Empf. Schulabschluss:
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
Schichtdienst (möglich)
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 500-690 Euro
2. Jahr: 600-740 Euro
3. Jahr: 700-840 Euro

Glasbläser/in

Bei den Glasbläser-Azubis gibt es außerdem die Besonderheit, dass sie sich im dritten Ausbildungsjahr auf einen Fachbereich spezialisieren. Neben der eher allgemeinen Fachrichtung Glasgestaltung gibt es noch die etwas ausgefalleneren Vertiefungen Christbaumschmuck und Kunstaugen. Kunstaugen?! Ja, es handelt sich tatsächlich um die Herstellung von Glas-Kunstaugen, die beispielsweise Patienten eingesetzt werden, denen ein Auge fehlt. Die Kunstaugen-Hersteller nennen sich Ocularisten und stellen die Glasprodukte nicht nur her, sondern passen diese auch auf die Bedürfnisse des Patienten an. Da du als Ocularist viel Kundenkontakt hast, sind bei dieser Fachrichtung natürlich Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen erwünscht. Deshalb wehren sich die Ocularisten auch dagegen, mit den anderen Glasmacher-Berufen, die doch sehr handwerklich geprägt sind, in einen Topf geworfen zu werden.

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die beiden Berufsgruppen in manchen Teilen: Stellenangebote als Glasmacher findest du unter anderem in großen Glashütten. Dort arbeitest du in Teams von bis zu fünf Leuten – die Produktion ist also Teamarbeit. Dein späterer Arbeitsalltag in diesem Beruf hängt stark davon ab, ob du in einem industriellen Großbetrieb tätig bist oder dich ein kleines handwerkliches Unternehmen eingestellt hat, wo du mehr allein arbeitest. Als Glasbläser musst du dich beispielsweise in Glasbläserwerkstätten zurechtfinden, die sich auf deine Fachrichtung spezialisiert haben. Ein weiterer Unterschied ist dein Arbeitswerkzeug. In einem handwerklichen Betrieb arbeitest du als Glasbläser an einem offenen Brenner, der sogenannten Lampe. In einer Glashütte hingegen werden größere Produkte von Glasmachern hergestellt, weshalb Schmelzöfen benötigt werden und dich täglich der Umgang mit einer Glasmacherpfeife erwartet. Im Handwerk bist du nicht immer an bestimmte Vorgaben gebunden, weshalb du deine Kreativität freier ausleben kannst. Du hast beispielsweise die Möglichkeit, Tierplastiken oder Schalen nach eigenen Entwürfen herzustellen.    

Wusstest du schon, dass...

  • es kaum Glasbläserinnen gibt? Der Beruf wird fast ausschließlich von Männern ausgeführt
  • Glas bereits seit 7000 Jahren von Menschen verarbeitet wird und die Glasmacherpfeife im ersten Jahrhundert vor Christus erfunden wurde? Das hat die Glasmacherei revolutioniert.
  • es in Schweden das Glasriket, ein sogenanntes Glasreich gibt? Angefangen bei der Herstellung von Kunstglas in der Transjö-Glashütte bis hin zum Glasmuseum, findest du dort alles zu deinem Lieblingsthema.
  • Glasmacher früher aufgrund der schweren Arbeit und der enormen Hitze, der sie ausgesetzt waren, in den Glashütten so viel Bier trinken durften wie sie wollten? Es gab sogar spezielle Glasmacherbiere, deren Alkoholgehalt etwas reduziert war.
  • Glasmacher in Südeuropa andere Techniken verwenden als ihre mittel- und nordeuropäischen Kollegen?

Für die Ausbildung zur Glasbläserin oder zur Glasmacherin solltest du einen Hauptschulabschluss mitbringen. Neben den handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten ist auch deine körperliche Fitness wichtig. Bei der Arbeit wirst du sehr viel stehen und die Glasmacherpfeife mit dem glühenden Glasballon kann schon mal über 20 Kilogramm auf die Waage bringen – da ist Muskelkraft genauso gefragt wie eine starke Lunge. Durch das ständige Spiel mit dem Feuer bist du immer wieder großer Hitze ausgesetzt, was du abkönnen musst – die Glasbläserei ist also nichts für hitzeempfindliche Menschen. Generell solltest du sehr belastbar sein, da insbesondere in den Glashütten Schichtarbeit die Regel ist. Das Glas wird beispielsweise von 20 Uhr bis 3 Uhr morgens in der Früh eingeschmolzen, ehe die Glasmacher ans Werk gehen. Dieses Vorgehen hat große Tradition: Früher nutzten die Glasmacher nämlich die kalten Nachtstunden für ihre schweißtreibende und hitzige Arbeit. Wie du in diesem Beruf traditionsgemäß aufsteigen kannst, verraten wir dir im Karrierepfad. So viel aber vorab: Um Glasmeister zu werden, hast du sogar zwei Weiterbildungsmöglichkeiten.

Du solltest Glasbläser/in werden, wenn …
  1. Kreativität zu deinen Stärken zählt.
  2. Akkordarbeit für dich kein Problem ist.
  3. du ein jahrhundertealtes Handwerk erlernen möchtest.
Du solltest auf keinen Fall Glasbläser/in werden, wenn …
  1. Hitze dir Probleme bereitet.
  2. dir handwerkliches und künstlerisches Geschick fehlen.
  3. du körperlich nicht fit bist.
Das Glasbläser/in-Quiz
Frage / 3

Was bedeutet das germanische Wort „glasa“ von dem sich der Begriff „Glas“ ableitet?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, das germanische Wort „glasa“ bedeutet so viel wie das Glänzende, das Schimmernde.
Richtig! Das germanische Wort „glasa“ bedeutet so viel wie das Glänzende, das Schimmernde.

Was ist lampengeblasenes Glas?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, lampengeblasenes Glas wird mithilfe eines kleinen Gebläses mundgeblasen. Ursprünglich wurde das Glas auf der Flamme einer Öllampe geblasen, weshalb die modernen Gebläse immer noch als Lampe bezeichnet werden.
Richtig! Lampengeblasenes Glas wird mithilfe eines kleinen Gebläses mundgeblasen. Ursprünglich wurde das Glas auf der Flamme einer Öllampe geblasen, weshalb die modernen Gebläse immer noch als Lampe bezeichnet werden.

Was ist kein traditioneller Grundstoff für Glas?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, Kies ist kein Grundstoff für Glas. Neben Kalk und Sand braucht man für die Glasherstellung noch Soda. Je nachdem welche Glassorte man erhalten möchte, gibt man noch weitere Zusätze in den Schmelzofen.
Richtig! Kies ist kein Grundstoff für Glas. Neben Kalk und Sand braucht man für die Glasherstellung noch Soda. Je nachdem welche Glassorte man erhalten möchte, gibt man noch weitere Zusätze in den Schmelzofen.
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Dieses Profil wurde von Eva geschrieben
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