Das war ein bisschen der sportliche Aspekt, weil ich habe früher Leistungssport und Judo gemacht. Das hat mich dann inspiriert, mehr über meinen Körper zu lernen, wie etwas funktioniert. Ich habe mir das Ganze erstmal in einem schulischen Praktikum angeguckt, über 2 Wochen, habe da den ersten Einblick in eine private Praxis gekriegt.
Und das hat mein Interesse dann weiterhin gesteigert, weil da so unglaublich viel dahinter steckt. Und das macht es im Endeffekt für mich aus, dass du da nie auslernen kannst und du lernst nicht für dich selber, sondern eigentlich für jeden - du kannst jedem damit helfen, nicht nur dir selbst.
Was man alles lernt. Ich dachte erst, Physiotherapie wäre dieses Man lernt viel über die eigene Therapie, aber dann kamen die Fächer wie spezielle Krankheitslehre, wo man dann wirklich den Arztbereich dazu lernt, die medizinische Notwendigkeit, was operiert wird und wie operiert wird. Und ich finde, das gibt noch mal einen viel tieferen Einblick, wieso, weshalb ich überhaupt etwas mache, und stärkt einfach das Verständnis. Das hat mich sehr überrascht, dass man so weit in die Materie eindringt, um sein Verständnis wirklich zu stärken.
Am meinsten Spaß gemacht? Das sind die Pilates-Stunden. Weil die Pilates-Stunden waren mit unserer Klasse immer sehr, sehr lustig. Aber auch allgemein die Bewegungstherapie und der Umgang in der Klasse mit den Lehrern. Es ist alles sehr sauber. Es fühlt sich schon fast so ein bisschen familiär an. Und das hat das Ganze wesentlich einfacher gemacht, als in eine Klasse zu kommen, in die man nicht gehen möchte, weil man sich unwohl fühlt oder
sonstiges.
Was mir persönlich nicht gut gefallen hat, war so die ein oder andere Praktikaerfahrung. Weil es stimmt einfach, wenn man sagt, Lehr-jahre sind keine Herrenjahre, und im Praktikum macht man mal Aufgaben, auf die der ausgelernte
Therapeut keine Lust hat. Im Praktikum machte ich dann viel Massage oder viel Elektrotherapie, Ultraschall. Das sind die Anfangsdinge, die man vielleicht nicht so gerne macht. Aber auch daran wächst man und entwickelt man sich, und nur so kann man auch die Basics noch mal schön festigen.
Erstmal Physiotherapie, finde ich, ist der geilste Job der Welt. Das heißt, sportliches Interesse muss da sein und das Interesse, sich wirklich zu entwickeln, wenn das nur so ein Larifari-Ding ist und man weiß nicht wirklich, ob einen die Medizin oder der Sport interessiert, dann finde ich es schwierig. Aber wenn man diesen sportlichen Aspekt hat, selber Sport macht oder sich allgemein für die Menschen und für die Hilfe des Menschen interessiert, ist das eine mega coole Sache und ist ja nicht nur Lernen für den Job, sondern ist das Lernen fürs Leben.
Ich hab mich dazu entschieden, denn ich mochte, dass es mir was Kreatives versprochen wurde, aber gleichzeitig auch Fachliches. Also diese Mischung aus "Du kannst kreativ und spontan dich zeigen" und "Probleme lösen". Gleichzeitig brauchst du aber auch viel Wissen und ich mochte diese Mischung daraus besonders gerne.
Mich hat besonders überrascht, wie vielfältig auch der Alltag innerhalb dieses Berufes ist. Der Alltag in einer Praxis sah für mich ganz anders aus als der im Krankenhaus und das war wirklich überraschend und ich glaube, dass auch in der Reha und in anderen Bereichen, die man selbst in der Ausbildung noch nicht erlebt hat, das Arbeiten wirklich sehr unterschiedlich und vielfältig ist.
Mir macht es Spaß, mit den Menschen zu arbeiten, besonders im Krankenhaus. Da war es sehr wichtig, spontan und sehr flexibel zu sein, viel aus den Momenten herauszuholen und auch Menschen zu begleiten, die vielleicht in einer Situation sind, die man selbst nicht kennt und die vielleicht auch gar nicht so einfach ist. Und die dann zu begleiten, zu unterstützen, das macht mir besonders viel Spaß. Nicht so viel Freude macht es natürlich, dass man auch mal Auseinandersetzungen hat oder Dinge aushalten muss, die auch nicht so einfach sind. Das kann manchmal die Laune von Patienten oder anderen Kollegen sein, einfach weil dieser Job und das ganze Gesundheitssystem sehr auf den Mühen von Individuen beruht.
