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Das Azubi-Interview mit Dominique Küster - ASB Regionalverband Mittel-Brandenburg e.V.

  • Name des AuszubildendenDominique Küster
  • Alter des Auszubildenden18 Jahre
  • AusbildungAltenpfleger/in
  • Ausbildungsjahr1. Ausbildungsjahr

Ausbildung.de:

Dominique, warum hast du dich für die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft beim ASB Mittel-Brandenburg entschieden?

Dominique Küster:

In der neunten Klasse habe ich mich für ein dreiwöchiges Schulpraktikum in der Altenpflege entschieden und festgestellt, dass ich mir die Arbeit in der Pflege gut vorstellen kann. Um zu schauen, ob dieser Beruf tatsächlich der richtige für mich ist, habe ich nach der zehnten Klasse ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. Danach wusste ich, dass die Altenpflege zu mir passt und dass ich gern in der ASB-Seniorenresidenz in Rangsdorf bleiben möchte, in der ich auch das FSJ absolviert habe. 

Ausbildung.de:

Was genau lernst du in deiner Ausbildung?

Dominique Küster:

In meiner Ausbildung lerne ich den fachlich korrekten Umgang mit hilfe- und pflegebedürftigen Menschen. Der medizinische Aspekt spielt dabei eine wichtige Rolle. So lerne ich, wie man Risiken richtig einschätzt und vorbeugt und wie man in Notfällen richtig handelt. Auch die Medikamentengabe und das Dokumentieren aller Maßnahmen gehören dazu. Mit jedem Ausbildungstag lerne ich mehr und mehr dazu, bis ich irgendwann zum Beispiel auch die Pflegeplanung übernehme.

Ausbildung.de:

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in deiner Pflegeeinrichtung aus?

Dominique Küster:

Zunächst werden Informationen zu den einzelnen Bewohnern vom Pflegepersonal aus der vorherigen Schicht an die Kollegen aus der nachfolgenden Schicht übergeben, damit jeder über alle Maßnahmen und Beobachtungen informiert ist und dementsprechend handeln kann. Wenn man zum Beispiel in der Frühschicht arbeitet, folgt als nächstes die Grundpflege der Bewohner, das heißt das Waschen, Anziehen und Herrichten der Bewohner für den Tag. Dabei geht es natürlich vor allem um Sauberkeit und Hygiene, aber auch darum, den Allgemeinzustand der Person einzuschätzen. Wir unterhalten uns mit den Bewohnern und schauen, wie es ihnen geht. Dazu gehören auch Aktivierungsmaßnahmen, wie leichte sportliche Aktivitäten, um zum Beispiel die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten. Danach bringen wir die Bewohner in die Wohnküchen und bereiten die Mahlzeiten zu. Je nachdem, wie viel Unterstützung die Person braucht, schneiden wir das Essen in Häppchen und reichen es an. Die Bewohner sollen weitgehend selbstbestimmt leben können. Anschließend bringen wir die Bewohner auf Wunsch zurück in ihr Zimmer, zu Betreuungsangeboten oder zum Beispiel in den Garten. Am Ende des Arbeitstages werden die von uns dokumentierten Maßnahmen und Beobachtungen an die folgende Schicht übergeben. Im Laufe der Ausbildung nehmen unsere Aufgaben zu. Dazu gehören dann auch die Wundversorgung und Medikamentengabe usw.

Ausbildung.de:

Was gefällt dir am Berufsbild Altenpfleger?

Dominique Küster:

Am schönsten finde ich den Umgang mit den älteren Menschen. Sie erzählen so viele interessante Erlebnisse aus ihrem Leben und zeigen sich sehr dankbar und glücklich über meine Arbeit. Auch von den Angehörigen erhalte ich viel positives Feedback. Das ist sehr motivierend und eine schöne Bestätigung für das, was ich tue. Mir gefällt auch die Aufgabenvielfalt. Da man mit Menschen arbeitet, ist kein Tag wie der andere. Dabei ist für mich auch das Team wichtig, denn das muss menschlich passen. Ich arbeite gern in meinem Team und kann mich immer an meine Vorgesetzten und Kollegen wenden, wenn ich Fragen habe. Und das ist mir wichtig.

Ausbildung.de:

Da pflegebedürftige Menschen auch an Wochenenden, Feiertagen oder nachts Pflege benötigen, gehört die Schicht- bzw. Wochenendarbeit in der Altenpflege dazu. Wie gehst du damit um?

