Der Lebenslauf für deine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Dein ganzes Leben auf einem Blatt Papier: Im Lebenslauf gibst du einen knackig-kurzen Überblick über die bisherigen Stationen deines Lebens. Dazu gehören deine schulischen und deine bisherigen praktischen Erfahrungen, aber auch deine besonderen Qualifikationen, Fähigkeiten und Hobbys. So kann der Arbeitgeber, bei dem du dich bewirbst, auf einen Blick sehen, warum du der perfekte Kandidat für eine freie Stelle bist. Das macht den Lebenslauf neben dem Anschreiben zum wichtigsten Bestandteil deiner Bewerbung. 

Das Wichtigste in Kürze

  1. Der Lebenslauf fasst deine Laufbahn kurz und tabellarisch zusammen
  2. Viele Angaben sind nicht notwendig, so wie Familienstand, Religion oder Gesundheitszustand
  3. Auch ein Foto ist nicht verpflichtend
  4. Ein Lebenslauf muss nicht länger als eine oder zwei DIN A4 Seiten sein

1. Was gehört in meinen Lebenslauf?

Was gehört in meinen Lebenslauf?

Ob schulischen Leistungen und Lieblingsfächer oder praktische Erfahrungen, Sprachkenntnisse und Hobbys. Dein zukünftiger Arbeitgeber möchte auf einen Blick erkennen, wer sich hinter der Bewerbung verbirgt. Doch längst nicht alle Angaben, die früher üblich waren, sind auch heute noch notwendig. Wir verraten dir deshalb, was in deinen Lebenslauf gehört und was nicht.

In einen vollständigen Lebenslauf gehören

In einen vollständigen Lebenslauf gehören nicht

deine Kontaktdaten

Angaben über deine politische Sichtweise oder mögliche Parteiangehörigkeit

eine vollständige Auflistung deiner schulischen Laufbahn

Name der Eltern

deine Praktikums- und Berufserfahrung,
sowie deine Sprachkenntnisse

Beruf der Eltern

deine Hobbys (wenn sie für den Beruf interessant sind) und sonstigen Kenntnisse

Angaben zu deinem Gesundheitszustand

ein Foto (freiwillig)

Angaben zur Religion

2. Wie ist der Lebenslauf aufgebaut?

Schritt für Schritt erklären wir dir, wie ein Lebenslauf aufgebaut ist. Beginnend beim Kopf über deine Ausbildung und deinen Werdegang, bis hin zu deinen Kenntnissen und Hobbys. Finde heraus, ob deine Lieblingsserie einen Platz in deinem Lebenslauf findet und wie du deine Sprachkenntnisse angibst. 

Was gehört in den Kopf des Lebenslaufs?

Der Lebenslauf beginnt mit der Kopfzeile und der Überschrift. Dort schreibst du einfach "Lebenslauf" hin. darunter folgen dann deine persönlichen Daten, also Name, Adresse, Handy- oder Festnetznummer sowie deine Mailadresse. Geburtsdatum und -ort musst du nicht mehr zwingend angeben, diese Infos werden aber trotzdem gerne gesehen. Möchtest du deinem Lebenslauf ein Foto befügen, dann packst du es am besten oben rechts neben deine persönlichen Daten. 

Was gehört in den Kopf des Lebenslaufs?

Wie gebe ich meinen schulischen Werdegang im Lebenslauf an?

Als nächstes folgt dein schulischer Werdegang. Für dich als Schulabgänger wird die schulische Laufbahn dabei vermutlich den größten Platz einnehmen. Wenn du zum Zeitpunkt deiner Bewerbung noch zur Schule gehst, schreibst du darunter, wann du voraussichtlich deinen Schulabschluss machen wirst. 

Was gehört an Praxiserfahrung in den Lebenslauf?

Anschließend ist deine Praxiserfahrung an der Reihe, also deine Schülerpraktika, Nebenjobs oder deine Erstausbildung. Auch ehrenamtliche Tätigkeiten und längere Auslandsaufenthalte, zum Beispiel als Austauschschüler, sind wichtige Erfahrungen, die du nennen solltest. 

Wie gebe ich Ausbildung und Praxiserfahrung im Lebenslauf an?

Was gehört zu den weiteren Qualifikationen?

Zu den weiteren Qualifikationen gehören deine Sprachkenntnisse, deine IT-Kenntnisse und deine sonstigen Kenntnisse. Hier kannst du zum Beispiel zeigen, dass du den Führerschein hast oder dich schon einmal um die Pflege älterer Menschen gekümmert hast.  Als letztes kannst du auch deine Hobby und Interessen angeben. 

