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Empf. Schulabschluss:
mittlerer Schulabschluss (Realschule)
Ausbildungsdauer:
2-5 Jahre
Arbeitszeit:
werktags tagsüber
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: unvergütet
2. Jahr: unvergütet
3. Jahr: unvergütet
4. Jahr: 1300-1450

Erzieher/in

Morgens basteln, nachmittags Verstecken spielen und zwischendurch ein kleiner Mittagschlaf – so sieht zwar das Leben von Kindergartenkindern aus, Erzieher haben aber deutlich mehr zu tun, damit die Kinder einen entspannten Tag verbringen können. Und natürlich gehört auch die individuelle Förderung der Kinder zum Alltag als Erzieher. Aber nicht nur in Einrichtungen für Kinder kommen Erzieherinnen und Erzieher zum Einsatz: Auch in der Pflege und Förderung von Menschen mit Behinderung und in der Jugendhilfe werden sie gebraucht.

Was macht ein Erzieher?
Betreuen und Fördern: Im Kindergarten fördert man die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder – zum Beispiel durch Spiele, die die Sinneswahrnehmung stärken, wie etwa Memory. Erzieher können in ihrem Job aber auch bei der Hausaufgabenbetreuung oder in Sportvereinen eingesetzt werden.

Pflegen und Versorgen: Erzieher unterstützen die Kinder bei der Körperhygiene – also zum Beispiel beim Zähneputzen nach dem Mittagessen. Bei der Betreuung von Kleinkindern kann auch das Windelwechseln mit zu den Aufgaben gehören. Außerdem achten Erzieher darauf, dass die Kinder regelmäßig essen und trinken.

Erziehungsmaßnahmen entwickeln: Als Erzieher beobachtet man unter anderem das Sozialverhalten und die Lernfortschritte der Kinder und überprüft so, ob sie psychisch stabil sind oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Für Kinder mit einer Lernschwäche entwickeln Erzieher beispielsweise Pläne, anhand derer sie gezielt auf die individuellen Schwierigkeiten der Kinder reagieren können.

Erziehungsmaßnahmen dokumentieren und reflektieren: Die Entwicklung der Kinder durch die Erziehungsmaßnahmen werden in Berichten festgehalten – in Einzelfällen erstellt man auch Gutachten für Jugendämter, zum Beispiel bei Kindern, die auf die Hilfe des Amtes angewiesen sind. Im Team mit anderen Erziehern oder mit Sozialpädagogen reflektiert man in regelmäßigen Abständen die erzieherische Arbeit.

Informieren und Anleiten: Im Rahmen von Elternabenden und -kursen führt man mit Eltern und Erziehungsberechtigten Informationsgespräche über die Kinder oder über anstehende Veranstaltungen. Als Erzieher leitet man zudem Hilfskräfte oder Praktikanten an. Darüber hinaus koordiniert man Elternarbeit wie das Aufteilen von Backzutaten für gemeinsame Koch- oder Backprojekte.

Deine Aufgaben auf einen Blick
- Ausflüge und Veranstaltungen organisieren und vorbereiten
- Elterngespräche führen
- Hilfskräfte und Praktikanten anleiten

Warum sollte man Erzieher werden?
Die Nachfrage nach Erziehern – übrigens auch gezielt nach männlichen – ist sehr hoch. Die Ganztagsbetreuung von Kindern wird in der heutigen Gesellschaft weiter zunehmen. Ausgebildete Erzieher finden also verhältnismäßig leicht einen Job. Außerdem gibt es vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten.

