Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Kerzenhersteller/in und Wachsbildner/in

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Einblicke, Perspektiven und freie StellenAusbildung Kerzenhersteller/in und Wachsbildner/in
Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.
Allgemeine Infos
Erst mit vielen Kerzen ist dein Zimmer perfekt eingerichtet? Du liebst den Duft und die vielen verschiedenen Farben und hast schon längst rausgefunden, wie man Kerzen selbst herstellen kann? Dann sollte dein Hobby ein Upgrade bekommen, denn mit der Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachsbildner kannst du deine Kreativität mit einem klassischen Handwerksberuf kombinieren.

Was lernt man in der Ausbildung zum Kerzenhersteller und Wachsbildner?
Du lernst zum einen, wie du Entwürfe gestaltest, Kerzen verzierst und veredelst und zum anderen, wie die Maschinen und Anlagen betrieben und Produktionsprozesse überwacht werden. Nach einer Grundausbildung kannst du dich auf einen der Schwerpunkte Kerzenherstellung oder Wachsbildnerei spezialisieren. Abgeschlossen wird die Ausbildung nach drei Jahren.
Bestimmt hast du schon oft die eindrucksvollen Kerzen bei Taufen, Hochzeiten oder Jubiläen bewundert, die für solche Events extra angefertigt werden. Damit auch deine Kunstwerke alle Blicke auf sich lenken, erfährst du in der Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachbildner, wie geeignete Brennmassen und Dochte ausgewählt und kleine Kunstwerke gestaltet und entworfen werden – und zwar vom Kerzenrumpf bis hin zu der liebevollen Verzierung und Dekorierung.
Natürlich lernst du auch alternative Herstellungsverfahren kennen. Mit Hilfe von bestimmten Gießverfahren und Pressanlagen können Kerzen in individuellen Formen gebracht werden. Mit flüssigem Kerzenwachs zur Deko und dem Eintauchen in sogenannte „heiße Bäder“ kannst du dann noch für eine besonders schöne Farbverzierung und Veredlung sorgen. Dabei kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Etwas Theorie wartet übrigens auch auf dich, denn natürlich besuchst du neben deinem Ausbildungsbetrieb auch eine Berufsschule.
Welche Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung?
Wählen kannst du bei diesem Beruf zwischen zwei verschiedenen Schwerpunkten: Der Kerzenherstellung und der Wachsbildnerei.
- Kerzenherstellung: Wie der Name schon sagt, lernst du im Schwerpunkt Kerzenherstellung, mit welchen unterschiedlichen Verfahren, Kerzen in großen Mengen oder als individuelle Kunstwerke hergestellt werden. Dabei bekommst du technische Unterstützung von großen Anlagen. Als Basis wird übrigens längst nicht mehr nur Bienenwachs, sondern auch eine Mischung aus Stearin oder Paraffinen verwendet.
- Wachsbildnerei: Entscheidest du dich in deiner Ausbildung für die Wachsbildnerei, arbeitest du weniger in der Herstellung, sondern kümmerst dich um deren Verzierung und Dekoration. Dabei darfst du dich kreativ so richtig austoben. Mit viel Fingerspitzengefühl lernst du, Deko-Elemente, wie Blüten und Sonnen, zunächst zu zeichnen und dann aus Wachs zu formen, einzufärben und auf dem Kerzenrumpf anzubringen.
Wie sieht der Arbeitsalltag von Kerzenherstellern und Wachsbildnern aus?
