Das Anschreiben für deine Ausbildungsbewerbung

Stellst du deine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zusammen, wirst du die meiste Zeit wahrscheinlich mit dem Verfassen deines Anschreibens verbringen. Immerhin ist es das Erste, was dein zukünftiger Arbeitgeber von dir zu sehen bekommt. Du musst in wenigen Worten klarmachen, warum dein Chef dich einstellen sollte. Gar nicht so einfach, die eigene Motivation in Worte zu fassen. Damit du genau weißt, worauf es bei einem guten Anschreiben ankommt, haben wir für dich mit vielen Ausbildern gesprochen. Die Tipps, die sie uns verraten haben, geben wir nun an dich weiter – Schritt für Schritt vom Betreff bis zur Unterschrift.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Ein Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN A 4 Seite lang sein.
  2. Der Betreff muss aussagekräftig und eindeutig sein.
  3. Jedes Anschreiben soll individuell für das jeweilige Unternehmen geschrieben werden.
  4. Ein Anschreiben darf keine Rechtschreibfehler enthalten
Was gehört in ein Anschreiben?

1. Was gehört in ein Anschreiben?

Ein Anschreiben hat eine klare Struktur, von der Adresse bis zur Unterschrift. Der Aufbau verändert sich dabei eigentlich nie. 

Warum ist das Anschreiben so wichtig?

Dein Anschreiben ist der erste Schritt, einen Personaler mit deiner Bewerbung von dir und deinen Qualifikationen für den Job (oder die Ausbildungsstelle, das Praktikum ...) zu überzeugen. Bei vielen Unternehmen gehen sehr viele Bewerbungen ein, deshalb haben bleibt für jedes einzelne Anschreiben nicht so viel Zeit. Das ist wichtig zu wissen, denn viele Bewerber denken, dass sich jeder Personaler immer auch den Lebenslauf und die anderen Teile der Bewerbung anschaut. Leider nein! Deshalb ist einer unserer wichtigsten Tipps: Nimm dir Zeit für ein gutes Anschreiben! Es ist der erste Schritt in Richtung Karriere in diesem Unternehmen.

Gibt es eine Anleitung für mein Bewerbungsanschreiben?

Schritt für Schritt zur perfekten Bewerbung. Mit unserer Anleitung ist deine Bewerbung schnell verfasst. Was hinein gehört, wie die Bewerbung aufgebaut ist und welche Fehler du vermeiden solltest, erfährst du nun bei uns.

Gibt es eine Anleitung für mein Bewerbungsschreiben

Wie formatiere ich meine Bewerbung?

Bevor wir dir Schritt für Schritt beim Schreiben der Bewerbung helfen, wollen wir dir die wichtigsten Formatierungsregeln erklären.

Schriftart: Nicht jede Schriftart eignet sich für eine Bewerbung. Eine sichere Bank ist Calibri. Aber auch Cambria und Helvetika machen sich in einem Anschreiben wirklich gut.

Unser Tipp: Auch, wenn sie immer noch gängig und beliebt sind, verzichte auf die Schriftarten Arial und Times New Roman. Denn die Schriftarten sind so populär, dass sich deine Bewerbung kaum von anderen absetzen wird.

Ein absolutes No-Go sind verspielte Schriftarten wie Comic Sans.

Schriftgröße: 11-Punkt ist die ideale Schriftgröße.

Linksbündig schreiben: Das Bewerbungsanschreiben wird linksbündig verfasst. Einzige Ausnahme: Das Datum. Blocksatz ist zwar erlaubt, erschwert aber das Lesen.

Hervorhebungen: Im Bewerbungsanschreiben wird der Betreff fettgedruckt. Das war es auch schon mit Hervorhebungen.

Was gehört in den Kopf der Bewerbung?

Der Kopf der Bewerbung besteht aus drei Teilen: Deiner Anschrift, die Anschrift des Ausbildungsbetriebs sowie Ort und Datum. Die Anordnung siehst du auf der Skizze. Du beginnst mit deiner Anschrift. Du trägst Vor- und Nachname, deine vollständige Adresse linksbündig in die ersten drei Zeilen des Dokumentes ein. E-Mail Adresse und Telefonnummer lassen die Bewerbung überladen wirken, du solltest deine Kontaktdaten deshalb in den Lebenslauf schreiben.

