Veronika C., 18 Jahre - 1. Ausbildungsjahr:
"Wir haben vor einigen Wochen mit der Reparatur einer Großuhr angefangen und ich repariere eine Schwarzwälder Lackschilduhr aus dem 18. Jhd. Wie man sich wahrscheinlich denken kann, wenn man das Entstehungsjahr betrachtet, hat kein Uhrmacher diese Uhr die letzten Jahren von Innen gesehen und es gibt auch keine Ersatzteile zum Nachbestellen. Das bedeutet für mich, viele Reparaturen und auch einige Neuanfertigungen. Es müssen zum Beispiel alle Lager ersetzt, die Zapfen rolliert und arrondiert, Hohltriebe repariert, eine neue Pendelaufhängung gefertigt und vieles mehr bearbeitet werden. Ich habe also genug zu tun, doch genau das macht mir Spaß. Fehlende Werkteile anfertigen und neue Lösungswege finden, gehören auch zu dem, was ein Auszubildender im Uhrmacherhandwerk erlernt. Natürlich gibt es auch in diesem Beruf einige Dinge, die einem vielleicht nicht auf Anhieb liegen oder mit denen man Schwierigkeiten hat. Bei mir war es das plan Feilen von Werkstücken. Unsere Ausbildung fing mit verschiedenen Anfertigungen an. Wir bekamen technische Zeichnungen mit Maßen, erarbeiteten uns die Fertigungsschritte und stellten das Übungsstück mit Hilfe der Drehbank, Sägen, Feilen und anderem Werkzeug her. Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis nicht ganz so leicht umzusetzen. Doch Übung macht den Meister..."
Veronika C., 18 Jahre - 1. Ausbildungsjahr:
"Meine Erwartungen an die Ausbildung, die darin bestanden, die verschiedenen Arbeitstechniken und den Umgang mit den Materialien zu erlernen, haben sich erfüllt. Das technische Verständnis und das präzise Arbeiten des Uhrmachers bringen die Uhr zu ihrer Perfektion und machen somit diesen Beruf aus - genau das erlernen wir."
Louisa E., 20 Jahre - 1. Ausbildungsjahr:
"Auf den internen Firmenfeiern hat man die Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen. Die Kollegen zeigen großes Interesse an unserer Entwicklung und wie es uns hier gefällt.
Im ersten Lehrjahr wohnen wir in einer WG, die vom Hause ROLEX gefördert wird, um den Zusammenhalt zu stärken. Die WG hilft dem Einen oder Anderen bei dem Start der Ausbildung in einer neuen Stadt.
Man kann sich gegenseitig beim Lernen unterstützen und tritt gemeinsam den Weg zur Berufsschule an, die blockweise unterrichtet wird.
Damit ist es aber nicht genug, dazu gibt es neben einer Fahrkarte in Form eines Jobtickets, Sonderzahlungen, wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld."
Louisa E., 20 Jahre - 1. Ausbildungsjahr:
"Bring viel Geduld und Ausdauer mit, denn diese benötigst Du vor allem bei dem Anfertigen von Übungs- und Werkstücken. Du solltest eigenständig, ruhig und konzentriert arbeiten können. Außerdem brauchst Du eine gewisse Selbstdisziplin, um Deine Aufgaben sorgfältig und präzise zu verrichten.
Wenn Du diese Eigenschaften besitzt, bist Du in dieser Ausbildung und in unserem Team gut aufgehoben."
Hannah interessierte sich schon früh dafür, wie Dinge funktionieren. In ihrer Freizeit zerlegte sie kaputte Haushaltsgeräte, suchte nach Fehlern und reparierte sie. Über einen alten Wecker ihrer Uroma und die Uhrensammlung ihres Bruders entdeckte sie schließlich ihre Begeisterung für mechanische Uhren. Heute macht sie bei uns eine Ausbildung zur Uhrmacherin.
In meiner Freizeit habe ich schon immer gerne Dinge auseinandergenommen, die bei uns im Haushalt kaputtgegangen sind. Ich wollte verstehen, wo das Problem liegt und ob ich es vielleicht selbst beheben kann. So habe ich zum Beispiel zwei Rasenmäher, einen Staubsauger, einen Schlagbohrer und auch einen Wecker repariert.
Nach der Schule sollten wir uns mit Berufen beschäftigen, die wir später ausüben möchten. Ich habe lange gesucht und war mir immer wieder unsicher. Dann bin ich online auf einen Artikel über den Beruf des Uhrmachers gestoßen. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass es diesen Beruf in dieser Form überhaupt gibt.
