Wohnen in der Ausbildung

Raus aus dem Elternhaus und ab in die eigenen vier Wände – zwischen Schulabschluss und Ausbildungsstart wartet nun dieser große Schritt auf dich.

Vielleicht kannst du es kaum noch erwarten, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und in deinem Traumjob durchzustarten? Vielleicht hast aber auch eher Respekt vor dieser Entscheidung und musst nur deshalb ausziehen, weil dein Ausbildungsplatz einfach zu weit weg von zu Hause ist?

So oder so: Jetzt gibt es eine Menge zu tun! Wir geben dir Tipps, wie du eine neue Bleibe findest, den Umzug schaffst und außerdem den ganzen Papierkram erledigst.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Du hast die Wahl zwischen einer eigenen Wohnung, einer WG und einem Azubi-Wohnheim.
  2. Wichtig ist nicht die Kalt-, sondern die Warmmiete: Zum Grundpreis der Wohnung kommen noch Kosten für Wasser oder Heizung.
  3. Noch vor dem Umzug solltest du dich um Anbieter für Strom, TV und Internet kümmern.
  4. Als Mieter hast du sowohl Rechte als auch Pflichten: Schäden muss dein Vermieter beseitigen – dafür musst du Hausregeln oder die Nachtruhe einhalten.

1. Wo soll ich in meiner Ausbildung wohnen?

Wohnen in der Ausbildung

Von der eigenen Wohnung über ein WG-Zimmer bis hin zum Azubi-Wohnheim – für dich gibt es mehr als nur einen Weg in die eigenen vier Wände.

Bevor es für dich in ein neues Leben geht, solltest du ein paar Punkte beachten: Überlege dir, wie viel Geld du überhaupt ausgeben kannst, ob du lieber alleine oder mit anderen zusammenleben möchtest und auch, wie selbstständig du im Alltag bist.

Soll ich in einer eigenen Wohnung leben?

Kurz und knapp: Die große Freiheit und die größte Herausforderung

In deiner eigenen Wohnung hast du das Sagen. Hier gibt es keine Eltern, die wollen, dass du dein Zimmer aufräumst, und keine Mitbewohner, auf die du Rücksicht nehmen musst.

Nach einem langen Tag im Betrieb kannst du in Ruhe entspannen oder dich ungestört an den Schreibtisch setzen, um für die Berufsschule zu pauken. Bei all der Freiheit bedeutet das natürlich, dass es auch mal ein bisschen einsam werden kann, gerade wenn du neu in einer fremden Stadt bist.
„Viel Freiheit heißt auch viel Verantwortung: Wenn eine Rechnung eintrudelt oder der Hausmeister klingelt, bist du gefragt.“

Zudem musst du den Haushalt jetzt alleine schmeißen – jetzt bist du Azubi, Chefkoch und Putzkraft in einer Person. Mit ein bisschen Übung wird das jedoch bald im Handumdrehen klappen. Zudem kannst du dich nach getaner Arbeit auf die Couch hauen oder vor die Konsole setzen.

Alleine zu wohnen hat viele Vorteile, es ist aber auch die teuerste Option.

Soll ich in eine WG ziehen?

Kurz und knapp: Ist günstiger, mit mehr Action und ein bisschen Chaos

Mit deiner Clique rumzuhängen ist das Highlight in deiner Freizeit, wieso also nicht eine WG mit Freunden gründen, die auch gerade ihre Ausbildung starten? Sicher ist: Hier ist immer was los. Leute kommen zu Besuch und es werden Partys geschmissen.

Zugegeben, nicht jeder zieht in eine WG, nur um Spaß zu haben. Es ist auch eine billigere Variante im Vergleich zur eigenen Wohnung. Und in dein WG-Zimmer kannst du dich natürlich immer zurückziehen. 

