Arbeitsumfeld
Je nach Schwerpunkt arbeitest du auf Baustellen im Innen- oder Außenbereich – praktisch, körperlich und meist im Team.


Je nach Schwerpunkt arbeitest du auf Baustellen im Innen- oder Außenbereich – praktisch, körperlich und meist im Team.
Tariflich steigt die Ausbildungsvergütung im zweiten Jahr; später hängt dein Gehalt stark vom gewählten Schwerpunkt ab.
Sanierung, Umbau und energetische Modernisierung sorgen in vielen Ausbaugewerken weiterhin für Bedarf an Fachkräften.
Handwerkliches Geschick, räumliches Denken, Sorgfalt und körperliche Belastbarkeit sind in allen sechs Schwerpunkten wichtig.
In der Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter oder zur Ausbaufacharbeiterin baust du Gebäude aus und arbeitest dabei viel mit den Händen. Je nach Schwerpunkt verlegst du zum Beispiel Estrich, Fliesen oder Platten, verputzt Wände und Decken, montierst Trockenbauelemente, baust Dämmstoffe ein oder fertigst Holzkonstruktionen.
Du arbeitest vor allem auf Baustellen, teilweise im Freien, und nutzt dabei Werkzeuge und Maschinen. Wenn du praktisch arbeiten möchtest, körperlich belastbar bist und im Team sorgfältig anpackst, bekommst du hier in zwei Jahren einen anerkannten Berufsabschluss.
Für Ausbildungsverhältnisse, die seit dem 1. August 2026 beginnen, gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung. Sie berücksichtigt neue Anforderungen in der Bauwirtschaft. Vor allem beim Bauen im Bestand sowie bei: Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Energieeffizienz und nachhaltigen Baustoffen, Digitalisierung und vernetzten Gebäuden, technischen und organisatorischen Entwicklungen.
Neu ist auch das Anrechnungsmodell: Nach dem zweijährigen Abschluss kannst du deine Ausbildung in einem passenden dreijährigen Ausbauberuf fortsetzen. Deine bereits absolvierte Ausbildungszeit kann dabei angerechnet werden. Welche Berufe infrage kommen, hängt von deinem Schwerpunkt ab.
Was du als Ausbaufacharbeiter oder Ausbaufacharbeiterin machst, hängt vor allem von deinem gewählten Schwerpunkt ab. In allen Bereichen bereitest du Baustellen und Untergründe vor, misst Flächen aus, verarbeitest Baustoffe und kontrollierst deine Arbeit. Diese sechs Schwerpunkte gibt es:
Die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter oder zur Ausbaufacharbeiterin dauert zwei Jahre und ist dual aufgebaut. Das heißt: Im Ausbildungsbetrieb sammelst du praktische Erfahrung auf Baustellen. In der Berufsschule lernst du die Theorie dazu – zum Beispiel, wie du Baupläne und Zeichnungen liest, Baustoffe auswählst, Messungen durchführst und Arbeitsabläufe planst. Zusätzlich können Ausbildungsabschnitte in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte stattfinden.
Du lernst zunächst grundlegende Arbeiten aus verschiedenen Ausbaugewerken kennen und wirst anschließend in einem von sechs Schwerpunkten ausgebildet. Während der Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab. Am Ende folgt – abhängig vom Ausbildungsbereich – die Gesellen- oder Abschlussprüfung. Sie umfasst die Prüfungsbereiche „Herstellen von Baukörpern“, „Durchführen von Ausbauarbeiten“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“.
Nach dem Abschluss kannst du direkt arbeiten oder deine Ausbildung in einem passenden dreijährigen Ausbauberuf fortsetzen. Welche Anschlussausbildung zu deinem Abschluss passt, hängt vom gewählten Schwerpunkt ab.
Unabhängig von deinem Schwerpunkt lernst du zuerst die Grundlagen, die du auf einer Baustelle brauchst. Dazu gehören unter anderem:
Im weiteren Verlauf vertiefst du die Inhalte deines gewählten Schwerpunkts. Auch Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gehören verbindlich zur Ausbildung.
Rechtlich ist für die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter oder zur Ausbaufacharbeiterin kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis starten je nach Schwerpunkt und Ausbildungsbereich besonders häufig Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Schulabschluss. Welche Voraussetzungen ein Betrieb erwartet, steht in der jeweiligen Stellenanzeige.