Mit einem Abstand von zwei Leerzeilen trägst du nun Namen und Adresse des Ausbildungsbetriebes ein – ebenfalls linksbündig. Gib bereits hier den Namen deines Ansprechpartners an.

Ort und Datum folgen in der nächsten Zeile. Diese werden rechtsbündig eingetragen, stehen also in dem Dokument ganz rechts. Die richtige Schreibweise ist „Wohnort, tt.mm.20xy“ 

Was gehört in den Kopf der Bewerbung

Was schreibe ich in den Betreff?

Im Betreff nennst du den Grund für dein Schreiben. In dem Fall ist das ja die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Das Wort „Betreff“ solltest du auf keinen Fall schreiben. Es reicht wenn du fettmarkiert Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als XY schreibst.

Wenn du möchtest, kannst du auch den Zeitpunkt hinzufügen, zu dem die Ausbildung beginnen soll.

Was schreibe ich als Anrede in mein Anschreiben?

Nun geht es an den Text. Du beginnst mit der freundlichen Anrede „Sehr geehrte Frau XY,“ oder „Sehr geehrter Herr XY,“. Nur wenn du wirklich keinen Ansprechpartner finden kannst, reicht als Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,“ – das solltest du aber so gut es geht vermeiden. Nach der Anrede wird immer ein Komma gesetzt.

Wie formuliere ich den ersten Satz im Anschreiben?

Viele Bewerber haben Probleme mit dem ersten Satz ihres Anschreibens. Dabei ist er einer der wichtigsten Sätze des ganzen Bewerbungsschreibens, denn hier entscheidet sich, ob du den Personaler, der deine Bewerbung liest, neugierig machen kannst. Wenn ja, wird er sich auch deinen Lebenslauf und den Rest deines Bewerbungsschreibens anschauen.

Beispiele

Nicht so gut:

„Hiermit bewerbe ich mich …“
„Ich bin 16 Jahre alt, heiße Ben, und…“
„Ich habe Ihre Stellenanzeige gelesen …“

Besser:

„Sie suchen eine neue Auszubildende? Mit meiner Erfahrung als … bin ich genau die richtige für Sie“
„Ein Praktikum bei einem Tischler, eines bei einem Zimmermann: Ich bringe schon sehr viel Erfahrung für die ausgeschriebene Ausbildungsstelle in Ihrem Betrieb mit“

Ziel:

Mach den Personaler neugierig! Fang das Anschreiben mit deinen Stärken an oder mit etwas, das dich besonders macht und von den anderen Bewerbern abhebt. Denk immer daran: Für viele Jobs gibt es sehr viele Rückmeldungen auf die entsprechende Anzeige. Da kommt es sehr gut an, wenn du dich bereits mit dem ersten Satz deiner Bewerbung gut präsentierst.

Was gehört in den Haupttext meines Anschreibens?

In dem ersten Absatz erklärst du, wo du auf den Ausbildungsplatz aufmerksam geworden bist und warum du dich um diesen Platz bewerben möchtest. Schau doch mal in die Erfahrungsberichte, das Interview oder das FAQ im jeweiligen Firmenprofil auf Ausbildung.de. Hier erzählt das Unternehmen, was es Besonderes zu bieten hat.

„mit Begeisterung habe ich Erfahrungsberichte Ihrer Auszubildenden auf Ausbildung.de gelesen. Besonders positiv sind mir dabei die Aussagen über die umfangreiche Betreuung und die großartigen Karrieremöglichkeiten, die Sie bieten, aufgefallen.“

Gehst du direkt im ersten Absatz auf die Stärken des Unternehmens ein, zeigst du gleich, dass du dich mit gut mit deinem möglichen Arbeitgeber auseinandergesetzt hast. Nicht vergessen: Da du die Anrede mit einem Komma beendest, wird das erste Wort des ersten Absatzes immer klein geschrieben! 