Eine WG teilt übrigens nicht nur den Lebensraum, sondern auch Aufgaben und Verantwortung:

  • den Mietvertrag unterschreiben in vielen Fällen alle Mieter
  • Verträge für TV, Internet und Telefon werden aufgeteilt
  • es gibt Putz- und Einkaufspläne, die jede Woche wechseln

Du möchtest in eine bestehende WG ziehen? Das bietet sich besonders an, wenn du für deine Ausbildung den Wohnort wechseln musst. Du findest so auch leicht Anschluss in der Fremde und wirst auf euren WG-Partys deinen Freundeskreis schnell erweitern können.

Hier kann es allerdings sein, dass die WG aus lauter Studenten besteht – und weil die nicht immer wie du um 8 Uhr morgens im Betrieb auf der Matte stehen müssen, kann es abends schon mal ein bisschen länger laut zugehen. Du solltest dir also genau anschauen, mit wem du da zusammenziehst.

Soll ich ins Wohnheim gehen?

Kurz und knapp: Fühlt sich ein bisschen an wie Jugendherberge und ist am billigsten

Eine weitere Option ist ein Zimmer im Wohnheim. In sogenannten Jugendwohnheimen findest du Mitbewohner in deinem Alter und hast ein eigenes Zimmer für dich, das meist mit einem kleinen Bad ausgestattet ist.

In den Gemeinschaftsräumen kommst du leicht mit anderen Azubis in Kontakt und hast zudem oft einen Ansprechpartner zur Seite – das wird dir helfen, wenn deine Eltern mal nicht zur Stelle sind und du einen Rat brauchst.

Ein kurzer Überblick: Wohnung, WG oder Wohnheim?

Vorteile

Nachteile

Wohnung

- die größte Freiheit
- viel Platz für dich allein
- dein eigener Chef sein
- volle Kontrolle haben

- die teuerste Wahl
- kann auch mal einsam werden
- Verantwortung alleine tragen
- viel zu organisieren

WG

- großer Partyfaktor
- leichter Leute kennenlernen
- billiger als Wohnung
- Verantwortung teilen

- weniger Ruhe
- manchmal etwas chaotisch

Wohnheim

- guter Partyfaktor
- meist am billigsten
- alles wird für dich organisiert
- Ansprechpartner vor Ort

- oft nur ein kleines Zimmer
- Möbel nicht immer die modernsten
- meist strengere (Haus-)Regeln

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Wie finanziere ich meine Wohnung?

Endlich verdienst du dein eigenes Geld und möchtest am liebsten die ganze Welt kaufen. Aber Moment: So groß ist dein Plus am Ende des Monats dann doch leider nicht.

Als Azubi hast du zum Glück Anspruch auf finanzielle Hilfen vom Staat. Denn der springt ein, wenn dein Gehalt nicht ausreicht, um dir dein eigenes Leben leisten zu können. Auch deine Eltern sind dann natürlich gefragt.

Was gibt es für Finanzierungshilfen?

  • Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
  • BAföG
  • Wohngeld
  • Kindergeld

2. Wie läuft die Suche nach meinem neuen Zuhause ab?

Wohnungssuche Ausbildung

Der Entschluss steht fest: Die Koffer werden gepackt, es geht los in ein neues Leben. Pünktlich zum Ausbildungsstart soll alles fertig sein. Doch eine neue Bleibe zu finden, ist nicht mal eben so gemacht.

Deshalb wollen wir dir wichtige Tipps und Tricks geben – wie du die Suche meisterst, dich für ein neues Zuhause entscheidest und auch, wie du den Durchblick im ganzen Paragrafendschungel behältst.

Wo suche ich nach einer Wohnung?

Die Wohnungssuche läuft meist online auf Immobilienportalen ab. Einen guten ersten Überblick bekommst du, wenn du deinen neuen Wohnort und dazu den gewünschten Wohnungstyp googelst.

So landest du nicht nur auf den gängigen Portalen, sondern findest auch die Namen von Wohnungsvereinen in der Umgebung. Deren Angebote gibt es oft nur auf der eigenen Website.

Der große Vorteil auf Web-Portalen: Du kannst Fotos der WG oder der Wohnung sehen. Zudem werden Zusatzkosten meist einzeln aufgeschlüsselt. Das hilft bei der finanziellen Planung.
„Bevor die Suche anfängt, solltest du dir genau überlegen, wie viel Geld du monatlich für die Miete zur Verfügung hast.“

Worauf muss ich bei der Wohnungssuche achten?

