Du willst nach der Schule erst mal praktische Erfahrung sammeln und herausfinden, was dir wirklich liegt? Dann kann ein FSJ eine gute Idee sein. Beim Freiwilligen Sozialen Jahr arbeitest du für eine bestimmte Zeit in einer sozialen oder gesundheitlichen Einrichtung mit und bekommst einen echten Einblick in den Alltag.
Der Ratgeber zeigt dir, was ein FSJ ist, für wen es sich lohnt, wie es abläuft, wo du es machen kannst, wie viel Geld du bekommst und wie du passende Stellen findest. So kannst du besser entscheiden, ob ein FSJ zu dir passt – oder ob eher Ausbildung, duales Studium oder etwas anderes sinnvoll ist.
Kurz gesagt: Ein FSJ ist ein Freiwilligendienst, den junge Menschen meist nach dem Schulabschluss machen. Du arbeitest für mehrere Monate in einer Einsatzstelle mit – zum Beispiel in einer Kita, Schule, im Krankenhaus, in der Pflege oder im Rettungsdienst – und sammelst dort praktische Erfahrungen.
So lernst du einen Bereich nicht nur kennen, sondern erfährst hautnah, wie sich die Arbeit im Alltag wirklich anfühlt. Genau deshalb machen viele ein FSJ, bevor sie sich für eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein Studium entscheiden.
Ein Freiwilliges Soziales Jahr dauert mindestens sechs Monate, meistens aber (wie der Name schon verrät) zwölf Monate. Regulär sind sogar bis zu 18 Monate möglich. In seltenen Ausnahmefällen kann ein FSJ auch länger laufen, wenn es dafür ein besonderes pädagogisches Konzept gibt.
Für ein Freiwilliges Soziales Jahr brauchst du in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss und auch keine Top-Noten. Wichtig ist vor allem, dass du deine Vollzeitschulpflicht erfüllt hast und Lust auf einen sozialen oder gesundheitlichen Bereich mitbringst. Je nach Einsatzstelle können zusätzlich noch einzelne Nachweise erforderlich sein (z. B. Impfnachweis, polizeiliches Führungszeugnis).
Ein FSJ kannst du machen, sobald du die Vollzeitschulpflicht erfüllt hast. In der Praxis starten viele nach dem Schulabschluss, also zum Beispiel nach der 9., 10. Klasse oder nach dem Abi – je nachdem, wann das bei dir zutrifft.
Außerdem musst du mindestens 15 Jahre alt sein. Wenn du unter 18 bist, ist das kein Problem, es gelten dann nur an manchen Stellen etwas strengere Schutzregeln (z. B. bei Arbeitszeiten).
Ein FSJ ist für junge Menschen bis 26 Jahre gedacht. Das heißt: Du kannst es machen, solange du dein 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.
Wenn du über Ausbildung.de nichts Passendes findest, such über Google oder andere Suchmaschinen möglichst konkret weiter: Gib nicht nur „FSJ“ ein, sondern kombiniere deine Suche immer mit Bereich + Ort, zum Beispiel „FSJ Kita + Stadt“, „FSJ Krankenhaus + Stadt“, „FSJ Pflege + Stadt“, „FSJ Rettungsdienst + Stadt“ oder „FSJ Schule + Stadt“.
Such außerdem auch mit Begriffen wie „Freiwilliges Soziales Jahr“, „freie Stellen“, „Stellenangebote“ oder „Einsatzstellen“, weil viele Angebote nicht einfach nur „FSJ“ heißen. Wenn du trotzdem wenig findest, such gezielt nach Trägern (z. B. „FSJ Träger + Stadt/Bundesland“) und öffne notfalls deinen Suchradius (z. B. Bundesland statt nur Wohnort) oder den Einsatzbereich – also statt nur Kindergarten auch Schule, Jugendhilfe oder soziale Einrichtungen.
Wenn du ein FSJ machen willst, tauchen schnell die ersten praktischen Fragen auf: Wo bewirbt man sich eigentlich, wann sollte man die Bewerbung abschicken, was gehört in die Unterlagen und was gilt es zu beachten? All das erklären wir dir in diesem Abschnitt.
Für ein Freiwilliges Soziales Jahr bewirbst du dich meist bei einem anerkannten Träger oder direkt bei einer Einsatzstelle, die mit einem Träger zusammenarbeitet. Der Träger erklärt dir dann den Ablauf, zeigt dir freie Plätze und sagt dir, welche Unterlagen du brauchst. Je nach Anbieter läuft die Bewerbung online, per E-Mail oder klassisch mit Bewerbungsunterlagen.