Was gebe ich als Hobby und sonstige Qualifikationen an?

Wie schließe ich den Lebenslauf ab?

Den Lebenslauf schließt du mit dem Datum und deiner Unterschrift ab.

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3. Welche Arten von Lebensläufen gibt es?

Welche Arten von Lebensläufen gibt es?

Es gibt im Grunde zwei Arten von Lebenslauf: den tabellarischen und den ausführlichen Lebenslauf. Im ausführlichen Lebenslauf erzählst du komplett ausformuliert von deinem bisherigen Werdegang, manchmal sogar handschriftlich. So ein ausführlicher Lebenslauf wird aber nur noch sehr selten verlangt, weil er unübersichtlich ist. Für deine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz kommt also eher der tabellarische Lebenslauf infrage. Wenn man vom Lebenslauf spricht, dann ist in der Regel ein tabellarischer Lebenslauf gemeint. Der bietet einen strukturierten Überblick über deine bisherigen Erfahrungen sowie deine Kenntnisse und Fähigkeiten. Es gibt ihn in chronologischer und antichronologischer Form.

Tabellarischer Lebenslauf

Ausführlicher Lebenslauf

Alle Infos sind in Form von Stichpunkten aufgeführt

Infos werden mit Text ausgeführt

Bietet große Übersicht, lässt sich schnell lesen

Gibt tieferen Einblick in dein Leben

4. Sollte der Lebenslauf chronologisch sein oder nicht?

Die Frage, ob der Lebenslauf chronologisch oder antichronologisch aufgebaut sein muss, kann man nicht einfach so mit Ja oder Nein beantworten. Bewirbst du dich aber nach der Schule für eine Ausbildung oder ein duales Studium, dann ist der chronologische Lebenslauf die gängigste Form. Die erwarten auch die meisten Arbeitgeber und Personalverantwortliche von angehenden Azubis. Erst später, wenn du schon eine Menge Berufserfahrung gesammelt hast und es eher unwichtig ist, wo du zur Schule gegangen bist, macht der antichronologische oder amerikanische Lebenslauf mehr Sinn. 

Wichtig ist, dass du auf jeden Fall bei einer Form bleibst. Wenn du deine Schullaufbahn chronologisch geordnet hast, solltest du das auch mit deinen praktischen Erfahrungen machen. 

Chronologischer Lebenslauf

Antichronologischer Lebenslauf

Schulischer Werdegang
2007-2011 - Grundschule XY
2011-2016 - Realschule XY

Schulischer Werdegang
2011-2016 - Realschule XY
2007-2011 - Grundschule XY

5. Muss ein Foto im Lebenslauf sein?

Muss ein Foto im Lebenslauf sein?

Es ist mittlerweile keine Pflicht mehr, sich mit einem Foto zu bewerben. Du kannst sogar eine sogenannte anonymisierte Bewerbung einschicken, in der du nicht einmal dein Alter angeben musst. So soll verhindert werden, dass du aus Gründen benachteiligt wirst, die nichts mit deinen Fähigkeiten zu tun haben – also wenn zum Beispiel dem Arbeitgeber wortwörtlich deine Nase nicht gefällt.

Wir empfehlen dir aber trotzdem, ein Foto mitzuschicken. Die meisten Arbeitgeber sehen es immer noch gerne und sind auch an solche Bewerbungen gewöhnt. So können sie sich sofort einen ersten Eindruck von dir verschaffen und haben ein Gesicht zum Text. Und du kannst mit einem ordentlichen und sympathischen Bild direkt punkten.

Dafür solltest du aber auch unbedingt ein geeignetes Foto nehmen. Dein Selfie mit dem Känguru aus dem letzten Zoobesuch lässt du lieber in deiner Privatsammlung. Am besten gehst du zu einem professionellen Fotografen. Der weiß nämlich, wie er dich für das Bewerbungsfoto richtig in Szene setzt – vom Bildausschnitt über die richtige Kopfhaltung bis hin zur perfekten Lichtsetzung. Außerdem solltest du auf eine ordentliche Frisur achten und zum Shooting Klamotten anziehen, die zur Branche und dem Unternehmen passen, bei dem du dich bewirbst: Angehende Finanzkaufleute müssen sich noch einmal eine ganze Ecke seriöser kleiden als zum Beispiel Bewerber in einer Werbeagentur oder einem Handwerksbetrieb. 