Nun wird es Zeit, dich selbst unter den Scheinwerfer zu stellen. Zuerst sagst du, was du zurzeit machst. Dazu gehört zum Beispiel auch, auf welche Schule du gehst und wann du welchem Abschluss machen wirst.

 
„Derzeit besuche ich die 12. klasse des XY-Gymnasiums und werde voraussichtlich im Juni 20XY die Schule mit der allgemeinen Hochschulreife abschließen.“

Nun schilderst du deine Stärken, natürlich genau die, die dir später bei der Ausbildung helfen werden. Aber Vorsicht: Gebe nicht einfach zusammenhangslos wieder, was bereits in deinem Lebenslauf steht.  Gehe vielmehr darauf ein, welche deiner Kenntnisse super wichtig für die Ausbildung sind. 

„Erste Kerntätigkeiten, die mich in der Ausbildung als XY erwarten, konnte ich bereits in meinem Schülerpraktikum in der Personalabteilung der XY AG erlernen. Office-Anwendungen und das Annehmen von Telefonaten beherrsche ich daher sicher.“

Kannst du zwei bis drei tolle Beispiele nennen, ist das für deine Bewerbung völlig ausreichend. Beenden solltest du den Absatz mit der Aussage, warum du diese Ausbildung machen möchtest. Hier kannst du dich natürlich wieder auf deine Stärken beziehen. 

„Mein Wunsch, XY zu werden, hat sich in dieser Zeit besonders gefestigt, da die Arbeit mir gezeigt hat, dass ich mich in einem Büroalltag wohl fühle und mich schnell auf unterschiedliche Aufgaben und Menschen einstellen kann.“

Gerade noch warst du der Star, jetzt ist es Zeit, nochmal auf das Unternehmen einzugehen. Du hast bereits gesagt, warum die diese Ausbildung machen möchtest. Nun beantwortest du die Frage: Warum bei diesem Ausbilder? Schau am besten in die Stellenbeschreibung. Hier steht, was das Unternehmen dir in der Ausbildung bietet. Das kann z.B. persönliche Betreuung, intensive Prüfungsvorbereitung, ein Auslandsaufenthalt oder das Anbieten von Zusatzqualifikationen sein.

Wie kann ich mich mit meinem Anschreiben von der Masse abheben?

Viele Unternehmen kriegen auf eine Stelle ganz viele Bewerbungen. Irgendwie müssen sie für die Stelle eine Auswahl treffen und entscheiden, welche Bewerber sie zum Vorstellungsgespräch einladen. Da die Personaler häufig das Anschreiben zuerst lesen, fällt es hier besonders positiv auf, wenn sich ein Kandidat mit seinem Bewerbungsschreiben von der Masse abhebt.

Beispiel

Nicht so gut:

„Ich bin belastbar und arbeite gern im Team“
„Ich erfülle alle Ihre Anforderungen“
„Ich bin sehr flexibel …“
"Ich möchte Karriere machen und aufsteigen."

Besser:

„In meinem Praktikum bei … habe ich bereits bewiesen, dass ich sehr gut im Team arbeiten kann“
„Dass ich mit Kindern umgehen kann, stelle ich bereits seit Jahren als Babysitterin unter Beweis – nun würde ich gerne im Rahmen meiner Ausbildung bei Ihnen …“

Ziel:

Erkläre, wieso du mit deinen Fähigkeiten besonders geeignet für die Stelle bist. Vermeide, wo es möglich ist, Sätze, die fast jeder in seine Bewerbung schreiben könnte. Gestalte dein Bewerbungsschreiben so, dass es möglichst einzigartig ist und den Personaler neugierig macht. Wenn er mehr über dich wissen möchte, wird er sich deinen Lebenslauf anschauen und weiter durch dein Bewerbungsschreiben blättern.

Wie schließe ich meine Bewerbung ab?