Die sogenannte Zugmaschine übernimmt zum Beispiel die Arbeit, wenn du Kerzen in großen Mengen produzieren willst. Meterweise Docht hat sie auf einer großen metallenen Rolle aufgewickelt und zieht diesen wieder und wieder durch flüssiges Wachs. So entsteht, nach vielen Wiederholungen, eine Kerze. Dieses „Ziehen“ hat übrigens auch die alte Bezeichnung „Wachszieher“ geprägt – so wird der Beruf nämlich auch manchmal genannt. Deine Aufgabe hierbei ist es, die flüssigen Wachse nach einem Rezept anzumischen, in die Maschinen zu füllen, den meterlangen Docht aufzuziehen und regelmäßig den Produktionsablauf der Anlagen zu überprüfen. Die fertigen Kerzen kannst du nun stichprobenartig testen, denn sie sollen natürlich nicht nur perfekt aussehen, sondern auch ruhig und gleichmäßig brennen. Mit Brennversuchen stellst du also dein Geschick als Kerzenhersteller und Wachsbildner auf die Probe. Da du als Wachsbildner oder Wachsbildnerin vor allem Kerzen für besondere Anlässe verzierst, wirst du auch selbstständig Kunden beraten, die eine ganz persönliche Kerze gestaltet haben wollen.
Welche Voraussetzungen sollte ich erfüllen?
Du konntest dir immer schon tolle Zeichnungen aus dem Handgelenk schütteln, strotzt nur so vor Ideen und hast keine Angst, auch mal große Maschinen und Anlagen zu bedienen? Super, dann erfüllst du die Grundvoraussetzungen für diese spannende und seltene Ausbildung. Da du vor allem mit geschmolzenen Wachsen arbeitest, kann es in den Produktionsstätten auch mal heiß hergehen. Das sollte dir genauso wenig ausmachen, wie starke Gerüche oder Lärm. Jedes Jahr werden nicht mehr als 30 Ausbildungsplätze vergeben, du solltest daher auch bereit sein, für die Ausbildung deinen Wohnort zu wechseln. Dafür kannst du aber auch sicher sein, einen der individuellsten und seltensten Ausbildungsberufe im Handwerk zu erlernen. Für Karrieremöglichkeiten ist übrigens auch gesorgt, beispielsweise mit der Weiterbildung als Meister.
- du richtig gut zeichnen und basteln kannst.
- große Anlagen zu steuern kein Problem für dich ist.
- du gern kreativ bist.
- eine Produktionsstätte kein Ort ist, an dem du arbeiten möchtest.
- du zwei linke Hände hast.
- dein Gespür für Ästhetik kaum vorhanden ist.
- Maschinen und Anlagen bedienen und damit Kerzen(-rohlinge) herstellen.
- checken, dass die Abbrenndauer deiner Kerzen auch immer gleich ist.
- Kerzenverzierungen entwerfen und herstellen.
- verschiedene Verfahren anwenden, um deine Kunstwerke aus Wachs einzufärben.
- Kunden beraten.
Gehalt
Wie viel verdient eine Kerzenherstellerin und Wachsbildnerin während der Ausbildung?
Seit 1. Januar 2020 gibt es auch für Auszubildende einen Mindestlohn. Als Kerzenhersteller und Wachsbildner bekommst du in deinem ersten Ausbildungsjahr mindestens 724 Euro und bis zu 1.056 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr bekommst du mindestens 854 Euro bis zu 1.153 Euro und im dritten Jahr steigt deine Ausbildungsvergütung auf mindestens 977 bis zu 1.218 Euro brutto im Monat an. Sollte dein Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden sein, gelten die darin festgehaltenen Vergütungszahlen.
Welches Gehalt erwartet mich nach der Ausbildung?
Mit dem Abschluss der Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachsbildner hat es sich dann endgültig ausgespart, denn im Gegensatz zum Ausbildungsgehalt fällt dein Einstiegsgehalt im Handwerk so richtig hoch aus. 2.500 Euro brutto im Monat sind zum Berufseinstieg keine Seltenheit. Da macht die Kerzenherstellung doch gleich noch viel mehr Spaß, oder? Du brauchst dir also weniger Gedanken um dein Geld zu machen und kannst all deine Kreativität in deine Kerzenkreationen stecken – es lohnt sich! Natürlich wird dein Gehalt mit der Zeit automatisch höher, denn je länger du dabei bist, desto mehr Berufserfahrung sammelst du. Jobs in der Produktion sind häufig tarifgebunden, das heißt es gibt klare Vorgaben, wieviel du wann zu verdienen hast. Die Verträge sehen auch vor, dass du in festen Zeitabständen eine Gehaltserhöhung bekommst. So kannst du dein Gehalt auf bis zu 3100 Euro steigern.