Manchmal geht es ganz schnell, manchmal kann es ein paar Wochen dauern, bis du deinen Wohntraum gefunden hast. Im Optimalfall hast du jetzt mehr als eine Option und die Qual der Wahl. Dann heißt es: Klug ist, wer klug vergleicht!

Checkliste für die Wohnungssuche

  • Mietpreis
  • Zusatzkosten
  • Wohngegend
  • Entfernung zum Arbeitsplatz

Ausschlaggebend ist in den meisten Fällen der Preis, da kann ein verführerisches Angebot auch schnell mal zum Reinfall werden. Denn viele preisen eine erschwingliche Miete an – verheimlichen aber auf den ersten Blick, dass es sich um die Kaltmiete (auch Nettomiete genannt) handelt. Die weiteren Zusatzkosten ergeben am Ende die entscheidende Warmmiete, auf die dann noch die Zusatzkosten draufgerechnet werden.

Zusammensetung Mietkosten

Auch die Wohngegend spielt bei deiner Entscheidung eine wichtige Rolle. Wie weit ist dein Zuhause vom Arbeitsplatz entfernt? Befindet sich in der Nähe ein Supermarkt? Traut man sich hier nachts überhaupt auf die Straße? Im Internet kannst du dich im Vorfeld in den verschiedenen Ecken der Stadt umschauen.

Wie läuft eine Wohnungsbesichtigung ab?

Gerade erst hattest du deine kleine Traumwohnung im Internet gefunden. Nachdem du dich kurzerhand mit dem Vermieter in Verbindung gesetzt hast, wirst du plötzlich zur Besichtigung eingeladen. Ganz schön aufregend – aber mit ein paar Tipps auch locker zu meistern!

„Eine Wohnungsbesichtigung lässt sich mit deinem Bewerbungsgespräch für die Ausbildung vergleichen: Wenn du gut vorbereitet bist und dich von deiner besten Seite zeigst, steigen deine Chancen!“

Wie bereite ich mich auf die Wohnungsbesichtigung vor?

  • Viele Augen sehen mehr als zwei: Wenn du deine Eltern mitnimmst, können sie mit ihrer Erfahrung den Zustand der Wohnung gut beurteilen.
  • Lass die Jogginghose zu Hause: Wenn du in Jeans mit einem Hemd oder einer Bluse gehst, machst du einen sympathischen Eindruck.
  • Habe Unterlagen zur Hand: Eine Gehaltsabrechnung oder die Bürgschaft deiner Eltern musst du eigentlich erst zur Vertragsunterschrift mitbringen – manche Vermieter wollen sich aber schon jetzt von deiner Zahlungskraft überzeugen.

Gerade, wenn sich mehrere Leute für eine Wohnung bewerben, macht ein gutes Auftreten bei gleichen Voraussetzungen oft den Unterschied aus.

Was ist eine Bürgschaft?

Eine Bürgschaft kann vom Vermieter vor der Zusage verlangt werden. Sie gibt ihm Sicherheit: Solltest du die Miete irgendwann nicht mehr zahlen können, verpflichten sich zum Beispiel deine Eltern schriftlich dazu, im Notfall einzuspringen. 

„Du kannst deine Chancen auch erhöhen, wenn du die Bürgschaft von dir aus anbietest - denn nicht jeder findet jemanden, der für sie oder ihn bürgt.“
In einem Wohnheim ist es übrigens nicht so streng: Dort ist der Termin eher dafür da, dass du dich umschauen kannst. Wenn genug Platz im Haus ist, hast du dein Zimmer eigentlich sicher. Ist das Wohnheim voll, bekommst du einen Platz auf der Warteliste. Dann heißt es, Geduld haben, und sich am besten auch parallel nach anderen Zimmern umzuschauen.

Wie lange dauert eine Besichtigung?

