Ausbildung zum/zur Erzieher/in

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3-5 Jahre
Arbeitszeit:
werktags, Wochenendarbeit und Schichtdienst möglich
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: variiert
2. Jahr: variiert
3. Jahr: variiert
4. Jahr: variiert

Erzieher/in

Morgens basteln, nachmittags Verstecken spielen und zwischendurch ein kleiner Mittagsschlaf – so sieht zwar das Leben von Kindergartenkindern aus, Erzieher und Erzieherinnen haben bei ihrem Job in der Kita aber deutlich mehr zu tun. Und das gilt auch für die Jugendhilfe oder für Tagesstätten für Menschen mit Behinderung, in denen Erzieher ebenfalls gebraucht werden.

Das Wichtigste zur Erzieher-Ausbildung auf einen Blick:

  • Erzieher und Erzieherinnen leisten als pädagogische Fachkräfte einen super wichtigen Job. Sie sind Vorbild für junge Menschen, betreuen und fördern sie.

  • Die Ausbildung ist in jedem Bundesland etwas unterschiedlich geregelt. Informier dich deshalb genau über die Voraussetzungen, die Art und die Dauer der Ausbildung.

  • Das solltest du für die Ausbildung mitbringen: Empathie, Geduld, Freude am Umgang mit anderen Menschen.

  • Die Einsatzmöglichkeiten als Erzieher sind vielfältig: Viele Erzieher arbeiten in der Kita – mögliche Arbeitsplätze sind aber auch Kinderheime, Jugend-Wohngruppen, Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Achtung: Bei den Stellenanzeigen findest du nicht nur freie Ausbildungsplätze zum Erzieher, sondern auch Stellenausschreibungen für das Anerkennungspraktikum beziehungsweise Anerkennungsjahr.

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Was macht eine Erzieherin?

Betreuen und Fördern: Im Kindergarten fördert man die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder – zum Beispiel durch Spiele, die die Sinneswahrnehmung stärken, wie etwa Memory. Erzieher können in ihrem Job aber auch bei der Hausaufgabenbetreuung oder in Sportvereinen eingesetzt werden.

Pflegen und Versorgen: Erzieherinnen und Erzieher unterstützen die Kinder bei der Körperhygiene – also zum Beispiel beim Zähneputzen nach dem Mittagessen. Bei der Betreuung von Kleinkindern kann auch das Windelwechseln mit zu den Aufgaben gehören. Außerdem achten Erzieher darauf, dass die Kinder regelmäßig essen und trinken.

Erziehungsmaßnahmen entwickeln: Als Erzieherin beobachtet man unter anderem das Sozialverhalten und die Lernfortschritte der Kinder und überprüft so, ob sie psychisch stabil sind oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Für Kinder mit einer Lernschwäche entwickeln Erzieher beispielsweise Pläne, anhand derer sie gezielt auf die individuellen Schwierigkeiten der Kinder reagieren können.

Erziehungsmaßnahmen dokumentieren und reflektieren: Die Entwicklung der Kinder durch die Erziehungsmaßnahmen wird in Berichten festgehalten – in Einzelfällen erstellt man auch Gutachten für Jugendämter, zum Beispiel bei Kindern, die auf die Hilfe des Amtes angewiesen sind. Im Team mit anderen Erziehern oder mit Sozialpädagogen reflektiert man in regelmäßigen Abständen die erzieherische Arbeit.

Informieren und Anleiten: Im Rahmen von Elternabenden und -kursen führt man mit Eltern und Erziehungsberechtigten Informationsgespräche über die Kinder oder über anstehende Veranstaltungen. Als Erzieherin leitet man zudem Hilfskräfte oder Praktikanten an. Darüber hinaus koordiniert man Elternarbeit wie das Aufteilen von Backzutaten für gemeinsame Koch- oder Backprojekte.