Die Bitte um ein Vorstellungsgespräch gehört in jedes Anschreiben hinein. Formulierungen gibt es dafür viele. Aussehen können sie beispielsweise so: 

„In einem Vorstellungsgespräch überzeuge ich Sie gern persönlich von meinen Fähigkeiten.“

Auch bei Gruß und Abschied kannst du dich an die einheitliche Norm halten. Verabschiedet wird „Mit freundlichen Grüßen“. Kürze diese Floskel niemals ab. Ein Komma oder anderes Satzzeichen ist hier nicht nötig.  Mit zwei Zeilen Abstand folgt die Unterschrift. Schickst du die Bewerbung per Post, kannst du handschriftlich unterschreiben. Für eine Online- oder E-Mail-Bewerbung kannst du deine handschriftliche Unterschrift einscannen und in das Dokument einfügen. Fehlen dir die technischen Möglichkeiten, ist eine getippte Unterschrift kein Beinbruch.

Gehört das Wort Anlagen in mein Bewerbungsanschreiben?

Mit dem Anschreiben ist deine Bewerbung noch nicht vollständig. Es ist daher üblich, auf die nächsten Seiten hinzuweisen. Und dafür reicht ein Wort: „Anlagen“. Es wird mit zwei Leerzeilen Abstand unter die Unterschrift gesetzt. 

2. Wie finde ich den richtigen Ansprechpartner?

Wie finde ich den richtigen Ansprechpartner?

Bestimmt hast du schon zigmal gehört, dass man in seine Bewerbung nicht einfach „Sehr geehrte Damen und Herren“ schreibt. Aber was, wenn einfach kein Ansprechpartner zu finden ist? In den meisten Fällen wird bereits in der Stellenanzeige angegeben, wer die Bewerbung erhalten soll. Ist dies aber nicht der Fall, dann kannst du die Unternehmenswebsite und die Firmenprofile hier auf Ausbildung.de zu Rate ziehen. Im Karrierebereich findest du häufig eine Übersicht der Personaler. Hat auch nicht geklappt? Dann hilft wohl nur der Griff zum Telefon. Ist in der Stellenanzeige eine Telefonnummer vermerkt, dann ist diese deine erste Wahl. Ansonsten findest du in jedem Impressum eine Rufnummer, die dich zur Zentrale leitet. Hier kann man dir bestimmt mit deinem Anliegen weiterhelfen. Übrigens: Mit einem kurzen Anruf kannst du sogar Extrapunkte sammeln, denn du beweist, dass du dir wirklich Gedanken machst.  

3. Wie lang muss ein Anschreiben sein?

Wie lang muss ein Anschreiben sein?

Wie lang ein Anschreiben sein soll, ist leicht gesagt: Es sollte komplett auf eine Seite passen. Um eine Seite mit Text zu befüllen, brauchst du ungefähr drei Absätze mit je vier bis sechs Zeilen. Hinzu kommen der Briefkopf, der Betreff, die Anrede und die Verabschiedung mit Unterschrift. 

4. Welche Formen für Anschreiben gibt es?

Welche Formen für Anschreiben gibt es?

Jedes Unternehmen ist anders, deshalb sollte auch nicht jedes Anschreiben gleich sein. Und das fängt schon bei der Form an.

Die meisten Konzerne und großen Unternehmen bevorzugen ein professionelles Anschreiben. Du schreibst in einem förmlichen und sehr höflichen Stil und hältst dich an alle Formatierungsvorgaben.

In manchen Branchen wie den Medien oder dem Design darf die Bewerbung auch etwas kreativer ausfallen. Das heißt aber nicht, dass du alle Bewerbungsregeln beiseitelegst, den Ansprechpartner fröhlich duzt und die Bewerbung noch dazu in den Farbtopf wirfst. Ein kreatives Anschreiben muss also umso durchdachter sein. Stellt sich das Unternehmen als junger, fröhlicher Trupp vor, darfst du dies ruhig aufgreifen und auch selbst einen aufgelockerten Stil wählen. Kleine Anspielungen auf die Unternehmenskultur beispielsweise kommen immer gut an. Die Mitarbeiter des Unternehmens präsentieren sich als Schokoholics? Warum nicht mit einem Augenzwinkern anmerken, dass du perfekte Plätzchen zaubern kannst? Behalte nur immer dein eigentliches Ziel im Auge, dich als künftiger Azubi zu präsentieren, der nicht nur Spaß versteht, sondern auch top qualifiziert ist. 

