Ausbildung zum Hörakustiker/in

Mit freundlicher Unterstützung von der Fielmann AG

Bilder: © Fielmann AG

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?
Verdienst:
1. Jahr: 550 Euro
2. Jahr: 649 Euro
3. Jahr: 743 Euro

Hörakustiker/in

Bis aus einer Schallwelle ein wahrgenommenes Geräusch wird, ist es ein langer Weg. In der Ohrmuschel werden Schallwellen zu Signalen, diese werden von den Nerven an das Gehirn weitergeleitet, dort bewertet und schließlich zugeordnet: als Lieblingssong, Baustellenlärm, Regenschauer oder schreiendes Kind. Doch was, wenn aus Schallwellen nicht ein vertrautes Geräusch wird? Dann helfen Hörakustiker, die mit modernster Technik Hörminderungen ausgleichen.

 

Was macht ein Hörakustiker?

Kunden beraten: Ein Kunde hat ein Hörgerät, aber das Gefühl, nicht mehr so gut zu hören wie noch zuvor. Ein Vater möchte sich über Hörschutz informieren, da seine Tochter bald ein Rockfestival besucht. Kunden kommen mit unterschiedlichen Anliegen. Im Verkaufsraum empfangen Hörakustiker Kunden und beraten sie individuell über Hörsysteme und Hörschutz.

Audiometrische Tests durchführen: Um das Hörvermögen der Kunden festzustellen, führen Hörakustiker Hörtests und Sprachhörtests durch – unterschiedliche Töne in tiefen und hohen Tonlagen werden dabei vorgespielt. So kann ermittelt werden, ab welcher Lautstärke Einschränkungen vorliegen oder bei welcher Frequenz Töne nicht mehr wahrnehmbar sind. Die Sprachhörtests ermitteln darüber hinaus, wie gut der Kunde Gesprochenes oder auch Alltagslärm, wie Straßenlärm, hören kann. Die Ergebnisse werden von einer Software erfasst und sind die Grundlage für anschließende Beratungsgespräche.

Otoplastiken herstellen: Anders als Kopfhörer, die man in Einheitsgrößen kaufen kann, werden Hörgeräte individuell für jeden Kunden angepasst. Dazu muss zunächst ein Ohrstück, eine sogenannte Otoplastik, angefertigt werden – also ein Formpassstück, das mit Hilfe eines Acrylabgusses erstellt wird. Dieser gehärtete Acrylabguss wird durch Bohren, Fräsen und Schleifen perfekt in Form gebracht, der Sitz wird am Kunden getestet.

Hörsysteme anpassen: Mit Hilfe einer Software wird das Hörgerät an das Gehör des Kunden angepasst. Regelmäßig wird das Hörvermögen gemessen und die Software entsprechend neu eingerichtet. Der Kunde wird in die Handhabung und Pflege des Hörgeräts eingewiesen.

Hörgeräte warten und reparieren: Einzelteile reinigen, defekte Teile austauschen, Batterien auswechseln – damit ein Hörgerät dauerhaft perfekt funktioniert, muss es regelmäßig gewartet werden.

Warum sollte man Hörakustiker werden?

Der Beruf des Hörakustikers bietet einen sicheren Arbeitsplatz. Das Thema Gesundheit wird sowohl im privaten Umfeld als auch in der Wirtschaft immer größte Bedeutung haben. Durch die technische Entwicklung von Hörsystemen wird es zukünftig noch optimalere Lösungen für Kunden geben, die ein Hörakustiker entsprechend ermöglicht.

Wo kann ich als Hörakustiker arbeiten?

Hörakustiker arbeiten in Fachgeschäften des Hörgeräteakustiker-Handwerks. Hier kommst du im Verkaufsraum, in Werkstätten, in Hörkabinen und Akustiklabors sowie in Büroräumen zum Einsatz.

Wie sind die Arbeitszeiten als Hörakustiker?

Üblich sind 37- oder 40-Stunden-Wochen. Die Arbeitszeiten liegen dabei in der Regel zwischen 8 Uhr morgens und 18 Uhr abends. Zudem ist es möglich, samstags arbeiten zu müssen, wofür es aber häufig einen Freizeitausgleich gibt.

 

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freie Ausbildungsplätze als Hörakustiker/in

Insider: Der Hörakustiker bei der Fielmann AG

Als ausgebildeter Hörakustiker bzw. ausgebildete Hörakustikerin stehst du den Kunden in den Hörakustik-Studios von Fielmann mit Rat und Tat zur Seite. Ob es darum geht, die Kunden zu beraten, Hörsysteme zu programmieren oder in der Werkstatt handwerklich zu tüfteln – du überzeugst die Kunden mit deiner Kompetenz und der individuellen Betreuung. Und das Beste: Als ausgelernter Hörakustiker bzw. Hörakustikerin kannst du super viel Erfahrungen sammeln, denn du hast die Möglichkeit, als „Springer“ in verschiedenen Hörakustik-Studios tätig zu sein – immer da, wo du gebraucht wirst.

Welche Arbeitskleidung tragen Hörakustiker?

Wenn Hörakustiker Kunden empfangen, tragen sie meist den Business-Casual-Style, also zum Beispiel eine schicke Hose mit einem Hemd. In der Werkstatt hingehen tragen sie Schutzkleidung – etwa Handschuhe, Atemschutz und Schutzbrille, wenn sie mit Werkzeugen, Klebstoffen und Lösungsmitteln hantieren.