Nicht nur Arbeit mit Kindern

Viele denken beim Beruf Erzieher an eine Arbeit im Kindergarten. Mit einer Ausbildung als Erzieher hast du aber auch andere Möglichkeiten! Liegt dir eher die Arbeit mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, kannst du zum Beispiel nach einem Job in der Jugendhilfe oder bei Freizeiteinrichtungen suchen.

Deine Aufgaben auf einen Blick (beispielhaft)

  • zum Tanzen, Basteln und Musik machen animieren

  • Konflikte lösen

  • Sozialverhalten beobachten und analysieren

  • Ausflüge und Veranstaltungen organisieren und vorbereiten

  • Elterngespräche führen

  • Hilfskräfte und Praktikanten anleiten

Warum sollte man Erzieher werden? Drei Gründe für die Erzieher-Ausbildung

  1. Viele freie Stellen: Die Nachfrage nach Erziehern – übrigens auch gezielt nach männlichen – ist sehr hoch. Die Ganztagsbetreuung von Kindern wird weiter zunehmen. Ausgebildete Erzieher finden also verhältnismäßig leicht einen Job.

  2. Sinnvolle Tätigkeit: Die Betreuung von Kindern oder anderen Menschen, die Hilfe benötigen, ist super wichtig für die Gesellschaft. Und: Die Ausbildung schult auch deine Persönlichkeit und deinen Umgang mit Menschen in deinem privaten Alltag.

  3. Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten: Es gibt viele Fortbildungen für Erzieher, in denen man sein Wissen in bestimmten Bereichen ausbauen kann. So kannst du dich auf das Berufsfeld deiner Wahl spezialisieren und auch mal den Bereich wechseln.

Immer mehr männliche Erzieher

Auch wenn der Großteil der Fachkräfte in Kitas Frauen sind, entscheiden sich auch immer mehr Männer für diesen Beruf. 2021 waren 7,5 Prozent der Beschäftigten in der Kinderbetreuung Männer. Das sind rund 53.700 Personen. Fünf Jahre zuvor, 2016, waren es noch 31.600 männliche Beschäftigte.

Wo kann ich als Erzieher arbeiten?

Als Erzieherin kannst du natürlich in erster Linie in Kindergärten und Kindertagesstätten arbeiten. Es gibt aber noch viele weitere Tätigkeitsfelder im Sozialwesen. Möglich ist zum Beispiel auch ein Job bei der Familienberatung. Hier stehst du Menschen in schwierigen familiären Situationen zur Seite. Oder du betreust Jugendliche in einer Wohngruppe. Ein weiterer Bereich, der für dich infrage kommt, ist die Tourismusbranche: Ob in Hotels oder Jugendherbergen – als Erzieher kannst du in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden.

Mögliche Einsatzorte
- Kindertagesstätten
- Familien- und Suchtberatungsstellen
- Tagesstätten oder Wohnheime für Menschen mit Behinderung
- Wohngruppen für Jugendliche
- Schulen
- Hotels und Jugendherbergen

Wie sind die Arbeitszeiten als Erzieher?

In der Regel arbeitet man als Erzieherin oder Erzieher tagsüber von Montag bis Freitag – das hängt aber ganz davon ab, wo du arbeitest.

Bei Ganztagsangeboten wie Kinder- und Jugendwohnheimen oder Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung wird man auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit eingesetzt – zum Beispiel können deine Schichten hier auch mal nachts oder an Sonn- und Feiertagen stattfinden.

Für die Ausbildung zur Erzieherin solltest du …

  • starke Nerven, Geduld und Empathie mitbringen. Das erfordert ein Job, bei dem man viel mit Menschen zu tun hat, generell.

  • … eine kreative Ader haben. Ob es darum geht, mit Kindern zu basteln oder Lösungen für die Probleme von Teenagern zu finden: In diesem Beruf ist Kreativität und Spontanität gefragt.

