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Croupier/Croupière

Tätigkeiten in diesem Beruf
Grafik: Ausbildung Croupier/Croupière
Grafik: Ausbildung Croupier/Croupière

Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.

AusbildungsartSchulische Ausbildung
Empf. SchulabschlussOhne Schulabschluss
Ausbildungsdauer1-8 Monate
ArbeitszeitWerktags, Wochenendarbeit

Allgemeine Infos

Um einen runden Tisch sitzen einige Frauen in Abendkleidern und Männer in schwarzen Anzügen. Manche spielen nervös mit den Spielchips in ihren Händen. „Bitte das Spiel zu machen“ und „rien ne va plus“ – alle Augenpaare richten sich gespannt auf die rotierende Kugel… Wo sich diese Szene abgespielt haben könnte? Du ahnst es wahrscheinlich schon: Im Spielcasino, genauer gesagt beim Roulette. Wenn du miterleben willst, wie an einem Abend vielleicht mehrere tausend Euro den Besitzer wechseln, dann informiere dich hier über die Ausbildung zum Croupier und das spannende Berufsbild!

Bild aus dem Text zu Croupier/Croupière

Was macht ein Croupier?

Es ist übrigens schon lange nicht mehr so, dass in Casinos an den Spieltischen nur männliche Mitarbeiter arbeiten, mittlerweile gibt es nämlich auch Croupière (das ist die weibliche Bezeichnung dafür). Als Croupier oder Croupière bist du natürlich nicht nur für den Roulettekessel verantwortlich, sondern auch für beispielsweise Poker, Baccara oder Black Jack. Vor den Spielen sorgst du dafür, dass die Spielchips – in der Fachsprache auch Jetons genannt – für die Gäste geordnet und die Karten ordentlich gemischt sind. Während des Spiels bist du sozusagen Schiedsrichter, das heißt du gibst Anweisungen, achtest darauf, dass die Regeln eingehalten werden und rechnest am Ende die Gewinnsumme zusammen. Der legendäre Satz „Nichts geht mehr“ gehört ab jetzt dir!

Wie ist die Ausbildung zum Croupier aufgebaut?

Die schulische Ausbildung als Croupier ist nicht staatlich anerkannt, sie wird also auch nicht an staatlichen Berufsschulen angeboten. Gewöhnlich werden Croupiers oder Croupières in Casinos oder Casino-Schulen ausgebildet und verdienen kein Geld, weil sie noch nicht in den Spielbänken mitarbeiten. Mit einer Dauer von zwei bis acht Monaten – je nach Schule – ist diese Ausbildung auch deutlich kürzer als die meisten anderen. Wenn du Croupier werden willst, musst du an theoretischem und praktischem Unterricht teilnehmen. Zur Theorie gehören neben dem Lernen von Spielregeln sämtlicher Glücksspiele auch Seminare über Spielsucht.

Was lernt eine Croupière in der Praxis?

In der Praxis übst du beispielsweise, wie man Spielautomaten bedient, Jetons richtig stapelt und die Chips den Spielern mit dem Râteau (auch Rateau) – der Rechen mit dem Croupiers den ganzen Tisch erreichen können – so zuschiebt, dass die Türmchen nicht zusammenfallen. Und damit das Ganze auch möglichst nah an der Realität dran ist, finden deine praktischen Einheiten meistens sogar in echten Casinosälen statt. Nach der Hälfte der Zeit erfolgt an vielen Schulen eine Zwischenprüfung und am Ende der Ausbildung musst du einen theoretischen und einen praktischen Test bestehen.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Für die Ausbildung zum Croupier oder zur Croupière brauchst du keinen bestimmten Schulabschluss. Allerdings gibt es trotzdem ein paar Voraussetzungen, die du erfüllen solltest, wenn du in einer Spielbank arbeiten willst. Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, für manche Casino-Schulen sogar 21. Da du als Croupier mit großen Summen Geld zu tun hast, sind ein einwandfreies Führungszeugnis sowie Schuldenfreiheit ein Muss für den Beruf. Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch sowie sicheres Kopfrechnen sind außerdem auch extrem von Vorteil. Schließlich darf dir als Croupier kein Fehler beim Zusammenzählen des Gewinns unterlaufen, sonst werden aus 5000 Euro schnell 50000 – dann freut sich zwar der Gewinner, aber nicht dein Arbeitgeber!

