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Hochbaufacharbeiter/in

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Hochbaufacharbeiter/in
Grafik: Ausbildung Hochbaufacharbeiter/in

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartKlassische duale Berufsausbildung
Empf. SchulabschlussHauptschulabschluss
Ausbildungsdauer2 Jahre
ArbeitszeitWerktags

Du möchtest auf dem Bau arbeiten und am Ende des Tages sehen, was du geschafft hast? In der Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter lernst du grundlegende Arbeiten im Hochbau kennen. Du verarbeitest unter anderem Beton und Mörtel, stellst Bauteile her und arbeitest mit Werkzeugen und Baugeräten. Dabei bist du viel auf Baustellen unterwegs und arbeitest im Team. Hier erfährst du, welche Aufgaben dich erwarten, wie die Ausbildung abläuft und welche Möglichkeiten du danach hast.

Modernisierung der Ausbildung

Die Ausbildung wurde zum 1. August 2026 modernisiert. Neue Technik, digitale Arbeitsweisen sowie Umwelt- und Klimaschutz spielen seitdem eine größere Rolle. Mehr dazu erfährst du im Abschnitt zum Ablauf der Ausbildung.

Was macht ein Hochbaufacharbeiter?

Hochbaufacharbeiter führen verschiedene Arbeiten im Hochbau aus – also an Bauwerken, die überwiegend oberhalb der Erde entstehen. Sie stellen zum Beispiel Fundamente, Wände und Decken her und verarbeiten dabei Baustoffe wie Beton, Stahl und Mauersteine. Je nach Betrieb und Schwerpunkt arbeiten sie unter anderem im Wohnungsbau, im Industrie- oder Brückenbau sowie bei der Sanierung von Bauwerken.

Hochbaufacharbeiter: Aufgaben

  • Schalungen und Bewehrungen herstellen
  • Fundamente, Decken und Wände betonieren
  • Wände mauern – zum Beispiel aus Ziegeln, Beton- oder Kalksandsteinen
  • Baustoffe verarbeiten – darunter Beton, Mörtel und Estrich
  • Baumaschinen und Baugeräte bedienen und warten
  • Dämmstoffe und Abdichtungen einbauen
  • Bauzeichnungen und Pläne lesen und umsetzen
  • Sicherheits- und Umweltschutzvorgaben einhalten

Wie sind die Arbeitszeiten von Hochbaufacharbeitern?

Als Hochbaufacharbeiter arbeitest du in der Regel werktags in Vollzeit, also etwa 38 bis 40 Stunden pro Woche. Die Arbeit beginnt meist früh – je nach Betrieb oft zwischen 6 und 7 Uhr morgens, um das Tageslicht optimal zu nutzen. Da der Beruf an der frischen Luft stattfindet, sind die Arbeitszeiten oft auch wetterabhängig. Bei schlechtem Wetter oder im Winter kann es zu Einschränkungen kommen – dafür gibt es in der Branche Regelungen wie das Saison-Kurzarbeitergeld (Schlechtwetterregelung).

Wie läuft die Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter ab?

Die Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter dauert zwei Jahre und ist dual aufgebaut. Das heißt: Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb übst du die praktischen Arbeiten auf der Baustelle. In der Schule beschäftigst du dich mit den theoretischen Grundlagen, die du dafür brauchst.

Nach dem Abschluss kannst du direkt in den Beruf einsteigen. Außerdem kann die zweijährige Ausbildung auf einen passenden dreijährigen Ausbildungsberuf angerechnet werden. Welche Anschlussmöglichkeiten es gibt, wird im Abschnitt zu den Schwerpunkten erklärt.

  • Ausbildungsbetrieb: praktische Aufgaben und Arbeitsabläufe auf der Baustelle kennenlernen
  • Berufsschule: theoretische Grundlagen für die Arbeit im Hochbau lernen
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre
  • Anschluss: Einstieg in den Beruf oder Fortsetzung in einem passenden dreijährigen Ausbildungsberuf

Modernere Ausbildung ab August 2026

Die Ausbildung wurde zum 1. August 2026 modernisiert. Damit sollen Veränderungen durch neue Technik, digitale Arbeitsweisen sowie Umwelt- und Klimaschutz stärker berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem: Energie effizient nutzen, CO₂-Emissionen vermeiden, Brandschutz beachten und mit intelligenten und vernetzten Gebäuden arbeiten.