Dominique Küster:

Dadurch, dass ich noch keine familiären Verpflichtungen habe, schränkt mich dies aktuell nicht ein. Man kann private Termine gut voraus planen und im Einzelfall mit der Einrichtungsleitung abstimmen. So kann man Wunschdienste angeben, die, wenn möglich, berücksichtigt werden. Da die Dienstplanung rechtzeitig bekannt gegeben wird, kann man sich darauf gut einstellen. Außerdem kann man dadurch Termine wahrnehmen, die bei anderen Jobs zeitlich nur schwer möglich wären, wie Arzttermine oder ähnliches.

Ausbildung.de:

Wie soll es nach der Ausbildung weitergehen?

Dominique Küster:

Ich möchte mich nach der Ausbildung gern weiterqualifizieren und die Aufstiegsmöglichkeiten des Berufs nutzen. Viele wissen gar nicht, dass man sich stetig weiterbilden und im Anschluss zum Beispiel auch studieren kann. Wenn ich die Ausbildung fertig habe, möchte ich aber zunächst erst einmal Praxiserfahrung sammeln und Praxisanleiter werden.

Ausbildung.de:

Welche Tipps möchtest du denjenigen mitgeben, die sich für eine Ausbildung in der Altenpflege interessieren?

Dominique Küster:

Wie in jedem anderen Beruf auch, sind für die Altenpflege bestimmte Charaktereigenschaften von Vorteil. Man sollte geduldig, hilfsbereit und belastbar sein und dabei auch noch Spaß an der Arbeit mit älteren Menschen haben. Ich empfehle, vorab ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Hier kann man ausgiebig prüfen, ob der Pflegeberuf zu einem passt und ob man sich diese Tätigkeit langfristig vorstellen kann. Dann weiß man, was einen in der Altenpflegeausbildung erwartet und kann sich sicher sein, den richtigen Beruf ausgewählt zu haben.

Das Azubi-Interview mit Nadine Ziemann - ASB Regionalverband Mittel-Brandenburg e.V.

  • Name des AuszubildendenNadine Ziemann
  • Alter des Auszubildenden32 Jahre
  • AusbildungAltenpfleger/in
  • Ausbildungsjahr1. Ausbildungsjahr

Ausbildung.de:

Nadine, du absolvierst derzeit deine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft beim ASB Mittel-Brandenburg. Wie bist du zur Pflege gekommen?

Nadine Ziemann:

Ursprünglich wollte ich etwas ganz anderes machen, aber als zweifache Mutter war es für mich schwer, einen geeigneten Beruf zu finden, wo ich Arbeit und Privates gut unter einen Hut bekomme. Durch den engen Kontakt zu meiner Oma begann ich, mich für den Pflegeberuf zu interessieren, und bin zuerst als Praktikantin, dann als Pflegehelferin beim ASB eingestiegen. Dadurch konnte ich viele Erfahrungen in der Pflege sammeln und die Vorteile des Berufs kennenlernen. Ich habe mich daher anschließend bewusst für die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft entschieden. Denn dadurch erlerne ich einen Beruf, der zukunftsorientiert ist, da Pflegekräfte immer gebraucht werden. Eine sichere, berufliche Perspektive ist gerade für mich mit zwei Kindern besonders wichtig.

Ausbildung.de:

Was lernst du in deiner Ausbildung und welche Aufgaben übernimmst du in deiner Pflegeeinrichtung?

Nadine Ziemann:

Im schulischen Teil der Ausbildung lernen wir alles Grundlegende rund um den Pflegeberuf. In der Pflegeeinrichtung setzen wir dann das Gelernte in der praktischen Arbeit um. Zu meinen Aufgaben gehören die Grundpflege, die Wundversorgung, die Verabreichung von Medikamenten und Injektionen und die Überprüfung des Allgemeinzustandes der Bewohner, aber auch die Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme. Natürlich haben wir diese Aufgaben nicht von Anfang an, sondern mit Fortschreiten der Ausbildung übernehmen wir immer mehr Aufgaben. Wir dokumentieren dabei alle Maßnahmen und Beobachtungen, damit auch die Kollegen bestens informiert sind. Später lernen wir, wie man Pläne für die Pflege und Beschäftigung der Bewohner erstellt, wie man Krankheiten erkennt und wie man Risiken einschätzt. Wir erlernen das richtige Handeln in Notfällen und die richtige Kommunikation mit den Bewohnern, Angehörigen und Ärzten. Bei allen Maßnahmen lernen wir auch, die Biografie des jeweiligen Bewohners mit einzubeziehen, um eine individuelle Pflege und Betreuung zu gewährleisten.

