Zahntechniker stellen individuell angepassten Zahnersatz und kieferorthopädische Hilfsmittel her. Dazu gehören unter anderem Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate, Zahnspangen und Schienen. Grundlage für ihre Arbeit sind Abdrücke oder digitale Scans, die Zahnärzte von ihren Patienten anfertigen. Mithilfe moderner Geräte und spezieller Werkstoffe fertigen Zahntechniker passgenaue Lösungen an, die Funktion, Komfort und Ästhetik miteinander verbinden.
Außerdem reparieren, reinigen und warten sie bestehende zahntechnische Produkte, zum Beispiel beschädigte Prothesen oder abgenutzte Schienen. Bei komplexen Fällen arbeiten Zahntechniker eng mit Zahnärzten zusammen und beraten teilweise auch Patienten zu verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten. So tragen sie dazu bei, die Zahngesundheit und Lebensqualität der Menschen zu verbessern.
Zahntechniker und Zahntechnikerinnen arbeiten meist in einem zahntechnischen Labor. Sie können aber auch bei einer größeren Zahnarztpraxis oder direkt in einer Zahnklinik einsteigen.
Für Zahntechniker gelten meist klassische Bürozeiten: Morgens beginnt die Arbeit zwischen 8 und 9 Uhr, nachmittags endet sie zwischen 16:30 Uhr und 17:30 Uhr. Wochenendarbeit ist in diesem Beruf eher unüblich. Überstunden hingegen sind zwischendurch schon zu leisten, vor allem, wenn bestimmte Produkte noch dringend fertig werden müssen.
Die Ausbildung ist dual, das heißt, sie findet in der Berufsschule und im Betrieb statt. Nach etwa eineinhalb Jahren findet eine Zwischenprüfung statt, um den aktuellen Lernstand zu überprüfen. Am Ende der Ausbildung legst du die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Diese besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil, bei dem du dein handwerkliches Können unter Beweis stellen musst. Falls du die Prüfung nicht bestehst, hast du normalerweise noch zwei weitere Versuche.
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel bei sehr guten Leistungen, kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden.
Du lernst, wie Zähne, Kiefer und Kaubewegungen funktionieren und wie daraus passgenauer Zahnersatz entsteht. Dabei beschäftigst du dich mit verschiedenen Werkstoffen wie Metall, Keramik und Kunststoff sowie mit modernen digitalen Verfahren, etwa 3D-Scans und CAD/CAM-Technik.
Außerdem lernst du, Patientenanforderungen zu beurteilen, zahntechnische Arbeiten zu planen, Qualitätskontrollen durchzuführen und mit Zahnärzten, Patienten und Kunden professionell zu kommunizieren. Schritt für Schritt entwickelst du das Fachwissen, um funktionelle und ästhetische Lösungen für unterschiedliche Zahnsituationen zu erstellen.
Theorie
Praxis
Für die Ausbildung zum Zahntechniker bzw. zur Zahntechnikerin ist rechtlich keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.
An Eigenschaften brauchst du für den Beruf vor allem Sorgfalt, Geschicklichkeit und räumliches Vorstellungsvermögen.
Wenn du noch nicht 18 Jahre alt bist, brauchst du eine Bescheinigung über eine ärztliche Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz.
In der Praxis wählen viele Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife aus. 2024 hatten 47 Prozent der Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger einen mittleren Schulabschluss, 35 Prozent Hochschulreife und 13 Prozent einen Hauptschulabschluss. Insgesamt Prozent hatten keinen Hauptschulabschluss oder sonstige Abschlüsse.

Als Zahntechniker bzw. Zahntechnikerin verdienst du mindestens 724 Euro brutto im Monat in deinem ersten Ausbildungsjahr. Im zweiten Jahr bekommst du mindestens 854 Euro, im dritten Jahr mindestens 977 Euro und im vierten Jahr mindestens 1.014 Euro brutto im Monat. Diese Zahlen beziehen sich auf den 2026 geltenden gesetzlichen Mindestlohn für Azubis.
Die jeweiligen Innungen der Bundesländer und Regierungsbezirke sprechen aber Empfehlungen zur Ausbildungsvergütung aus. Die Zahntechniker Innung Düsseldorf empfiehlt zum Beispiel ein Gehalt von 810 Euro im ersten, 930 Euro im zweiten, 1.040 Euro im dritten und 1.100 Euro im vierten Ausbildungsjahr (brutto/Monat). Die Zahntechniker Innung in Kassel empfiehlt 900 Euro im ersten, 975 Euro im zweiten, 1.025 Euro im dritten und 1.075 Euro im vierten Ausbildungsjahr (brutto/Monat).