Welche Inhalte für dich konkret wichtig sind, hängt unter anderem vom Ausbildungsbetrieb und von deinen Aufgaben auf der Baustelle ab.

Welche Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung?

Im zweiten Ausbildungsjahr entscheidest du dich für einen von vier Schwerpunkten. Nach dem Abschluss kannst du die Ausbildung im zugehörigen dreijährigen Ausbildungsberuf fortsetzen. Dabei werden die bereits absolvierten zwei Jahre angerechnet.

SchwerpunktZugehöriger dreijähriger Ausbildungsberuf
MaurerarbeitenMaurer
Beton- und StahlbetonarbeitenBeton- und Stahlbetonbauer
Feuerungs- und SchornsteinbauarbeitenFeuerungs- und Schornsteinbauer
Abbruch- und BetontrenntechnikarbeitenBauwerksmechaniker für Abbruch und Betontrenntechnik

Was lernt man in der Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter?

In der Ausbildung lernst du die praktischen Arbeiten auf der Baustelle und die passenden theoretischen Grundlagen kennen. Im Betrieb arbeitest du mit Baustoffen, Werkzeugen und Maschinen. In der Berufsschule beschäftigst du dich unter anderem mit Bauplänen, Berechnungen und Arbeitssicherheit.

Praxis im BetriebTheorie in der Berufsschule
Baustoffe: Beton, Mörtel und Mauersteine verarbeitenBaustoffkunde: Eigenschaften und Einsatz von Baustoffen kennenlernen
Bauwerke: Schalungen, Bewehrungen, Fundamente, Decken und Wände herstellenPlanung: technisches Zeichnen, Baupläne und Bauabläufe verstehen
Vermessung: Baukörper einmessen und ausrichtenBerechnungen: Mathematik, Bauphysik, Vermessung und Grundlagen der Statik anwenden
Baustelle: Arbeitsplätze einrichten und sichernSicherheit: Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz kennenlernen
Geräte: Baumaschinen bedienen und wartenBerufswissen: Wirtschafts- und Sozialkunde bearbeiten
Ausbauarbeiten: mauern, verputzen und Dämmstoffe einbauenBauverfahren: grundlegende Konstruktionen und Arbeitsverfahren verstehen

Welche Prüfungen gibt es?

Während der Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab. Am Ende folgt die Gesellen- oder Abschlussprüfung. Sie besteht aus den Prüfungsbereichen Herstellen von Baukörpern, Durchführen von Hochbauarbeiten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die genauen Aufgaben richten sich nach deinem Schwerpunkt.

Was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter?

Für die Ausbildung ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welchen Abschluss ein Betrieb erwartet, kann unterschiedlich sein. Neben deinen Schulnoten zählen vor allem praktische Fähigkeiten und Eigenschaften, die dir die Arbeit auf der Baustelle erleichtern.

Das solltest du mitbringen

  • Handwerkliches Geschick: Du arbeitest gern praktisch und kannst Werkzeuge sicher einsetzen.
  • Körperliche Belastbarkeit: Viele Aufgaben sind anstrengend und finden im Stehen oder in Bewegung statt.
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit: Auf der Baustelle musst du dich auf andere verlassen können – und sie sich auf dich.
  • Technisches Verständnis: Du interessierst dich für Bauverfahren, Maschinen und technische Abläufe.
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein: Genaues Arbeiten und das Einhalten von Sicherheitsregeln sind wichtig.
  • Bereitschaft zur Arbeit im Freien: Du solltest mit wechselndem Wetter und frühen Arbeitszeiten zurechtkommen.

Wie viel verdient ein Hochbaufacharbeiter während der Ausbildung?

In tarifgebundenen Betrieben der Bauwirtschaft gelten seit dem 1. April 2026 bundesweit einheitliche Vergütungen für gewerbliche Auszubildende. Ist dein Betrieb nicht tarifgebunden, kann die Vergütung abweichen. Für Ausbildungen, die 2026 beginnen, gilt grundsätzlich außerdem eine gesetzliche Mindestvergütung.

