Eine schulische Ausbildung bietet viele Vorteile – aber wie sieht es mit dem Gehalt aus? Während manche Berufe eine feste Vergütung haben, gibt es in anderen kaum finanzielle Unterstützung. Zum Glück gibt es Fördermöglichkeiten wie BAföG, Bürgergeld bzw. Arbeitslosengeld oder Bildungskredite, um deine Ausbildung zu finanzieren.
Hier erfährst du, welche Optionen du hast und außerdem, was du zur Krankenversicherung während der schulischen Ausbildung wissen musst.
Ob du in deiner schulischen Ausbildung etwas verdienst, lässt sich nicht allgemein sagen. Genauso wenig kann man zur Höhe des Gehalts sagen, solltest du eins bekommen. Manche Azubis bekommen gar nichts, andere eine kleine Aufwandsentschädigung und wieder andere einen richtig guten Lohn.
Zumindest für einige schulische Ausbildungen gibt es mittlerweile aber festgelegte Vergütung. Beispielsweise werden die Azubis der auf Bundesebene geregelten Gesundheitsfachberufe nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes bezahlt. Zumindest wenn sie ihre Ausbildung bei einer öffentlichen Einrichtung wie einem Krankenhaus oder einer Uniklinik machen. Dann gibt es im ersten Ausbildungsjahr schon über 1.400 Euro brutto im Monat – zum Beispiel nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – Pflege (TVAöD Pflege). Die Ausbildung zum Pflegefachmann gehört sogar zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen überhaupt.
Klare Antwort: ja! BAföG (kurz für: Bundesausbildungsförderungsgesetz) bietet finanzielle Unterstützung für junge Menschen, die sich in einer Vollzeit-Ausbildung befinden. Demnach kannst du auch als Azubi in einer schulischen Ausbildung (solange du sie in Vollzeit absolvierst) BAföG beantragen.
Wie viel BAföG du in der schulischen Ausbildung bekommst, lässt sich so allgemein nicht beantworten. Die Berechnung des BAföG-Satzes hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Da die BAföG-Zahlungen dafür gedacht sind, den finanziellen Bedarf eines Azubis während der Ausbildung zu decken, wird zunächst der Grundbedarf ermittelt. Zu dem gehören Kosten für essenzielle Dinge wie Essen, Kleidung, Unterkunft oder Mobilität. Von dieser Summe werden dann dein Einkommen und Vermögen sowie das deiner Eltern abgezogen. Möglicherweise kommen dir aber bestimmte Freibeträge zugute.
Wie hoch genau dein BAföG-Satz ausfällt, kannst du mit einem BAföG-Rechner feststellen. Google einfach mal danach.
Wenn du als Azubi in einer schulischen Ausbildung BAföG erhältst, musst du dieses Geld normalerweise nicht zurückzahlen. Schüler-BAföG wird in der Regel nämlich als Vollzuschuss gewährt. Das bedeutet, dass du die finanzielle Unterstützung bekommst, um deine Ausbildungskosten wie Schulgebühren, Lehrmaterialien und Lebenshaltungskosten zu decken, ohne dass du später Sorgen haben musst, diesen Betrag zurückzahlen zu müssen.
Diese Regelung soll sicherstellen, dass jeder unabhängig von seiner finanziellen Situation eine Ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen kann.
Wenn das Gehalt nicht gerade üppig ausfällt oder am Ende des Monats überhaupt nichts auf dem Konto landet, kann das viele Azubis in einer schulischen Ausbildung schon mal vor finanzielle Probleme stellen. Vor allem, wenn sie zusätzlich auch noch Schulgeld zahlen müssen.
Zum Glück gibt es in Deutschland vielfältige Unterstützungs- und Förderungsangebote, die etwas finanzielle Last von den Azubi-Schultern nehmen:

Ausführliche Informationen über alle Unterstützungsmöglichkeiten für Azubis findest du in unserem Ratgeber:
Das Bürgergeld ist eine Sozialleistung, die den Lebensunterhalt sichern soll, wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht. Schülerinnen und Schüler, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und keinen Anspruch auf Schüler-BAföG haben, können unter bestimmten Voraussetzungen Bürgergeld bekommen. Ob das bei dir möglich ist, prüft immer das Jobcenter im Einzelfall. Die Bewilligung hängt von der Bedürftigkeit und den persönlichen Lebensumständen ab. Wenn du mehr Infos brauchst, wendest du dich am besten an die für dich zuständige Agentur für Arbeit.
Das Jobcenter bietet über das Bürgergeld hinaus Unterstützungen an, die speziell auf Auszubildende zugeschnitten sind. Dazu gehören Zuschüsse für Schulmaterialien, Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte und gegebenenfalls auch Beihilfen für ausbildungsbegleitende Hilfen wie Nachhilfe oder Sprachkurse, wenn diese für den Ausbildungserfolg notwendig sind. Informationen dazu bekommst du bei deinem Jobcenter.
Der Bildungskredit ist eine staatlich geförderte Möglichkeit, um vor allem in fortgeschrittenen Phasen der Ausbildung finanzielle Engpässe zu überbrücken. Dieser Kredit wird unabhängig vom Einkommen und Vermögen gewährt und bietet günstige Rückzahlungskonditionen. Er kann neben anderen Förderungen wie dem BAföG bezogen werden und hilft, spezifische Kosten wie für Praktika oder Abschlussprojekte zu decken.
Abseits der staatlichen Förderungen gibt es eine Vielzahl an privaten Stipendien und Unterstützungsprogrammen, die auf unterschiedliche Bedürfnisse und Zielgruppen zugeschnitten sind. Beispiele dafür sind:
Falls du dich fragst, ob du während deiner schulischen Ausbildung schon Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leistest, können wir dir sagen: ja! Also zumindest, wenn du bezahlt wirst. Von deinem Ausbildungsgehalt geht ein Teil direkt in die Rentenversicherung, was dir nach Ende deiner beruflichen Laufbahn zugutekommt.
Übrigens gilt das auch, wenn du nicht für die Ausbildung direkt bezahlt wirst, aber beispielsweise für ein Praktikum, das du im Rahmen deiner schulischen Ausbildung absolvierst.
Grundsätzlich müssen alle Personen mit festem Wohnsitz in Deutschland krankenversichert sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ob du dich während deiner schulischen Ausbildung selbst krankenversichern und damit Krankenkassenbeiträge leisten musst, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: ob du schon 25 Jahre alt bist und wie viel du verdienst.
Bist du noch nicht 25, kannst du in der Regel kostenlos über deine Eltern familienversichert bleiben. Wichtig ist dabei dein Einkommen:
Verdienst du mehr als diese Grenzen oder bist du 25 Jahre oder älter, musst du dich in der Regel selbst gesetzlich krankenversichern und eigene Beiträge zahlen – zum Beispiel in der studentischen oder freiwilligen Krankenversicherung.
Im Zweifel lohnt sich immer ein kurzer Anruf bei deiner Krankenkasse: Dort kann man dir genau sagen, ob du noch familienversichert bleiben kannst oder nicht.
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