Am besten kümmerst du dich frühzeitig um dein FSJ. Viele bewerben sich ungefähr sechs bis neun Monate vor dem Start. Es gibt aber keine einheitliche Frist – manchmal sind auch kurzfristig noch Plätze frei.
Für eine FSJ-Bewerbung brauchst du in der Regel:
Je nach Träger oder Einsatzstelle können zusätzlich noch Nachweise oder weitere Unterlagen verlangt werden. Frag dazu am besten kurz nach.
Ja, meistens schon – aber beides muss nicht perfekt oder super ausführlich sein. Wichtig ist vor allem, dass man versteht, warum du ein FSJ machen willst, welcher Bereich dich interessiert und was du bisher gemacht hast. Dass du wenig bis keine Erfahrung hast, ist beim Freiwilligen Sozialen Jahr völlig normal.
Beim FSJ bekommst du kein klassisches Ausbildungsgehalt, sondern in der Regel Taschengeld und oft noch weitere Leistungen. Hier erfährst du, wie das finanziell aussieht und wer welche Kosten übernimmt.
Wie hoch dein Taschengeld im Freiwilligen Sozialen Jahr ausfällt, hängt von Träger und Einsatzstelle ab. Zusätzlich können noch Leistungen wie Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung dazukommen.
Ein FSJ ist kein normaler Job und keine Ausbildung. Deshalb spricht man hier rechtlich von Taschengeld und nicht von Gehalt. Für dich heißt das einfach nur: Du bekommst Geld für deinen Dienst, aber nicht in der Form eines klassischen Ausbildungsgehalts.
Während deines FSJ bist du grundsätzlich sozialversichert – also in der Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Die Beiträge zahlst nicht du selbst, sondern Träger oder Einsatzstelle. Im Hinblick auf deine spätere Rente ist das Freiwillige Soziale Jahr daher keine verlorene Zeit.
Endet oder brichst du dein FSJ ab, musst du das der Familienkasse melden und deine Krankenversicherung neu klären.
Ja, in vielen Fällen schon. Wenn du noch keine 25 Jahre alt bist, besteht während eines FSJ grundsätzlich weiter Anspruch auf Kindergeld. Wichtig ist, dass die Familienkasse die nötigen Unterlagen bekommt und über Änderungen informiert wird.
Auch beim FSJ gibt es klare Regeln, zum Beispiel zu Arbeitszeit, Urlaub, Seminaren, Krankheit oder Kündigung. In diesem Abschnitt bekommst du einen einfachen Überblick darüber, was wichtig ist und worauf du achten solltest.
Im Freiwilligen Sozialen Jahr arbeitest du in der Regel ganztags und an fünf Tagen pro Woche, also ähnlich wie ein Vollzeitjob in deiner Einsatzstelle. Seit 2024 ist unter bestimmten Voraussetzungen auch Teilzeit möglich. Wie die Tage genau verteilt sind, hängt vom Bereich ab – in Klinik, Pflege oder Rettungsdienst gehören zum Beispiel auch oft Schicht- oder Wochenenddienste dazu. Für Minderjährige gelten zusätzlich die Schutzregeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
Bei einem zwölfmonatigen FSJ hast du mindestens 24 Urlaubstage. Wenn dein Dienst kürzer dauert oder deine Arbeitszeit anders verteilt ist, wird der Urlaubsanspruch entsprechend angepasst.
Seminare sind ein Pflichtteil des FSJ. Bei einem zwölfmonatigen Dienst gibt es mindestens 25 Seminartage. Dazu gehören Einführungs-, Zwischen- und Abschlussseminare, die jeweils mindestens fünf Tage dauern. Die Seminarzeit zählt als Dienstzeit, und du darfst die Inhalte oft mitgestalten.
Wenn du krank bist, meldest du dich wie in einem normalen Job krank. Eine einheitliche feste Zahl an erlaubten Fehltagen gibt es nicht. Wenn du länger ausfällst, solltest du früh mit Träger und Einsatzstelle sprechen.
Ja, das geht grundsätzlich. Gründe dafür kann es viele geben: die Stelle passt nicht zu dir, du hast gesundheitliche oder private Probleme, deine Pläne ändern sich. Welche Regeln für einen Abbruch gelten, steht in deiner Vereinbarung mit dem Träger. Wichtig ist, dass du früh mit Träger und Einsatzstelle sprichst, statt einfach nicht mehr hinzugehen.
Übrigens kannst du auch bei einer Beendigung vom Träger ein schriftliches Zeugnis über Art und Dauer deines FSJ verlangen. Das ist sinnvoll, damit du die Zeit später im Lebenslauf oder in Bewerbungen sauber nachweisen kannst.
Für diesen Schritt brauchen wir noch eine gültige E-Mail-Adresse von dir. Bitte hinterlege sie in deinem Account.