AusbildungsjahrTarif Bauwirtschaft ab 01.04.2026Gesetzliches Minimum bei Ausbildungsbeginn 2026
1. Jahr1.122 Euro brutto/Monat724 Euro brutto/Monat
2. Jahr1.351 Euro brutto/Monat854 Euro brutto/Monat

Die Tarifwerte gelten für gewerbliche Auszubildende in der Bauwirtschaft. Die gesetzliche Mindestvergütung ist eine Untergrenze und nicht automatisch der übliche Verdienst in diesem Beruf. Quellen: SOKA-BAU und BIBB.

Was verdient ein Hochbaufacharbeiter?

Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit weist für Hochbaufacharbeiter ohne Schwerpunkt bundesweit ein durchschnittliches Gehalt von 3.947 Euro brutto im Monat aus. Der Wert bezieht sich auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte aller Altersgruppen und ist deshalb kein Einstiegsgehalt. Die Hälfte verdient weniger, die andere Hälfte mehr.

 Durchschnitts-Brutto pro Monat
Unteres Quartil3.241 Euro
Median3.947 Euro
Oberes Quartil4.616 Euro

Die tatsächliche Höhe hängt unter anderem von Berufserfahrung, Aufgabenbereich, Region, Betrieb und Tarifbindung ab. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es für Hochbaufacharbeiter?

Nach der zweijährigen Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter kannst du direkt in den Beruf einsteigen oder ein weiteres Ausbildungsjahr anhängen und dich spezialisieren. Auch danach stehen dir zahlreiche Wege offen – vom Vorarbeiter bis zum Meister oder Techniker.

  • Spezialisierung (3. Ausbildungsjahr)
    z. B. als Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer, Feuerungs- und Schornsteinbauer, Abbruch- und Betontrenntechnikarbeiter
  • Polier/Vorarbeiter
    Verantwortlich für Arbeitsgruppen und Bauabschnitte auf der Baustelle
  • Geprüfter Werkpolier (HWK/IHK)
    Führungskraft auf Baustellen mit Personal- und Materialverantwortung
  • Bautechniker (Fachrichtung Hochbau)
    Weiterbildung an Fachschulen – z. B. in Bautechnik, Planung oder Bauleitung
  • Meister im Maurer- und Betonbauerhandwerk
    Voraussetzung für die Selbstständigkeit oder Führungspositionen
  • Studium (z. B. Bauingenieurwesen)
    Mit Fachhochschulreife oder Abitur möglich

Was muss ich bei der Bewerbung für die Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter beachten?

Wenn du dich um eine Ausbildung als Hochbaufacharbeiter bewirbst, solltest du vor allem zeigen, dass du anpacken kannst, teamfähig bist und Interesse am Bau hast. Zeugnisse sind wichtig, aber dein Auftreten, deine Motivation und eventuell schon gesammelte praktische Erfahrungen (z. B. Praktikum oder Ferienjob auf dem Bau) zählen mindestens genauso viel.

Darauf solltest du achten:

  • Anschreiben:
    Erkläre, warum du dich für den Beruf interessierst und was dich für den Bau besonders geeignet macht (z. B. handwerkliche Hobbys, Sport, Praktika).
  • Lebenslauf:
    Klar strukturiert, mit Schulbildung, ggf. Praktika, Nebenjobs und Interessen – vor allem solche, die zu einem körperlich-technischen Beruf passen.
  • Zeugnisse & Nachweise:
    Schulzeugnisse, ggf. Nachweise über Praktika oder andere praktische Tätigkeiten.
  • Auftreten beim Vorstellungsgespräch:
    Sei pünktlich, höflich, ordentlich gekleidet (keine Baukleidung – aber sauber und gepflegt) und zeig Interesse. Wenn möglich: Fragen vorbereiten!
Du solltest Hochbaufacharbeiter/in werden, wenn …
  1. dir die Arbeit an der frischen Luft Spaß macht.
  2. Kälte, Hitze, Regen und sonstige Wettereinflüsse für dich kein Problem sind.
  3. du ein gutes technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen hast.
Du solltest auf keinen Fall Hochbaufacharbeiter/in werden, wenn …
  1. dir handwerkliches Geschick fehlt.
  2. hohe Gerüste dir Angst einjagen.
  3. du körperlich nicht fit bist.
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