Du solltest Croupier/Croupière werden, wenn...
  1. dir Kopfrechnen total leicht fällt.
  2. Glücksspiele wie Poker dich brennend interessieren.
  3. du gut mit Geld umgehen kannst.
Du solltest auf keinen Fall Croupier/Croupière werden, wenn...
  1. du nicht nachts arbeiten möchtest.
  2. große Summen Geld dir Schweißausbrüche bereiten.
  3. du auf der Arbeit nur deutsch sprechen willst.
Nach deiner Ausbildung kannst du…
  • Spielkarten elegant werfen anstatt sie zu legen.
  • mit dem Râteau die Jetons auf dem Tableau bewegen.
  • Streitigkeiten unter aufgebrachten Spielern souverän schlichten.
  • die Spielautomatentechnik bedienen.
  • Spielern die Regeln zu sämtlichen Glücksspielen erklären.

Gehalt

James Bond zockt im Casino um Millionenbeträge und auch in „Hangover“ werden einige Scheinchen aufs Spiel gesetzt. In Las Vegas mögen vielleicht jeden Abend mehrere zehntausend Euro verspielt werden, in kleineren Casinos in Deutschland ist das aber oft nicht der Fall. Trotzdem kann es in deiner Croupierlaufbahn sicher auch mal vorkommen, dass ein paar wohlhabendere Gäste an deinem Tisch ihr Glück herausfordern. Als Croupier solltest du auf jeden Fall darauf vorbereitet sein, auch mit sehr hohen Geldsummen umzugehen. Wer den ganzen Tag mit dem Zunder anderer Leute zu tun haben wird, fragt sich aber bestimmt auch, was so in die eigene Tasche fließt. Welche Gehaltsaussichten hinter dem glamourösen Beruf des Croupiers stehen, verraten wir dir hier!

Was verdient eine Croupière in der Ausbildung?

Während deiner Ausbildung erhältst du kein Gehalt, da du noch nicht in einer Spielbank arbeitest, sondern erst einmal übst. Nach ein paar Monaten und bestandener Abschlussprüfung kannst du aber endlich nachts die Jetons und Karten fliegen lassen. „Ein Stück für die Angestellten“ ist ein Satz, den Croupiers und Croupières nach Spielende gerne hören. Sie werden nämlich fast ausschließlich von Trinkgeldern, sogenannten Troncs bezahlt und dieser Satz bedeutet, dass ein Spieler einen Teil seines Gewinns an den Croupier abgibt. Die Trinkgelder werden in den meisten Casinos gesammelt und am Ende eines Monats nach einem Punktesystem an die Mitarbeiter ausgezahlt. Natürlich gibt es aber auch ein Mindestgehalt, das nicht unterschritten werden darf, die Troncs werden dann darauf gerechnet.

Seit Januar 2015 ist ein gesetzlicher Mindestlohn von 1470 Euro brutto festgeschrieben, als Vollzeit-Croupier darfst du also keinesfalls Fall weniger Geld bekommen. Von deinem Gehalt werden aber natürlich noch Steuern und Versicherung abgezogen, deshalb kannst du leider nicht die kompletten 1470 Euro behalten. Übrigens musst du auch deine Trinkgelder versteuern, weil sie dir vom Arbeitgeber als zusätzlicher Lohn ausgezahlt werden.

Generell ist es schwierig zu sagen, wie viel du als Croupier verdienen wirst, da dein Gehalt immer auch von der Spendierlaune deiner Gäste abhängt – ähnlich wie in der Gastronomiebranche. In der Regel wird in Casinos bei einem hohen Gewinn aber ein Tronc im Wert des Einsatzes gegeben. Das können dann auch schon einmal hundert Euro oder mehr für dich bedeuten. Allerdings öffnet das Casino heutzutage nicht mehr nur für die High Society seine Pforten, sondern auch für Normalverdiener. Wer ohnehin nicht so viel Geld auf seinem Konto hat, gibt oft auch dem Croupier nichts ab, sondern behält seinen Gewinn für sich. Durch Freundlichkeit, ein gepflegtes Auftreten und Professionalität kannst du nach deiner Ausbildung aber bei deinen Gästen punkten und deine Chance auf ein paar extra Taler erhöhen.

