Ein Anschreiben gehört bei vielen Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz dazu. Es zeigt dem Ausbildungsbetrieb, wer du bist, warum du die Ausbildung machen möchtest und was dich motiviert – auch wenn du noch keine Berufserfahrung hast.
Auf dieser Seite erfährst du Schritt für Schritt, wie du ein überzeugendes Anschreiben für deine Ausbildung schreibst – mit Aufbau, Beispiel und kostenlosen Vorlagen.
Deine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anschreiben:
Ein Anschreiben ist der erste Eindruck, den du bei deinem potenziellen Arbeitgeber hinterlässt. Es ist ein formeller Brief, der deiner Bewerbung vorangestellt wird und in dem du dich vorstellst, deine Motivation für die Stelle erklärst und klar machst, warum du der oder die Richtige für die Ausbildung bist.
Kurz gesagt: Du verkaufst dich selbst! Im Anschreiben geht es nicht darum, deinen Lebenslauf zu wiederholen, sondern gezielt auf deine Stärken und Qualifikationen einzugehen, die zu der Stelle passen. Wichtig ist, dass es individuell auf das Unternehmen und die Stelle zugeschnitten ist.
Ausbildungsbetriebe nutzen das Anschreiben, um sich einen ersten persönlichen Eindruck von Bewerberinnen und Bewerbern zu verschaffen. Anders als der Lebenslauf zeigt das Anschreiben nicht nur schulische Stationen, sondern vor allem Motivation, Interesse am Ausbildungsberuf und Passung zum Betrieb.
Gerade bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz achten Unternehmen im Anschreiben besonders darauf,
Da viele Bewerber und Bewerberinnen noch keine oder wenig Berufserfahrung haben, ist das Anschreiben für Ausbildungsbetriebe eine wichtige Grundlage, um Motivation, Zuverlässigkeit und Engagement einschätzen zu können.
Ein Anschreiben hat eine klare Struktur, von der Adresse bis zur Unterschrift. Der Aufbau verändert sich dabei eigentlich nie.
So sollte dein Anschreiben aufgebaut sein:

Wenn du lieber erst ein fertiges Beispiel sehen willst, spring direkt zu Beispiele & Musteranschreiben.
Wie lang ein Anschreiben sein soll, ist leicht gesagt: Es sollte komplett auf eine Seite passen. Um eine Seite mit Text zu befüllen, brauchst du ungefähr drei Absätze mit je vier bis sechs Zeilen. Hinzu kommen der Briefkopf, der Betreff, die Anrede und die Verabschiedung mit Unterschrift.
Der Kopf der Bewerbung besteht aus vier Teilen: Deiner Anschrift, der Anschrift des Ausbildungsbetriebs sowie Ort und Datum. Du beginnst mit deiner Anschrift. Du trägst deinen Namen und deine vollständige Adresse linksbündig in die ersten drei Zeilen des Dokumentes ein. E-Mail-Adresse und Telefonnummer lassen die Bewerbung überladen wirken. Du solltest deine Kontaktdaten deshalb in den Lebenslauf schreiben.
Mit einem Abstand von zwei Leerzeilen trägst du nun Name und Adresse des Ausbildungsbetriebes ein – ebenfalls linksbündig. Gib bereits hier den Namen deines Ansprechpartners an. Wie du den findest, erklären wir dir ein kleines Stück weiter unten im Abschnitt zur Anrede.
Ort und Datum folgen in der nächsten Zeile. Diese werden rechtsbündig eingetragen, stehen also in dem Dokument ganz rechts. Die richtige Schreibweise ist „Wohnort, tt.mm.20xy“.
Im Betreff nennst du den Grund für dein Schreiben. In dem Fall ist das ja die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Das Wort „Betreff“ solltest du aber weglassen. Es reicht, wenn du gefettet „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als XY“ schreibst.
Bewirbst du dich bei einem großen Unternehmen mit vielen Standorten, solltest du in den Betreff hinzufügen, wo und wann du deine Ausbildung machen möchtest.
Nun geht es an den Text. Du beginnst mit der freundlichen Anrede „Sehr geehrte Frau XY,“ oder „Sehr geehrter Herr XY,“. Nach der Anrede wird immer ein Komma gesetzt und es geht in der nächsten Zeile klein weiter.
Da du die Anrede mit einem Komma beendest, wird das erste Wort des ersten Absatzes immer klein geschrieben.
Du weißt bestimmt schon, dass man in einer Bewerbung nicht einfach „Sehr geehrte Damen und Herren“ schreiben soll. Das wirkt zu unpersönlich. Aber was, wenn einfach kein Ansprechpartner zu finden ist?