Ausbildung.de:

Was schätzt du an diesem Beruf?

Nadine Ziemann:

Ich schätze vor allem die Abwechslung in dem Beruf und den täglichen Umgang mit ganz unterschiedlichen Menschen. Das können Bewohner, aber auch deren Angehörige oder Ärzte sein. Das macht den Job unheimlich vielseitig und abwechslungsreich. Dass man mit seiner Arbeit etwas Gutes tut und den hilfebedürftigen Menschen dabei hilft, sich einen schönen Lebensabend zu machen, das finde ich ganz besonders schön. Am meisten freue ich mich dabei, wenn ich ein positives Feedback für meine Arbeit bekomme, zum Beispiel durch das Lächeln eines Bewohners oder ein liebes Wort. Ich finde es schön, wenn ich die Senioren durch meine Arbeit glücklich mache.

Ausbildung.de:

Hast du in deiner Ausbildung feste Ansprechpartner, die dich durch die Ausbildung begleiten?

Nadine Ziemann:

In der Ausbildung beim ASB gibt es viele, verschiedene Ansprechpartner, an die man sich bei Fragen oder Problemen wenden kann. In der Einrichtung selbst stehen einem Praxisanleiter, die Pflegedienstleitung, die Einrichtungsleitung, aber auch die Kollegen mit Rat und Tat zu Seite. Außerdem gibt es eine übergeordnete Ausbildungsbeauftragte, die uns zusammen mit den anderen Verantwortlichen intensiv auf Prüfungssituationen vorbereitet. So fühlt man sich in der Ausbildung gut aufgehoben.

Ausbildung.de:

Wie kommst du mit der Arbeit in Schichten, an Wochenenden, Feiertagen und nachts klar, die ja nun mal dazugehört?

Nadine Ziemann:

Als Mutter von zwei Kindern ist ein Job mit festen Arbeitszeiten schwierig. Arzttermine oder Behördengänge sind damit schwer vereinbar. Im Schichtsystem klappt so etwas viel besser. Außerdem habe ich dadurch auch mehr Zeit für meine Kinder und kann wichtige Dinge tagsüber erledigen, denn, wenn man an Wochenenden oder Feiertagen arbeitet, hat man auch regelmäßig unter der Woche frei. Wobei man ja auch nicht an jedem Wochenende oder Feiertag arbeiten muss. Zudem werden Mitarbeiterwünsche bei der Dienstplanung berücksichtigt.

Ausbildung.de:

Wie sieht deine berufliche Zukunft aus?

Nadine Ziemann:

Wenn ich die Ausbildung geschafft habe, möchte ich praktische Erfahrungen als Fachkraft sammeln und mich dann, wenn es sich ergibt, gern weiterbilden. Ich könnte mir vorstellen, eines Tages als Praxisanleiterin oder auch Wohnbereichsleiterin zu arbeiten. Dabei würde ich mir wünschen, dass die Altenpflege in Zukunft einen besseren Ruf bekommt und eine höhere Wertschätzung erhält. Denn Pflege ist kein leichter Beruf. Außerdem wird der Beruf immer wichtiger.

Ausbildung.de:

Was empfiehlst du denjenigen, die darüber nachdenken, in der Altenpflege Fuß zu fassen?

Nadine Ziemann:

Ich glaube, dass man gut für diesen Beruf geeignet ist, wenn man Empathie, Lernfähigkeit, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit mitbringt. Man sollte hilfsbereit und freundlich sein, alles andere kann man lernen. Es sollte einem aber auch bewusst sein, dass die Ausbildung nicht immer leicht ist und der Pflegeberuf auch traurige Seiten hat, wenn zum Beispiel jemand verstirbt. Aber in der Ausbildung lernt man, damit umzugehen. Und am Ende wartet ein Beruf, in dem man richtig aufgehen kann, mit viel Herzlichkeit und tollen Momenten. Man kann in dem Job viel erreichen und dabei auch noch etwas Gutes tun. Wenn man sich noch nicht sicher ist, kann man – wie ich – über ein Praktikum oder die Arbeit als ungelernter Pflegehelfer einsteigen und damit wertvolle Erfahrungen sammeln.