Alles über die Initiativbewerbung

Stell‘ dir mal vor, du hast ein absolutes Traumunternehmen gefunden, bei dem du unbedingt deine Ausbildung machen willst – und dann sind da gar keine freien Stellen ausgeschrieben. Meh! Du könntest jetzt natürlich den Kopf in den Sand stecken und dich nach anderen Arbeitgebern umgucken. Oder du ergreifst die Initiative und überzeugst das Unternehmen davon, dass es einen neuen Azubi braucht, obwohl ihm das selbst nicht einmal klar ist. Wie du das machst? Mit einer Initiativbewerbung!

Initiativbewerbung schreiben

1. Was sind die Unterschiede zwischen einer Initiativbewerbung und einer normalen Bewerbung?

Der größte Unterschied ist, dass du dich nicht auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbst, sondern für eine, die es (noch) nicht gibt. Der Fokus liegt bei der Initiativbewerbung deswegen auch nicht auf den Anforderungen einer offenen Stelle, sondern auf deinen Qualifikationen. Du musst dich in der Bewerbung dermaßen gut verkaufen, dass man dich unbedingt einstellen will. 

2. Wann ist eine Initiativbewerbung sinnvoll?

Schaden kann eine Initiativbewerbung eigentlich nie. Was soll schon passieren? Mehr, als dich ignorieren oder ablehnen, kann das Unternehmen nicht tun. Und im Idealfall ergatterst du sogar den Ausbildungsplatz.

Wenn du also weißt, dass du dich unbedingt bei einer bestimmten Firma bewerben möchtest, dort aber keine freien Stellen zu finden sind: Give it a try! Nur wenn auf deren Homepage explizit steht, dass keine Initiativbewerbungen erwünscht sind, kannst du dir die Mühe sparen. Mühe macht so eine Initiativbewerbung nämlich auf jeden Fall, wenn sie erfolgreich sein soll. Du musst dich vorher gut über das Unternehmen informieren und deutlich machen, warum du nur dort deine Ausbildung machen willst und warum das Unternehmen gar nicht auf dich verzichten kann. 

3. Wie bereite ich eine Initiativbewerbung vor?

Bevor du eine Initiativbewerbung verschicken kannst, brauchst du zuerst einmal einen Ansprechpartner aus der Personalabteilung, an den du die Bewerbung adressieren kannst. Du darfst dafür ruhig einfach dort anrufen und nachfragen. Dann kannst du dich auch gleich darüber informieren, in welchen Berufen das Unternehmen überhaupt ausbildet und ob eine Bewerbung lieber per Mail oder mit der Post verschickt werden sollte. Damit zeigst du nicht nur Einsatz, sondern hast außerdem die Möglichkeit, dich hinterher in der Bewerbung auf dieses Telefongespräch zu beziehen.

Vor der Initiativbewerbung
  • Ansprechpartner und Adresse heraussuchen
  • anrufen und nachfragen, ob eine Bewerbung sinnvoll ist
  • über das Unternehmen informieren

Natürlich solltest du dich auch über das Unternehmen selbst schlau machen, zum Beispiel über dessen Homepage oder Facebook-Auftritt. So machst du dir ein Bild, wie das Unternehmen drauf ist und sich nach außen hin zeigt, und du erhöhst die Chancen, mit dem Stil deiner Bewerbung den passenden Ton zu treffen. Toll ist es natürlich auch, wenn du dich auf einer Fach- oder Jobmesse schon über das Unternehmen informieren konntest oder sogar auf eine dortige Kontaktaufnahme verweisen kannst.

Und nicht zuletzt musst du für dich herausfinden, was für eine Ausbildung du überhaupt suchst, wo deine Stärken liegen und wie du sie im Unternehmen einbringen kannst. Das alles muss dir selbst klar sein, sonst kannst du kein Unternehmen glaubhaft davon überzeugen, dass es dich unbedingt einstellen muss.

Mögliche Einstiege bei einer Initiativbewerbung
  1. Suchen Sie aktuell oder in Zukunft einen motivierten Auszubildenden im Bereich XY? Dann möchte ich mich hiermit bei Ihnen bewerben.
  2. Ich danke Ihnen für das freundliche Gespräch bei der Messe XY. Auch wenn Sie zurzeit keinen Ausbildungsplatz als XY anbieten, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich als zukünftigen Bewerber vorzustellen.
  3. Noch immer blicke ich gern auf mein Schülerpraktikum zurück, das ich im Februar 2015 bei Ihnen absolvieren durfte. Es hat mir nicht nur gezeigt, dass ich den Beruf XY lernen möchte, sondern auch, dass ich mir keinen besseren Ausbildungsbetrieb vorstellen kann.

4. Welche Unterlagen gehören in die Initiativbewerbung?

Eine Initiativbewerbung ist genauso aufgebaut wie eine normale Bewerbung. Das bedeutet, dass du neben dem Anschreiben mindestens auch den Lebenslauf (optional mit Bewerbungsfoto) und dein aktuellstes Schulzeugnis beziehungsweise dein Abschlusszeugnis mitschickst. Je nachdem, was du bisher schon so alles gemacht hast und bei welchem Unternehmen und auf welche Stelle du dich bewirbst, kannst du dann noch weitere Unterlagen beifügen. Gerade bei einer Initiativbewerbung punktest du natürlich mit einem Praktikumszeugnis oder einem Empfehlungsschreiben.

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