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Mindestlohn Ausbildung: Alle Infos zum Azubi-Mindestlohn

Seit Januar 2020 gibt es ihn: den Mindestlohn für Azubis – oder ganz offiziell gesagt: die Mindestausbildungsvergütung. Wir verraten dir, wie hoch der Azubi-Mindestlohn 2023 ausfällt, wer ihn bekommt und welche Ausnahmen es gibt.

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Was ist der Azubi-Mindestlohn?

Während es den Mindestlohn für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon seit 2015 gibt, mussten sich Auszubildende gedulden. Seit 2020 steht aber auch Azubis vom Gesetz her eine Mindestvergütung zu.

Achtung: Die beiden „Mindestlöhne“ dürfen nicht verwechselt werden! Genau genommen bekommen Azubis auch keinen Mindestlohn, sondern eine Mindestvergütung.

Berufsbildungsgesetz

Der Mindestlohn für Auszubildende ist im bundesweiten Berufsbildungsgesetz geregelt, das 2019 überarbeitet wurde. Ganz offiziell heißt das „Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung“. Die Einführung der Mindestvergütung für Azubis war eine von mehreren Maßnahmen.

Warum gibt es den Mindestlohn für Azubis?

Der Grund ist relativ klar: Es gibt leider bestimmte Ausbildungsberufe, die sehr schlecht bezahlt sind. Bekannte Beispiele sind die Ausbildung zum Friseur oder die Floristinnen-Ausbildung. Durch eine bessere Bezahlung sollen solche Berufe attraktiver werden.

Interessant: Bei der Einführung des Mindestlohns 2020 gab es rund 100.000 Auszubildende, die direkt vom neuen Mindestlohn profitierten.

Briefumschlag mit mehreren Geldscheinen

Wie hoch ist der Mindestlohn für Auszubildende 2023?

Im ersten Ausbildungsjahr liegt der Azubi-Mindestlohn bei 620 Euro brutto im Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr steigt das Gehalt auf 732 Euro pro Monat und im dritten Jahr gibt es 837 Euro. Im vierten Ausbildungsjahr liegt die Mindestvergütung bei 868 Euro.

Mindestlohn Ausbildungsstart 2023

Ausbildungsjahr Vergütung (brutto)
1. Ausbildungsjahr 620 Euro
2. Ausbildungsjahr 732 Euro
3. Ausbildungsjahr 837 Euro
4. Ausbildungsjahr 868 Euro

Wichtig: Bei den Zahlen handelt es sich um Brutto-Angaben. Davon werden dir zwar keine Steuern abgezogen, aber Sozialabgaben. Wenn du wissen willst, wie viel dir von deinem Azubi-Gehalt abgezogen wird, dann wirf mal einen Blick in unseren Steuern-Ratgeber.

Zum Ratgeber Steuern & Sozialabgaben

Wie hoch ist der Mindestlohn, wenn ich meine Ausbildung 2022 oder früher begonnen habe?

Hast du deine Ausbildung 2022, 2021 oder 2020 angefangen, gelten die Zahlen aus dem Jahr des Ausbildungsbeginns. Wir haben dir mal alles in einer kleinen Tabelle zusammengefasst:

2022 2021 2020
1. Ausbildungsjahr 585 Euro 550 Euro 515 Euro
2. Ausbildungsjahr 690 Euro 649 Euro 608 Euro
3. Ausbildungsjahr 790 Euro 743 Euro 695 Euro
4. Ausbildungsjahr 819 Euro 770 Euro 721 Euro

Übrigens: Die Gehaltssteigerungen sind gesetzlich festgelegt und beziehen sich auf die Vergütung aus dem ersten Ausbildungsjahr. Im dritten Ausbildungsjahr bekommst du also 40 % mehr Gehalt als im ersten Jahr. Alle Infos zum Thema Ausbildungsvergütung findest du in unserem Gehaltsratgeber.

Zum Gehaltsratgeber
Junge Auszubildende mit Brille sitzt in der Küche, hält einen Stift in der Hand und schaut auf Dokumente, die sie in der Hand hält.

Wie wird sich der Azubi-Mindestlohn 2024 entwickeln?

Auch 2024 wird die Mindestausbildungsvergütung wieder erhöht. Wie hoch sie dann sein wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird allerdings bis spätestens November 2023 festlegen, wie hoch der Mindestlohn für 2024 ausfallen wird.

Für wen gilt der Azubi-Mindestlohn?

Die Mindestvergütung gilt für Azubis, die ab 2020 eine Ausbildung gestartet haben, die im bundesweiten Berufsbildungsgesetz oder in der Handwerksordnung geregelt ist.

Welche Ausnahmen gibt es bei der Mindestausbildungsvergütung?

Es gibt bestimmte Berufe, Branchen oder Tatsachen, die dafür sorgen können, dass du in der Ausbildung keine Mindestvergütung bekommst.

  1. Tarifvertrag: Ist ein Unternehmen an einen Tarifvertrag gebunden, gelten die darin festgelegten Gehaltszahlen.

  2. Schulische Ausbildung: Schulische Gesundheitsberufe wie Physiotherapeut oder Logopäde haben jeweils eigene Gesetze.

  3. Landesrechtliche Regelungen: Für Ausbildungen, die nicht bundeseinheitlich geregelt sind, gilt der Mindestlohn nicht (Bsp.: Erzieher).

Eine Sonderstellung haben Pflege-Berufe wie die Ausbildung zum Pflegefachmann. Die haben ein eigenes Pflegeberufsgesetz. Der Mindestlohn gilt selbstverständlich auch nicht für Azubis, die ihre Ausbildung vor 2020 begonnen haben.

Junge Auszubildende im Handwerk lehnt auf einer Handwerk mit Werkzeug und blickt in die Kamera

Ich bekomme keinen Mindestlohn in der Ausbildung – was kann ich tun?

Machst du deine Ausbildung bei einem Unternehmen, das nach einem Tarifvertrag bezahlt, der unter der Mindestausbildungsvergütung liegt, gibt es leider keine Möglichkeit, den Mindestlohn zu bekommen. Das gilt auch bei den oben aufgezählten Ausnahmen.

Keine Sorge: Reicht dir dein Azubi-Gehalt nicht zum Leben, gibt es verschiedene finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten – zum Beispiel die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) oder Schüler-BAföG. Wem das zusteht und wie du das bekommst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Infos zu finanzieller Unterstützung
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