Mit welchem Verdienst kann ich nach der Ausbildung rechnen?

Aufstiegsmöglichkeiten gibt es im Casino vor allem für langjährige und zuverlässige Mitarbeiter. Wenn du also schon eine Zeit im Casino arbeitest, durch einwandfreie Rechenkünste glänzt und die Gäste mit deinem Service zufrieden sind, kannst du zum Tischchef aufsteigen. Hier überwachst du dann vor allem die Spiele und anderen Croupiers. Als Tischchef hast du die Chance zwischen 3000 und 4000 Euro zu verdienen, es kommt aber immer auf die Spielbank an, in der du arbeitest und die Troncs, die an dich ausgezahlt werden. Wenn du zum Pit Boss oder Inspektor befördert wirst, erhältst du sogar bis zu 5000 Euro oder mehr, übernimmst aber natürlich auch mehr Verantwortung für die restlichen Casinomitarbeiter und die Gäste.

Karriere

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Ausbildung als Croupier

Die Ausbildung zum Croupier oder zur Croupière ist zwar nicht staatlich anerkannt, trotzdem verlässt du die meisten Croupier-Schulen mit einem Zertifikat, das in deutschen und teilweise auch internationalen Casinos angesehen ist. Mit der Croupier-Ausbildung ist der Grundstein für deine Karriere im Casino gelegt. Als Anfänger bist du erst einmal am unteren Ende des Tisches, auch Tableau genannt, dafür zuständig, dass die Jetons der Gäste richtig platziert werden.

Tischchef

Mit einiger Berufserfahrung kannst du zum Tischchef aufsteigen. Hier sitzt du am oberen Teil des Tableaus und überwachst das Spiel. Du bist auch derjenige, der den legendären Satz „rien ne va plus“ sagen darf.

Pit Boss

Als Pit Boss kümmerst du dich um alle Mitarbeiter im Casino. Du erstellst zum Beispiel die Schichtpläne und überwachst die Tischchefs. Pit Boss kannst du werden, wenn du schon ein paar Jahre als Croupier gearbeitet hast.

Inspector

Wie bei jeder Beförderung in Spielbänken, kannst du nur zum Inspector aufsteigen, wenn du mehrjährige Berufserfahrung in deinem Job vorweisen kannst. Voraussetzung ist natürlich, dass du alle Spielabläufe unter anderem im Poker, Roulette und Black Jack haargenau kennst. Als Inspector bist du dafür zuständig, dass im Casino alles glatt läuft, sprich: Du kontrollierst die Spielabläufe, schlichtest Konflikte unter den Spielern, sorgst dafür, dass jeder Gewinner zügig sein Geld ausgezahlt bekommt und gibst Probleme an die Security weiter.

Selbstständig

Als Croupier musst du nicht unbedingt in einer Spielbank tätig sein, du kannst beispielsweise auch auf selbstständiger Basis bei Pokerturnieren oder Partys die Leute ihr Glück rausfordern lassen. Die meisten selbstständigen Croupiers arbeiten allerdings auf 450-Euro-Basis, das heißt, dieser Job eignet sich eher als Nebentätigkeit.

Wusstest du schon, dass...
  • Croupiers hauptsächlich von Trinkgeldern, sogenannten Troncs, bezahlt werden? Viele Croupiers üben den Beruf aber auch als Nebenjob, beispielsweise in einer Spielothek oder einem Spielcasino, aus.
  • die amerikanischen Städte Las Vegas und Reno mit besonders vielen Casinos im Jahr etwa 9,5 Milliarden Dollar Umsatz machen?
  • der Schauspieler Ben Affleck in mehreren Casinos nicht mehr spielen darf, weil er beim Black Jack zu oft gewonnen hat?
  • es in Casinos Ansprechpartner für Suchtkranke gibt?
  • das weltweit größte Casino in China, genauer gesagt in Macau, steht und 3000 Spielautomaten sowie fast 900 Tische beheimatet?
  • an einem vollbesetzten Roulettetisch vier Croupiers verantwortlich sind? Der Wurfcroupier, der Kopfcroupier, der Tischcroupier und der Saladier.