Hast du das perfekte Foto geschossen, packst du es auf das Deckblatt oder in den Lebenslauf. Du kannst es dort entweder am Computer einfügen, mit Klebstoff aufkleben oder mit einer Klammer anheften. Bitte verzichte darauf, das Bild anzutackern. Und wenn du es aufklebst, dann schreib deinen Namen und deine Telefonnummer auf die Rückseite des Fotos – falls es versehentlich aus der Bewerbungsmappe plumpst, kann es so gleich wieder zugeordnet werden. Je nachdem, wo du dich bewirbst, kann ein digital eingefügtes Foto übrigens besser ankommen als ein angeklebtes – zum Beispiel bei Ausbildungsberufen, in denen du viel am Computer arbeitest. Und bei einer E-Mail-Bewerbung stellt sich die Frage ja sowieso nicht.

Was muss auf dem Foto zu sehen sein?

Ein Bewerbungsfoto ist im Normalfall ein Porträt. Meist sieht man darauf dein Gesicht und deine Schultern oder noch einen Teil deines Oberkörpers. Ganzkörperporträts sind eher unüblich. Das liegt auch an dem Format, das Bewerbungsfotos oft haben. 4,5 mal 6 cm sollte dein Foto mindestens groß sein. Die meisten Bewerber schicken Fotos im Hochformat, es gibt aber auch die Möglichkeit, sich durch Querformate oder quadratische Bilder von der Masse der Bewerber zu unterscheiden.

Muss ich zum Fotografen oder kann ich mich auch privat fotografieren lassen?

Das Wichtigste ist, dass das Foto professionell gemacht und scharf ist. Wenn du jemanden kennst, der sehr gut fotografiert, kannst du ihn auch bitten, ein Bewerbungsfoto von dir zu machen. Im Zweifelsfall solltest du dich für einen professionellen Fotografen entscheiden. Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe einen, der sogar auf Bewerbungsfotos spezialisiert ist.

Was soll ich anziehen und wie soll ich gucken?

Mit Bluse und Blazer machen Bewerberinnen nichts falsch, bei Bewerbern sind Anzug und Krawatte okay. Je nach Branche kann es auch etwas weniger formell sein, zum Beispiel ein schickes T-Shirt unter dem Blazer bei Bewerberinnen oder Anzug ohne Krawatte bei Bewerbern. Wenn du dir unsicher bist, zieht dich lieber etwas schicker an – hier gilt die gleiche Regel wie beim Bewerbungsgespräch.

Du solltest auf deinem Foto kompetent, freundlich und seriös wirken. Aber wie macht man das? Stell dir vor, der Fotograf wäre dein zukünftiger Chef, den du von dir überzeugen möchtest. Du solltest leicht lächeln, selbstbewusst in die Kamera schauen und gerade stehen (oder sitzen). Aber mach dir nicht zu viele Sorgen, Fotografen wissen genau, worauf es ankommt und geben dir Anweisungen.

Soll ich das Bewerbungsfoto aufkleben oder ausdrucken?

Wenn du dein Foto auch digital hast, stehst du vor der Frage, ob du es auf deinen Lebenslauf oder dein Deckblatt klebst oder ob du es mit deiner Bewerbung ausdruckst. Beides ist möglich, aber: Wenn du es mit ausdruckst, solltest der Druck eine gute Qualität haben.

6. Wie gebe ich Sprachkenntnisse im Lebenslauf an?

Wie gebe ich Sprachkenntnisse im Lebenslauf an?

Fremdsprachenkenntnisse sind immer von Vorteil – also rein damit! Du musst dann aber auch angeben, wie gut du die jeweilige Sprache beherrschst. Hierfür gibt es die offiziellen Abstufungen „Muttersprache“, „Verhandlungssicher“, „Fließend“, „Sehr gute Kenntnisse“, „Gute Kenntnisse“ und „Grundkenntnisse“. Das Niveau von Schulabgängern in der Sprache Englisch bewegt sich meistens zwischen gut und sehr gut. Du kannst außerdem auch angeben, wie lange du in der Sprache unterrichtest wurdest, und dass du sie in Wort und Schrift beherrschst. Bei den sogenannten toten Sprachen, also zum Beispiel Latein, musst du eine solche Einschätzung übrigens nicht abgeben. Hier reicht es, wenn du angibst, dass du das Latinum besitzt.