Nimm dir bei der Besichtigung von deinem zukünftigen Zuhause Zeit – und sei hartnäckig. Es muss dir nicht unangenehm sein, den Vermieter der Wohnung oder die Vormieterin in der WG auf Risse in der Wand oder Macken im Parkett hinzuweisen. Schließlich sollst du hier bald wohnen.

Auf den ersten Blick gefällt dir, was du siehst? Dann schau ruhig noch einmal genauer hin. Eine halbe Stunde darf es problemlos dauern, wenn du mit einem Zollstock bewaffnet genau Maß nimmst. Möchtest du auch Fotos machen, dann frag dein Gegenüber vorher. Das kommt besser an, als wenn du vergeblich versucht, heimlich auf den Auslöser zu drücken.

Übrigens: Manche Wohnheime bieten keine Besichtigung an! Dann musst du dich auf Fotos auf der Homepage des Wohnheims verlassen.

Wie läuft ein WG-Casting ab?

Möchtest du in eine WG ziehen, dann erwartet dich keine klassische Wohnungsbesichtigung, sondern ein so genanntes WG-Casting. 

Ablauf eines WG-Castings

  • Hier wollen dich die übrigen Bewohner vor allem persönlich kennenlernen.
  • In der Anzeige stehen oft Infos über sie. Wenn du dir die Fakten merkst, kannst du im Gespräch schnell Pluspunkte sammeln.
  • Manchmal musst du einen Fragebogen ausfüllen oder ein Spiel mitspielen. Mach das mit einem Augenzwinkern mit – solange du dich dabei wohlfühlst!
  • Bei einem WG-Casting sollten deine Eltern auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Wie geht es nach der Zusage für die Wohnung weiter?

Du musst diese eine Wohnung unbedingt haben! Das findest du, und das findet auch dein Vermieter, also fehlt jetzt nur noch deine Unterschrift. Auch wenn du am liebsten direkt loslegen möchtest, solltest du dir ein bisschen Zeit nehmen.

Denn wenn die Tinte einmal getrocknet ist, kannst du den Mietvertrag nicht mehr so einfach rückgängig machen.

„Zwei einfache Grundregeln: Unterschreibe nichts, was du nicht verstehst. Und: Du darfst jede Frage stellen.“

Wie verstehe ich den Mietvertrag?

Mietverträge sind meist gleich aufgebaut und beinhalten gängige Absätze und Paragrafen. Es ist keine Schande zuzugeben, wenn du einzelne Abschnitte nicht verstehst.

Problemlos kannst du deinen Vermieter fragen, ob du den Vertrag für einen Tag mit nach Hause nehmen kannst. So hast du noch einmal die Möglichkeit, alles mit deinen Eltern in Ruhe durchzugehen – oder offene Fragen zu googeln.

Enthält der Vertrag alle wichtigen Infos?

  • Sind alle Nebenkosten aufgeführt?
  • Ist die Höhe der Kaution vermerkt?
  • Sind die Namen aller Mieter eingetragen?
  • Gibt es ein schriftliches Übergabeprotokoll?
  • Wie lang ist die Kündigungsfrist?

Was ist eine Kündigungsfrist?

Jeder Miete hat das Recht, seinen Mietvertrag zu kündigen. Wichtig ist dabei, dass eine so genannte Kündigungsfrist von drei Monaten eingehalten wird. Wenn du also aus deiner Wohnung ausziehen möchtest und deinem Vermieter (am besten schriftlich) Bescheid gegeben hast, musst du noch drei Monate auf den Auszug warten.

Dieselbe Regel gilt übrigens auch, wenn dir gekündigt wird. Dann hast du drei Monate Zeit, dir eine neue Bleibe zu suchen und dein Vermieter kann sich in Ruhe nach deinem Nachmieter umschauen.

Wann weise ich den Vermieter auf Schäden hin?

Du hast bei der Besichtigung einen Riss im Waschbecken oder eine Macke in der Tür entdeckt? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, es deinem Vermieter zu sagen. Bestehe darauf, dass alle Schäden schriftlich festgehalten werden.

So kann er sie bis zu deinem Umzug beheben und dir zudem beim Auszug keine Schuld für diese Mängel geben.