Was muss ich für ein Typ sein, um Hörakustiker zu werden?

Techniker: Mit präzisen Bewegungen bohrst und fräst du oder tauscht kleinste Teile in einem Hörgerät aus – dafür benötigst du Fingerspitzengefühl sowie einen sicheren Umgang mit technischen Geräten.

Perfektionist: Das Hörgerät ist erst dann fertig, wenn es perfekt sitzt. Dafür arbeitest du hochkonzentriert und mit einem hohen Anspruch an dich selbst.

Menschenkenner: Es fällt dir leicht, auf Menschen zuzugehen. Du kannst im Kundengespräch für ein vertrautes Verhältnis sorgen, sodass Kunden offen und ehrlich ihr Anliegen schildern.

Wie läuft die Ausbildung als Hörakustiker ab?

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und kann bei guten Leistungen verkürzt werden. Da die Ausbildung dual stattfindet, ist man abwechselnd im Betrieb und der Berufsschule. Deutschlandweit gibt es nur wenige Berufsschulen für Hörakustiker, daher ist der Unterricht in der Regel blockweise. Nach dem zweiten Ausbildungsjahr findet die Zwischenprüfung statt, nach dem dritten Jahr die Gesellenprüfung.

 

Insider: Die Ausbildung bei Fielmann

Als Azubi bei Fielmann startest du zunächst mit einem Einsteigertraining in einer Lehrwerkstatt mit einem Theorie- und Praxisteil. Du hast dann eine feste Niederlassung mit einem Hörakustik-Studio, wo deine Ausbildung stattfindet. Der theoretische Teil der Ausbildung findet im Blockunterricht in der Berufsschule in Lübeck statt – falls das etwas weiter von deiner Ausbildungsstätte entfernt ist, dann übernimmt Fielmann die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung. Natürlich kommt auch das Miteinander nicht zu kurz – bei Teamevents in den Niederlassungen, wie Sommerfeste und Weihnachtsfeiern, kannst du deine Kollegen noch besser kennenlernen. Bei guten Leistungen kannst du deine Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen und hast eine Übernahmegarantie.

Was lernt ein Hörakustiker in der Berufsschule?

Die Berufsschule ergänzt die betriebliche Ausbildung, daher findet neben allgemeinbildendem Unterricht in Deutsch und Wirtschaftskunde vor allem Fachunterricht statt, der die fachlichen Lerninhalte ergänzt und begleitet. So werden zum Beispiel Kundengespräche simuliert oder das Bedienen von Werkzeugen erprobt.

1. Ausbildungsjahr:
Beratung und Verkauf: Audiologische Vorgespräche oder der Verkauf von Hörsystemen und Zubehör werden in der Berufsschule erprobt. Hierfür finden zum Beispiel Rollenspiele statt.
Technisches Handwerk: 3-D-Abbildungen des äußeren Ohres herstellen, Hörsysteme warten und Instandhaltungsmaßnahmen durchführen. Grundlegende technische Vorgänge werden in Übungswerkstätten erprobt.

2. Ausbildungsjahr:
Hörtests: Verschiedene Messungen durchführen und Hörprofile erstellen, das richtige Hörsystem entsprechend der Messergebnisse auswählen – Sprach- und Hörtests stehen im zweiten Ausbildungsjahr im Fokus.
Otoplastiken herstellen: Mit Hilfe eines Acrylabgusses stellt man unter Anleitung des Ausbilders eine Otoplastik her. Im Anschluss werden Fräs- und Bohrtechniken unterrichtet.

3. Ausbildungsjahr
Patienten beraten: Krankheitsbedingte Hörstörungen und Tinnituserkrankungen werden erläutert, man lernt Mess- sowie Behandlungsverfahren kennen und erprobt Beratungsgespräche.
Technisches Handwerk– Vertiefung: Feinanpassung von Hörgeräten, Kontrollmessungen und Instandhaltungsmaßnahmen werden im dritten Ausbildungsjahr vertieft.

Was lernt ein Hörakustiker in der Praxis?

1.-18. Ausbildungsmonat
Hörprofile bestimmen: Wie werden Hör- und Sprachhörtests durchgeführt und die Ergebnisse analysiert? Man lernt, welche Frequenzen es gibt, und wie Schäden des Gehörs durch Hörgeräte ausgeglichen und behandelt werden. Auch Befunde von Ohrenärzten werden dabei berücksichtigt.
Beratung und Verkauf: Wie findet eigentlich ein Beratungsgespräch statt? Ob der Kunde Probleme mit seinem Hörgerät hat oder erstmals unter einer Einschränkung des Gehörs leidet – in diesem Lernfeld erfährt man genau, welche Fragen gestellt und welche Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Auch zu den Themen technisches Zubehör oder Gehörschutz werden die Auszubildenden informiert.
Gehörsysteme erstellen und instand halten: Otoplastiken sowie individuellen Gehörschutz herstellen, Software installieren oder Geräte warten und Fehlerdiagnosen stellen – sämtliche Handgriffe werden mit einem Betreuer geübt.

19.-36. Ausbildungsmonat:
Vertiefung: In den ersten eineinhalb Jahren erhält man bereits einen Einblick in alle Arbeitsfelder. Mit der Zeit können vermehrt Tätigkeiten allein und eigenverantwortlich übernommen und Inhalte vertieft werden.