Einblicke, Wege in den Beruf und Perspektiven Pflegehelfer/in Ausbildung & Beruf

Einblicke, Wege in den Beruf und PerspektivenPflegehelfer/in Ausbildung & Beruf
Es gibt viele verschiedene Pflegehilfe-Ausbildungen. Ab 2027 lautet die offizielle Ausbildung bundesweit Pflegefachassistenz.
Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.
Der Einstieg in die Pflege geht am einfachsten mit einer Pflegehelfer-Ausbildung. Allerdings gibt es deutschlandweit knapp 30 verschiedene Assistenz-Ausbildungen mit unterschiedlichen Namen, es ist also ziemlich unübersichtlich. Hier bekommst du den Überblick über die wichtigsten Wege in die Pflegeassistenz – und erfährst, warum ab 2027 vieles einheitlicher werden soll.
Was macht ein Pflegehelfer?
Pflegehelfer unterstützen pflegebedürftige Menschen im Alltag und helfen dabei, dass sie gut versorgt werden. Sie arbeiten eng mit Pflegefachkräften zusammen und übernehmen vor allem unterstützende Aufgaben.
Typische Aufgaben von Pflegehelfern
- Hilfe bei der Körperpflege, etwa beim Waschen, Duschen oder Anziehen
- Medikamente verabreichen
- Verbände anlegen
- Unterstützung beim Essen und Trinken
- Hilfe beim Aufstehen, Umlagern und Gehen
- Vitalwerte überwachen (z. B. Blutdruck messen)
- Patienten oder Bewohner zu Untersuchungen begleiten
- Pflegedokumentation
Neben der körperlichen Hilfe spielt auch der persönliche Kontakt eine wichtige Rolle: Pflegehelfer hören zu, machen Mut und sind oft wichtige Bezugspersonen im Alltag. Welche Aufgaben du genau übernimmst, hängt von deiner Ausbildung und deinem Arbeitsort ab.
Ab 2027: Eine Ausbildung statt 27
Es gibt aktuell 27 verschiedene Assistenzausbildungen in der Pflege – je nach Bundesland. Ab 2027 gibt es aber eine bundeseinheitliche Ausbildung: die Pflegefachassistenz. Die wird dann alle bisherigen Ausbildungen ersetzen.
Welche Pflegehelfer-Ausbildungen gibt es?
Aktuell kannst du dich unter anderem noch auf diese Ausbildungen bewerben:
- Pflegefachassistenz (generalistisch, kein Fokus)
- Gesundheits- und Krankenpflegehelfer (Fokus auf Krankenpflege)
- Altenpflegehelfer (Fokus auf Altenpflege)
Quelle: Bundesgesundheitsministerium
Weitere Berufsbezeichnungen sind Pflegefachhelfer (Bayern), Gesundheits- und Pflegeassistent (Hamburg) oder Pflegeassistent (Niedersachsen).
Wichtig: Du kannst noch bis Ende Dezember 2027 eine der „alten“ Ausbildungen beginnen und diese 31. Dezember 2030 abschließen.
Die generalistische Pflegehelfer-Ausbildung bringt einige Vorteile mit sich. Welche das sind erfährst du bei uns.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Pflegehelfer?
Die Dauer der Pflegehelfer-Ausbildung ist aktuell je nach Bundesland unterschiedlich und liegt meist zwischen einem und zwei Jahren. Die neue Pflegefachassistenz-Ausbildung (ab 2027) wird 18 Monate dauern.
Was darf ein Pflegehelfer ohne Ausbildung?
Ohne Ausbildung übernimmt ein Pflegehelfer meist einfache unterstützende Aufgaben im Alltag und in der Grundversorgung. Verantwortungsvolle Pflegeaufgaben und Behandlungspflege dürfen dagegen nur qualifizierte Pflegekräfte übernehmen.