  • durchsetzungsfähig und selbstbewusst sein. Das hilft dir beim Lösen von Konflikten zwischen Kindern oder Jugendlichen oder auch in Gesprächen mit Eltern.

Denk aber dran: Du musst nicht alle diese Eigenschaften
haben! In der Ausbildung und später im Beruf lernst du noch viel dazu und
schulst deine pädagogischen Kompetenzen.

Wie läuft die Ausbildung zum Erzieher ab?

Für die Erzieherausbildung gibt es verschiedene Ausbildungsmodelle: Es gibt unter anderem die vollzeitschulische, die teilzeitschulische und die praxisintegrierte Ausbildung. In den einzelnen Bundesländern unterscheiden sie sich nochmal.

Besondere Vorbildung nötig

Wenn man es genau nimmt, zählt die Erzieherausbildung zu den Weiterbildungen. Deshalb brauchst du in der Regel bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung im sozialpädagogischen Bereich und noch ein paar andere Voraussetzungen.

Vollzeitschulische Ausbildung

  • findet an einer Fachschule für Sozialpädagogik, an Berufsakademien, Fachakademien oder Berufskollegs statt

  • dauert in der Regel 3 Jahre

  • Ablauf je nach Bundesland unterschiedlich

  • u.a. NRW, Bayern & Baden-Württemberg: 2 Jahre fachtheoretische Ausbildung (unbezahlt), danach 1 Jahr Berufspraktikum bzw. Anerkennungsjahr (bezahlt)

  • u.a. Berlin & Brandenburg: 3 Jahre Theorie mit mehrwöchigen Praxiseinsätzen

Teilzeitschulische Ausbildung

  • 3–5 Jahre Besuch einer Fachschule in Teilzeit

  • danach: 1–2 Jahre Berufspraktikum

  • In der Regel arbeitet man parallel im sozialen Bereich oder betreut eigene Kinder.

  • wird selten angeboten

Praxisintegrierte Ausbildung (piA)

  • Klassische duale Ausbildung: Du besuchst die Fachschule und hast parallel vergütete Praxiseinsätze.

  • Du bist bei einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt, schließt einen Ausbildungsvertrag ab und arbeitest dort an ca. drei Tagen in der Woche.

  • Dazu können noch Praxiseinsätze in anderen pädagogischen Einrichtungen kommen.

  • Dauer: 3 Jahre

Besondere Ausbildungsformen

Es gibt noch einige besondere Ausbildungsformen. Du kannst zum Beispiel parallel zur Erzieherausbildung das Abitur machen (vier Jahre insgesamt). Es gibt auch duale Studiengänge, bei denen man ein Bachelor-Studium – zum Beispiel Sozialpädagogik – mit der Ausbildung zum Erzieher kombiniert.

Was lernt ein Erzieher in der Ausbildung?

In der Fachschule eignest du dir unter anderem Kenntnisse in wichtigen Bildungsbereichen wie Musik, Sprache und Gesundheit an. Darüber hinaus lernst du in der Erzieherausbildung, wie man im Alltag und in kritischen (Konflikt-)Situationen korrekt handelt, was später für die Erziehung im Job enorm wichtig ist.

Dafür spielst du mit den anderen Auszubildenden auch Situationen nach: Nimmt ein Kind beispielsweise dem anderen sein Spielzeug weg, übernimmst du als Erzieher die Rolle des pädagogischen Wertevermittlers. Du bringst dem Kind mitfühlendes, also empathisches, Verhalten und gerechtes Teilen bei, indem du erklärst, wieso ein solches Handeln nicht in Ordnung ist – eine typische Aufgabe in der Sozialpädagogik. Spielerisch übt ihr auch Elterngespräche.

Du setzt dich außerdem mit Themen wie kulturelle Herkunft, Mehrsprachigkeit, religiöse und ethische Prägungen und Geschlechterrollen-Erwartungen auseinander. Dir begegnen in der Ausbildung auch Begriffe wie das „Gewaltpräventionskonzept“, das dir als Erzieherin in einem Jugendheim unter anderem dabei helfen wird, mit verhaltensauffälligen Jugendlichen umzugehen.