Wo kann ich als Erzieher arbeiten?
Als Erzieherin kannst du in Kindergärten, -krippen und Kindertagesstätten arbeiten. Auch im Sozialwesen, wie zum Beispiel in Kinder-, Jugend- und Erziehungsheimen kannst du als Erzieher deinen Job ausüben. In der Familienberatung oder in Suchtberatungsstellen stehst du Menschen in schwierigen Situationen zur Seite. Als Erzieher betreust und förderst du jedoch nicht nur um Kinder und Jugendliche, sondern etwa auch um Erwachsene mit Behinderung – du kannst also auch in Krankenhäusern und anderen Betreuungseinrichtungen eingesetzt werden. Ein weiterer Bereich, der für dich infrage kommt, ist die Tourismusbranche: Ob in Hotels oder Jugendherbergen – als Erzieher kannst du in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden, um Kinder und Jugendliche zu betreuen.

Deine Einsatzorte auf einen Blick
- Kindergärten, -krippen und Kindertagesstätten
- Familienberatungs- und Suchtberatungsstellen
- Tagestätte oder Wohnheime für Menschen mit Behinderung
- Hotels und Jugendherbergen

Wie sind die Arbeitszeiten als Erzieher?
Die wöchentliche Arbeitszeit von Erzieherinnen und Erziehern im Westen Deutschlands liegt bei 39 Stunden und im Osten bei 40 Stunden. Das regelt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TvöD). In Einrichtungen, die nicht an den Tarifvertrag gebunden sind, können die Wochenarbeitsstunden auch anders ausfallen. In der Regel arbeitet man in diesem Berufsbild allerdings tagsüber von Montag bis Freitag – das hängt aber ganz davon ab, wo du arbeitest.

Bei Ganztagesangeboten wie Kinder- und Jugendwohnheimen oder Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Behinderung wird man auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit eingesetzt – zum Beispiel können deine Schichten hier auch mal nachts oder an Sonn- und Feiertagen stattfinden.

Wichtige Info:
Für den Bereitschafts- und Nachtdienst bekommst du Zuschläge zu deinem normalen Gehalt. Arbeitest du zwischen 21 und 6 Uhr, bekommst du 20 % Zuschlag auf deinen Stundenlohn. An Sonntagen liegt der Zuschlag bei 25 % und an Feiertagen sogar bei 35 %. Einrichtungen, die nicht nach dem TvöD bezahlen, können die Höhe ihrer Zuschläge frei bestimmen.

Welche Arbeitskleidung tragen Erzieher?
Erzieher tragen in ihrem Job Alltagskleidung – Jeans und T-Shirt sind hier vollkommen in Ordnung. Es kann aber auch vorkommen, dass du Arbeitskleidung gestellt bekommst, das kann zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen der Fall sein.

Was muss ich für ein Typ sein, um Erzieher zu werden?
Kinderfreund: Du bist ein freundlicher und nahbarer Mensch, der sich gerne mit Kindern beschäftigt. Darüber hinaus bist du nervenstark und kreativ. Das macht sich im Job bezahlt.

Menschenkenner: Kinder haben oftmals ihren eigenen Kopf – du weißt, wie du damit umzugehen hast und kannst dich gut durchsetzen.

Organisationstalent: Arbeit mit Kindern bedeutet Multitasking: Auch, wenn mehrere Kinder gleichzeitig mit Wünschen auf dich zustürmen, verlierst du nicht den Überblick über deine Aufgaben.
 

Wusstest du schon, dass...

  • das meistgekaufte Kinderbuch nicht etwa Harry Potter, sondern „Der kleine Prinz“ ist? Weltweit wurde „der kleine Prinz“ rund 80 Millionen Mal verkauft, Harry Potter schaffte es „nur“ auf 45 Millionen verkaufte Exemplare. Anders sieht es allerdings aus, wenn man die gesamte Harry Potter-Reihe betrachtet, diese ging über 450 Millionen Mal über die Ladentheke.
  • bis zu einem Viertel aller Erstklässler/-innen sprachliche Auffälligkeiten haben und 6 bis 8 % eine Behandlung benötigen?
  • Kinder zwischen 3 und 4 Jahren anfangen logisch zu denken?
  • der Beruf der Erzieherin einer der Berufe mit dem größten Personalmangel ist? Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind damit sehr gut.
  • nur rund 4 % aller Erzieher in Deutschland männlich sind? Männliche Fachkräfte werden aber dringend und händeringend gesucht! (Stand 2016)