Professionelles/förmliches Anschreiben

Kreatives Anschreiben

Höflicher Stil

Aufgelockerter Stil

Entspricht den Formatierungsangaben (im Idealfall der DIN 5008)

Darf (in angemessener Weise) von der Norm abweichen

Alle sprechen immer von einem einheitlichen Layout – was heißt das?

Das bedeutet, dass deine Bewerbung, also das Anschreiben und der Lebenslauf, eine einheitliche Schriftart, Schriftgröße und Formatierung hat. Du solltest also nicht beim Lebenslauf die Schriftart Arial benutzen und beim Anschreiben Times New Roman. Außerdem geht es darum, dass beispielsweise Zwischenüberschriften und eingerückter Text bei allen Dokumenten deiner Bewerbung gleich formatiert sind. Das Gleiche gilt für die Abstände zum Seitenrand. Klingt kompliziert? Ist es nicht, wenn du dir die Seiten einmal entsprechend eingerichtet hast.

Für Deutschland gibt es die sogenannte DIN-Norm 5008, in der festgelegt ist, welche Abstände für Geschäftsbriefe und Bewerbungen sinnvoll sind. Danach kannst du dich richten.

5. Was ist ein Anschreiben nach DIN 5008?

Was ist ein Anschreiben nach DIN 5008?

DIN 5008 klingt für dich mehr wie ein Lebensmittelzusatz als irgendetwas, das mit einer Bewerbung zu tun haben könnte? Hinter DIN 5008 verbirgt sich eine Norm, die festlegt, wie ein Bewerbungsanschreiben formatiert werden soll. Beispielsweise wo Name und Anschrift platziert werden oder wie groß die Schrift sein darf. Der Vorteil: Durch eine Formatierung nach dieser Norm sieht dein Anschreiben wie ein Geschäftsbrief aus und ist damit extrem übersichtlich. Mit dem Inhalt der Bewerbung hat die DIN 5008-Norm übrigens nichts zu tun.

Wie ist der Seitenaufbau eines Anschreibens nach DIN 5008?

Die Seitenränder sind wie folgt festgelegt:

Seitenrand

Abstand

Seitenrand oben

4,5 Zentimeter

Seitenrand unten

2,5 Zentimeter

Linker Seitenrand

2,5 Zentimeter

Rechter Seitenrand

2 Zentimeter (mindestens aber 1,5 Zentimeter)

Du beginnst oben links in Zeile 4 mit deinem Namen und deiner Anschrift. Darunter setzt du Namen und Anschrift des Unternehmens. Ganz wichtig: Diese Angabe wird immer linksbündig ab Zeile 10 gemacht. Der Grund ist ganz einfach: So soll der Adressat genau in dem Sichtfenster eines Standartumschlags sichtbar sein.

Datum und Ort stehen eine Zeile unter dem Adressaten, allerdings rechtsbündig und nicht linksbündig. Nun setzt du zwei weitere Absätze und kannst dann linksbündig und fettgedruckt den Betreff angeben. Er soll nicht länger als zwei Zeilen lang sein.

Erneut zwei Absätze liegen nun zwischen dem Betreff und der Anrede. Ab hier gilt: Absätze werden mit einem Leerzeichen unterteilt. Erst die Unterschrift bekommt wieder einen Ehrenplatz – genau drei Absätze unter dem Gruß.

Kann ich eine Vorlage für mein Anschreiben benutzen?

6. Was ist ein Motivationsschreiben?

Was ist ein Motivationsschreiben?

Ein Motivationsschreiben wird auch als „dritte Seite“ oder „Seite Drei“ der Bewerbung betitelt, weil es genau nach dem Deckblatt und dem Anschreiben eingefügt wird. So ein Motivationsschreiben ist quasi die XXL-Version oder auch der Extended-Cut des Anschreibens. Allerdings wird ein Motivationsschreiben nur selten verlangt, und du solltest es nur dann verfassen, wenn es ausdrücklich verlangt wird. Anders ist dies, wenn du eine Initiativbewerbung schreibst, dich also auf eine Stelle bewirbst, die gar nicht ausgeschrieben ist. Dann kannst du in einem Motivationsschreiben besonders gut ausdrücken, warum du unbedingt hier eine Ausbildung machen möchtest. 

