Empf. Schulabschluss:
ohne Schulabschluss
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 490-530 Euro
2. Jahr: 560-630 Euro
3. Jahr: 640-730 Euro

Kürschner/in

Mit derAusbildung als Kürschner wirst du zum Azubi für alle Felle. Das ist kein Rechtschreibfehler,sondern das Arbeitsmaterial, mit dem du es zu tun hast. Obwohl der Kürschnereiner der ältesten Handwerksberufe ist, wissen immer weniger Menschen, was esdamit auf sich hat. Pelznäher gibt schon eher einen Hinweis darauf, was sich hinterdiesem Beruf verbirgt: Duverarbeitest Felle und hältst die Pelzindustrie auf Trab. Als Azubi solltest duhandwerkliche Begabung und Kreativität in dir vereinen. Denn du musst deinvorliegendes Material nicht nur ausbessern und zusammennähen, sondern auchModetrends umsetzten können. Bei den Aufgaben, die das Kürschnerhandwerk mitsich bringt, schadet es keineswegs, wenn auch du ein dickes Fell hast –besonders in der Hauptsaison, wenn ein Mantel nach dem anderen hergestellt wird,ist Fleißarbeit gefragt. 

Die Schürzeist angelegt, der lange Arbeitstisch steht bereit und in der Hand hältst du einKürschnermesser. Was dir jetzt noch fehlt, um mit der Arbeit zu beginnen, ist dasFell. Ob Mützen, Mäntel, Westen oder sogar eine Stola – Kleidungsstücke ausPelz werden in sorgfältiger Handarbeit angefertigt. Das passende Materialbekommst du vom Großhändler, von Jägern oder sogar auf Auktionen – den Rest erledigstdu selber. Die erste Aufgabe, die auf dich zukommt, nennt sich anbrachen. Dukönntest es auch als Makeover bezeichnen, das du am Fell vornimmst: Du besserstMängel aus, achtest aber gleichzeitig darauf, die Gleichmäßigkeit der Haarenicht zu zerstören. Wenn alles glänzt und keine Schadstellen mehr zu sehensind, beginnst du mit dem Schneiden. Wundere dich nicht, dass du dich dabei amganzen Alphabet orientierst: vom A- bis W-Schnitt kommt alles vor. Dass dubeispielsweise den M-Schnitt bei Fellarten mit großen Farbunterschiedenanwendest, lernst du schon ab dem ersten Ausbildungsjahr. Genauso wie du die Heftzwecke kennst,weiß auch jeder Kürschner und jede Kürschnerin, was mit Zwecken gemeint ist: Du schnappst dir die Zweckzangeund befestigst das Material mit Stecknadeln auf einer Arbeitsplatte, um esglatt zu spannen und eventuell zu dehnen. 

Zu diesem Zeitpunkt ist das fertigeKleidungstück aber noch in weiter Ferne. Einen Schritt näher bringt dich deineArbeit als fleißiges Schneiderlein. Erst wenn du ein Fell geschicktzusammengenäht hast, kann daraus ein Mantel oder sogar ein Wohnaccessoire wie einePelzdecke oder ein Kissen werden. Der Kürschner benutzt dafür entweder Pelznähmaschinen oder verarbeitet die Pelzkleidung sogar per Hand. Zwischendurchfertigst du Schnittmuster an und bist nicht selten der Mode-Meister des Hauses,denn du musst ein Auge dafür haben, welche Felle kombiniert werden können undwelche Farben am besten zusammenpassen. Manchmal, wenn auch seltener, fügst duauch ein ganz anderes Material hinzu, zum Beispiel Leder. Dabei handelt es sichvielleicht um einen Sonderwunsch eines Kunden, den du vorher beraten hast. DaPelzmäntel und -mützen besonders im Winter schön warmhalten, wundert esniemanden, dass du gerade in dieser Zeit viel zu tun hast. Deswegen fällt inden Wintermonaten schon mal die eine oder andere Überstunde in der Kürschnerei an. Im Sommerdarfst du dich zwar nicht auf die faule Haut legen, dafür ist im Betrieb aberweniger los. In diesen Monaten kannst du deine Überstunden abfeiern undkonzentrierst dich mehr auf die Pflege und Reparatur der Kleidungsstücke.  

Früher hat der Kürschner keinefertigen Felle geliefert bekommen, sondern musste diese selber herstellen. Dafür die Verarbeitung Wasser unverzichtbar war, musste er seinen Arbeitsplatz indie Nähe von Gewässern an den Stadtrand verlegen. Im Jahr 2016 musst du dir um so etwaskeine Sorgen machen. Freie Ausbildungsplätze findest du beispielsweise in einerKürschnerei, in Pelzfachgeschäften oder in Werkstätten, die überall in derStadt verstreut sind. Während deiner Ausbildungsdauer von drei Jahren wird dir abernicht nur im Betrieb beigebracht, wie sich beispielsweise Zacken schneiden und Felle verwertenlassen. Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, erlernst du praktischeVorgehensweisen und weiteres Wissen rund um die Pelzverarbeitung auch in derBerufsschule. Da es jährlich weniger als 20 Azubis gibt, wird diesetraditionelle Fachrichtung nur an wenigen Berufsschulen angeboten. Beiinsgesamt 11 Wochen Blockunterricht besuchst du ungefähr vier Mal im Jahr fürmehrere Wochen am Stück die Schule. Für die Unterbringung und die Verpflegungist in dieser Zeit ebenfalls gesorgt. 

