Ausbildung zum Drahtzieher machen
Empfohlener Schulabschluss Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer 2 Jahre
Arbeitszeit Schichtdienst
1. Ausbildungsjahr 830-930 Euro
2. Ausbildungsjahr 900-980 Euro
3. Ausbildungsjahr -
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Ausbildung zum
Drahtzieher

Klassische duale Berufsausbildung

Maschendraht, Stromkabel, Kupferkabel - viele Dinge aus dem Alltag und in der Industrie benötigen Kabel und Drähte aus Metall für Stabilität oder wegen ihrer Leiteigenschaften. Nach einer Ausbildung zum Drahtzieher bist du dafür verantwortlich, diese Drähte und Kabel herzustellen und zu bestücken. Zwar musst du selbst nicht am Ausgangsmaterial stehen und daraus Draht mit den Händen ziehen, jedoch steht der gesamte Produktionsprozess unter deiner Obhut. In deiner Schicht wartest du die dafür notwendigen Maschinen, bereitest die Produktion vor und kontrollierst diese, prüfst die Qualität deiner Erzeugnisse und besserst sie im Bedarfsfall mit Chemikalien aus. Am Ende geht dein Draht auf die Reise zur Weiterverarbeitung.

Wie viele andere Ausbildungen auch, verläuft die Ausbildung zum Drahtzieher im dualen System, d.h. in der Berufsschule und im Betrieb. In der Berufsschule lernst du alles Notwendige über die verschiedenen Metalle, Legierungen und Verarbeitungsverfahren. Dabei wird dein Fachwissen aus den Naturwissenschaften wie Chemie, Physik und Mathematik gefordert und weiter ausgebildet. Als Grundlage reichen dabei Kenntnisse aus, die man mit einem Hauptschulabschluss nachweisen kann. Im Betrieb, im Fall des Drahtziehers also meist eine Maschinenhalle oder größere Werkstatt, lernst du die Maschinen kennen und wendest dein Wissen an, um die ersten Draht- und Kabelspulen herzustellen.

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Zu Beginn deiner Schicht kontrollierst du erstmal den Zustand deiner Maschinen. Sind die beweglichen Teile gut geölt, zeigt die Elektronik keine Fehlermeldungen, ist die Maschine sauber? Dann kann es losgehen. Du verarbeitest verschiedene Walzerzeugnisse aus Eisen, Kupfer, Aluminium, Gold, Messing oder verschiedenen Legierungen. Alle diese Metalle müssen gemäß ihrer spezifischen Eigenschaften unterschiedlich vorbereitet werden. Zum Beispiel musst du verschiedene Verfahren anwenden um das noch nicht verarbeitete Metall zu Entzundern, d. h. von Oxidresten zu befreien. Entsprechende Rezepturen und deren Anwendungsweisen erlernst du im schulischen Teil der Ausbildung. Wichtig ist hierbei, auf deine Sicherheit zu achten, da der Umgang mit Säuren gefährlich ist. Auch hierfür erhälst du entsprechende Schulungen.

 

Wusstest du schon, dass...

  • …Altena als Drahthaupstadt der Welt gilt? Diese Stadt in Südwestfalen besitzt das weltweit einzige Museum, dass sich der Geschichte der Herstellung des Drahtes widmet.
  • …es im Jahr 2010 deutschlandweit 60 Personen gab, die eine Ausbildung zum Drahtzieher gemacht haben und davon 54 aus NRW kamen? Die restlichen sechs Azubis verteilen sich auf Bayern und Sachsen-Anhalt.
  • …Drähte nicht nur eine runde Form haben müssen? Für bestimmte Verwendungszwecke werden auch quadratisch oder flach gewalzte Drähte benötigt.
  • …die ältesten Drahterzeugnisse die Kettenrüstungen aus gallisch-römischer Zeit sind? Bisherige Funde wurden auf das erste Jahrhundert n. Chr. zurückdatiert.
  • …auf der Golden Gate Bridge in San Francisco insgesamt um die 129000 km Stahldraht verarbeitet wurden? Das reicht aus, um die Erde drei Mal zu umwickeln.

Deine Ziehmaschine ist mit speziellen Ziehsteinen ausgestattet, die du regelmäßig kontrollieren und austauschen musst. Denn je nachdem, welcher Draht hergestellt wird, müssen unterschiedliche Einstellungen an der Maschine für das richtige Ergebnis vorgenommen werden. Teilweise werden die von dir produzierten Drähte nur bis zu wenige tausendstel Millimeter dick sein, für Stromkabel beispielsweise. Oder aber auch mehrere Zentimeter, beispielsweise dicker Stahldraht.

Der Beruf des Drahtziehers gehört mittlerweile zu den „Altberufen“ aus dem Metallbereich. So gehen die meisten Verordnungen und Regelungen der Ausbildung auf das Jahr 1955 zurück, die Bedürfnisse der Industrie an Fachkräfte haben sich aber bereits enorm geändert. In naher Zukunft kann es sein, dass es den Beruf als solchen und damit auch die Ausbildung zum Drahtzieher in Deutschland nicht mehr geben wird. Stattdessen wird überlegt, die Ausbildungsinhalte zur Vertiefung in eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Draht- und Federntechnik einfließen zu lassen.

Du solltest Drahtzieher werden, wenn...

  1. ...große Maschinen zu bedienen und zu pflegen genau das Richtige für dich ist.
  2. ...du gerne mit Metall arbeitest und Chemie spannend findest.
  3. ...es dir gefallen würde, direkt in der Industrie zu arbeiten.

Du solltest auf keinen Fall Drahtzieher werden, wenn...

  1. ...körperliche Arbeit und Lärm dich abschrecken.
  2. ...du eine Metallallergie hast.
  3. ...Schichtarbeit nichts für dich ist.

Das Drahtzieher-Quiz

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