In den meisten Fällen wird bereits in der Stellenanzeige angegeben, wer die Bewerbung erhalten soll. Das ist nicht so? Guck doch mal auf die Unternehmenswebsite oder das Firmenprofil hier auf Ausbildung.de. Im Karrierebereich findest du häufig eine Übersicht der Personalerinnen und Personaler. Hat auch nicht geklappt? Dann hilft wohl nur der Griff zum Telefon. Ist in der Stellenanzeige eine Telefonnummer angegeben, dann ist diese deine erste Wahl. Ansonsten findest du in jedem Impressum eine Rufnummer, die dich zur Zentrale leitet. Hier kann man dir bestimmt mit deinem Anliegen weiterhelfen.
Mit einem kurzen Anruf kannst du sogar Extrapunkte sammeln, denn du beweist, dass du dir Gedanken machst und ernsthaftes Interesse an der Stelle hast. Erwähn den Anruf dann auch ruhig im Anschreiben: „Wie bereits telefonisch besprochen …“.
Viele Bewerberinnen und Bewerber haben Probleme damit, den Beginn ihres Anschreibens zu formulieren. Dabei gehören die Einleitung und vor allem der erste Satz zu den wichtigsten Teilen des Bewerbungsschreibens. Oft entscheidet sich schon hier, wie aufmerksam der Personaler den Rest deiner Bewerbung liest.
Deswegen gilt: Mach den Leser neugierig und sei selbstbewusst! Fang das Anschreiben mit deinen Stärken an. Oder mit etwas, das dich besonders macht und von den anderen Bewerbern abhebt.
Zum Beipiel so:
Sie suchen eine neue Auszubildende? Mit meiner Erfahrung als … bin ich genau die richtige für Sie!
Oder so:
Ein Praktikum bei einem Tischler, eines bei einem Zimmermann: Ich bringe schon sehr viel Erfahrung für die ausgeschriebene Ausbildungsstelle in Ihrem Betrieb mit.
Dass du dich mit dem ersten Satz deines Anschreibens von den anderen Bewerbern abheben sollst, heißt: Vermeide auf jeden Fall langweilige und ausgelutschte Formulieren.
Dazu gehören zum Beispiel:
Brauchst du noch mehr Inspiration für die Einleitung und den ersten Satz deines Anschreibens? Dann schau dir unser Video zu diesem Thema an:
Im ersten Absatz erklärst du, wie du auf den Ausbildungsplatz aufmerksam geworden bist und warum du dich um diesen Platz bewerben möchtest, um Beispiel:
Dann erklärst du, warum du genau diesen Ausbildungsberuf machen möchtest, zum Beispiel:
Im nächsten Schritt wird es Zeit, dich selbst ins Rampenlicht zu stellen. Zuerst sagst du, was du zurzeit machst. Dazu gehört zum Beispiel auch, auf welche Schule du gehst und wann du welchen Abschluss machen wirst.
Dann kommt der wichtigste Teil: Schildere deine Stärken – natürlich genau die, die dir später bei der Ausbildung helfen werden. Aber Vorsicht: Gib nicht einfach nur wieder, was bereits in deinem Lebenslauf steht. Geh unbedingt darauf ein, welche deiner Kenntnisse besonders wichtig für die Ausbildung sind, zum Beispiel:
Und, nicht vergessen: beantworte unbedingt die Frage: Warum möchtest du deine Ausbildung gerade bei diesem Unternehmen machen? Auch hier kann dir die Stellenausschreibung oder die Unternehmenswebsite helfen. Hier steht, was der Betrieb dir in der Ausbildung bietet. Das können zum Beispiel persönliche Betreuung, intensive Prüfungsvorbereitung, ein Auslandsaufenthalt oder das Anbieten von Zusatzqualifikationen sein, zum Beispiel:
Weitere Beispiele findest du in unseren Musteranschreiben.
… Mooooment mal!
Kann es sein, dass du dir gerade denkst: „Muss ich das echt alles selbst schreiben? Gibt es da nicht dieses ChatGPT?“ Dann liegst du nicht ganz falsch! Eine künstliche Intelligenz wie ChatGPT kann dir beim Schreiben deiner Bewerbung helfen. Alles, was du dazu wissen musst, erfährst du in unserem Ratgeber:
Bevor du dein Anschreiben mit der Grußformel beendest, fehlen noch zwei ganz wichtige Dinge. Zum einen solltest du auf jeden Fall noch um ein Vorstellungsgespräch bitten. Und zwar nicht im Konjunktiv, sondern selbstbewusst und direkt. Zum Beispiel so:
In einem Vorstellungsgespräch überzeuge ich Sie gerne persönlich von mir und meinen Fähigkeiten.
Außerdem solltest du am Schluss deines Bewerbungsschreibens noch darauf hinzuweisen, dass du für Nachfragen telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung stehst.
