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FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr): Alle Infos & Stellen finden

Du willst nach der Schule erst mal praktische Erfahrung sammeln und herausfinden, was dir wirklich liegt? Dann kann ein FSJ eine gute Idee sein. Beim Freiwilligen Sozialen Jahr arbeitest du für eine bestimmte Zeit in einer sozialen oder gesundheitlichen Einrichtung mit und bekommst einen echten Einblick in den Alltag.

Der Ratgeber zeigt dir, was ein FSJ ist, für wen es sich lohnt, wie es abläuft, wo du es machen kannst, wie viel Geld du bekommst und wie du passende Stellen findest. So kannst du besser entscheiden, ob ein FSJ zu dir passt – oder ob eher Ausbildung, duales Studium oder etwas anderes sinnvoll ist.

FSJ kurz erklärt: Was ist ein Freiwilliges Soziales Jahr?

Kurz gesagt: Ein FSJ ist ein Freiwilligendienst, den junge Menschen meist nach dem Schulabschluss machen. Du arbeitest für mehrere Monate in einer Einsatzstelle mit – zum Beispiel in einer Kita, Schule, im Krankenhaus, in der Pflege oder im Rettungsdienst – und sammelst dort praktische Erfahrungen.

So lernst du einen Bereich nicht nur kennen, sondern erfährst hautnah, wie sich die Arbeit im Alltag wirklich anfühlt. Genau deshalb machen viele ein FSJ, bevor sie sich für eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein Studium entscheiden.

Wie lange dauert ein FSJ?

Ein Freiwilliges Soziales Jahr dauert mindestens sechs Monate, meistens aber (wie der Name schon verrät) zwölf Monate. Regulär sind sogar bis zu 18 Monate möglich. In seltenen Ausnahmefällen kann ein FSJ auch länger laufen, wenn es dafür ein besonderes pädagogisches Konzept gibt.

Ein FSJ lohnt sich für dich besonders, wenn du ...

  • … noch nicht genau weißt, was du nach der Schule machen willst.
  • … dir einen Beruf mit Menschen vorstellen kannst.
  • … praktische Erfahrungen sammeln willst, bevor du dich festlegst.
  • … etwas Sinnvolles tun und gleichzeitig deinen Lebenslauf stärken möchtest.

Was sind die Voraussetzungen für ein FSJ?

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr brauchst du in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss und auch keine Top-Noten. Wichtig ist vor allem, dass du deine Vollzeitschulpflicht erfüllt hast und Lust auf einen sozialen oder gesundheitlichen Bereich mitbringst. Je nach Einsatzstelle können zusätzlich noch einzelne Nachweise erforderlich sein (z. B. Impfnachweis, polizeiliches Führungszeugnis).

Ab wann kann man ein FSJ machen?

Ein FSJ kannst du machen, sobald du die Vollzeitschulpflicht erfüllt hast. In der Praxis starten viele nach dem Schulabschluss, also zum Beispiel nach der 9., 10. Klasse oder nach dem Abi – je nachdem, wann das bei dir zutrifft. 

Außerdem musst du mindestens 15 Jahre alt sein. Wenn du unter 18 bist, ist das kein Problem, es gelten dann nur an manchen Stellen etwas strengere Schutzregeln (z. B. bei Arbeitszeiten).

Wie alt darf man für ein FSJ sein?

Ein FSJ ist für junge Menschen bis 26 Jahre gedacht. Das heißt: Du kannst es machen, solange du dein 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.

Wo kann man ein FSJ machen?

  • 👶Kita / Kindergarten: Du unterstützt im Alltag mit Kindern, zum Beispiel beim Spielen, Basteln, Vorlesen oder bei Ausflügen. Das passt gut, wenn du testen willst, ob dir ein pädagogischer oder sozialer Beruf (vor allem mit Kindern) liegt.
  • 🏫Schule / Kinder- und Jugendhilfe: Hier hilfst du oft bei Betreuung, Angeboten oder im Tagesablauf mit. Das ist spannend, wenn du merkst, dass du gern mit Kindern oder Jugendlichen arbeitest.
  • 🏥Krankenhaus / Klinik: Du bekommst Einblicke in den Alltag im Gesundheitsbereich und unterstützt das Team bei einfachen Aufgaben. So merkst du schnell, ob dir ein medizinisches oder pflegerisches Umfeld liegt.
  • ❤️‍🩹Pflege / soziale Einrichtungen: In der Pflege oder in sozialen Einrichtungen arbeitest du nah mit Menschen und ihren Bedürfnissen. Das ist hilfreich, wenn du herausfinden willst, ob du später in einen sozialen oder gesundheitlichen Beruf gehen möchtest.
  • 🚑️Rettungsdienst / Krankentransport: Hier lernst du einen oft schnellen und praktischen Arbeitsalltag kennen. Das passt gut, wenn dich Notfallmedizin, Verantwortung und Teamarbeit ansprechen.
  • 👩‍🦼‍➡️Einrichtungen für Menschen mit Behinderung: Du unterstützt im Alltag, bei Angeboten oder in der Betreuung. So bekommst du einen ehrlichen Einblick in einen Bereich, in dem Beziehung, Geduld und Verantwortung wichtig sind.
  • 🏅Kultur / Sport / Denkmalpflege: Ein FSJ muss nicht immer Kita oder Klinik sein – es geht auch in kulturellen, sportlichen oder kreativen Bereichen. Das passt eher, wenn du Organisation, Projekte oder Bildungsarbeit spannender findest als Pflege oder Pädagogik.
  • 🐶Tierheim / mit Tieren: Solche Stellen kann es geben, sie gehören aber eher nicht zu den klassischen FSJ-Bereichen. Wenn du vor allem etwas mit Tieren, Natur oder Umwelt machen willst, kann auch ein FÖJ interessant sein.