Lerninhalte während der Erzieherausbildung

  • berufliche Identität und professionelle Perspektiven

  • Beziehungen gestalten und pädagogisch mit Gruppen arbeiten

  • Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern

  • sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten

  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen

Während deiner Praxisphasen wirst du in der Regel als Zweitkraft neben der Erzieherin eingesetzt. Zu den täglichen Praxisaufgaben zählt unter anderem die Durchführung von Projekten, wie etwa ein Förderprojekt für leistungsschwache Jugendliche oder ein Projekt für gesunde Ernährung. Gemeinsam mit der Praxisbetreuerin oder dem Praxisbetreuer lernt man darüber hinaus, das eigene Handeln sowie die eigene Rolle in der Einrichtung zu reflektieren. Dazu setzt man sich in regelmäßigen Abständen zusammen und bespricht, was schon gut läuft und was man als angehender Erzieher noch verbessern sollte.

Wird man während der Erzieher-Ausbildung bezahlt?

Ob du während der Ausbildung zum Erzieher ein Gehalt bekommst, hängt von der Ausbildungsform ab. In den ersten beiden Jahren der vollschulischen Ausbildung kriegst du in der Regel kein Ausbildungsgehalt. Das ändert sich im anschließenden Anerkennungsjahr: Hier erhältst du eine Vergütung. Für den ersten Teil der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, finanzielle Hilfe wie das Schüler-BAföG zu beantragen.

Machst du die praxisintegrierte Ausbildung (piA), zahlt dir dein Betrieb von Anfang an eine Ausbildungsvergütung.

Was verdient ein Erzieher während der Ausbildung?

Wer die praxisintegrierte Ausbildung bei einer städtischen Kita oder einer anderen städtischen Einrichtung macht, wird nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – besonderer Teil Pflege (TVöD-Pflege) bezahlt. Die Vergütung ist in ganz Deutschland gleich. Als Erzieher in Ausbildung verdienst du 2022 rund 1190 Euro brutto im Monat im ersten Ausbildungsjahr.

Aber auch kirchliche Träger zahlen gut. Die Vergütung nach den Arbeitsverträgen in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR) orientiert sich zum Beispiel am TVöD-Pflege.

Vergütung während der praxisintegrierten Ausbildung

TVAöD-Pflege – gültig ab 01.04.2022 AVR – gültig ab 01.04.2022
1. Ausbildungsjahr 1191 Euro* 1191 Euro
2. Ausbildungsjahr 1257 Euro 1257 Euro
3. Ausbildungsjahr (Anerkennungsjahr) 1353 Euro 1353 Euro

*immer brutto im Monat

Absolviert du das Anerkennungsjahr im Rahmen der schulischen Ausbildung bei einem öffentlichen Träger, bekommst du nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten des öffentlichen Dienstes (TVPöD) eine Praktikantenvergütung. Sie beträgt monatlich rund 1500 Euro brutto.

Vergütung während der schulischen Ausbildung

TVPöD – gültig ab 01.04.2022
1. Ausbildungsjahr -
2. Ausbildungsjahr -
3. Ausbildungsjahr 1502 Euro

Was ist, wenn mein Betrieb keinen Tarifvertrag hat?

Ist dein Ausbildungsbetrieb nicht tariflich gebunden, kann dein Arbeitgeber die Höhe deiner Bezahlung selbst festlegen. Nenne bei der Verhandlung Gehälter, die in deiner Branche gezahlt werden. Damit zeigst du, dass du eine klare und realistische Vorstellung von der möglichen Höhe deines Gehalts hast. Orientier dich dabei an den für Erzieher geltenden Tarifverträgen.

Wie hoch ist das Gehalt nach der Ausbildung?