Wie läuft die Ausbildung als Erzieher ab?
Die Erzieherausbildung ist eine klassische schulische Ausbildung, die an einer Fachschule für Sozialpädagogik stattfindet – in manchen Regionen auch an Berufsakademien oder Berufskollegs. In der Regel handelt es sich um eine Vollzeitausbildung mit einer Dauer von zwei Jahren. Es gibt jedoch mitunter auch die Möglichkeit, das Berufsbild in Teilzeit zu erlernen – manche Schulen bieten die Teilzeitausbildung an, womit sich der Ausbildungszeitraum aber natürlich verlängert.

An der Fachschule werden zunächst wichtige Kenntnisse für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und hilfsbedürftigen Erwachsenen vermittelt, bevor man als angehende Erzieherin im Anschluss an die schulische Ausbildung ein Anerkennungsjahr – oder auch Berufspraktikum genannt – absolviert.

Während des Anerkennungsjahrs finden regelmäßig Lehrbesuche von Fachlehrern statt, die die Praktikanten bewerten. Die Praxisnoten sind entscheidend dafür, ob ein Praktikant zur Abschlussprüfung zugelassen wird. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ist man staatlich anerkannter Erzieher oder staatlich anerkannte Erzieherin.

Wichtige Info:
Du musst dir deine Praktikumsstelle während der Ausbildung selbst suchen und selbstständig eine Bewerbung an einen Kindergarten oder eine andere Bildungsstätte deiner Wahl verschicken. Sie sollte nicht zu weit von deiner Fachschule entfernt sein, da diese das Praktikum mit schulischen Unterrichtseinheiten (einmal in der Woche oder in Blockform) weiterhin begleitet.

Was lernt ein Erzieher in der Berufsschule?
In der Fachschule eignen sich Auszubildende unter anderem Kenntnisse in wichtigen Bildungsbereichen wie Musik, Sprache und Gesundheit an. Darüber hinaus lernen sie in der Erzieherausbildung, wie man im Alltag und in kritischen (Konflikt-)Situationen korrekt handelt, was später für die Erziehung im Job enorm wichtig ist.

1. Lernfeld:
Berufliche Identität und professionelle Perspektiven
Angehende Erzieher lernen, die gesellschaftlichen Anforderungen an sie zu erfüllen, wie etwa das Fördern von Kreativität und das Erziehen von Kindern zu mündigen und willensstarken Erwachsenen. Während der Ausbildung eignen sie sich Handlungskompetenzen wie Durchsetzungsfähigkeit und Organisationsgeschick an.

2. Lernfeld:
Beziehungen gestalten und pädagogisch mit Gruppen arbeiten
Um Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dazu anzuregen, Konflikte selbstständig zu lösen, erarbeiten die Auszubildenden anhand eines Situationsbeispiels pädagogische Lösungsstrategien. Nimmt ein Kind beispielsweise dem anderen sein Spielzeug weg, übernimmt man als Erzieher die Rolle des pädagogischen Wertevermittlers. Dazu bringt man dem Kind mitfühlendes, also empathisches, Verhalten und gerechtes Teilen bei, indem man erklärt, wieso ein solches Handeln nicht in Ordnung ist – eine typische Aufgabe in der Sozialpädagogik.

3. Lernfeld:
Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
In der Berufsschule setzt man sich mit Vielfaltsaspekten, wie kultureller Herkunft, Mehrsprachigkeit, religiöser und ethischer Prägungen und Geschlechterrollenerwartungen auseinander. Ziel ist es, alle Kinder gleichberechtigt zu behandeln. Bei der Arbeit mit verhaltensauffälligen und kriminalitäts-gefährdenden Jugendlichen in Jugendheimen wird auf besondere Handlungskonzepte der Kinder- und Jugendhilfe wie das sogenannte Gewaltpräventionskonzept zurückgegriffen.