Wie viel kann ich später verdienen?
So ein Tarifvertrag ist eine feine Sache – das heißt aber nicht, dass regelmäßige Gehaltserhöhungen schon das Ende der Fahnenstange bedeuten. Denn mit viel Einsatz und den richtigen Weiterbildungen kannst du die Karriereleiter noch ein Stückchen weiter hinaufklettern. Werde doch einfach Wachsziehermeister und übernimm die Leitung einer Produktionsstätte. Unrealistisch? Im Gegenteil! Da sich nur wenige Personen für eine Wachsbildner Ausbildung entscheiden, hast du tolle Chancen, dich schnell weiterzuentwickeln und aus der kleinen Masse herauszustechen. Als Meister liegt dein Gehalt zwischen 3500 und 4500 Euro brutto im Monat.
Karriere
Welche Fort- und Weiterbildungsmöglchkeiten gibt es?
Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachsbildner
Nach drei Jahren schließt du deine Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachsbildner ab. Deinen ganz persönlichen Schwerpunkt hast du bereits währenddessen gewählt, doch nach deinem Abschluss warten schon viel neue Entscheidungen auf dich. Möchtest du zum Beispiel erst einmal im Beruf als Wachszieher oder Kerzenhersteller durchstarten und Erfahrungen sammeln? Oder kannst du es kaum erwarten, noch mehr Neues zu lernen und an Weiterbildungen teilzunehmen? Ob Meister oder technischer Fachwirt – nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung!
Weiterbildungen
Wozu noch Lehrgänge besuchen, wenn du doch schon fertig bist mit der Ausbildung? Na, um immer auf dem neuesten Stand zu sein! Du kannst beispielsweise neue Gestaltungstechniken für Wachs und Kerzen lernen oder deine Farb-, Bild- oder Schriftgestaltung verbessern. Du kannst aber auch üben, wie du Kerzen noch plastischer gestaltest. Auch für den Bereich der Qualitätsprüfung werden sogenannte Anpassungsweiterbildungen angeboten. Anlaufstellen dafür sind private oder öffentliche Berufsfachschulen und Bildungsinstitute, die die Wachsbildnerei im Programm haben. Die Kurse dauern in der Regel nur wenige Tage oder Wochen. Geringe Gebühren können dabei für dich anfallen.
Wachsziehermeister
Als Wachsziehermeister bist du der Chef in der Kerzenfabrik. Du leitest sämtliche Abläufe, planst die Produktionsprozesse und kontrollierst immer wieder, ob auch alles läuft. Selbst die Ausbildung der Azubis kannst du übernehmen. Bei so viel Verantwortung brauchst du natürlich viel Erfahrung in deinem Job und deinem Schwerpunkt. Die Weiterbildung zum Wachsziehermeister richtet sich damit an alle Kerzenhersteller, die bereits Berufserfahrung sammeln konnten und nun beruflich vorankommen wollen. Es werden zahlreiche Kurse angeboten, in denen du die vertiefenden Inhalte beigebracht bekommst. Dazu gehören technische und kreative Inhalte aber auch Betriebsführung und BWL. Wenn es dir lieber ist, darfst du dich aber auch in Ruhe Zuhause mit deinen Büchern hinsetzen. Verpflichtend ist allerdings die Teilnahme an der Meisterprüfung, die von der Handwerkskammer abgenommen wird.
Technischer Fachwirt
Im Büro fühlst du dich mindestens so pudelwohl wie vor der Zugmaschine? Du bezwingst jeden Aktenberg und behältst auch bei Zahlen und Tabellen immer den Überblick? Großartig, denn natürlich fallen bei der Kerzenherstellung auch viele Aufgaben im Büro an. Als Technischer Fachwirt bist du noch besser qualifiziert für genau solche Tätigkeiten, denn du bekommst neben dem Technischen und Fachlichen auch die Betriebswirtschaft näher gebracht. Hast du bereits dein Abitur, kannst du die Prüfung zum Technischen Fachwirt übrigens in einem Rutsch mit deiner Abschlussprüfung als Zusatzqualifikation ablegen. Du kannst aber auch nach der Ausbildung an der einheitlich geregelten Weiterbildung teilnehmen.