Unterschiedliche Arbeitgeber haben auch unterschiedliche Tarifverträge – je nach Einsatzort variiert der Verdienst somit.

Findest du nach deiner Ausbildung einen Job bei einem kommunalen Träger, als zum Beispiel bei einer städtischen Kita oder einem Kinderheim der Stadt, wirst du in der Regel nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst (TVöD SuE) bezahlt.

Ohne Berufserfahrung startest du auf der ersten Stufe der Entgeltgruppe S8a und verdienst 2932 Euro brutto im Monat. Auch deine Position in der Einrichtung entscheidet über die Höhe deiner Bezahlung. Als Erzieherin mit „schwieriger Tätigkeit“ steigst du zum Beispiel bei 2996 Euro brutto im Monat ein.

TVöD SuE – ab 01.04.2022; Entgeltgruppe S8a TV AVR Caritas, RK Ost – ab 01.01.2022; EG S8a
Einstiegsgehalt 2932 Euro 2952 Euro
Nach 1 Jahr 3142 Euro 3164 Euro
Nach 4 Jahren 3360 Euro 3383 Euro

Wie viel kann ich als Erzieher später verdienen?

Mit der Zeit und wachsender Berufserfahrung steigt dein Gehalt. Übernimmst du zum Beispiel die Leitung einer Kita, wirst du in einer höheren Entgeltgruppe eingruppiert – in welche, hängt unter anderem von der Größe der Einrichtung ab. Das Gehalt reicht von 2995 Euro bis rund 6000 Euro brutto im Monat. Ein so hohes Gehalt ist aber nur nach mehreren Jahren als Leiterin oder Leiter einer Kita mit mehr als 180 Kindern möglich.

Zuschläge für Bereitschafts- und Nachtdienst

Für den Bereitschafts- und Nachtdienst bekommst du Zuschläge zu deinem normalen Gehalt. Arbeitest du zwischen 21 und 6 Uhr, bekommst du 20 % Zuschlag auf deinen Stundenlohn. An Sonntagen liegt der Zuschlag bei 25 % und an Feiertagen sogar bei 35 %. Einrichtungen, die nicht nach dem TvöD bezahlen, können die Höhe ihrer Zuschläge frei bestimmen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Erzieher?

Das Angebot an Weiterbildungen für Erzieher und Erzieherinnen ist groß. Es ist auch sinnvoll, sein Wissen auszubauen. So hebst du dich von anderen Bewerbern ab, qualifizierst dich für weitere Tätigkeitsfelder und hast bessere Gehaltsaussichten.

Die Weiterbildungen im Überblick:

Fachwirt/in im Erziehungswesen
Als Fachwirt im Erziehungswesen trägst du die Verantwortung in den Bereichen Personalwesen, Controlling, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Du planst, organisierst und kontrollierst beispielsweise die Arbeitsabläufe und den Personaleinsatz.

Motopäde bzw. Motopädin
Nach der Weiterbildung zum Motopäden oder zur Motopädin begleitest und unterstützt du Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen. Dazu erarbeitest du etwa in Pflegeheimen oder Rehabilitationskliniken Förderangebote, die die motorischen, kognitiven, sozialen und psychischen Fähigkeiten eines Menschen fördern.

Fachlehrer/in für Sonderschulen
Mit dieser Weiterbildung spezialisierst du dich auf Schülerinnen und Schüler mit geistiger und körperlicher Behinderung. Spezielle sonderpädagogische Unterrichtseinheiten, wie spezielle Bewegungsspiele, fördern die geistige, soziale und körperliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Betriebswirt/in im Sozialwesen
Als Betriebswirt im Sozialwesen unterstützt du in sozialen Einrichtungen die Geschäftsleitung bei organisatorischen Entscheidungen. Darüber hinaus bist du im Finanz- und Rechnungswesen, Controlling und Fundraising tätig.