Bedenke: Hierbei handelt es sich lediglich um Richtlinien, nicht um tarifliche Regelungen. Den Betrieben steht also frei, ob sie das empfohlene Gehalt übernehmen.
Nach deiner Ausbildung kannst du als Zahntechniker mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.500 Euro brutto im Monat rechnen. Mit einigen Jahren Berufserfahrung kann dein Gehalt dann auch schnell auf bis zu 3.100 Euro brutto im Monat ansteigen. Mit Weiter- und Fortbildungen sind sogar bis zu 3.500 Euro drin.
| Gehalt | Monat/brutto |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 724-900 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 854-975 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 977-1.025 Euro |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.014-1.075 Euro |
| Einstiegsgehalt | ca. 2.500 Euro |
| Späteres Gehalt | ca. 3.100 Euro |
Meister: Zahntechniker können ihren Meister etwa innerhalb eines Jahres machen. In Teilzeit dauert die Weiterbildung entsprechend doppelt so lange. Zahntechnikermeister können sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen und Nachwuchs ausbilden.
Studium Zahnmedizin: Werkstoffkunde, Hygiene oder Zahnersatzkunde – die Vorlesungen und Seminare decken ein breites Spektrum ab, das wieder zurück bis in die Zahntechnik reicht. Nach dem Studium kann man unter anderem als Kieferchirurg oder als Zahnarzt tätig werden. Der Zahnarzt arbeitet intensiv mit Patienten und Zahntechnikern zusammen.
Studium Dentaltechnologie: In diesem Studium erwirbt man Kenntnisse über Herstellung, Eigenschaften und Anwendung dentaler Werkstoffe. Verbunden wird dieses Wissen mit zahnmedizinischen Grundlagen. Absolventen können Ingenieurtätigkeiten in der dentalen Industrie nachgehen, also zum Beispiel neue Werkstoffe und Techniken entwickeln.
Studium Medizintechnik: Wer sich sehr für Technik interessiert und noch ein themenverwandtes Studium anschließen möchte, kann sich für das Fach Medizintechnik entscheiden. Mit einem Studienabschluss in diesem Bereich entwickelt man unter anderem Ultraschall- und Röntgenapparate.
Thematische Fortbildungen: Insbesondere in größeren Unternehmen haben Zahntechniker oft eigene Schwerpunkte und arbeiten nur in einem bestimmten Bereich beziehungsweise mit einem Werkstoff. Ob Brückentechnik und Implantologie oder Kunststoff und Keramik: Thematische Fortbildungen sollten regelmäßig besucht werden.
Sehr gut, denn Zahntechniker werden auch in Zukunft gebraucht. Zwar übernehmen moderne Maschinen immer mehr Arbeitsschritte, doch Zahnersatz und andere Produkte müssen weiterhin individuell an jeden Patienten angepasst werden. Dafür sind das Fachwissen und die handwerklichen Fähigkeiten von Zahntechnikern unverzichtbar.
Good to know: Bewerber haben eine Stelle in diesem Bereich nahezu sicher. Zudem lässt sich das Gehalt durch die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen steigern. Wenn keine dringenden Aufträge anstehen, sind die Arbeitszeiten ein weiterer Pluspunkt dieses Berufs. Immerhin sind klassische Bürozeiten von montags bis freitags in vielen anderen Tätigkeiten nicht selbstverständlich.

Für eine Ausbildung als Zahntechniker bzw. Zahntechnikerin bewirbst du dich meist direkt bei zahntechnischen Laboren oder größeren Zahnarztpraxen. Viele Betriebe veröffentlichen ihre Ausbildungsplätze online – zum Beispiel hier auf Ausbildung.de.
Zu deiner Bewerbung gehören:
Besonders wichtig für den Beruf sind Sorgfalt, handwerkliches Geschick und Interesse an Medizin und Technik. Diese Fähigkeiten solltest du in deinem Anschreiben hervorheben.
Manche Betriebe laden Bewerberinnen und Bewerber zu einem Probearbeiten ein. So kannst du den Beruf besser kennenlernen und zeigen, wie geschickt du arbeitest.
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