Wann soll der Mietvertrag beginnen?

Wenn du es dir finanziell leisten kannst, dann nimm dir vor Ausbildungsbeginn einen Monat Zeit, um umzuziehen und dich einzurichten. Ziehst du nach Beginn deiner Ausbildung um, kann es ein schon mal stressig werden.

Mit ein bisschen Glück, hast du Anspruch auf einige Tage Sonderurlaub. Bei Tarifverträgen ist dieser Anspruch meist schriftlich festgehalten. Ist dies nicht der Fall, frag früh genug im Betrieb nach. Meist zeigt dein Chef Verständnis. Gibt es bei dir einen Betriebsrat, findest du hier die richtigen Ansprechpartner.

3. Wie plane ich meinen Umzug?

Umzug Planung

Die Schlüssel zu deinem neuen Zuhause hast du endlich in der Hand – fühlt sich gut an, oder? Wenn du die Haustür zum ersten Mal aufmachst, ist dein Zimmer allerdings noch ganz schön leer. Fertig eingerichtet ist alles bisher nur theoretisch. Jetzt heißt es: Anpacken und los!

Wie kommen meine Sachen in die neue Wohnung?

Im Grunde ist es ganz einfach: Wenn du alles richtig planst, läuft es am Umzugstag fast wie von selbst ab. Mit dem richtigen Packen fängt es an. Überlege dir, was du alles mitnehmen möchtest oder was vielleicht bei deinen Eltern bleiben kann. 

„Faustregel fürs Packen: Du benötigst einen Karton pro Quadratmeterzahl“

Reicht ein Pkw für den Umzug aus oder muss ich einen Umzugswagen mieten?

Wenn du weißt, wie viel Hab und Gut dich begleiten soll, kannst du die Frage nach dem Transportmittel besser beantworten: Reichen die Autos deiner Umzugshelfer aus oder musst du dir einen Umzugswagen mieten?

Hier gibt es günstige Optionen im Internet oder hat vielleicht jemand in deinem Freundeskreis einen Anhänger, den er verleihen würde?

Mit einem gemieteten Umzugswagen solltest du versuchen, möglichst nur einmal zu fahren. Denn bezahlt wird nach Zeit und gefahrenen Kilometern. Wähle also kein zu kleines Auto.

Wer hilft mir bei meinem Umzug?

Meist sind Freunde und die Familie die fleißigsten Anpacker. Geduldig helfen sie dir beim Start ins neue Leben. Du solltest sie aber natürlich bei Laune halten: Die Aussicht auf Pizza nach getaner Arbeit steigert die Motivation – und leckere Getränke zwischendurch geben extra Power!

So gibt's kein Chaos:

  • Kartons mit Inhalt und Zimmer beschriften
  • Direkt am richtigen Ort stapeln

Ein Umzugsunternehmen zu beauftragen, mag die bequemste Variante sein, aber gleichzeitig auch die teuerste. Ist dein Ausbildungsplatz allerdings am anderen Ende von Deutschland, ist das tatsächlich eine Überlegung wert.

Wie richte ich meine neue Wohnung ein?

Am Tag des Umzugs sollte dein neues Zuhause fertig renoviert sein. Wenn die Wände schon gestrichen sind oder der Fußboden erneuert, kann das Einrichten direkt starten.

Und mit der richtigen Ordnung beim Einpacken findet auch beim Auspacken alles schnell seinen richtigen Platz.

Beziehst du ein WG-Zimmer oder wohnst du während deiner Ausbildung in einem Wohnheim, ist der Umzug umso schneller geschafft.

Neue Möbel werden geliefert: Was muss ich beachten?

  • Wenn es ein neues Sofa oder sogar eine neue Küche sein soll, mach beim Kauf einen Liefertermin aus, an dem du, deine Eltern oder deine Mitbewohner in der Wohnung warten.
  • Wenn du noch ungeübt bist, solltest du den Aufbau dem Möbellieferanten überlassen. Das mag ein paar Euro mehr kosten, erspart dir aber viel Stress.
  • Mit Starkstrom hantieren? Das ist nicht nur schwierig, sondern mitunter sehr gefährlich. Auch hier gilt: Lass Profis ran!