Qualitätsbeauftragte/r im Gesundheits- und Sozialwesen
Du führst Besuche in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens durch und bewertest die Qualität der Dienstleistungen – mit dem Ziel der Qualitätssicherung und -optimierung.

Studium
Erfüllst du die Voraussetzungen, kannst du als Erzieher oder Erzieherin auch noch an die Uni. Ist dein Wissensdurst im Bereich Pädagogik noch nicht gestillt, bieten sich zum Beispiel die Studiengänge Sozialpädagogik, Soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaft an. Mit einem Bachelor-Abschluss hast du bessere Verdienstaussichten. Die Tätigkeitsfelder sind breit: Von der Erarbeitung von Lernkonzepten über Beratung von Eltern bis hin zur Leitung einer sozialpädagogischen Einrichtung ist alles möglich.

Wie sind die Zukunftsaussichten als Erzieher?

Mit einer Erzieherausbildung ist man auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt: Mittlerweile arbeiten häufig beide Elternteile in Vollzeitjobs und nehmen Ganztagsangebote wie Kindertagesstätten wahr. Dadurch wird auch das Angebot an Kitas und somit die Nachfrage an Erziehern erhöht. Aber auch in anderen Bereichen werden langfristig kompetente Erzieher und Erzieherinnen gebraucht, wie zum Beispiel in der Jugendhilfe oder an Schulen.

Und: Es handelt sich um einen sehr sicheren Beruf. Arbeitgeber sind oft öffentliche oder kirchliche Träger. Du profitierst also oft von Tarifverträgen, die regelmäßig neu ausgehandelt werden und gute soziale Bedingungen garantieren.

Was sind die Voraussetzungen für die Bewerbung als Erzieher?

Je nachdem, in welchem Bundesland du die Erzieher-Ausbildung absolvierst, musst du unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Informier dich am besten über die Stellenanzeige oder direkt bei der Berufsschule, welche Aufnahmevoraussetzungen für dich gelten.

Hast du den Realschulabschluss, wird in der Regel bereits eine abgeschlossene Ausbildung im einschlägigen Bereich vorausgesetzt. Der Beruf muss also auch im sozialpädagogischen oder familienpflegerischen Bereich sein. Damit gemeint ist zum Beispiel die Ausbildung zur Kinderpflegerin oder zum Sozialassistenten. Die Ausbildung muss mindestens zwei Jahre dauern.

Mit Fachabitur oder Abitur brauchst du keine Ausbildung. Da reicht ein Praktikum in diesem Bereich. Die Länge unterscheidet sich nach Bundesland.

Passende Vorausbildungen:

Außerdem brauchst du oft ein erweitertes Führungszeugnis sowie ein ärztliches Attest. Damit soll deine persönliche und gesundheitliche Eignung nachgewiesen werden. Und: Überprüft wird in der Regel auch, ob dein Masernschutz sowie andere Impfungen aktuell sind.

Separat bei Berufsfachschule und Betrieb bewerben

Wenn du dich bei einer Kita um einen Ausbildungsplatz bewirbst, musst du in der Regel schon eine Zusage für einen Berufsschulplatz haben. An der Berufsfachschule bewirbst du dich nämlich separat. Auch die Praktika während der schulischen Ausbildung suchst du dir selbst.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Erzieher?

Für die Ausbildung zur Erzieherin brauchst du einen mittleren Schulabschluss.

Wie kann ich mich auf die Erzieher-Ausbildung vorbereiten?

In einigen Teilen Deutschlands, beispielsweise in Bayern, sind die Begriffe Sozialpädagogisches Seminar (SPS) und Sozialpädagogisches Einführungsjahr (SEJ) geläufig. Das SPS ist eine zweijährige berufliche Vorbildung für die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin. Am Ende bist du dann staatlich geprüfter Kinderpfleger bzw. Kinderpflegerin. Das SEJ vermittelt dir ein Jahr vor deiner Erzieherausbildung erste praktische und theoretische Einblicke in die Arbeit mit Kindern und dienst ebenfalls zur Vorbereitung.

