Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Estrichleger/in

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Einblicke, Perspektiven und freie StellenAusbildung Estrichleger/in
Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.
Allgemeine Infos
Wir brauchen nicht auf Zehenspitzen durch Bürobauten und Krankenhäuser zu schleichen, denn unsere Schritte hört man kaum. Lagerhallen sind problemlos von schweren Trucks befahrbar, ohne dass die Reifen Spuren hinterlassen. Grund dafür ist ein solider Fußboden. Und der besteht nicht nur aus Teppich, Laminat oder PVC, sondern auch aus Estrich. Das ist der Fußbodenbelag, der direkt auf den Beton aufgebracht wird und die Schicht zwischen Rohbau und Oberfußboden bildet. Und weil dieser Estrich aus Sand, Zement, Wasser und chemischen Zusätzen angerührt und mit viel Muskelkraft verteilt wird, ist der Beruf ein echter Kraftakt und harte körperliche Arbeit. Dafür sind aber nicht nur deine Karrierechancen top, sondern auch deine Ausbildungsvergütung liegt weit über dem Durchschnitt.
Info: Diese Ausbildung wurde modernisiert. Die Baubranche hat sich durch technischen Fortschritt, Digitalisierung sowie Umwelt- und Klimaschutz stark verändert. Deshalb spielen folgende Themen in der Ausbildung jetzt eine größere Rolle:
- Energieeinsparung
- CO₂-Vermeidung
- Brandschutz
- intelligente, vernetzte Gebäude
Das erfordert von den Fachkräften neue Kompetenzen, die mit der überarbeiteten Ausbildungsordnung abgedeckt werden. Sie gilt ab August 2026.

Was macht ein Estrichleger?
Als Estrichleger beginnt dein Auftrag, wenn sich ein Neubau allmählich in die Höhe streckt. Bevor du nun munter den Estrich verteilst, fallen erst mal die Vorbereitungen an. Mit Hilfe moderner Laser misst du als erstes die Räume aus und zeichnest Markierungen ein. Bei den meisten Gebäuden wird nun eine Schall- und Wärmedämmung verbaut. Diese Dämmung besteht aus mehreren Platten, die du zurechtschneidest und auf dem Boden verteilst. Darüber wird anschließend eine große Schutzfolie gezogen. Erst danach kommt der Namensgeber der Ausbildung zum Einsatz – der Estrich. Diesen Belag mischst du selbst aus Sand, Zement, Wasser und chemischen Zusätzen an.
Die Mischungen füllst du in eine sich drehenden Trommel. Wichtigstes Werkzeug ist nun deine Schaufel. Mit der wird die flüssige Masse entweder in Schubkarren oder in Anlagen geschippt, die über einen Schlauch den Estrich dorthin transportieren, wo er gebraucht wird. Ein bisschen sieht das aus wie ein Feuerwehrtrupp beim Löscheinsatz. Am Einsatzort warten deine Kollegen schon auf die „Lieferung“ und verteilen die Masse gleichmäßig auf dem Fußboden – und das in einem Rutsch. An Pause machen ist während Estricharbeiten nicht zu denken – die Arbeit ist also kein Sprint sondern ein Marathon.
Apropos Kollegen: Ohne die wärst du aufgeschmissen, denn als Estrichleger bist du ein echter Teamplayer. Auch deine Aufgaben bekommst du als Azubi von deinem Kolonnenleiter übertragen. Er zeigt dir, wie du mit den Werkzeugen umgehen musst, lässt dir aber genug Freiraum, damit du im Verlauf der Ausbildung deine eigene Technik entwickeln kannst und mit jedem Ausbildungsjahr selbstständiger wirst. Auch beim Glattziehen des Estrichs helfen dir deine Kollegen, denn der Boden muss natürlich ganz eben sein. Ob das der Fall ist, checkst du mit einer Wasserwaage. Im Gegensatz zu dir darf sich der Boden nun ausruhen, denn vor Feierabend müssen alle Werkzeuge und Maschinen noch gründlich gereinigt werden.
