Ausbildung als Pharmazeutisch Technische/r Assistent/in

Sugar image for godfathers pta hauptbild
Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
2,5 Jahre
Arbeitszeit:
werktags, Wochenendarbeit möglich
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: unvergütet
2. Jahr: unvergütet
3. Jahr: 670 Euro

Pharmazeutisch Technische/r Assistent/in

Wenn die Urlaubssaison kurz bevorsteht und die meisten Menschen an den Strand denken, machen sich pharmazeutisch-technische Assistenten bereit: dermatologisch getestete Sonnenmilch, Schmerzsalben für die Linderung von Brandverletzungen und Cremes bei Insektenstichen – Wirkstoffe und Arzneimittel, die medizinisch notwendig sind oder die Lebensqualität verbessern, sind das Tagesgeschäft der PTAs, wie pharmazeutisch-technische Assistenten kurz genannt werden. Oftmals sind sie in den Apotheken die erste Anlaufstelle für Kunden, die medizinischen Rat suchen, bevor es zum Arzt geht.

Was macht eine pharmazeutisch-technische Assistentin?

Arzneimittel an Kunden aushändigen: Ob verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Medikamente – pharmazeutisch-technische Assistenten unterstützen Apotheker, ärztliche Rezepte zu kontrollieren und Arznei an Kunden zu übergeben. Wie oft muss ein Medikament eingenommen werden, um die optimale Wirkung zu erzielen? Soll vorher Nahrung zu sich genommen werden? Gibt es Besonderheiten, die beachtet werden müssen? Pharmazeutisch-technische Assistenten erklären die Wirkstoffe der Medikamente und weisen darauf hin, was es bei der Einnahme zu beachten gilt.

Kunden beraten: Die Kundenberatung gehört für pharmazeutisch-technische Assistenten in der Apotheke zu den Hauptaufgaben. Vor Ort oder auch telefonisch beraten sie Kunden und sprechen Empfehlungen anhand der beschriebenen Symptome aus – insbesondere dann, wenn noch kein ärztlicher Besuch stattgefunden hat. Zudem geben sie Auskunft über Produkte wie Kosmetika, Verbandsstoffe und anderen Artikel aus dem Sortiment der Apotheke. In Versandapotheken führen pharmazeutisch-technische Assistenten Beratungen telefonisch durch. Dort sind sie außerdem für den Versand von Arzneimitteln zuständig.

Arzneimittel herstellen: In Apotheken sind pharmazeutisch-technische Assistenten aber nicht nur im Verkaufsraum tätig, sondern sind auch für die Herstellung von speziellen Mitteln zuständig. Unter Aufsicht der Apotheker fertigen sie beispielsweise auf Wunsch eines Arztes Salben, Extrakte, Zäpfchen, Pulver oder Teemischungen an. Vor allem in Krankenhausapotheken findet man pharmazeutisch-technische Assistenten im Labor, da sie in der Regel keinen Kundenkontakt haben. Sie versorgen die Stationen mit Medikamenten und beraten das Pflegepersonal.

Stichproben durchführen: Laut dem Arzneimittelgesetz Deutschland müssen Fertigarzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte in regelmäßigen Abständen auf ihre Qualität überprüft werden. Diese gesetzlichen Stichproben werden von den pharmazeutisch-technischen Assistenten durchgeführt und die Analysen zur Reinheit sowie Dosierung nach vorgeschriebenen Richtlinien dokumentiert.

Verwaltungsaufgaben übernehmen: Die Grippesaison steht kurz bevor und die gängigen Medikamente zur Bekämpfung von Husten und Schnupfen sind rar geworden? Der pharmazeutisch-technische Assistent sorgt für rechtzeitigen Nachschub. Denn auch Verwaltungsaufgaben liegen im Aufgabenbereich der PTAs: Lagerbestände überwachen, neue Bestellungen tätigen, Warenlieferungen entgegennehmen und die Ausgabe von Giftstoffen registrieren.

Serviceleistungen durchführen: Kundenorientiertes Arbeiten steht in Apotheken an oberster Stelle: Um Stammkunden zu binden und Neukunden zu gewinnen, führen pharmazeutisch-technische Assistenten zusätzliche Serviceleistungen, wie Blutdruck- oder Cholesterinmessungen, durch.

Pharmazeutika weiterentwickeln: PTAs, die in der pharmazeutischen Industrie arbeiten, sind an der Weiterentwicklung von bestehenden Mitteln beteiligt. Sie testen Medikamente auf ihre Wirkstoffe, und forschen daran, inwiefern Rezepturen verbessert werden können, um beispielsweise Nebenwirkungen zu reduzieren.