Beispielhaft findest du hier die Voraussetzungen für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin.

Nordrhein-Westfalen

Mit Realschulabschluss:
- abgeschlossene 2-jährige Ausbildung im einschlägigen Bereich
- ODER nicht einschlägige abgeschlossene Ausbildung + 6 Wochen einschlägige Tätigkeit
- ODER eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren

Mit (Fach-)Abitur:
- mindestens 6 Wochen einschlägige Tätigkeit

Bayern

Mit Realschulabschluss:
- abgeschlossene 2-jährige Ausbildung im einschlägigen Bereich
- ODER nicht einschlägige abgeschlossene Ausbildung + mindestens 200 Zeitstunden in einer sozialpädagogischen Einrichtung
- ODER eine einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren
- ODER abgeschlossenes Sozialpädagogisches Seminar (SPS) oder Sozialpädagogisches Einführungsjahr (SEJ)

Mit (Fach-)Abitur:
- mindestens 200 Zeitstunden in einer sozialpädagogischen Einrichtung

Berlin

Mit Realschulabschluss:
- abgeschlossene 2-jährige Ausbildung im einschlägigen Bereich
- ODER abgeschlossene fachfremde Ausbildung + mindestens 1-jährige einschlägige Tätigkeit
- ODER einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 3 Jahren
- ODER Abschluss einer mindestens 3-jährigen fachfremden Ausbildung
- ODER mindestens 4-jährige fachfremde Tätigkeit
- ODER Fachhochschulreife an einer Fachoberschule des Fachbereichs Sozialwesen

Mit (Fach-)Abitur:
- mindestens 8 Wochen einschlägige Tätigkeit

Die Voraussetzungen auf einen Blick

  • Je nach Schulabschluss: Ausbildung im einschlägigen Bereich oder Praktikum

  • Erweitertes Führungszeugnis

  • Ärztliches Attest

  • Vollständiger Impfschutz gegen Masern

Relevante Schulfächer

Deutsch: Fehlerfreie Kenntnisse in der deutschen Sprache sind für die Arbeit mit Kindern ein Muss, etwa um mit ihnen lesen und schreiben zu üben, bei Hausaufgaben zu helfen und bei der Spracherziehung mitzuwirken.

Musik: In der Schule solltest du in Musik immer gut aufgepasst und gerne mitgemacht haben, denn gemeinsames Singen und Musizieren gehört in Erziehungseinrichtungen zur Tagesordnung und wird auch in der Sozialpädagogik als Methode genutzt.

Kunst: Malen und Basteln fördert die Kreativität der Kinder – mit einer guten Note in Kunst bist du bestens für das Anleiten und Betreuen einer Bastelstunde vorbereitet.

Was verschafft mir einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern?

Hast du bereits öfter auf deinen kleinen Cousin aufgepasst oder ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht? Perfekt! Dann besitzt du wertvolle Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die dir einen Vorsprung gegenüber deinen Mitbewerbern verschafft.

Gibt es Besonderheiten bei der Bewerbung?

Es gibt keine Besonderheiten bei der Bewerbung zum Erzieher. Man bewirbt sich klassisch mit den Bewerbungsunterlagen – dazu gehören Anschreiben, Lebenslauf und relevante Anlagen.

Du solltest Erzieher/in werden, wenn …

  1. du Nerven aus Drahtseilen hast.
  2. der Umgang mit Kindern dir Spaß macht, selbst dann wenn sie mal einen schlechten Tag haben.
  3. deine Ideen die Kinder spielerisch und kreativ auf Trab halten.

Du solltest auf keinen Fall Erzieher/in werden, wenn …

  1. du bei Stress nicht ruhig bleiben kannst.
  2. Durchsetzungsvermögen nicht zu deinen Stärken gehört.
  3. du bei der Arbeit nicht schmutzig werden möchtest.

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