- eine Kerzenflamme im inneren Bereich (also da, wo die Flamme blau leuchtet) bis zu 800 Grad „kälter“ ist, als an der orangefarbenen Flammenoberfläche? Denn hier ist der meiste Sauerstoff.
- 35 Prozent der Kerzenkäufe in der Weihnachtszeit getätigt werden?
- eine Kerzenflamme in der Schwerelosigkeit rund, blau und rußlos ist?
- die kleinen Teelichter zu den meistverkauften IKEA-Produkten zählen?
- die Ausbildungsordnung von der Kerzeninnung kürzlich überarbeitet wurde, da der Beruf immer moderner wird?
Bewerbung
Du möchtest einerseits kleine Kunstwerke aus Wachs erschaffen und auf der anderen Seite mit viel Power die großen Maschinen und Anlagen bedienen, die dafür nötig sind? Oder möchtest du dein Fingerspitzengefühl beweisen und Entwürfe zeichnen, aus denen einmal wunderschöne Verzierungen werden? Die Anforderungen an den Beruf als Kerzenhersteller sind wirklich ungewöhnlich. Hier verschmelzen Handwerk und Industrie wie in kaum einer anderen Ausbildung miteinander. Ein Beruf, der so aus der Masse heraussticht, benötigt also auch eine Bewerbung, die mindestens genauso individuell ist. Wir lassen dich aber ganz bestimmt nicht im Dunkeln tappen und erklären dir Schritt für Schritt, worauf es bei der Bewerbung um eine Ausbildung als Kerzenhersteller und Wachsbildner ankommt.
Was sollte ich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz beachten?
Du weißt bestimmt ganz genau, warum du genau diese Ausbildung in der Kerzenherstellung und Wachsbildnerei machen möchtest – sei es die Kreativität oder das Bedienen großer Anlagen. Oder die Herstellung eines tollen Produkts, das uns allen seit Jahrhunderten den Alltag beleuchtet. In der Bewerbung als Kerzenhersteller und Wachsbildner kannst du nun all diese Gründe nennen und gleichzeitig begründen, warum du das Zeug für die Ausbildung als Wachszieher hast. Dafür nutzt du am besten das Bewerbungsanschreiben. Hier bringst du Fähigkeiten unter, die du schon konkret vorweisen kannst. Zählst du zu den Kunsttalenten deiner Schule und sahnst für jedes deiner Bilder Spitzennoten ab? Hast du schon Erfahrungen mit großen Maschinen oder in der Handwerksbranche sammeln können, zum Beispiel bei einem Schülerpraktikum? Dann solltest du das alles in deine Bewerbung schreiben.
Weil die Ausbildung so selten ist und nicht an jeder Berufsschule angeboten wird, sieht dein zukünftiger Ausbilder vielleicht an deiner Adresse, dass du für deine Ausbildung umziehen musst. Bevor sich dein zukünftiger Ausbildungsbetrieb überhaupt Sorgen deswegen machen kann, solltest du also in deiner Bewerbung erwähnen, dass du kein Problem damit hast, deinen Wohnort zu wechseln um deine Ausbildung anzutreten.
Zu deiner Bewerbung zählen aber auch dein Tabellarischer Lebenslauf, deine aktuellen Zeugnisse und – falls du welche hast – Arbeitsproben und Empfehlungen. Hast du zum Beispiel an einem Kunstkurs teilgenommen, kannst du das Zertifikat natürlich auch deiner Bewerbung beifügen. Alle Unterlagen solltest du entweder in einer Mappe ordentlich sortiert abheften oder per Mail raussenden. Zeugnisse und Dokumente kannst du dann ganz einfach einscannen.
Eine bunte Bluse oder ein farbiges Hemd sind also absolut okay, solange der Schnitt dabei nicht zu ausgefallen ist. Deine neonfarbenen Turnschuhe sollten aber trotz aller künstlerischen Freiheit heute liebe zu Hause bleiben.
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