4. Lernfeld:
Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
Kinder und Jugendliche werden in ihrer Entwicklungs- und Bildungsphase unterstützt, indem man sie als angehender Erzieher in Bereichen der Bildung wie Musik, Kunst, Sprache, Gesundheit sowie Umwelt anregt und fördert. Geeignete Kinderlieder oder Bastelmöglichkeiten werden in der Berufsschule thematisiert.

5. Lernfeld:
Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
In der Berufsschule übt man die Durchführung von Gesprächen mit Eltern, um sie etwa in familiären Krisensituationen zu beraten und zu unterstützen – beispielsweise, wenn das Kind schnell aggressiv ist. In Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Bezugspersonen sollen Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden, um das Problem zu lösen. Dies könnten Besuche in einem Familienzentrum sein, in der etwa die Erziehungskompetenz der Eltern gestärkt wird.

Was lernt ein Erzieher in der Praxis?
Das sogenannte Anerkennungspraktikum ist staatlich nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich sowohl inhaltlich als auch organisatorisch von Bundesland zu Bundesland. Im Allgemeinen wird man als Praktikant in der jeweiligen Bildungsstätte, beispielsweise im Jugendheim, als Zweitkraft neben der Erzieherin eingesetzt.

Zu den täglichen Praxisaufgaben zählt unter anderem die Durchführung von Projekten, wie etwa ein Förderprojekt für leistungsschwache Jugendliche oder ein Projekt für gesunde Ernährung. Gemeinsam mit der Praxisbetreuerin oder dem Praxisbetreuer lernt man darüber hinaus, das eigene Handeln sowie die eigene Rolle in der Einrichtung zu reflektieren. Dazu setzt man sich in regelmäßigen Abständen zusammen und bespricht, was schon gut läuft und was man als angehender Erzieher noch verbessern sollte.

Du solltest Erzieher/in werden, wenn …
  1. du Nerven aus Drahtseilen hast.
  2. der Umgang mit Kindern dir Spaß macht, selbst dann wenn sie mal einen schlechten Tag haben.
  3. deine Ideen die Kinder spielerisch und kreativ auf Trab halten.
Du solltest auf keinen Fall Erzieher/in werden, wenn …
  1. du bei Stress nicht ruhig bleiben kannst.
  2. Durchsetzungsvermögen nicht zu deinen Stärken gehört.
  3. du bei der Arbeit nicht schmutzig werden möchtest.
Das Erzieher/in-Quiz
Frage / 3

Was ist kein geeignetes Spielzeug für Kinder unter 4 Jahren?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, weder Lego, noch Ü-Eier sind geeignet, da ein Kind sie schnell verschlucken kann.
Richtig! Beide Spielzeuge sind ungeeignet, da ein Kind sie schnell verchlucken kann.

Mit welchem Alter entwickeln Kinder ein Bewusstsein für Gefahren?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, Kinder entwickeln mit 4 Jahren ein Bewusstsein für Gefahren. Als Erzieherin musst du ein Gespür für potentielle Gefahrenquellen haben.
Richtig! Mit 4 Jahren entwickeln Kinder ein Bewusstsein für Gefahren. Als Erzieher musst du ein Gespür für potentielle Gefahrenquellen haben.

Was beschreibt die Adoleszenz?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 1, die Adoleszenz ist das Übergangsstadium von der Pubertät zum Erwachsenwerden. Während deiner Ausbildung wirst du die Entwicklungsstufen eines Menschen kennenlernen.
Richtig! Die Adoleszenz ist das Übergangsstadium von der Pubertät zum Erwachsenwerden. Während deiner Ausbildung wirst du die Entwicklungsstufen eines Menschen kennenlernen.
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Dieses Profil wurde von Sabine geschrieben
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