Die Top-Themen in der Schule reichen vonmathematischen Berechnungen, damit auch die Jackengröße stimmt, bis zum Tierschutz.Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen kann dann schon mal zu deinerGute-Nacht-Lektüre werden. Es ist deswegen so wichtig, weil du nicht jeden Pelzverarbeiten oder verkaufen darfst. Der Luchs und Jaguar sind nur zweiBeispiele, die unter Artenschutz stehen. Als Kürschner musst du Pelze von A wieAlpaka bis Z wie Zobel kennen und bestens über den Tierschutz und die Herkunft deines Materialsinformiert sein. Mit diesen Bestimmungen ist nämlich nicht zu spaßen, weil dudich sonst sogar als Azubistrafbar machst. Hat dich die dualeAusbildung erst zum richtigen Pelzkenner gemacht, legst du deineAbschlussprüfung bei der zuständigen Handwerkskammer ab.   

Wusstest du schon, dass...

  • sich die Herkunft des Namens Kürschner von dem althochdeutschen Wort Kursina herleiten lässt, was so viel wie Pelzrock bedeutet?
  • europäische Biber unter Artenschutz stehen, während Biber aus Kanada verarbeitet werden dürfen? Das hängt damit zusammen, dass Biber ihren ursprünglichen Lebensraum in Nordamerika haben und dort sogar fast zur Plage werden.
  • in Finnland der Fuchs das am meist gehaltene Pelztier ist?
  • die Pelzindustrie im Jahr 2013 einen Umsatz von rund 32 Milliarden Euro gemacht hat?
  • Pelz sogar schon in der Steinzeit eine wärmende und schmückende Bekleidung war?

Ein bestimmter Schulabschluss wird für die Ausbildung alsKürschner nicht verlangt, was aber nicht bedeutet, dass auch jeder Faulpelzeingestellt wird. Denn mit einem einfachen „Schnipp, schnapp, Fell ab“ ist esin diesem Ausbildungsberufnicht getan. Zum einen sind mathematische Grundkenntnisse unverzichtbar, beispielsweisebei der Bestimmung des Schnittwinkels oder der Berechnung derGesamtschnittlänge. Zum anderen schadet ein gutes räumlichesVorstellungsvermögen nicht, um vor deinem inneren Auge sehen zu können, wie sichein Schnittmuster als fertiger Mantel machen würde. Für die Anfertigungbrauchst du nicht nur das passende Material, sondern vor allem handwerkliche und zeichnerischeFähigkeiten. Zwar bist du in deiner Ausbildung als Kürschner kein typischerDesigner, aber Modetrends solltest du trotzdem verfolgen. Extravagante Kundewünschemit ungewöhnliche Fell- und Farbkombinationen sind nämlich keineSeltenheit.   

Du solltest Kürschner/in werden, wenn …
  1. du gerne mit Pelz und Leder arbeitest.
  2. ein kreativer Geist in dir schlummert.
  3. deine Geduld auch für Kleinarbeiten ausreicht.
Du solltest auf keinen Fall Kürschner/in werden, wenn …
  1. du unter einer Tierhaarallergie leidest.
  2. ein Bürojob eher deinen Vorstellungen entspricht.
  3. du schon die Punkt-vor-Strich-Rechenregel kompliziert findest.
Das Kürschner/in-Quiz
Frage / 3

Was ist der Nutria?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, als Nutria wird sowohl die Biberratte als auch ihr Fell bezeichnet, das oft zur Pelzgewinnung verwendet wird.
Richtig! Als Nutria wird sowohl die Biberratte als auch ihr Fell bezeichnet, das oft zur Pelzgewinnung verwendet wird.

Galonieren ist ein Fachbegriff für…?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, Galonieren ist der Fachbegriff für die Vergrößerung der Fellfläche. Meistens wird in diesem Fall anderes Material dazwischen genäht.
Richtig! Galonieren ist der Fachbegriff für die Vergrößerung der Fellfläche. Meistens wird in diesem Fall anderes Material dazwischen genäht.

Was ist ein Muff?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, ein Muff ist eine Hülle aus Pelz, in der sich Hände wärmen lassen.
Richtig! Ein Muff ist eine Hülle aus Pelz, in der sich Hände wärmen lassen.
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Dieses Profil wurde von Margarethe geschrieben
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