Ausbildung zum/zur Orthopädieschuhmacher/in

Empf. Schulabschluss:
mittlerer Schulabschluss (Realschule)
Ausbildungsdauer:
3,5 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 380-500 Euro
2. Jahr: 420-560 Euro
3. Jahr: 480-650 Euro
4. Jahr: 530-750 Euro

Orthopädieschuhmacher/in

Ob du im praktischen Teil deiner Ausbildung Einlagen, Orthesen oder Maßschuhe in Form bringen wirst – immer arbeitest du individuell auf die Füße und Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten. Die Grundlage dafür ist oft neueste Technik: Mithilfe orthopädischer Haltungsanalysen erstellst du genaue Bewegungsmuster oder nutzt CAD-Systeme, die 3D-Modelle von Prothesen am PC liefern. Manchmal greifst du auch zum Trittschaumabdruck.  

In der Werkstatt brauchst du dann den Hammer zum Klopfen, die Beißzange zum Zwicken oder den Wetzstahl zum Nachschärfen – ganz praktisch lernst du das klassische Handwerk eines Schuhmachers.

In vielen kleinen Arbeitsschritten kommst du dem fertigen orthopädischen Hilfsmittel näher. Nicht immer stellst du es von der Skizze bis zum fertigen Produkt her, sondern passt auch vorhandenes Material mit Geschick neu an. Schon früh in deiner Ausbildung stehst du also in direkten Kundenkontakt und berätst dein Gegenüber fachgerecht. Daher solltest du nicht davor zurückschrecken, auch mal fremde Beine in die Hand zu nehmen. Teamarbeit wird dabei für einen Orthopädieschuhmacher großgeschrieben: Der intensive Austausch im Beruf erfolgt nicht nur mit deinen Kollegen vor Ort, sondern findet auch mit Fachleuten wie Sportwissenschaftlern oder Ärzten statt. Zudem berätst du Produktentwickler in Hinsicht auf vorbeugende und gesundheitsfördernde Standards.

Wusstest du schon, dass...

  • sich die Hilfsmittel für einen Schuhmacher seit Jahrhunderten eigentlich nicht verändert haben? Auch 2016 geht nichts ohne Hammer, Beißzange und Raspel.
  • Indiens Fußball-Nationalmannschaft 1950 von der WM ausgeschlossen wurde, weil sich die Spieler weigerten, auf dem Platz Schuhe zu tragen?
  • eine Prothese ein Körperteil ersetzt und eine Orthese dafür da ist, Gliedmaßen zu stabilisieren und ruhig zu stellen?
  • es in der Schuhtechnik inzwischen erste Prothesen gibt, die mit einem 3D-Drucker hergestellt wurden?
  • CAD-System für „computer-aided design“ steht? Wenn du orthopädische Schuhmodelle am PC designst, lässt du dir also im wörtlichen Sinne vom Computer helfen.
Weil der Job eines Orthopädieschuhmachers aus einer Mischung von Technik, Handwerk und dem intensiven Austausch mit Menschen besteht, solltest du ein Interesse für all diese Bereiche mitbringen. Fingerfertigkeit und ein handwerkliches Geschick sind in der Werkstatt gefragt – und wenn du sorgfältig arbeitest, werden es dir deine Kunden danken: Wer möchte schon eine Unebenheit in seiner Einlage oder eine unschöne Falte auf seinen Konfektionsschuhen? Dein kompetentes Auftreten rundest du stets mit einem freundlichen Lächeln ab. Mit all diesen Voraussetzungen bist du bestens gerüstet für deine Zukunft als Orthopädieschuhmacher. Einen Job findest du später in Sanitätshäusern, Kliniken oder Schuhfachgeschäften – oder in deinem eigenen Betrieb als Orthopädieschuhmachermeister. Auf eine Sache können sich jedenfalls alle Patienten verlassen: Mit dir läuft es bald wieder rund!

Du solltest Orthopädieschuhmacher/in werden, wenn …
  1. es dir Spaß macht, etwas selbst herzustellen.
  2. du gerne mit Menschen zusammenarbeitest.
  3. technische Inhalte für dich interessant sind.
Du solltest auf keinen Fall Orthopädieschuhmacher/in werden, wenn …
  1. langes Stehen ein Problem für dich ist.
  2. du einen fremden Fuß auf keinen Fall anfassen willst.
  3. laute Geräusche in der Werkstatt dich stören.
Das Orthopädieschuhmacher/in-Quiz
Frage / 3

Was macht der Orthopädieschuhmacher, wenn er zwickt?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, wenn der Orthopädieschuhmacher zwickt, dann zieht er das Leder glatt über den Schuhrohling und fixiert es mit Nägeln.
Richtig! Das Zwicken ist der Vorgang, in dem das Leder über den Schuhrohling glattgezogen und dann mit Nägeln fixiert wird.

Wie viel Prozent der Weltbevölkerung leidet unter einer orthopädischen Fußfehlstellung?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, weltweit leiden 70 % der Menschen unter einer orthopädischen Fehlstellung der Füße.
Richtig! Tatsächlich leiden 70 % der Menschen weltweit unter einer orthopädischen Fehlstellung der Füße. Für den Orthopädieschuhmacher gibt es also jede Menge zu tun!

Aus welchem Material sind Prothesen meist gemacht?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, weil Carbon so leicht und stabil ist, wird es meist für Prothesen genutzt.
Richtig! Weil Carbon so leicht und gleichzeitig stabil ist, eignet es sich besonders gut für Prothesen.
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Dieses Profil wurde von Jan geschrieben
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