Um etwas später zu prüfen, ob der Boden ausreichend geruht hat, ermittelst du mit einem „Chemielabor To Go“ seine Feuchtigkeit. Ist der Estrich getrocknet, kann der Oberboden verlegt werden, beispielsweise PVC oder Teppich. Das kannst entweder du erledigen, je nach Oberboden kommen aber auch Kollegen wie Fliesen- oder Parkettleger zum Einsatz. Mit dem Verlegen der Fußleisten ist dein Werk vollendet und du darfst bewundern, was du mit harter Arbeit geschafft hast.
Wie sind die Zukunftsaussichten als Estrichlegerin?
Die Jobchancen stehen nach der Ausbildung übrigens überdurchschnittlich gut. Estrichlegerinnen und Estrichleger werden händeringend von klassischen Estrichbetrieben, Wohnungsbaufirmen, Fußbodenfirmen, und Industriebaufirmen gesucht. Die Ausbildung als Estrichleger wird übrigens auch in verkürzter Form angeboten – als zweijährige Ausbildung als Ausbaufacharbeiter. Die Ausbildungsdauer für Estrichleger liegt bei drei Jahren.
- dein Körper absolut durchtrainiert und gesund ist.
- Baustaub und Lärm dir überhaupt nichts ausmachen.
- du ein echter Teamplayer bist, auf den man sich verlassen kann.
- du nicht ständig auf Achse sein und täglich auf anderen Baustellen arbeiten möchtest.
- dein Rücken schnell schmerzt und du häufig Muskelkater hast.
- du mit Zeitdruck nicht umzugehen weißt.
- Untergründe vermessen.
- Dämmungen einbauen.
- Estrich mischen, legen und glattziehen.
- den Feuchtigkeitsgehalt von Estrich testen.
- Oberbeläge, wie PVC oder Laminat, verlegen.
Gehalt
Nach der Arbeit ins Fitnessstudio? Für dich die reinste Zeit- und Geldverschwendung, denn die Ausbildung als Estrichleger ist besser als jedes Workout. Mit deinen Muskeln kannst du also ganz sicher beeindrucken. Aber du hast natürlich noch ganz andere Gründe, stolz auf dich zu sein. Denn Estrichleger gibt es zurzeit viel zu wenige – deine Berufsgruppe wird deshalb gerade stark umworben. Das bedeutet für dich: Jobs gibt’s zur Genüge und du brauchst dir kaum Sorgen um deine Zukunft zu machen. Das ist dir nicht genug? Muss es auch nicht, denn obendrauf gibt es auch noch ein überdurchschnittliches Gehalt. Wir haben für dich den Gehaltscheck gemacht!
Wie viel verdient ein Estrichleger in der Ausbildung?
Im ersten Ausbildungsjahr bekommen Estrichleger zwischen 880 und 935 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr steigt die Vergütung auf 1.095 bis 1.230 Euro und im dritten Jahr gibt es monatlich 1.305 bis 1.495 Euro.
Das sind Tarifgehälter nach dem Tarifvertrag für das Baugewerbe. Die Bezahlung ist insgesamt recht gut, aber es gibt Unterschiede zwischen den Regionen. In den alten Bundesländern verdienst du i. d. R. mehr als in den neuen Bundesländern.
Wie hoch ist das Gehalt später?
Als so genannter Geselle, also frisch gebackener Estrichleger, verdienst du nochmals um einiges mehr als noch in der Ausbildung. Als Berufseinsteiger verdienst du nach dem Tarifvertrag für das Baugewerbe im Tarifbereich West aktuell (2022) knapp 2.820 Euro brutto im Monat. Im Mittel verdienen Estrichlegerinnen und Estrichleger in Deutschland 3.000 Euro brutto im Monat. Die Gehälter bewegen sich zwischen 2.500 und 3.700 Euro brutto im Monat.
