Alles über das Online-Assessment

Vor allem, wenn du dich bei einem großen Unternehmen beworben hast, kann es vorkommen, dass du, wenn deine Bewerbung im ersten Schritt erfolgreich war, eine Einladung zu einem Online-Assessment bekommst. Online-Assessments oder eAssessments gehören bei großen Konzernen schon fast zum Standard. Diese Art von Online-Tests kommen im Bewerbungsprozess zum Einsatz, um aus den Massen an Bewerbern diejenigen Kandidaten herauszufiltern, die zu den nachfolgenden Auswahlschritten eingeladen werden – also zum Beispiel zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch.

Mit freundlicher Unterstützung von der TARGOBANK.

1. Was sind die Vorteile eines Online-Assessments?

Online-Assessments haben den Vorteil, dass hier alle Bewerber gleich behandelt werden. Das ist besonders fair und ermöglicht eine objektive Bewertung aller Bewerber: alle durchlaufen denselben Test und niemand wird benachteiligt. Außerdem stellen die Personaler hier anhand der Ergebnisse Unterschiede zwischen den Bewerbern fest, die allein aus Anschreiben, Lebenslauf und den Zeugnissen nicht sofort ersichtlich sind.

2. Was erwartet mich beim Online-Assessment?

Ein Online-Assessment ist ein Eignungstest, den du (in aller Regel) von zu Hause aus an deinem PC absolvierst. Dabei durchläufst du verschiedene Testverfahren, die speziell auf das jeweilige Berufsbild zugeschnitten sind. Wenn du dich also zum Beispiel im Bankwesen bewirbst, erhältst du eine andere Testzusammenstellung als ein Bewerber für den Einzelhandel. Die Aufgaben, die du bearbeiten musst, können – je nach Anforderungsprofil des Berufs – folgende Bereiche betreffen:

  • Kognitive Leistungsfähigkeit, z.B. sprach- bzw. zahlengebundene sowie figural-bildhafte Leistung, Konzentrationsfähigkeit und Bearbeitungs-geschwindigkeit oder logisches Schlussfolgern.
  • Kenntnisse und Wissen, z.B. Allgemeinwissen, Englischkenntnisse, Mathematikkenntnisse, räumliches Denken, Rechtschreibung und Grammatik etc.
  • Berufsbezogene Persönlichkeit
  • Simulationen
  • Cultural-Fit, d.h. die Passung zwischen der Unternehmenskultur und den Wünschen des Bewerbers.

3. Wie läuft ein Online-Assessment ab?

Jedes Online-Assessment ist anders, nicht bei jedem werden dir alle Aufgaben aus jedem Bereich gestellt. Außerdem bekommst du vor jedem neuen Aufgabenmodus eine genaue Einweisung mit allen erforderlichen Informationen und einer Beispielaufgabe zum Üben.

Bei manchen Tests wird ein bestimmtes Zeitlimit zur Bearbeitung vorgegeben, bei anderen nicht. Das siehst du ganz einfach daran, dass irgendwo sichtbar eine Uhr mitläuft. Zur besseren Orientierung wird dir hierfür in der Regel dein Bearbeitungsfortschritt angezeigt.

Leistungstests

Diese Tests sind meistens so konzipiert, dass nur die Wenigsten alle Aufgaben innerhalb der vorgegebenen Zeit lösen können. Es kann also durchaus sein, dass du ein gutes Ergebnis erzielst, obwohl du nicht alle Aufgaben bearbeiten konntest.

4. Wie lange dauert ein Online-Assessment?

Über die Dauer, die das Online-Assessment insgesamt in Anspruch nehmen wird, lässt sich keine allgemeine Aussage treffen. Meistens muss man aber in etwa eine Stunde einplanen.

5. Kann ich im Online-Assessment eine Pause machen?

Hast du ein bestimmtes Testmodul, bei dem eine Uhr mitläuft (z. B. im Allgemeinwissenstest), einmal begonnen, kannst du dieses nicht unterbrechen. Für gewöhnlich dauert ein solcher Durchgang aber nur ein paar Minuten. Zwischen den einzelnen Testmodulen kannst du dir meist eine Verschnaufpause gönnen, solange du insgesamt innerhalb des Gültigkeitszeitraums deiner Einladung bleibst. Dieser unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen, liegt aber meist bei mindestens einer Woche.

Meist ist nur eine einmalige Teilnahme am Online-Assessment möglich. Du kannst also nicht noch einmal neu von vorn beginnen. Außerdem können in aller Regel nur vollständig bearbeitete Tests im weiteren Auswahlverfahren berücksichtigt werden.