So findest du FSJ-Stellen in deiner Nähe

FSJ finden: So geht's

  1. Schau zuerst hier nach FSJ-Stellen auf Ausbildung.de:
    Alle freien FSJ-Stellen anzeigen
  2. Such auf Ausbildung.de nach passenden sozialen Einrichtungen oder Trägern:
    Auch wenn keine direkte FSJ-Stelle ausgeschrieben ist, kannst du nach Einrichtungen suchen, die grundsätzlich zu einem FSJ passen – zum Beispiel Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste oder andere soziale Betriebe. Du findest sie ganz einfach über die nach sozialen Berufen gefilterte Stellensuche. Frag initiativ bei den Einrichtungen nach, ob ein FSJ generell möglich ist und über welchen Träger das läuft.
  3. Wenn du über Ausbildung.de nichts Passendes findest, such über Google oder andere Suchmaschinen möglichst konkret weiter: Gib nicht nur „FSJ“ ein, sondern kombiniere deine Suche immer mit Bereich + Ort, zum Beispiel „FSJ Kita + Stadt“, „FSJ Krankenhaus + Stadt“, „FSJ Pflege + Stadt“, „FSJ Rettungsdienst + Stadt“ oder „FSJ Schule + Stadt“.

    Such außerdem auch mit Begriffen wie „Freiwilliges Soziales Jahr“, „freie Stellen“, „Stellenangebote“ oder „Einsatzstellen“, weil viele Angebote nicht einfach nur „FSJ“ heißen. Wenn du trotzdem wenig findest, such gezielt nach Trägern (z. B. „FSJ Träger + Stadt/Bundesland“) und öffne notfalls deinen Suchradius (z. B. Bundesland statt nur Wohnort) oder den Einsatzbereich – also statt nur Kindergarten auch Schule, Jugendhilfe oder soziale Einrichtungen.

Wie bewerbe ich mich erfolgreich auf ein FSJ?

Wenn du ein FSJ machen willst, tauchen schnell die ersten praktischen Fragen auf: Wo bewirbt man sich eigentlich, wann sollte man die Bewerbung abschicken, was gehört in die Unterlagen und was gilt es zu beachten? All das erklären wir dir in diesem Abschnitt.

Bewerbung schreiben

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Bewerbung schreiben

In unserem Ratgeberbereich rund ums Thema Bewerbung findest du alles, was du zum Erstellen deiner Bewerbungsmappe brauchst. Infos zu Anschreiben, Lebenslauf, Anlagen & Co. sowie viele praktische Vorlagen zum kostenlosen Download.

Hol dir alle Infos!

→ Wo bewirbt man sich für ein FSJ?

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr bewirbst du dich meist bei einem anerkannten Träger oder direkt bei einer Einsatzstelle, die mit einem Träger zusammenarbeitet. Der Träger erklärt dir dann den Ablauf, zeigt dir freie Plätze und sagt dir, welche Unterlagen du brauchst. Je nach Anbieter läuft die Bewerbung online, per E-Mail oder klassisch mit Bewerbungsunterlagen.

→ Wann sollte man sich bewerben?

Am besten kümmerst du dich frühzeitig um dein FSJ. Viele bewerben sich ungefähr sechs bis neun Monate vor dem Start. Es gibt aber keine einheitliche Frist – manchmal sind auch kurzfristig noch Plätze frei.

→ Welche Unterlagen brauchst du?

Für eine FSJ-Bewerbung brauchst du in der Regel:

Je nach Träger oder Einsatzstelle können zusätzlich noch Nachweise oder weitere Unterlagen verlangt werden. Frag dazu am besten kurz nach.

→ Braucht man Anschreiben und Lebenslauf wirklich?

Ja, meistens schon – aber beides muss nicht perfekt oder super ausführlich sein. Wichtig ist vor allem, dass man versteht, warum du ein FSJ machen willst, welcher Bereich dich interessiert und was du bisher gemacht hast. Dass du wenig bis keine Erfahrung hast, ist beim Freiwilligen Sozialen Jahr völlig normal.

