Ausbildung zum Ergotherapeut machen
Empfohlener Schulabschluss mittlerer Schulabschluss (Realschule)
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Arbeitszeit unterschiedlich, Schichtdienst möglich
1. Ausbildungsjahr unvergütet
2. Ausbildungsjahr unvergütet
3. Ausbildungsjahr unvergütet
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Ausbildung als
Ergotherapeut

Schulische Ausbildung

Nach einer Krankheit wieder auf die Beine kommen, trotz Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen oder chronischen Schmerzen den Kampf ansagen – mit einer Ausbildung als Ergotherapeut begleitest du die Menschen dabei. Ob mit spielerischen Bastelübungen, Musik oder Sport – du wählst das passende ergotherapeutische Behandlungsverfahren individuell für deinen Patienten aus. Die Ausbildung wird an einer Berufsfachschule absolviert, zudem wird Ergotherapie auch als (duales) Bachelorstudium angeboten. Die Ausbildungsdauer liegt bei drei Jahren, nach deinem Abschluss öffnen sich viele Türen zu unterschiedlichen Arbeitsorten. Ergotherapeuten werden in Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Gesundheitszentren und in Praxen für Ergo- und Physiotherapie gebraucht.

In der Ergotherapie werden Arbeits- und Beschäftigungstherapien angewandt. Ob eingeschränkte Fähigkeiten, wie Störungen der Feinmotorik oder eine vollständige Handlungsunfähigkeit, die körperliche oder psychische Gründe haben kann – du erarbeitest eine individuelle Therapie. Hilfsmittel sind dabei künstlerische, musikalische und sportliche Übungen. Du lernst in deiner Ausbildung als Ergotherapeutin also die verschiedenen Methoden der Arbeitstherapie kennen und erfährst, wie du mit Menschen trainieren kannst. Mitbringen solltest du deshalb nicht nur viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität, sondern auch handwerkliches Geschick und Musikalität.

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Um an der Ausbildung zum Ergotherapeuten teilnehmen zu können, musst du bestimmte Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Dazu zählt mindestens ein mittlerer Schulabschluss bzw. Realschulabschluss. Hast du einen Hauptschulabschluss, wirst du dennoch zugelassen, wenn du bereits eine zweijährige Ausbildung gemacht hast. An vielen Schulen sind die Plätze begrenzt, wodurch verschiedene Auswahlverfahren wie Eignungstests, persönliche Vorstellungsgespräche und Losverfahren bei der Bewerbung zum Einsatz kommen. Bei einigen Schulen gilt das simple Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, das heißt, die Bewerbungen, beispielsweise für das Ausbildungsjahr 2016, werden so lange angenommen, bis alle Ausbildungsplätze vergeben sind. Denkbar ist es zudem, dass die Schule vor dem Ausbildungsbeginn den Nachweis über ein vorangegangenes Praktikum im sozialen Bereich verlangt. 

Wusstest du schon, dass...

  • …über die Hälfte aller verordneten Ergotherapien auf Minderjährige fallen und Ergotherapeuten deshalb häufig in der Pädiatrie arbeiten?
  • …die Ergotherapie erstmals durch britische Krankenschwestern zur Behandlung von Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg angewandt wurde?
  • …die Europa Fachhochschule Fresenius 1999 in Idstein als erste deutsche Hochschule den staatlich anerkannten Studiengang Diplom-Ergotherapeut/in (FH) einführte?
  • …der Logopäde und der Physiotherapeut in einer Berufsgruppe mit dem Ergotherapeuten sind?
  • …die Qualität der Ausbildung und deren Anerkennung von den Verbänden WOFT und DVE geregelt wird?

Anders als es bei dualen Ausbildungen der Fall ist, wird die schulische Ausbildung zum Ergotherapeuten nicht vergütet, du bekommst also kein Gehalt. Auch wenn einige Schulen schulgeldfrei sind, können Ausbildungskosten auf dich zukommen. Ist zum Beispiel ein Umzug nicht zu vermeiden, muss für eine Unterkunft gesorgt werden. Auch die Unterrichtsmaterialien müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Rechne also damit, BAföG oder einen Bildungskredit beantragen zu müssen.

Über die gesamte Schulzeit bist du Teil eines Klassenverbandes. Ihr werdet gemeinsam die Ausbildungsinhalte pauken und an praktischen Übungen teilnehmen. Wie bei Medizinfachberufen üblich, stehen die Themen Krankheitslehre, Pädagogik, Biologie, Mediensoziologie sowie Berufs-, Gesetzes- und Sozialkunde ganz oben auf deinem Stundenplan. Am Ende deiner Ausbildungszeit wartet dann die Abschlussprüfung auf dich. Sie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Verlässt du die Ergotherapieschule mit deinem Abschluss, heißt es für dich nicht nur eine Stelle in der Praxis zu finden, sondern auch, dich auf einen Tätigkeitsbereich festzulegen. So kannst du eine Anstellung in Pflegeheimen, Sonderschulen, Behindertenwerkstätten oder Krankenhäusern finden. Je nach Fachbereich, in dem du eingesetzt werden möchtest, kannst du dich speziell fort- und weiterbilden lassen. Mögliche Schwerpunkte sind die Therapie verhaltensauffälliger Kinder, Unfallheilkunde, Psychiatrie, Prävention, Geriatrie oder Rheumatologie. Übrigens: Als Ergotherapeutin sind die Perspektiven für dich zurzeit besonders gut, denn der Bedarf an qualifizierten Ergotherapeuten steigst stetig an. 

Du solltest Ergotherapeut werden, wenn...

  1. ...du kreativ, künstlerisch begabt und musikalisch bist.
  2. ...du gerne mit Menschen arbeiten möchtest.
  3. ...ein abwechslungsreicher Alltag wichtig für dich ist.

Du solltest auf keinen Fall Ergotherapeut werden, wenn...

  1. ...du dich in Anwesenheit von Kranken oder Menschen mit Behinderung unwohl fühlst.
  2. ...Geduld und Sensibilität nicht zu deinen Stärken gehören.
  3. ...du nicht sonderlich sportlich bist.

Das Ergotherapeut-Quiz

In welchem Bereich sind Ergotherapeuten nicht tätig?



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