Wie betone ich meine Stärken, ohne zu übertreiben?

Mathe war nie so dein Ding, dafür bist du im Sportunterricht immer allen davongelaufen? Rechtschreibung und Grammatik fallen dir nicht so leicht, aber handwerkliches Arbeiten ist genau dein Ding? Weil du mit deinem Anschreiben oder Motivationsschreiben deinen potenziellen Arbeitgeber von dir überzeugen möchtest, solltest du die Stärken betonen, die zu dem Job in dem Unternehmen passen, für den du dich bewirbst.

Beispiele

Nicht so gut:

„Ich spiele so gut Fußball wie Bastian Schweinsteiger, deshalb möchte ich bei Ihnen Karriere als … machen“
„Ich war schon immer der Klassenbeste in Mathe, deshalb…“
„Mathe mag ich nicht, aber Deutsch gefällt mir sehr!“

Besser:

„Schon in der Schule habe ich bewiesen, dass mich Statistik sehr interessiert – deshalb möchte ich bei Ihnen …“
„Meine körperliche Fitness, die für den Beruf als … sehr wichtig ist, habe ich bereits im Sportunterricht unter Beweis gestellt“
„Während der Schulzeit habe ich einen besonderen Schwerpunkt auf Fremdsprachen gelegt. Dies bietet mir beste Voraussetzungen für die Ausbildung als …“

Ziel:

Zeig dem Unternehmen in deinem Anschreiben, dass du etwas kannst und warum das für den Job wichtig ist. Vermeide starke Übertreibungen, das kommt nicht gut an. Natürlich möchtest du dich in einem guten Licht präsentieren, aber für deine Karriere ist es nicht förderlich, wenn dein potenzieller Arbeitgeber das Gefühl hat, dass in deiner Bewerbung Fähigkeiten genannt werden, die du gar nicht hast.

Wie unterscheidet sich ein Motivationsschreiben von einem Anschreiben?

Beim Aufbau des Motivationsschreibens gibt es große Unterschiede zum Anschreiben, und die betreffen vor allem den Briefkopf. Denn dieser fällt bei einem Motivationsschreiben vollständig weg. Stattdessen entwirfst du eine Überschrift. Die könnte beispielsweise lauten: 

„Warum ich mich um die Ausbildung als XY bewerbe“

Danach folgt, wie auch im Anschreiben, die Anrede – und schon bist du mitten drin in deinem Motivationsschreiben. Doch auch hier gibt es Besonderheiten. Du kannst dir nämlich für deine Ausführungen deutlich mehr Zeit nehmen, weiter ins Detail gehen und gleichzeitig etwas persönlicher werden. 

Anschreiben

Motivationsschreiben

Hat einen Briefkopf sowie eine Betreffzeile

Kein Briefkopf, dafür aussagekräftige Überschrift

Gehört in jede Bewerbung (es sei denn, es wird ausdrücklich nur ein Motivationsschreiben verlangt)

Optional, es sei denn, es wird ausdrücklich verlangt

Gibt Überblick über bisherige Lebensereignisse und Fähigkeiten

Vertieft die Ausführungen aus dem Anschreiben, setzt Fokus auf persönliche Stärken und Motivation

7. Ich möchte meinen Ausbildungsbetrieb wechseln – was schreibe ich in mein Anschreiben?

Die Ausbildung gefällt dir, aber du fühlst dich in deinem Betrieb nicht wohl? Ein gut überlegter Wechsel kann die Lösung sein. Wichtig ist, dass du ehrlich bist und nicht verschweigst, dass du dich bereits in der Ausbildung befindest und den Betrieb wechseln möchtest. Niemals solltest du dich aber negativ über deinen aktuellen Ausbilder äußern. Auch wenn du die Gründe für den Wechsel nennen solltest – bleib dabei objektiv und sachlich. Negative und subjektive Kritik wirft immer auch ein schlechtes Licht auf dich.