Gehalt, Kindergeld, Versicherung: Die finanziellen Regelungen beim FSJ

Beim FSJ bekommst du kein klassisches Ausbildungsgehalt, sondern in der Regel Taschengeld und oft noch weitere Leistungen. Hier erfährst du, wie das finanziell aussieht und wer welche Kosten übernimmt.

→ Wie viel Geld bekommt man bei einem FSJ?

Wie hoch dein Taschengeld im Freiwilligen Sozialen Jahr ausfällt, hängt von Träger und Einsatzstelle ab. Zusätzlich können noch Leistungen wie Unterkunft, Verpflegung oder Arbeitskleidung dazukommen.

→ Gehalt oder Taschengeld – was ist der Unterschied?

Ein FSJ ist kein normaler Job und keine Ausbildung. Deshalb spricht man hier rechtlich von Taschengeld und nicht von Gehalt. Für dich heißt das einfach nur: Du bekommst Geld für deinen Dienst, aber nicht in der Form eines klassischen Ausbildungsgehalts.

→ Wer zahlt im FSJ Krankenversicherung und Sozialversicherung?

Während deines FSJ bist du grundsätzlich sozialversichert – also in der Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Die Beiträge zahlst nicht du selbst, sondern Träger oder Einsatzstelle. Im Hinblick auf deine spätere Rente ist das Freiwillige Soziale Jahr daher keine verlorene Zeit.

Endet oder brichst du dein FSJ ab, musst du das der Familienkasse melden und deine Krankenversicherung neu klären.

→ Bekommt man beim FSJ weiter Kindergeld?

Ja, in vielen Fällen schon. Wenn du noch keine 25 Jahre alt bist, besteht während eines FSJ grundsätzlich weiter Anspruch auf Kindergeld. Wichtig ist, dass die Familienkasse die nötigen Unterlagen bekommt und über Änderungen informiert wird.

Kindergeld

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Kindergeld

In diesem Ratgeber findest du alle Infos zum Kindergeld: Wann endet der Anspruch? Wie viel Kindergeld bekommt man? Was gilt es zu beachten?

Alle Infos

Arbeitszeit, Urlaub, kündigen: Rechtliche Regelungen im FSJ

Auch beim FSJ gibt es klare Regeln, zum Beispiel zu Arbeitszeit, Urlaub, Seminaren, Krankheit oder Kündigung. In diesem Abschnitt bekommst du einen einfachen Überblick darüber, was wichtig ist und worauf du achten solltest.

→ Wie läuft die Arbeitszeit im FSJ?

Im Freiwilligen Sozialen Jahr arbeitest du in der Regel ganztags und an fünf Tagen pro Woche, also ähnlich wie ein Vollzeitjob in deiner Einsatzstelle. Seit 2024 ist unter bestimmten Voraussetzungen auch Teilzeit möglich. Wie die Tage genau verteilt sind, hängt vom Bereich ab – in Klinik, Pflege oder Rettungsdienst gehören zum Beispiel auch oft Schicht- oder Wochenenddienste dazu. Für Minderjährige gelten zusätzlich die Schutzregeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes

→ Wie viel Urlaub hat man im FSJ?

Bei einem zwölfmonatigen FSJ hast du mindestens 24 Urlaubstage. Wenn dein Dienst kürzer dauert oder deine Arbeitszeit anders verteilt ist, wird der Urlaubsanspruch entsprechend angepasst.

→ Wie laufen Seminare im FSJ ab?

Seminare sind ein Pflichtteil des FSJ. Bei einem zwölfmonatigen Dienst gibt es mindestens 25 Seminartage. Dazu gehören Einführungs-, Zwischen- und Abschlussseminare, die jeweils mindestens fünf Tage dauern. Die Seminarzeit zählt als Dienstzeit, und du darfst die Inhalte oft mitgestalten. 

→ Was passiert, wenn man im FSJ krank ist?

Wenn du krank bist, meldest du dich wie in einem normalen Job krank. Eine einheitliche feste Zahl an erlaubten Fehltagen gibt es nicht. Wenn du länger ausfällst, solltest du früh mit Träger und Einsatzstelle sprechen.

→ Kann man ein FSJ abbrechen oder kündigen?

Ja, das geht grundsätzlich. Gründe dafür kann es viele geben: die Stelle passt nicht zu dir, du hast gesundheitliche oder private Probleme, deine Pläne ändern sich. Welche Regeln für einen Abbruch gelten, steht in deiner Vereinbarung mit dem Träger. Wichtig ist, dass du früh mit Träger und Einsatzstelle sprichst, statt einfach nicht mehr hinzugehen. 

Übrigens kannst du auch bei einer Beendigung vom Träger ein schriftliches Zeugnis über Art und Dauer deines FSJ verlangen. Das ist sinnvoll, damit du die Zeit später im Lebenslauf oder in Bewerbungen sauber nachweisen kannst.

FAQ - Häufig gestellte Fragen