Besonders fasziniert hat mich, wie fein und präzise mechanische Uhren aufgebaut sind. Mein Bruder sammelte ungefähr zur gleichen Zeit mechanische Armbanduhren, und wenn eine davon kaputt war, durfte ich sie mir anschauen.
Es war für mich unfassbar interessant zu sehen, wie die kleinen Zahnräder zusammenarbeiten und ein ganzes System bilden. Das war etwas völlig anderes als ein Rasenmäher oder Staubsauger. Uhren sind viel filigraner, und genau das hat mich begeistert.
Ein wichtiger Moment für mich war, als ich mich an die Uhr meiner Uroma herangetraut habe. Vorher hatte ich zwar schon zwei Armbanduhren auseinandergenommen, mich aber nur mit batteriebetriebenen Quarzuhren beschäftigt.
Ich hatte großen Respekt vor der Uhr meiner Uroma und habe mich erst nicht richtig getraut, daran zu arbeiten. Nachdem ich aber eine kaputte mechanische Armbanduhr meines Bruders wieder zusammengesetzt hatte, wurde ich mutiger. Danach habe ich mich auch an die Uhr meiner Uroma gewagt. Das hat meine Begeisterung noch weiter verstärkt.
Nachdem ich mir sicher war, dass ich Uhrmacherin werden möchte, habe ich Bewerbungen an verschiedene Betriebe geschrieben, die eine Ausbildung angeboten haben. Unter anderem habe ich mich bei Rolex Deutschland beworben.
Dort wurde ich zu einem Bewerbertag eingeladen und schließlich angenommen.
So hat mein Weg in die Ausbildung zur Uhrmacherin begonnen.
Paul wusste nach seinem Realschulabschluss zunächst noch nicht genau, welchen beruflichen Weg er einschlagen möchte. Durch Praktika, seine Erfahrung im Metallbau und sein Interesse an präzisem Arbeiten entdeckte er schließlich die Uhrmacherei für sich. Besonders die feine Mechanik und das Zusammenspiel der einzelnen Teile faszinierten ihn.
Ich bin Paul, 17 Jahre alt, und habe nach der 10. Klasse meinen Realschulabschluss gemacht. Lange Zeit wusste ich trotzdem nicht genau, welchen Beruf ich später ausüben möchte. Ich habe verschiedene Praktika ausprobiert und neben der Schule zweieinhalb Jahre als Metallbauer in meiner Stadt gearbeitet.
Dort habe ich viel über Metallbearbeitung gelernt und gemerkt, wie wichtig sauberes Arbeiten, Genauigkeit und Geduld sind. Gleichzeitig wurde mir aber klar, dass ich langfristig feiner arbeiten möchte. Die Arbeit im Metallbau war mir auf Dauer zu grob und körperlich zu anstrengend.
Etwa ab der achten Klasse habe ich deshalb gezielt nach Alternativen gesucht. Über Videos im Internet bin ich schließlich auf den Beruf des Uhrmachers gestoßen.
Uhren waren für mich schon immer ein fester Bestandteil im Alltag – nicht nur als Schmuck, sondern auch als Zeitmesser. Seit der Grundschule trage ich fast jeden Tag eine Uhr.
Ich habe mir außerdem schon früh selbst Uhren gekauft, ohne mir damals groß Gedanken darüber zu machen, was im Inneren passiert. Erst als ich zum ersten Mal vom Beruf des Uhrmachers gehört und ein Praktikum gemacht habe, hat sich mein Blick darauf verändert.
In meinem ersten Praktikum in einer Uhrmacherwerkstatt hat mich vor allem die Mechanik begeistert. Ich fand es beeindruckend zu sehen, wie die Kraft im Uhrwerk weitergegeben wird und wie die einzelnen Teile zusammenarbeiten.
Diese präzise und feine Arbeit hat mich sehr fasziniert. Mir wurde klar, dass Uhrmacherei genau die Art von handwerklicher Tätigkeit ist, die ich gesucht habe: technisch, anspruchsvoll und sehr genau.
Weil mir die Arbeit im ersten Praktikum so viel Spaß gemacht hat, wollte ich noch einen anderen Blick auf die Uhrmacherei bekommen. Deshalb habe ich ein weiteres Praktikum im Uhrmacherbereich gemacht.
Danach habe ich mich intensiv mit dem Ausbildungsplatz beschäftigt. Parallel dazu habe ich auf Flohmärkten alte Uhren gekauft, sie vorsichtig zerlegt, die Teile zugeordnet und die Uhren wieder zusammengesetzt. So konnte ich Aufbau und Funktion besser verstehen und für mich herausfinden, dass mich dieser Beruf wirklich interessiert.
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