Erinnerst du dich noch an die DIN 5008, die wir dir weiter oben erklärt haben? Die wird beim Gruß und der Unterschrift wieder wichtig.

Mit einer Leerzeile Abstand verabschiedest du dich mit: „Mit freundlichen Grüßen“. Kürze diese Floskel niemals ab. Ein Komma oder anderes Satzzeichen ist hier nicht nötig.
Mit zwei Zeilen Abstand folgt dann noch die Unterschrift. Schickst du die Bewerbung per Post, kannst du handschriftlich unterschreiben. Für eine E-Mail- oder Online-Bewerbung kannst du deine Unterschrift einscannen und in das Dokument einfügen. Fehlen dir die technischen Möglichkeiten, ist eine getippte Unterschrift kein Beinbruch.
Schriftart: Nicht jede Schriftart eignet sich für eine Bewerbung. Schriftarten mit denen du auf Nummer Sicher gehst sind: Calibri, Cambria und Helvetica. Ein absolutes No-Go sind verspielte Schriftarten wie Comic Sans.
Schriftgröße: 11-Punkt ist die ideale Schriftgröße.
Linksbündig schreiben: Das Bewerbungsanschreiben wird linksbündig verfasst. Einzige Ausnahme: Das Datum. Blocksatz ist zwar erlaubt, erschwert aber das Lesen.
Hervorhebungen: Im Bewerbungsanschreiben wird der Betreff fett gedruckt. Das war es aber auch schon mit Hervorhebungen.
Seitenränder:
Bei einem Anschreiben gibt nämlich ganz bestimmte Vorgaben. Diese sind in der sogenannten DIN 5008 festgelegt. Hinter DIN 5008 verbirgt sich eine Norm, die festlegt, wie ein Bewerbungsanschreiben formatiert werden soll. Beispielsweise, wo Name und Anschrift platziert werden oder wie groß die Schrift sein darf. Der Vorteil: Durch eine Formatierung nach dieser Norm sieht dein Anschreiben wie ein Geschäftsbrief aus und ist damit extrem übersichtlich. Mit dem Inhalt der Bewerbung hat die DIN-5008-Norm übrigens nichts zu tun.
In Word:
Gehe auf Layout > Seitenränder > Benutzerdefinierte Seitenränder und stelle die Maße ein.
In OpenOffice:
Gehe auf Format > Seite > Seitenränder und stelle die Maße ein.
In GoogleDocs:
Gehe auf Datei > Seiteneinrichtung > Ränder und stelle die Maße ein.
Das Anschreiben ist mit Sicherheit das schwierigste an einer Bewerbung. Es ist aber auch das, worauf Unternehmen sehr viel Wert legen. Damit dein Anschreiben auch wirklich überzeugt, haben wir noch ein paar Tipps für dich.
Bei vielen Unternehmen stapeln sich die Bewerbungsmappen schon und irgendwie müssen sie eine Auswahl treffen und entscheiden, welche Bewerberinnen und Bewerber sie zum Vorstellungsgespräch einladen. Da die Personaler häufig das Anschreiben zuerst lesen und der erste Eindruck nun mal echt entscheidend ist, solltest du dich mit deinem Bewerbungsanschreiben von den anderen abheben.
„Und wie soll das gehen?“, fragst du dich jetzt? Zum Beispiel so: Erklär im Hauptteil deines Anschreibens, wieso du mit deinen speziellen Fähigkeiten und Eigenschaften besonders geeignet für die Stelle bist. Vermeide außerdem Sätze, die in fast jeder Bewerbung stehen. Gestalte dein Bewerbungsschreiben so, dass es möglichst einzigartig ist und die Personalerin oder den Personaler neugierig macht.
Hier mal ein paar Anregungen für ein einzigartiges Bewerbungsschreiben und ein paar Formulierungen, die du besser nicht benutzt:
Jedes Unternehmen ist anders, deshalb sollte auch nicht jedes Anschreiben gleich sein. Und das fängt schon bei der Form an. Die meisten Konzerne und großen Unternehmen bevorzugen ein professionelles Anschreiben. Du schreibst in einem förmlichen und sehr höflichen Stil, hältst dich an alle Formatierungsvorgaben und siezt selbstverständlich.
In manchen Branchen wie den Medien oder dem Design darf die Bewerbung auch etwas kreativer ausfallen. Das heißt aber nicht, dass du alle Bewerbungsregeln beiseitelegst. Ein kreatives Anschreiben muss umso durchdachter sein. Stellt sich das Unternehmen als junge, fröhliche, weltoffene Bande vor, darfst du das ruhig aufgreifen und auch selbst einen lockeren Stil wählen. Orientiere dich dabei aber unbedingt daran, wie sich das Unternehmen präsentiert.
Gute Beispiele für deine Bewerbung:
Ausgelutschte Formulierungen, die du vermeiden solltest:
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