Bewerbung

Croupier war besonders in den 60er Jahren der Traumberuf vieler junger Männer. Heute träumen auch Frauen davon Karten zu mischen, Spielchips zu verteilen und „nichts geht mehr“ zu sagen. Wenn man an Casinos denkt, kommt einem wahrscheinlich zuerst die Stadt des Glückspiels, nämlich Las Vegas, in den Sinn. Tatsächlich gab es das erste Casino aber im 17. Jahrhundert in Venedig. Heute tummeln sich Spielbanken überall auf der Welt – was du tun musst, um in einer von ihnen deine Ausbildung zu machen, verraten wir dir jetzt!

Was muss ich bei der Bewerbung um eine Ausbildung als Croupier beachten?

Neben speziellen Schulen bieten auch Casinos eine Ausbildung zum Croupier an. Ja nachdem, wo du dich ausbilden lassen willst, solltest du deine Bewerbungsmappe an eine Spielbank oder eine Casino-Schule schicken. Casino-Schulen gibt es übrigens nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern in und außerhalb Europas, etwa in Frankreich, Spanien oder Mexiko. Deine Bewerbung startest du traditionell mit einem Anschreiben, in dem du erklärst, warum du Croupier oder Croupière werden möchtest. Spielst du selber Poker oder ähnliches? Na dann ab damit ins Anschreiben – so zeigst du, dass du beispielsweise die Spielregeln schon kennst und mit Jetons umgehen kannst.

Auf deinen Lebenslauf gehört in jedem Fall auch ein aktuelles Foto. Gehe hierfür am besten zu einem professionellen Fotografen und lass ein richtiges Bewerbungsfoto von dir machen. Bei der Ausbildung zum Croupier kommt es auch auf ein gepflegtes und elegantes Erscheinungsbild an, deshalb solltest du dich im schlichten weißen oder schwarzen Hemd und, wenn du möchtest, Sakko oder in einer Bluse mit Blazer fotografieren lassen. Im Lebenslauf kannst du auch erwähnen, ob du schon mal im Servicebereich gearbeitet hast, denn ein professioneller und freundlicher Umgang mit den Gästen im Casino ist für Croupiers selbstverständlich! Neben dem Anschreiben und deinem Lebenslauf solltest du deiner Bewerbung als Croupier auch dein Abschluss- beziehungsweise Abgangszeugnis beilegen. Punkten kannst du auf jeden Fall damit, wenn du gute Noten in Mathe hast, außerdem sind Fremdsprachenkenntnisse vor allem in Französisch und Englisch sinnvoll für den Berufsalltag. Schließlich musst du nicht nur Spielanweisungen in anderen Sprachen geben, sondern dich vielleicht auch mit ausländischen Touristen verständigen.

Dresscode im Bewerbungsgespräch

Ein Casinobesuch ist für viele Leute ein echtes Highlight, wofür sie sich extra in Schale werfen. Lange Kleider und edle Anzüge sind in einer Spielbank also keine Seltenheit. Croupiers passen sich dem natürlich an: Ein Anzug mit Schlips oder Fliege wird höchstwahrscheinlich dein zukünftiger Arbeitsdress. Ganz so elegant musst du zum Vorstellungsgespräch nicht erscheinen, deine buntesten und ausgefransten Klamotten sollten es aber auch nicht sein. Am besten trägst du ein dunkles Hemd oder eine Bluse mit Blazer – da bist du vom Croupier-Outfit schon gar nicht so weit entfernt. Ach ja, und auch wenn es am gemütlichsten ist: Lass die Turnschuhe lieber im Schrank und zieh dir lieber ein Paar schwarze schlichte Schuhe an. Der erste Eindruck zählt – von oben bis unten. Wir wünschen dir viel Erfolg!

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