Diese Schulfächer sind besonders hilfreich:
Außerdem kommt es vor allem darauf an:
Für gewerbliche Auszubildende im Baugewerbe gelten seit dem 1. April 2026 bundesweit einheitliche tarifliche Ausbildungsvergütungen:
Tarifliche Orientierung: Im ersten Ausbildungsjahr sind das 1.122 Euro brutto im Monat, im zweiten 1.351 Euro brutto im Monat. Diese Werte gelten für den Tarifbereich des Baugewerbes. Ist dein Betrieb nicht tarifgebunden oder fällt er unter einen anderen Tarifvertrag, kann die Vergütung abweichen. Entscheidend ist der Betrag in deinem Ausbildungsvertrag.
Nach der Ausbildung hängt dein Gehalt vor allem von deinem Schwerpunkt, deiner Region, dem Tarifvertrag und deiner Berufserfahrung ab. Deshalb gibt es für Ausbaufacharbeiter keinen einzelnen Wert, der für alle Bereiche gleichermaßen passt.
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Schwerpunkten. Das monatliche Bruttoentgelt für Vollzeitbeschäftigte liegt beispielsweise bei:
| Schwerpunkt | Median brutto/Monat |
| Trockenbauarbeiten | 3.208 € |
| Stuckateurarbeiten | 3.473 € |
| Estricharbeiten | 3.557 € |
| Zimmererarbeiten | 3.795 € |
| Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten | 3.982 € |
Nach dem Abschluss kannst du direkt arbeiten. Du kannst deine Ausbildung aber auch in einem passenden dreijährigen Ausbauberuf fortsetzen. Deine bereits absolvierte Ausbildungszeit wird dabei angerechnet; außerdem kannst du unter den Voraussetzungen der Ausbildungsordnung von Teil 1 der Gesellen- oder Abschlussprüfung befreit werden.
Nach einer passenden dreijährigen Anschlussausbildung kannst du einen Meisterabschluss in deinem Gewerk anstreben, zum Beispiel als Zimmerermeister, Stuckateurmeister oder Estrichlegermeister. Dabei vertiefst du Fachpraxis, Technik, Betriebswirtschaft und Mitarbeiterführung. Mit dem Meisterbrief kannst du mehr Verantwortung übernehmen und – je nach Gewerk und rechtlichen Voraussetzungen – einen Betrieb führen oder selbst ausbilden. Dauer und Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter und Vollzeit- oder Teilzeitmodell.
Eine weitere Möglichkeit ist die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker, zum Beispiel in einer passenden Fachrichtung der Bautechnik. Dafür brauchst du in der Regel einen einschlägigen Berufsabschluss und Berufspraxis; die genauen Voraussetzungen legt die jeweilige Fachschule fest. Je nach Bildungsgang kannst du die Weiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend absolvieren. Später arbeitest du häufiger in Planung, Kalkulation, Bauleitung oder Qualitätssicherung.
Mit einer Hochschulzugangsberechtigung kannst du später zum Beispiel Bauingenieurwesen, Holztechnik oder Baumanagement studieren. Ein Studium ohne Abitur ist ebenfalls möglich, aber nicht automatisch: Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule. Häufig brauchst du dafür einen beruflichen Fortbildungsabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung plus Berufserfahrung. Informiere dich deshalb direkt bei der Hochschule über die geltenden Regeln.
Beachte zuerst die Angaben in der Stellenausschreibung. In der Regel gehören diese Unterlagen in deine Bewerbung:
Erkläre im Anschreiben nicht einfach, dass du „handwerklich begabt“ bist. Belege deine Stärken mit kurzen Beispielen. Für diesen Beruf passen besonders handwerkliches Geschick, Sorgfalt, Teamfähigkeit, räumliches Denken und körperliche Belastbarkeit. Gute Kenntnisse in Mathe, Werken oder Technik sind hilfreich, aber einzelne Noten entscheiden nicht allein über deine Bewerbung.
Halte das Layout schlicht und einheitlich, speichere digitale Unterlagen am besten gesammelt als PDF und prüfe Namen, Kontaktdaten, Rechtschreibung und Anhänge vor dem Absenden. Ein Deckblatt ist optional. Auch ein Bewerbungsfoto ist freiwillig – wenn ein Unternehmen ausdrücklich keins möchte, lässt du es weg. Noch unsicher? Im Bewerbungsratgeber findest du weitere Tipps und Vorlagen.
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