Muss ich mich für meinen Umzug ummelden?

Geht es für deine Ausbildung in eine neue Wohnung, musst du dich offiziell um- oder anmelden. Ummelden heißt es, wenn du in derselben Stadt bleibst, anmelden, wenn es in eine neue geht.

So läuft die Um- oder Anmeldung ab:

  • du musst ins sogenannte Einwohnermeldeamt
  • das findest du meist im städtischen Rathaus oder Bürgeramt
  • über das Internet lässt sich das leicht herausfinden
  • dort findest du auch Angaben zu den Dokumenten, die du dafür brauchst

Soll ich mein neues Zuhause als ersten oder zweiten Wohnsitz anmelden?

Brichst du in deiner alten Heimat komplett die Zelte ab, ist deine Azubi-Wohnung dein Erstwohnsitz. Das heißt, dass du in dieser Stadt offiziell angemeldet bist und dort dann auch zum Bürgeramt musst. 
„Kontaktiere spätestens zwei bis drei Wochen nach dem Umzug das Einwohnermeldeamt. Sonst droht ein Bußgeld.“

Bist du aber in jeder freien Minute in deinem Elternhaus, könntest du deine neue Wohnung als Zweitwohnsitz anmelden. In manchen Städten musst du dann aber eine jährliche Gebühr zahlen, die sogenannte Zweitwohnsitzsteuer. Infos dazu gibt es auch beim Einwohnermeldeamt.

Geht es in ein Azubi-Wohnheim, ist es oft Voraussetzung, dass du dein Zimmer als ersten Wohnsitz anmeldest. Auch hier gilt: Einfach die zuständigen Personen fragen.

Wie läuft die Suche nach dem Stromanbieter ab?

Am einfachsten geht das im Internet. Bei Vergleichsportalen kannst du schnell Anbieter in deiner Nähe finden. Alles passiert online: Du gibst deine persönlichen Daten an, die neue Adresse, die Stromzählernummer und deinen geschätzten Stromverbrauch.

Keine Angst: Du wirst nicht ohne Strom dastehen! Hast du beim Einzug noch keinen Vertrag abgeschlossen, kommt der Strom vom Grundversorger in der Stadt. Dieser ist aber meist teurer und lässt sich nicht so schnell kündigen.

Wohnung Stromverbrauch

Wie finde ich einen Anbieter für Telefon, TV und Internet?

Die meisten Anbieter halten Kombipakete für dich bereit: ein Vertrag für Telefon, TV und Internet. Auch hier läuft der Wechsel über das Internet ab.

Vergleiche verschiedene Anbieter und achte auf besondere Angebote – oft gibt es welche für Azubis. Die Erfahrungen anderer User in Internet-Foren helfen dir, gute von schlechten Anbietern zu Unterscheiden. 

Am besten schließt du die Verträge einen Monat vor dem Umzug ab.

„Telefonierst du immer nur übers Smartphone, brauchst du eigentlich kein Festnetztelefon zu Hause.“

Nachdem du einen Vertrag abgeschlossen hast, werden dir alle Unterlagen sowie die Hardware mit detaillierter Installations-Anleitung nach Hause geschickt. 

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Wenn du den Wohnort wechselst, bietet sich vielleicht auch ein Nachsendeauftrag an. Das bedeutet, dass du deine neue Adresse bei der Post angibst und deine Briefe dich so erreichen. Falls du deine Eltern aber regelmäßig siehst, können sie dir deine Post auch einfach mitbringen.

4. Worauf muss ich in der neuen Wohnung alles achten?

Alltag nach dem Umzug

Home sweet home – endlich ist es geschafft! Ob Wohnung, WG oder Wohnheim: Tagsüber bist du Azubi, nach Feierabend der Manager deiner eigenen vier Wände.

Während deines Umzugs hast du bereits tausend Dinge geregelt. Den Alltag zu meistern, schaffst du da doch mit links – vor allem mit unseren Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Wohnen.