Im ersten Lehrjahr haben wir nur Theorieunterricht und ab dem zweiten Lehrjahr gehen wir in die Praktika. Es gibt dafür Partnerschaften mit der Schule. Die haben schon mit Praxen oder mit Klinikum oder mit den unterschiedlichen Einrichtungen die Partnerverträge. Man sucht sich nur einen Fachbereich. Wir haben haben Pflichtpraktika und wir haben davon manchmal, aber normalerweise kann man entscheiden. Zum Beispiel, möchte man eher in der Pädiatrie arbeiten, oder in der Geriatrie. Genauso bei Ortho oder Neuro. Aber ganz oft fällt vieles einfach zusammen. In der Praxis hat man fast eigentlich immer alles. Das war genauso in meinem Orthopraktikum, was ich im Krankenhaus hatte und da war ich sehr viel auf der neurologischen Station und hab dort sehr viel mitgenommen. In diesem Beruf ist das sehr flexibel. Ich hab schon Erfahrungen in dem pädiatrischen, in dem orthopädischen, im psychiatrischen und in dem arbeitstherapeutischen Bereichen Erfahrungen gesammelt.
Eine Sache, die man auf jeden Fall mitbringen sollte... Hmm, den Willen immer weiterzulernen und nie ausgelernt zu haben. Da es immer was Neues, Interessantes gibt, man kann sich immer weiterbilden.Man muss wissen, dass das eine Reise ist, die auch nie beruflich aufhören wird.
Weil ich gerne mit Menschen arbeite und ihnen helfen möchte. Vorher habe ich in der Pflege gearbeitet und dort haben sich meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ich wollte schon immer mit Menschen arbeiten und hab dort gemerkt, dass das aber nicht das ist, was ich wollte. Also hab ich mich umgeschaut und bin dann hier auf die Ergotherapie gekommen. Also ich hab mich umgeschaut, was man noch mit Menschen machen kann, was ihnen guttut und für mich auch erfüllend wäre.
Am meisten hat mich überrascht, wie unglaublich viel man reflektiert. Nicht nur über einen selbst, sondern auch über die anderen Menschen. Also wie viel man lernt, zu beobachten, wertzuschätzen. Ich habe auch unfassbar viel über mich selbst reflektiert und konnte mich selbst auch anders wahrnehmen als vorher. Genau das hat mich sehr überrascht.
Mir macht es besonders viel Spaß, dass man immer wieder dazulernt. Also, man lernt wirklich nie aus. Es ist immer wieder was Neues da und ich glaube, in solchen Berufen und besonders in unserem Beruf ist das sehr viel. Man hat immerzu Weiterbildungen, immerzu was Neues und immer neues Fachwissen, um neu mit den Menschen umzugehen. Das macht mir besonders auch viel Spaß.
Was mir jetzt eher nicht so viel Spaß macht, ist das Handwerk. Aber das hat halt einfach persönliche Gründe. Also, ich mach's gerne mit den Patienten, aber persönlich würde ich jetzt freiwillig nicht das machen wollen.
Ich möchte sehr, sehr gerne im neurologischen Bereich arbeiten, weil es mir einfach gefällt es einfach, wie tief man da reingehen kann. Also, zum Beispiel, ein Gleichgewichtsproblem ist nicht gleich ein Gleichgewichtsproblem. Das kann auch ganz andere Ursachen haben. Und genau diese Tiefe da hat mich sehr beeindruckt. Und ich möchte auch gerne in den klinischen Bereich gehen, weil da diese fixe Arbeitsweise ist. Man hat fixe Uhrzeiten, man hat einen geregelteren Ablauf und die Patienten kommen auch eigentlich immer. Das ist so mein Wunschbereich.
Man muss etwas aufgeschlossener sein und keine Angst haben - einem kann da nichts passieren. Keine Angst weder von dem Beruf selbst noch vor den Patienten. Klar, Angst hat man irgendwie immer, aber viele Patienten sind verständnisvoll und man hat immer einen Ansprechpartner, man ist nie allein.
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