Empf. Schulabschluss:
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 420-560 Euro
2. Jahr: 480-650 Euro
3. Jahr: 580-740 Euro

Böttcher/in

Was jetzt kommt, machen Böttcher seit einigen Tausend Jahren auf die gleiche Weise. Alle Dauben werden passgenau an einem sogenannten Fassreifen aus Stahl befestigt, bis du am Ende ein Konstrukt hast, das aussieht wie ein riesiger Lampenschirm aus Holz. Du fragst dich, wie dieser Lampenschirm nun zu einem bauchigen Fass werden soll? Der Böttcher nennt diese Tätigkeit „Fässer biegen“. Zum ersten Mal selber machen darfst du das in deinem zweiten Ausbildungsjahr. Und hierbei wird es feurig heiß, denn die Dauben des Fasses werden im Feuer erhitzt, damit sie weicher werden und danach gebogen. Eine Tätigkeit, die ohne Teamwork gar nicht möglich wäre, denn selbst ein leeres Fass kann bereits bis zu 200 Kilo schwer sein. Du wirst also sicher von Ausbildungsjahr zu Ausbildungsjahr auch ein paar Muckis aufbauen. Einen Ausbildungsplatz findest du übrigens in einer Böttcherei oder in einem Unternehmen der Weinbautechnik.

Sobald die Form des Fasses steht, du die Böden eingesetzt hast und keine Gefahr mehr besteht, dass dein Werk aus „allen Nähten platzt“, geht es an die Feinarbeit. Schleifen und wachsen steht nun auf dem Programm. Dabei kommt es vor allem auf den Wunsch des Kunden an und darauf, was er mit seinem Fass später anstellen will. Soll der Inhalt beispielsweise geschmacksneutral bleiben, muss auch die Innenseite des Fasses mit Wachs beschichtet werden.

Wusstest du schon, dass...

  • ein leeres 1200 Liter Fass ohne Böden schon 200 Kilogramm wiegt?
  • die Art und Weise, wie ein Fass im Jahr 2016 geformt wird, die gleiche ist, die auch schon vor 2000 Jahren verwendet wurde?
  • Fassgrößen lange Zeit genormt waren? Es gab für sie die historischen Maßeinheiten Ohm, Stück und Fuder.
  • der Beruf viele verschiedene Namen hat? Er wird auch Küfer, Büttner, Fassbinder, Fassküfer, Kübler, Fassler und in Bayern sogar Schäffler genannt. Bei anderen Berufen lassen sich diese teilweise noch finden, beispielsweise beim Weinküfer.
  • es nur noch etwa 35 Böttcherbetriebe in Deutschland gibt? Fässer aus Stahl und Kunststoff haben Holzfässer und Bottiche immer mehr verdrängt.

Natürlich musst du vorher berechnen wie groß das Fass eigentlich werden soll, wieviel Material du brauchst und wie teuer es später für den Kunden wird. Die nötigen Matheformeln dafür lernst du alle in der Berufsschule. Doch auch hier gibt es in der Ausbildung zum Böttcher eine Besonderheit, denn eine Berufsschule, wie du sie vielleicht von anderen Ausbildungsberufen kennst, gibt es für diesen Beruf nicht. Stattdessen musst du einmal im Jahr für zweieinhalb Monate zum Blockunterricht nach Österreich. Auf diese Weise kannst du gleich noch deine kulturellen Kompetenzen ausbauen und ein anderes Land kennenlernen – für deine Zukunft als Böttcher sicher eine gute Sache.

Kann denn jeder Böttcher werden? Grundsätzlich ja, trotzdem gibt es natürlich ein paar Fähigkeiten, die für den Job besonders wichtig sind und auch in einer Bewerbung gut ankommen. Handwerkliches Geschick ist für traditionelle Berufe zum Beispiel absolute Pflicht. Aber auch Kraft, Ausdauer und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sind wichtige Skills. Außerdem solltest du dich darauf einstellen, dass du die meiste Zeit draußen arbeiten wirst. Wer also im Winter schnell friert und den Schnee nicht gerne hat, der wird weniger Spaß an der Ausbildung zum Böttcher haben. 

Du solltest Böttcher/in werden, wenn …
  1. du gerne an der frischen Luft arbeiten möchtest.
  2. Arbeit mit vollem Muskeleinsatz für dich nach Traumjob klingt.
  3. Teamarbeit für dich wichtig ist.
Du solltest auf keinen Fall Böttcher/in werden, wenn …
  1. dich im Winter keine zehn Pferde vor die Tür kriegen.
  2. Feuer dir Angst macht.
  3. rechnen so gar nicht dein Ding ist.
Das Böttcher/in-Quiz
Frage / 3

Wie viel Liter fasst das größte Fass der Welt?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, das größte Fass der Welt fasst 1.700.000 Liter ist damit das größte Fass der Welt. Es handelt sich um das Dürkheimer Riesenfass.
Richtig! Das größte Fass der Welt fasst 1.700.000 Liter ist damit das größte Fass der Welt. Es handelt sich um das Dürkheimer Riesenfass.

Wofür braucht der Böttcher die Gargel?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, die Gargel ist eine Art Rinne in den Dauben, die maschinell hergestellt wird, um dort den Fassboden einzulassen.
Richtig! Die Gargel ist eine Art Rinne in den Dauben, die maschinell hergestellt wird, um dort den Fassboden einzulassen.

Woraus besteht die Paste, mit der die Gargel im Fassboden abgedichtet wird?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, Mehl, Leinsamen und Wasser heißt das einfache Rezept für die Paste, mit der der Böttcher den Fassboden im Fass einlässt, damit er später in der Gargel dicht sitzt.
Richtig! Mehl, Leinsamen und Wasser heißt das einfache Rezept für die Paste, mit der der Böttcher den Fassboden im Fass einlässt, damit er später in der Gargel dicht sitzt.
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Dieses Profil wurde von Eva geschrieben
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