 

Sprachlevel

Erklärung

Muttersprache

Nur angeben, wenn du mit dieser Sprache aufgewachsen bist – egal wie toll du sie auch sonst sprichst, schreibst und liest

Verhandlungssicher

Du kann im Englischen akzent- und fehlerfrei diskutieren und beherrscht das gängige Fachvokabular

Fließend

Du kannst Texte aus Zeitschriften und Büchern problemlos verstehen und dich über anspruchsvolle Themen unterhalten.

Sehr gute Kenntnisse

Wenn du flüssig und fehlerfrei auch über komplexe Themen quatschen kannst

Gute Kenntnisse

Ein Alltagsgespräch im Ausland ist für dich kein Problem

Grundkenntnisse

Du kannst dich eingeschränkt verständigen

8. Sollte ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Sollte ich Hobbys im Lebenslauf angeben?

Hobbys sind eine tolle Möglichkeit, um deine Eignung oder Leidenschaft für einen bestimmten Beruf noch einmal zu unterstreichen. Du kletterst in deiner Freizeit gerne? Dann bist du scheinbar schwindelfrei – perfekt für Handwerksberufe, die dich auch mal auf das eine oder andere hohe Gerüst führen. Du bastelst gerne Modelle? Dann scheinst du ja geschickte Hände zu haben – nicht die schlechteste Eigenschaft für einen angehenden Geigenbauer! Gerne gesehen sind auch immer Sportarten, denn die zeigen, dass du ein Teamplayer und körperlich fit bist.

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Hobbys, die aber rein gar nichts mit Job, für den du dich bewirbst, zu tun haben oder dich schlimmstenfalls sogar etwas merkwürdig dastehen lassen, solltest du dagegen getrost weglassen. Grundsätzlich gilt: Nur das, was im weitesten Sinne auch etwas mit deinem Traumjob zu tun hat, gehört in deinen Lebenslauf.

9. Welchen Umfang hat ein Lebenslauf?

Je nach Design sollte der Lebenslauf auf ein- bis zwei Seiten passen. Da deine Laufbahn als frischgebackener Schulabgänger vermutlich noch nicht ganz so umfangreich ist, dürfte das kein Problem für dich sein.

10. Wie kann ich Lücken im Lebenslauf füllen?

Wie kann ich Lücken im Lebenslauf füllen?

Du suchst nach einer Ausbildung, allerdings liegt dein Schulabschluss schon länger zurück als üblich? Vielleicht, weil du beim ersten Anlauf nichts gefunden hast? Oder du hast bereits eine Ausbildung angefangen, aber abgebrochen und suchst nun schon längere Zeit nach einer neuen Ausbildungsstelle? Klar, dass du nun Sorge hast, deine Lücke im Lebenslauf könnte sich negativ auf deine Bewerbung auswirken. Was tun? Die Lücke verschweigen und sich einfach was ausdenken? Besser nicht, denn spätestens, wenn du die Ausbildung hast, kommt die Wahrheit doch ans Licht. Und du solltest wissen: Falschaussagen im Lebenslauf sind ein Kündigungsgrund.

Wie erkläre ich Lücken im Lebenslauf?

11. Was schreibe ich ohne Schulabschluss in den Lebenslauf?

Was schreibe ich ohne Schulabschluss in den Lebenslauf?

Die Schule hast du beendet und für einen Abschluss hat es nicht gereicht? Das macht deine Ausbildungssuche zwar nicht leichter, unmöglich ist es aber nicht, einen Platz zu finden. 

„Wusstest du, dass man rechtlich gesehen, keinen Schulabschluss benötigt, um an einer Ausbildung teilnehmen zu dürfen?“

Im Anschreiben musst du daher umso mehr von deinen persönlichen Fähigkeiten überzeugen, aber was tun, damit auch der Lebenslauf nicht gleich zur roten Karte wird? Hier gibst du die konkrete Zeitspanne an, in der du zur Schule gegangen bist. Du brauchst nicht schreiben, dass du die Schule abgebrochen, wohl aber, dass du „ohne Abschluss“ verlassen hast. 

12. Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Es ist zwar nicht verpflichtend, aber dennoch üblich, neben seinem Anschreiben auch den Lebenslauf zu unterschreiben. Deine Unterschrift kommt ans Ende deines Dokumentes. Linksbündig setzt du Ort und Datum ein, rechtsbündig unterschreibst du. Entweder handschriftlich, bei der E-Mail-Bewerbung getippt oder per Scan eingefügt. 

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