Warum sollte man pharmazeutisch-technische Assistentin werden?
Ob für den Privatgebrauch, Krankenhäuser und Arztpraxen oder für die Industrie: Der Bedarf an Arzneimitteln ist hierzulande riesengroß; der Gesundheitssektor boomt. Mit einem Job in dieser Branche ist man sehr gut aufgestellt, da die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern, wie den pharmazeutisch-technischen Assistenten, ungebrochen hoch bleiben wird. Übrigens: Nur Apotheker und pharmazeutisch-technische Assistenten dürfen verschreibungspflichtige Medikamente abgeben.

Wo kann ich als pharmazeutisch-technische Assistentin arbeiten?
Die Einsatzgebiete pharmazeutisch-technischer Assistenten sind öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken – sie finden aber auch in der pharmazeutischen Industrie eine Anstellung, wo sie im Gegensatz zu den öffentlichen Apotheken kaum im Kontakt mit Kunden stehen. Da heutzutage auch viele Menschen ihre rezeptfreien Medikamente online bestellen, finden immer mehr PTAs eine Anstellung in Versandapotheken. In selteneren Fällen übernehmen sie auch beratende Funktionen bei Krankenkassen.

Wie sind die Arbeitszeiten als pharmazeutisch-technische Assistentin?
In Vollzeitstellen ist bei pharmazeutisch-technischen Angestellten eine 40-Stunden-Woche die Regel, wobei PTAs auch in vielen Fällen in Teilzeit beschäftigt sind. In öffentlichen Apotheken arbeiten sie im Schichtdienst während der regulären Verkaufszeiten, also von morgens bis abends, auch an Samstagen.

Welche Arbeitskleidung tragen pharmazeutisch-technische Assistenten?
Da PTAs mit Chemikalien und Giftstoffen arbeiten, ist bestimmte Schutzkleidung, wie Kittel, Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz, im Labor unerlässlich. In Verkaufsräumen tragen sie neben einem Kittel zudem oft Poloshirts oder Blusen mit dem Logo oder dem Namen der Apotheke, bei der sie beschäftigt sind. 

Insider: Die Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin in der PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V.

Profession gallery 160308 pta 0158

Die PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V. bildet an insgesamt vier Fachschulen in Nordrhein-Westfalen zukünftige pharmazeutisch-technische Assistenten aus – in Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Paderborn und Siegen. Während deiner Ausbildung profitierst du von der individuellen und kompetenten Betreuung durch die Lehrkräfte, zudem sorgen moderne technische Geräte in den Laboren und gut ausgestattete Arbeitsplätze für ein angenehmes Arbeitsklima. Durch projektorientierte Aufgaben und zahlreiche Exkursionen gibt die PTA-Fachschule Westfalen-Lippe e. V. den Auszubildenden realistische Einblicke, wie das Leben der pharmazeutisch-technischen Assistenten aussieht. Zurzeit beträgt das Schulgeld für das erste Schuljahr 295 Euro monatlich und für das zweite Schuljahr 195 Euro monatlich.

Wie läuft die Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin ab?
Die Ausbildung als pharmazeutisch-technische Assistentin ist eine schulische Ausbildung, die insgesamt zweieinhalb Jahre dauert. Sie ist demnach anders aufgebaut, als eine klassische duale Ausbildung, bei der sich Theorie- und Praxisphasen in Schule und Betrieb abwechseln.  

Bei der Ausbildung zur PTA verbringt der Azubi zwei Jahre in einer der rund 80 Berufsfachschulen in Deutschland, wo theoretische Grundlagen, wie Arzneimittelkunde, Chemie und Fachrechnen, vermittelt, sowie praktische Fächer, wie Botanik und Drogenkunde, unterrichtet werden.

Nach zwei Jahren folgt ein Pflichtpraktikum – ein sogenanntes Anerkennungspraktikum – in einer Apotheke, in dem das gelernte Wissen in der Praxis angewendet wird. Je nachdem, ob man sich für die Ausbildung an einer staatlichen oder privaten Fachschule entscheidet, fallen Lehrgebühren an.

Was lernt eine pharmazeutisch-technische Assistentin in der Berufsschule?
Auch wenn es sich bei der PTA-Ausbildung um keine duale Ausbildung handelt, wechseln sich in der Fachschule Praxis und Theorie ab: Theoretische Inhalte, wie Fachrechnen, aber auch allgemeinbildende Fächer, wie Wirtschafts- und Sozialkunde, stehen ebenso auf dem Lehrplan wie Galenik, das Mischen von Medikamenten. Einen Großteil der Zeit verbringen die Auszubildenden in Laborräumen der Schule, wo sie beispielsweise nach Anweisung Augentropfen herstellen oder Teemischungen zubereiten. Auch die ordnungsgemäße Lagerung von Medikamenten und Wirkstoffen wird hier thematisiert.