Karriere
Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Ausbildung als Estrichleger
Die Ausbildung als Estrichleger dauert drei Jahre. So hart die Arbeit körperlich ist, so viel Sicherheit kann sie dir auch für die Zukunft bieten. Der Beruf ist nicht nur sehr gut bezahlt, sondern auch überaus stark nachgefragt. Zurzeit gibt es kaum genügend Facharbeiter und jede Menge Jobs und Stellenangebote. Für eine Karriere als Estrichleger also super Voraussetzungen. Möchtest du mit der Zeit immer mehr Verantwortung tragen, dann hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln. Ob als Kolonnenführer, Estrichlegermeister oder Betriebsleiter, beweise, dass du nicht nur Kraft, sondern auch Köpfchen hast! Den Beruf kannst du in Werkhallen von Estrichbetrieben, im Trockenbau, in Wohnungsbaufirmen oder Industriebaufirmen ausüben.
Kolonnenführer
Den Kolonnenführer lernst du bereits während der Ausbildung als Estrichleger mehr als gut kennen. Denn er ist in der Kolonne, also dem Team, immer der erste Mann und dein wichtigster Ansprechpartner während der Ausbildung. Er teilt die Aufgaben zu, erklärt sie Schritt für Schritt und beaufsichtigt sein Team. Natürlich packt der Kolonnenführer auch selbst beim Verlegen des Estrichs in der Werkhalle ordentlich an. Das kannst du auch? Dann solltest du in und nach der Ausbildung beweisen, dass auf dich absolut Verlass ist und du eine echte Verstärkung auf dem Bau bist. Hilfreich ist es übrigens, eine Weiterbildung als Meister zu machen, um zu signalisieren: „Hier bin ich, ich bin bereit für mehr Verantwortung!“
Estrichlegermeister
Die Beförderung zum Kolonnenführer ist keine Seltenheit, wenn du die Meisterprüfung erfolgreich bestanden hast. Angeboten wird die Weiterbildung zum Meister von Handwerkskammern und Bildungsinstituten. Du kannst an Lehrgängen in Voll- oder Teilzeit teilnehmen oder Zuhause die Lehrbücher in Eigenregie wälzen. Um die Prüfung kommst du allerdings nicht drum rum, die ist für dich verpflichtend. Die Gebühren hängen also davon an, ob und welche Kurse du belegst. Die Prüfung zahlst du zusätzlich. Der Meistertitel hilft dir nicht nur bei Beförderungen, sondern auch dabei, dich selbstständig zu machen. Der Titel ist zwar heute keine Pflicht mehr, da du aber viel zum Thema Unternehmensführung und -gründung in den Kursen erfährst, kann der Titel auf jeden Fall ein Gewinn sein, wenn du deinen eigenen Betrieb leiten möchtest. Noch ein Vorteil, den wir dir nicht verschweigen wollen: Du erhältst als Meister ein noch höheres Gehalt.
Betriebsleiter
Neue Aufträge an Land ziehen, Kunden beraten, Kalkulationen machen – als Betriebsleiter findet der Großteil deines Arbeitstages im Büro statt. Warum man nicht gleich jemanden einstellt, der ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft gemacht hat? Weil du als Estrichleger ganz genau weißt, worauf es ankommt. Für den Job als Betriebsleiter ist die Meisterprüfung sehr hilfreich, Voraussetzung ist sie aber nicht. Betriebsleiter werden vor allem Mitarbeiter, die sich über viele Jahre bewährt haben.
Studium im Bauwesen
Wusstest du, dass du auch ohne Abitur studieren kannst? Ein Meistertitel kann dir sogar die Tür zu den Universitäten öffnen. Im Bauwesen gibt es viele spannende Studiengänge, in denen du noch viel für deine Karriere lernen kannst. Viele Studiengänge werden übrigens berufsbegleitend angeboten, so musst du auch gar nicht deine Arbeit als Estrichleger auf Eis legen. Für ein Bachelorstudium benötigst du in der Regelstudienzeit sechs Semester – das sind umgerechnet drei Jahre.
