen, die einen selbst beschäftigen. Allgemein ist es wichtig, Fragen zu stellen und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen, um die Ausbildung gut absolvieren zu können. Hier in der Kanzlei ist man da auch gut aufgehoben, selbst wenn man eine Frage mehrmals stellt, wird einem alles ruhig erklärt. Auch habe ich von anderen Auszubildenden mitbekommen, dass es sehr sinnvoll ist, ein mehrtägiges Praktikum in der Kanzlei zu machen, bevor man sich entscheidet, die Ausbildung zu machen. Das ist hier ohne Probleme möglich und ich habe als Auszubildende auch schon mehrere Praktikanten und Praktikantinnen mit durch meinen Alltag genommen.
Am Anfang wusste ich tatsächlich überhaupt nicht, was auf mich zukommen wird. Ich kann aber sagen, dass die Ausbildung auf keinen Fall aus reinem „vor dem PC sitzen“ und „täglich E-Mails schreiben“ besteht. Es ist also auf keinen Fall monoton oder langweilig! Es steckt so viel mehr Arbeit dahinter, von der man keine Ahnung hatte, bis man selber irgendwann „hinter den Kulissen“ stand. Dieser Beruf ist so wichtig und ich bin auch froh, dass er mich so positiv überrascht und überzeugt hat.
Im Notariat zu arbeiten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das eigenständige Bearbeiten der Akten fördert einen und kann manchmal auch etwas herausfordernd sein, aber es prägt einen zum Nachdenken und Recherchieren. Man hat täglich neue Aufgaben und ggf. auch besondere Einzelfälle, die sehr interessant zu bearbeiten sind. Ich durfte schon einige Male Kaufverträge selber vollständig abwickeln, Akten anlegen, Anmeldungen ans Handelsregister und Vereinsregister vorbereiten, Grundbuchauszüge ziehen, Unterschriftsbeglaubigungen vorbereiten, Kostenrechnungen erstellen und vieles mehr.
Was mir wenig Spaß bereitet hat, waren die sogenannten „typischen Anfänger“. Das sind Aufgaben im Anwaltsbereich wie z.B. Akten wegstecken, Akten raussuchen, E-Mails und Eingänge abheften, Wiedervorlagen und Fristen raussuchen. Aber sie gehören zum Alltag dazu und sind auch wichtig für die Abläufe.
Auf jeden Fall! Man führt in der Kanzlei Azubi-Gespräche, wobei versucht wird, auf Wünsche der Azubis einzugehen, wenn diese realistisch und umsetzbar sind. Die Kolleginnen und Kollegen unterstützen einen bei Bedarf und nehmen sich Zeit für Erklärungen. Man wird an die Hand genommen und die Kollegen und Kolleginnen geben sich Mühe, dass man als Azubi alles versteht und in der Zukunft diese Aufgaben ohne Begleitung erledigen kann. Auch die Azubis helfen sich gegenseitig und tauschen sich aus. Was ich richtig gut finde, ist, dass wir regelmäßig Azubiunterricht haben und dadurch, neben dem Berufsschulunterricht, ggf. noch mehr lernen können und auch praxisnahe Fragen stellen können.
Bleibt motiviert und engagiert! Und selbst wenn man für etwas länger braucht oder nicht sofort alles perfekt läuft, nicht den Kopf hängen lassen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und wenn man doch etwas verzweifelt ist, dann kann man solche Themen immer ansprechen ohne Angst zu haben. Es wird sich um das Wohlbefinden der Azubis gekümmert, also bist du niemals alleine mit deinen Sorgen, Problemen oder Unsicherheiten.
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