Wie halte ich meine Finanzen im Blick?

Mach es ganz klassisch auf Papier oder lade dir eine nützliche App aufs Smartphone: Um deine Finanzen im Griff zu haben, bietet sich ein Finanzplan an. Trage ein, wie teuer dein Einkauf war oder wie viel du für die Kinokarten bezahlt hast. So weißt du, wann du dir was gönnen kannst oder wann Sparen angesagt ist.

Was sind GEZ-Gebühren?

In deiner neuen Bleibe musst du einen so genannten Rundfunkbeitrag für Fernsehen und Radio bezahlen. Per Post kommt ein Anmeldeformular von der GEZ, die übrigens für Gebühreneinzugszentrale steht.

„Bekommst du während deiner Ausbildung BAföG oder BAB, musst du keine GEZ-Gebühren zahlen. Gib es einfach im Formular an.“

Alle drei Monate macht das 53,94 Euro – hast du Mitbewohner, teilt ihr den Betrag unter euch auf. Im Wohnheim musst du dich nicht darum kümmern.

Welche Rechte habe ich als Mieter bei Schäden?

Mit deiner Unterschrift unter den Mietvertrag verpflichtest du dich nicht nur, aus deiner Wohnung keine Bruchbude zu machen, du hast selbstverständlich auch Rechte als Mieter.

Der Schimmel klettert die Wände hoch oder wegen Bauarbeiten im Haus muss das Wasser tagelang abgestellt werden? In solchen Fällen hast du Anspruch auf eine Mietminderung.

So verhältst du dich bei einem Schaden in deiner Wohnung

  • Halte alles fest! Mach Fotos und Notizen von den Schäden.
  • Informiere den Vermieter! Nur so hast du Chancen auf Geld.
  • Mach alles schriftlich! So bleibt jeder Schritt offiziell.
  • Hol dir eine zweite Meinung! Zeig die Schäden einem Profi.

Lass dir von den Experten helfen: Im Internet findest du den Mieterverein in deiner Nähe. Hier bekommst du Infos für den genauen Ablauf einer Mietminderung und findest wichtige Ansprechpartner.

Welche Pflichten habe ich als Mieter?

Nach langen Arbeitstagen im Betrieb oder in der Berufsschule möchtest du einfach nur deine Ruhe haben? Ab auf die Couch und schnell die den neuesten Blockbuster streamen?

Leider warten manchmal ein paar nervige Pflichten auf dich: das Treppenhaus wischen, die Mülltonnen rausstellen oder im Winter das Schneeschieben.

Frag den Vermieter oder einfach deine Nachbarn. Eigentlich gibt es immer schon eine gültige Regelung, der du dich anschließen kannst. Bist du Mitglied in einem Wohnungsverein, zahlst zu einen kleinen Aufschlag für solche Arbeiten.

Wie muss ich Rücksicht auf meine Mitbewohner und Nachbarn nehmen?

Ohne die Eltern im Haus darfst du machen, was du möchtest? Stimmt leider nicht ganz. Völlig ohne Regeln geht es nicht – egal ob du jetzt in deiner eigenen Wohnung lebst, das WG-Leben genießt oder dir dein Zimmer im Wohnheim eingerichtet hast.

Pflichten als Mieter

Und wenn es dich doch einmal erwischt: Was soll ich gegen mein Heimweh tun?

Auch, wenn die ersten Abende im neuen Zuhause einsam sein mögen, das wird sich bald legen. Denn du bist ja umgezogen, um dich voll du ganz auf deinen neuen Job zu konzentrieren. Und bist du erst einmal richtig drin, wirst du weniger Zeit haben, um über dein altes Leben nachzudenken.

„Lenk dich ab! Schau dir deine neue Umgebung an, triff dich mit anderen Azubis nach der Arbeit - rede drüber, denn vielen wird es so gehen wie dir.“

Sei auch stolz auf dich! Denk daran, dass du gerade sehr viel für dein Leben lernst: Neben dem Job alleine den Haushalt schmeißen – das kann in deinem Alter nicht jeder von sich behaupten.

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