Selbstständigkeit
Die Ausbildung als Estrichleger ermöglicht dir auch, dich auf lange Sicht einmal selbstständig zu machen, also einen eigenen Betrieb zu gründen und zu leiten. Da so ein Schritt gut geplant sein will, solltest du warten, bist du ausreichend Berufserfahrung gesammelt hast und auch weißt, wie man Kundenaufträge einholt und umsetzt. Möchtest du dich selbstständig machen, solltest du unbedingt den Meistertitel ablegen.
- ein einzelner Estrichleger bis zu zehn Tonnen Estrich an einem Tag schaufelt? Weil der Beruf so viel Kraft erfordert, musst du dir deine Fitness sogar ärztlich bestätigen lassen.
- ein Team von Estrichlegern als Kolonne bezeichnet wird? Generell läuft ohne dein Team nichts, nur gemeinsam könnt ihr einen Auftrag durchführen.
- es viele verschiedene Estrichsorten, wie Fließestrich, Betonestrich oder Trockenestrich gibt, die alle ein anderes Rezept haben? Da du die Mischungen berechnest, brauchst du also grundlegende Rechenkenntnisse.
- du mit vielen anderen Handwerkern und -Teams zusammenarbeiten wirst, wie Wärme- und Schallschutzisolierer, Mosaikleger, Elektriker, Maler oder dem Trockenbaumonteur?
- Estrich in der Schweiz einen Dachboden und nicht wie bei uns in Deutschland einen Unterboden bezeichnet?
Bewerbung
Jeden Tag eine neue Baustelle, dafür aber immer deine vertraute Kolonne um dich herum – in der Ausbildung als Estrichleger erwarten dich ein körperlich fordernder Alltag und das Motto: Alle für einen – einer für alle! Bis du aber mit deiner Kolonne in den Van steigen und zur Baustelle düsen darfst, musst du erst noch mit deiner Bewerbung überzeugen und dir einen Ausbildungsplatz ergattern. Estrichleger werden übrigens gerade händeringend gesucht, die Chancen stehen daher gut, das passende Stellenangebot und den perfekten Job zu finden.
Was sollte ich bei der Bewerbung um eine Ausbildung als Estrichleger beachten?
Du hast Kraft ohne Ende und Lust auf einen Job, der deine Stärke fordert? Da du beides leider nicht einfach als Probe verpacken und mit deiner Bewerbung mitsenden kannst, musst du mit Worten überzeugen. Doch das ist gar nicht so schwer. Du selbst weißt schließlich ganz genau, warum du Estrichleger werden möchtest. Gefällt dir der Gedanke, immer wieder an neuen Orten zu arbeiten, ein Team zu haben, auf das du dich verlassen kannst und körperlich an deine Grenzen zu gehen? Dann kannst du genau das in dein Bewerbungsanschreiben einfließen lassen. Denn hier stellst du dich deinem Wunschunternehmen aus der Baubranche ganz persönlich vor und erklärst, warum du die Ausbildung machen möchtest und was dich zur richtigen Person für diesen Beruf macht. Gehe dabei auch auf das Unternehmen ein. Erhoffst du dir hier besonders gute Übernahme- und Karrierechancen? Wird Teamwork hier besonders groß geschrieben? Sag in deinem Anschreiben, was dir gefällt und was du bei anderen Unternehmen nicht finden konntest.
Da deine uneingeschränkte körperliche Fitness absolut notwendig ist, um den Beruf ein Leben lang ausüben zu können, musst du dir deine Gesundheit von einem Arzt bestätigen lassen. Dieses Attest gehört also auch in deine Bewerbung. In deinen Lebenslauf gehören deine Kontaktdaten wie Name, Adresse und Telefonnummer, deine Schullaufbahn, Berufserfahrung und deine weiteren Fähigkeiten. Auch ob du den Führerschein hast, kannst du hier in der Bewerbung angeben, immerhin wirst du in deiner Ausbildung als Estrichleger viel mit dem Auto unterwegs sein.
Eine dunkle Hose mit einem frisch gebügelten Hemd sind die passende Wahl für's Bewerbungsgespräch. Dazu passen gepflegte, schlichte Schuhe.
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