Ausbildung als Seiler machen
Empfohlener Schulabschluss Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Arbeitszeit werktags
1. Ausbildungsjahr 500-600 Euro
2. Ausbildungsjahr 600-650 Euro
3. Ausbildungsjahr 650-700 Euro
Ist das die richtige Ausbildung für dich?
Mach jetzt den kostenlosen Onlinetest

Ausbildung zum
Seiler

Klassische duale Berufsausbildung

Was haben Bergsteiger und Fahrstühle gemeinsamen? Beide wollen hoch hinaus, aber ohne die richtigen Seile würden sie ziemlich tief fallen. Mit der Ausbildung als Seiler sorgst du dafür, dass das nicht passiert. Darin lernst du nämlich, reißfeste Seile aus Naturfasern, Kunststoff und Metall für die unterschiedlichsten Zwecke anzufertigen – von millimeterdünnen Litzen für die Medizintechnik über strapazierfähige Schiffstaue bis hin zu dicken Trossen, an denen tonnenschwere Seilbahnen baumeln. Du hast Lust auf einen echten Drahtseilakt? Dann t(r)au dich und werd' Seiler! 

In der Ausbildung zum Seiler beziehungsweise zur Seilerin lernst du, Seile anzufertigen. Viele, viele verschiedene Seile: Kletterseile für Alpinisten, Springseile fürs Bungeejumping, Lastenseile für Kräne, Drahtseile, die Gondeln tragen, Abschleppseile, Fahrstuhlkabel, Schiffstaue und etliche mehr. Je nach Einsatzgebiet müssen die Seile unterschiedliche Belastungen aushalten können und dafür aus bestimmten Materialien bestehen. Es gibt Seile aus Naturfasern wie Hanf, Flachs und Kokos, aus Kunstfasern wie Polyester und Polygan und aus Stahl und Metall. Manche Seile haben auch einen Metallkern und drum herum ein anderes Material, und für besonders massive Trosse werden sogar mehrere Seile miteinander verknüpft.

Der Aufbau eines Seils ist heutzutage der gleiche wie vor 2000 Jahren: Mehrere Fasern werden zu Fäden gesponnen, Fäden verdrehst du zu sogenannten Litzen, und aus mehrere Litzen wird dann ein Seil. Mittlerweile geschieht das aber vor allem maschinell, vor allem die Verseil- und Seilschlagmaschine kommt zu Einsatz. Und natürlich die Flechtmaschine, in die du einzelne Spulen von Fäden setzt. Da du immer mehrere Seile gleichzeitig herstellst, musst du immer auch mehrere Maschinen parallel im Blick haben. Dabei arbeitest du nach genauen Vorgaben: Je nach Material, der Zahl der eingesetzten Spulen und den Maschineneinstellungen hat so ein Seil unterschiedliche Eigenschaften, ist beispielsweise besonders reißfest oder reibungsresistent.

Handarbeit ist im Beruf des Seilers aber ebenfalls gefragt, beispielsweise, wenn du Ösen und Schlingen am Seil anbringst oder beim sogenannten Spleißen, dem dauerhaften Verflechten zweier Tauenden. Außerdem erlernst du auch das klassische Handwerk, Stricke per Hand aus Naturfasern zu knüpfen. Ob maschinell oder per Hand geknüpft: Am Ende prüfst du jedes Seil auf die Qualität und Belastbarkeit. 

Neue Jobs zu diesem Beruf per Mail! Jetzt Traumjob starten
Der Jobletter wurde erfolgreich abonniert!

Aufgrund der Menge an Seilen, die du herstellst, kann der Job zugegebenermaßen manchmal etwas monoton sein. Dafür geht es für dich zwischendurch aber immer wieder auch auf Montage. Da du die Eigenschaften der Seile und Netze selbst am besten kennst, bringst du sie logischerweise häufig auch gleich an. In der Ausbildung als Seiler fertigst du außerdem nicht nur Seile, sondern auch Netze an. Bei einem Fischernetz musst du zum Beispiel wissen, in welchem Gebiet damit gefischt wird und welches Gewicht es ziehen muss. Das Lagern, Verpacken und Versandfertigmachen von Seilen und Netzen gehört ebenfalls zu deinen Aufgaben.

Die Ausbildung zum Seiler hat eine Ausbildungsdauer von drei Jahren und ist eine klassische duale Berufsausbildung. Das bedeutet, du arbeitest nicht nur im Betrieb, sondern besuchst auch eine Berufsschule. Dort lernst du verschiedene Knüpftechniken, Maschinen, Knoten, Spleiße und Seiltypen kennen, außerdem steht eine Menge Material- und Faserkunde auf dem Lehrplan. In deinem Ausbildungsbetrieb setzt du das Gelernte dann tatkräftig um. Passende Ausbildungsplätze findest du bei Seilerei- und Konfektionsbetrieben, in Spinnereien und Nähgarnherstellern.

Wusstest du schon, dass...

  • …die Hamburger Reeperbahn so heißt, weil dort früher Seile für die Schifffahrt gemacht wurden? Ein Reep ist nämlich eine Art Tau.
  • …ein fertiges Fischernetz bis zu 10 Tonnen schwer und 600 Meter lang sein kann?
  • …das stärkste Seil der Welt aus Kunststofffasern besteht, die dünner als ein Haar sind? Es ist achtmal leichter als ein genauso dickes Stahlseil.
  • …Tauziehen schon in der Antike veranstaltet wurde? Damals aber vor allem noch als Training für andere Sportarten. Von 1900 bis 1920 war es sogar eine olympische Disziplin.
  • …der höchste Bungeejump der Welt aus 321 Metern von der Royal Gorge Bridge in Colorado ausgeführt wurde?

Um Seiler zu werden, ist ein Hauptschulabschluss ausreichend. Auf jeden Fall solltest du zumindest Grundkenntnisse in Mathe und Physik mitbringen, schließlich musst du die Länge und den Durchmesser berechnen können, die zu der anstehenden Belastung eines Seils passen. Daneben solltest du für die Handarbeit handwerkliches Geschick und für den Umgang mit Maschinen technisches Verständnis mitbringen.

Daneben solltest du kein Problem mit lauten Geräuschen haben, denn in den Werkstätten geht es nicht gerade wie in einer Bibliothek zu. Außerdem solltest du kein Problem damit haben, im Stehen zu arbeiten – andernfalls hängst du schon nach wenigen Stunden in den Seilen. 

Du solltest Seiler werden, wenn...

  1. ...du handwerkliches Geschick und technisches Verständnis mitbringst.
  2. ...eine Werkstatt dein bevorzugter Arbeitsplatz ist.
  3. ...du gerne auch mal auf Montage fährst.

Du solltest auf keinen Fall Seiler werden, wenn...

  1. ...du permanent Abwechslung brauchst.
  2. ...dir schnell der Rücke wehtut.
  3. ...Mathe und Physik dich so gar nicht interessieren.

Das Seiler-Quiz

Was versteht man unter „Verdrillung“?



Weiter

Das könnte dich auch noch interessieren

Keine Ahnung wie du dich bewerben sollst? Die Ausbildung.de Bewerbungstipps Lass dich inspirieren Berufe nach Themen

Für eine bessere Lesbarkeit kann es sein, dass nur eine Geschlechtsform verwendet wird, obwohl alle Geschlechter gemeint sind.