Erstes Ausbildungsjahr:

Arzneimittelkunde
Da der Umgang mit Arznei zu den wichtigsten Aufgaben gehört, ist die Arzneimittelkunde das Kernfach der Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin. In diesem Fach lernen die Azubis, welche Arzneimittel es gibt, wie sie korrekt angewendet werden, und welche möglichen Nebenwirkungen es von Fall zu Fall gibt. Zu diesem Zweck werden grundlegende Kenntnisse der Anatomie und der Physiologie beigebracht – also den Fragen danach, wie der menschliche Körper auf Einflüsse wie Medikamente reagiert. So lernen die Auszubildenden beispielsweise, welche Medikamente nicht geeignet sind, falls ein Patient Herzprobleme hat.

Botanik und Drogenkunde
Das Fach Botanik und Drogenkunde verschafft den Azubis einen Überblick über den Aufbau von Pflanzen sowie deren Inhaltsstoffe. In praktischen Übungen lernen die angehenden PTAs beispielsweise Arzneitees herzustellen, indem sie getrocknete Pflanzen für die gewünschten Wirkungen in einem bestimmten Verhältnis mischen.

Zweites Ausbildungsjahr:

Medizinproduktekunde
Im zweiten Ausbildungsjahr vertiefen die Auszubildenden ihre Kenntnisse im Fach Medizinproduktekunde. Verbände, Pflaster, Kompressionsstrümpfe, Wärmekissen – diverse Produkte aus dem Krankenpflegebereich werden hier auf ihre Wirkung und Qualität hin untersucht, sodass im späteren Berufsalltag Kunden optimal beraten werden können.

Ernährungskunde und Diätetik
Da auch ausgewogene Ernährung, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel zur Gesundheit beitragen, wird den Schülern im Fach Ernährungskunde und Diätetik vermittelt, welche Bestandteile der Nahrung zur Gesundheit beitragen oder Genesungen und Diäten fördern. Wollen beispielsweise Kunden Informationen zur vegetarischen Ernährung, können die pharmazeutisch-technischen Assistenten dementsprechend Empfehlungen zu Vitaminpräparaten aussprechen.

Was lernt eine pharmazeutisch-technische Assistentin in der Praxis?
Während des Anerkennungspraktikums in der Apotheke setzen die Auszubildenden ihr gelerntes Wissen um: Sie stellen zum Beispiel Salben bei Hautirritationen auf Anweisung des Dermatologen her, beraten Kunden, die seit Tagen unter Erkältungsbeschwerden leiden, und lernen, wo Giftstoffe und andere toxische Mittel sicher gelagert werden.

Sollte ein Kunde Betäubungsmittel kaufen, muss dieser Kauf gesetzlich registriert werden, für den Fall, dass ein Missbrauch stattfindet. Diesen Vorgang lernen die Azubis in der Praxis. Generell steht im Praktikum besonders der freundliche Umgang mit Kunden im Vordergrund, da dieser ein Hauptbestandteil des Berufs ist. Auch erfahren sie alles über die umweltgerechte Entsorgung von Arzneimitteln und Chemikalien.

Du solltest Pharmazeutisch Technische/r Assistent/in werden, wenn …
  1. du viel Fingergeschick aufweisen kannst
  2. du gut im Kopfrechnen bist
  3. Patienten und Kunden beraten und betreuen möchtest
Du solltest auf keinen Fall Pharmazeutisch Technische/r Assistent/in werden, wenn …
  1. nicht sorgfältig arbeiten kannst
  2. du oft ungeschickt bist
  3. du ungeduldig bist
Das Pharmazeutisch Technische/r Assistent/in-Quiz
Frage / 3

Was ist eine Offizin?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, eine Offizin ist eine mittelalterliche Werkstatt mit angeschlossenem Verkaufsraum, die hochwertige Waren produzierte. Der Begriff wird bis heute für Apotheken benutzt.
Richtig! Eine Offizin ist eine mittelalterliche Werkstatt mit angeschlossenem Verkaufsraum, die hochwertige Waren produzierte. Der Begriff wird bis heute für Apotheken benutzt.

Was ist eine Famulatur?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, eine Famulatur ist ein vierwöchiges Praktikum in einer Apotheke.
Richtig! Eine Famulatur ist ein vierwöchiges Praktikum in einer Apotheke.

Womit beschäftigt sich die Dermopharmazie?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 1, die Dermopharmazie ist ein interdisziplinäres Gebiet der Medizin und Pharmazie, das sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Hautkrankheiten beschäftigt.
Richtig! Die Dermopharmazie ist ein interdisziplinäres Gebiet der Medizin und Pharmazie, das sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Hautkrankheiten beschäftigt.
Dein persönliches Ergebnis Du hast 0 von 3 Fragen richtig beantwortet!
Dieses Profil wurde von Virginia geschrieben
Du möchtest Virginia etwas zu diesem Beruf fragen? Dann melde dich jetzt an und nimm hier direkt Kontakt auf. Wir freuen uns auf deine Nachricht!
Bewirb dich vor allen anderen für diesen Beruf mit unserem Jobletter
  • Passende Jobs direkt in deiner Nähe
  • Sofort Bescheid wissen, sobald es neue Stellen gibt
  • Alles komplett kostenlos