Ganz ohne Qualifikation geht’s aber nicht. Die meisten Arbeitgeber verlangen zumindest eine 200-stündige Weiterbildung. Damit darf eine Person dann die sogenannte Grundpflege übernehmen. Darunter versteht man Pflegearbeit in den Bereichen Ernährung, Körperpflege und Mobilität.
Grundpflege vs. Behandlungspflege
In der Pflege ist Grundpflege alles, was Menschen im Alltag brauchen, wenn sie bestimmte Dinge nicht mehr allein schaffen.
Grundpflege = Unterstützung im Alltag und bei der Körperpflege Behandlungspflege = eher medizinische Aufgaben, zum Beispiel Medikamente geben, Verbände wechseln oder Blutdruck messen
Wie viel verdient ein Pflegehelfer?
Da die Ausbildung zum Pflegehelfer aktuell noch landesrechtlich geregelt ist, sind die Regelungen zum Gehalt unterschiedlich. Obwohl es sich bei der Pflegehelfer-Ausbildung um eine schulische Ausbildung handelt, hast du in der Regel Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung.
Gehört dein Krankenhaus oder dein Altenheim beispielsweise zur Caritas, bekommst du als angehende Pflegefachkraft aktuell 1.415 Euro brutto im Monat (Quelle: Arbeitsvertragsrichtlinien AVR der Caritas).
Machst du deine Ausbildung bei einem privaten Bildungsanbieter, musst du damit rechnen, keine Vergütung zu bekommen. Dann solltest du auf jeden Fall prüfen, ob dir finanzielle Unterstützung zusteht.
Wie viel verdient ein Pflegeassistent nach der Ausbildung?
Das mittlere Einkommen von Pflegeassistenten liegt aktuell in Deutschland bei 3.360 Euro brutto im Monat.
Welche Voraussetzungen braucht man für eine Pflegehelfer-Ausbildung?
In der Regel brauchst du für die Pflegehelfer-Ausbildung den Hauptschulabschluss. In bestimmten Fällen ist der Einstieg aber auch ohne formalen Schulabschluss möglich, wenn die Pflegeschule dir eine positive Prognose gibt und du dort vielleicht schon in einem Praktikum positiv aufgefallen bist.
Wichtige Softskills für die Pflegehelfer-Ausbildung:
- Einfühlungsvermögen, weil du eng mit pflegebedürftigen Menschen arbeitest
- Belastbarkeit, da der Beruf körperlich und emotional fordernd sein kann
- Verantwortungsbewusstsein, weil du im Alltag anderer Menschen eine wichtige Rolle spielst
- Teamfähigkeit, da du eng mit Pflegefachkräften und anderen Kollegen zusammenarbeitest
- Geduld, weil in der Pflege nicht immer alles schnell geht und jeder Mensch anders ist
Wie sind die Zukunftsaussichten als Pflegehelfer?
Die Zukunftsaussichten als Pflegehelfer sind sehr gut. Der Bedarf an Personal in der Pflege ist schon heute hoch und wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Ein wichtiger Grund dafür ist die demografische Entwicklung: Ende 2023 galten in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen als pflegebedürftig – 2021 waren es noch knapp 5,0 Millionen.
Für dich heißt das: Wenn du eine Ausbildung im Bereich Pflegehilfe oder Pflegeassistenz machst, hast du in der Regel sehr gute Chancen auf einen Arbeitsplatz und kannst in unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten, zum Beispiel im Pflegeheim, im ambulanten Dienst oder im Krankenhaus.
Gleichzeitig wird der Bereich gerade übersichtlicher: Mit der neuen Pflegefachassistenz gilt ab 2027 erstmals ein bundeseinheitlicher Abschluss im Bereich der Pflegehilfe. Dadurch wird auch eine spätere Weiterqualifizierung zur Pflegefachperson vereinfacht. Pflegehelfer können die Ausbildung zur Pflegefachkraft nämlich verkürzen.