Das solltest du schreiben

Das solltest du auf keinen Fall schreiben

Ich erhoffe mir von meiner Ausbildung den Fachbereich XY näher kennenzulernen. In meinem derzeitigen Ausbildungsplatz ist dies zurzeit nicht möglich, weshalb ich mich zu einem Wechsel entschlossen habe.

Aufgrund der schlechten Stimmung im Team, möchte ich meinen Ausbildungsplatz wechseln.

Nun musst du noch klarmachen, in welchem Ausbildungsjahr du bist und zu welchem Termin du wechseln möchtest. 

8. Wie schreibe ich ein Anschreiben für eine Berufsschule?

Wie schreibe ich ein Anschreiben für eine Berufsschule?

Viele glauben, für eine Berufsschule reicht eine einfache Anmeldung. Das ist leider nicht richtig, denn auch für eine schulische Ausbildung benötigst du eine Bewerbung und ein Anschreiben. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Anschreiben für eine Berufsschule kaum von einem Anschreiben für ein Unternehmen. Du stellst dich selbst vor und erklärst, warum du dich für die Ausbildung perfekt eignest. Doch so, wie jedes Unternehmen sehen möchte, dass der Bewerber sich mit ihm auseinandergesetzt hat, so verlangt dies auch eine Berufsfachschule. Ein bisschen Schmeicheln kann also nicht schaden. Nennst du in deinem Anschreiben beispielsweise den guten Ruf der Schule als Grund, dich hier zu bewerben, dann kannst du garantiert punkten. Immerhin herrscht oftmals eine starke Konkurrenz zwischen den Schulen. 

„Ich wünsche mir, meine Ausbildung in Ihrer Schule zu absolvieren, da Ihr Ruf überregional bekannt ist.“

Zu guter Letzt solltest du prüfen, ob die Schule weitere Dokumente von dir fordert. Eine Bewerbungsmappe mit Arbeitsproben ist beispielsweise bei kreativen Ausbildungsberufen keine Seltenheit. 

9. Wie schreibe ich ein Anschreiben für ein Duales Studium?

Wie schreibe ich ein Anschreiben für ein Duales Studium?

Auch bei der Bewerbung um ein Duales Studium ist ein Anschreiben unverzichtbar. Formell unterscheidet es sich kaum, die Recherche ist jedoch etwas aufwändiger. Denn jedes Duale Studium ist ein bisschen anders und je besser und individueller du auf den Studiengang eingehst, desto besser.

In deine persönliche Vorstellung schreibst du, auf welche Schule du gehst und wann du deinen Abschluss machen wirst. Nun erklärst du, was du dir von dem Dualen Studium erhoffst, dabei kannst du auch darauf eingehen, warum du dich gegen eine reine Berufsausbildung oder ein reines Studium entschieden hast. Betonen solltest du deine Motivation und Lernbereitschaft, denn der Arbeitsaufwand ist bei eine Dualen Studium besonders hoch. Nicht fehlen darf der Bezug zu dem Unternehmen, denn das hast du sicher nicht grundlos ausgewählt. 

Wer bekommt das Anschreiben für ein Duales Studium?

Das Anschreiben schickst du an das Unternehmen, bei dem du den Praxisteil des Studiums absolvierst. Dieses entscheidet eigenständig, ob du den Platz bekommst, erst dann kannst du dich an der Partneruniversität einschreiben. Dies ist eine reine Formalität, ein weiteres Anschreiben ist selten gefordert. Nur in wenigen Fällen musst du dich erst bei der Uni oder Fachhochschule bewerben, ehe du dich mit einer Zusage im Gepäck, an ein Partnerunternehmen wenden kannst. In dem Falle, sind zwei Bewerbungen notwendig. 

Ablauf einer Bewerbung um ein Duales Studium:

  • Bewerbung und Anschreiben verfassen
  • Bewerbung an Unternehmen/Praxispartner senden
  • Zusage zum Dualen Studium
  • An der Universität einschreiben

Der Ausbildung.de Lebenslauf Generator

Gestalte deinen kostenlosen Lebenslauf

Advices content cv teaser
Jetzt kostenlos Lebenslauf erstellen