6. Was brauche ich für die Teilnahme am Online-Assessment?

Hilfsmittel für das Online-Assessment

Computer: Im Grunde kannst du das Online-Assessment mit jeder Art von Computer durchführen. Es ist allerdings ratsam, das Online-Assessment nicht über das Smartphone zu absolvieren. Erstens erfordert die Bearbeitung Konzentration, ist also nichts „für unterwegs“ und zweitens sind sowohl die Sichtbarkeit von Details als auch die genaue Bearbeitung der Inhalte auf größeren Displays besser.

Hilfsmittel: Prinzipiell brauchst du zur Bearbeitung der Aufgaben nur deinen Computer und eine funktionierende Internetverbindung. Es gibt jedoch Tests, bei denen es hilfreich ist, Papier und Stift oder einen Taschenrechner zur Hand zu haben. Darauf wird aber ganz am Anfang des Tests hingewiesen.

7. Wie kann ich mich auf ein Online-Assessment vorbereiten?

Die tatsächliche Testreihe, die du im Online-Assessment absolvieren musst, kann man im Voraus nicht üben und sich alle richtigen Antworten notieren bzw. auswendig lernen, um die maximale Punktzahl zu erreichen. Trotzdem finden sich im Internet und in speziellen Büchern zahlreiche Trainingsprogramme zur Vorbereitung.

Es gibt aber Übungsparcours, in denen du verschiedene Aufgabenmodule bearbeitet kannst. Diese etwas „entschärfte“ Simulation eines echten Online-Assessments ermöglicht es dir, dich zum einen mit den Aufgabentypen vertraut zu machen und zum anderen ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der ganze Prozess in etwa abläuft.

Unternehmen nutzen gerne die Möglichkeit, dich einen Teil des Tests vor Ort ein weiteres Mal bearbeiten zu lassen, um zu überprüfen, ob sie es auch wirklich mit der Person hinter dem Ergebnis des Online-Assessments zu tun haben.

Manche Firmen lassen sich von den Kandidaten sogar schriftlich bestätigen, dass das Online-Assessment selbständig und ohne Zuhilfenahme unerlaubter Hilfsmittel bearbeitet wurde. Diese „Eigenleistungserklärung“ wandert dann, wenn man genommen wird, sogar in die Personalakte.

8. Wann sollte ich das Assessment durchführen?

Der große Vorteil an Online-Assessments ist, dass du den Zeitpunkt für die Durchführung des Tests selbst wählen kannst. Fühlst du dich heute nicht gut? Dann eben morgen. Hast du dein persönliches Leistungshoch eher am Abend? Dann mach den Test erst zu späterer Stunde. Wann immer du dich fit und bereit fühlst, leg los!

Ewig hinauszögern solltest du es aber auch nicht. In der Regel setzen die Unternehmen eine Frist, bis zu der man das Online-Assessment abgeschlossen haben sollte. Das genaue Datum wird dir bereits bei der Einladung mitgeteilt.

9. Tipps für das Online-Assessment

  • Übung: Es gibt online und in Buchform Möglichkeiten, sich mit Testinhalten vertraut zu machen. Bei Leistungstests sinnvoll.
  • Ehrlichkeit: Insbesondere bei Persönlichkeitstests ist Ehrlichkeit wichtig.
  • Keine Angst: Nimm den Online-Test ernst, aber hab keine Angst davor.
  • Ausgeruht sein: Am besten ausgeschlafen und ausgeruht in den Test gehen.
  • Störungsfreies Umfeld: Schaffe dir ein möglichst störungsfreies Umfeld schaffen (Telefon aus, Tür zu usw.)
  • Am besten Wochentags, zu Bürozeiten: m Falle eines technischen Problems steht dann Hilfe in dem Unternehmen zur Verfügung, bei dem du dich beworben hast.
  • Instruktionen / technische Ausstattung: Einweisung (z. B. in der Einladungs-E-Mail) gründlich lesen und sicherstellen, dass du alle benötigten Hilfsmittel bereitliegen hast.

10. Wie geht es nach dem Online-Assessment weiter?

Nach Abschluss des Online-Assessments kommst du auf eine Seite, die dich (mehr oder weniger) über das weitere Vorgehen informiert. Meistens heißt es darin aber nur, dass sich das Unternehmen zeitnah bei dir melden wird.

In einigen Fällen wird dir zusätzlich noch ein Feedback-Bericht geliefert, der dir mitteilt, wie du in den unterschiedlichen Testmodulen abgeschnitten hast. Diese Zahlen oder Diagramme enthalten jedoch noch keinerlei Entscheidung über deine Bewerbung!

Im nächsten Schritt wertet das Unternehmen dann die Ergebnisse aller Bewerber aus und teilt dir bestenfalls anschließend mit, dass du im Online-Assessment überzeugt hast und sie dich persönlich kennenlernen möchten. Die schlussendliche Entscheidung, welcher Bewerber danach einen Ausbildungsplatz erhält, trifft dann – ganz klassisch – der Personaler oder die Personalerin.