Lektor / Lektorin Ausbildung & Beruf

Lektorin korrigiert einen Text mit einem Stift.

Lektor bzw. Lektorin ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Stattdessen kannst du ähnliche Ausbildungen in diesem Bereich machen.

Lektor/in

Du liest gerne, kannst dich gut ausdrücken und in Rechtsschreibung und Grammatik macht dir so schnell niemand was vor? Dann passt eine Ausbildung zum Lektor bzw. zur Lektorin zu dir. Aber Achtung: Lektor ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Du hast verschiedene Möglichkeiten, um Lektor zu werden, z. B. ein Studium oder eine Ausbildung in einem ähnlichen Bereich.

Zwei Lektoren reden über einen Text.

Beruf: Was macht ein Lektor?

Ein Lektor spielt eine zentrale Rolle im Verlagswesen und in der Medienproduktion. Er überprüft Texte und verbessert sie. Dabei achtet er auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung, aber auch auf den Stil und den Lesefluss. 

Als Lektor arbeitest du eng mit Autoren zusammen, um deren Manuskripte zu verfeinern. Dabei gibst du ihnen wertvolles Feedback, um die Qualität der Inhalte zu garantieren. Außerdem prüfst du Fakten und stellst sicher, dass die Informationen im Text richtig sind. Je nach Arbeitgeber unterstützt du auch beim Publikationsprozess – einschließlich der Planung und Koordination mit Grafikdesignern und Druckereien.

Wo arbeitet man als Lektorin?

  • in Verlagshäusern
  • in Kommunikations-, Marketing- und Presseabteilungen
  • bei Zeitungen, Zeitschriften oder Online-Medien
  • in Bildungseinrichtungen
  • bei Forschungsinstituten
Lektor tippt am Laptop.

Wie wird man Lektor?

Es gibt keine klassische Lektor-Ausbildung. Stattdessen kannst du ein Studium in einem sprach- oder literaturwissenschaftlichen Fach wie Germanistik, Kommunikationswissenschaften oder Verlagswirtschaft absolvieren. Während des Studiums solltest du unbedingt praktische Erfahrung sammeln, z. B. durch Praktika bei Verlagen oder anderen Medienunternehmen. Mit Berufserfahrung und einem breit aufgestellten sozialen Netzwerk hast du es später leichter, einen Job zu finden oder Aufträge zu bekommen. Auch eine Weiterbildung zum Lektor ist möglich. Dafür gibt es unterschiedliche Anlaufstellen wie z. B. die Akademie der Deutschen Medien. 

Ausbildungsberufe, die eine gute Alternative zum Studium oder zur Weiterbildung sind:

  • Buchhändler: Wenn du Bücher und Lesen liebst, ist die duale Ausbildung zum Buchhändler etwas für dich. In drei Jahren lernst du, wie man Bücher bewirbt, Marketingaktionen plant und Kunden berät. Für die Ausbildung brauchst du mindestens einen Hauptschulabschluss, bevorzugt wird aber das Abitur. 
  • Medienkauffrau: Mit der Ausbildung zur Medienkauffrau kannst du später in Verlagen und Medienhäusern arbeiten. Dort berätst du nämlich Kunden über Medienprodukte, entwickelst Marketingkonzepte und gestaltest Zeitschriften und Bücher. Der empfohlene Schulabschluss ist das Abitur oder Fachabitur. 
  • Journalist: Eine Leidenschaft fürs Recherchieren und Schreiben solltest du für die Journalisten-Ausbildung mitbringen. Im Alltag wirst du dich nämlich hauptsächlich damit beschäftigen. Je nach Bildungsanbieter und Lernform dauert die Ausbildung unterschiedlich lange.
Berufe mit Medien

Volontariat

Nach deinem Studium oder der Journalisten-Ausbildung kannst du noch ein Volontariat anschließen. Das bedeutet, dass du 12 bis 18 Monate bei einem Medienunternehmen arbeitest und dort Berufserfahrung sammelst. Das gilt aber nur für Volontariate im Buchverlag bzw. im Lektorat – journalistische Volontariate dauern i. d. R. maximal ein Jahr. Der Vorteil? Du erhöhst damit deine Chancen auf einen reibungslosen Einstieg in die Medienbranche.

Wie lange dauert eine Ausbildung zum Lektor?

Durch die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten variiert die Ausbildungszeit zum Lektor. Für ein Studium brauchst du i. d. R. etwa zwei bis vier Jahre. Mit Volontariat können bis zu fünf Jahre vergehen. Die Lektor-Weiterbildungen dauern auch unterschiedlich lange – zwischen sechs und 24 Monate sind üblich. Mit einer klassischen Ausbildung brauchst du zwei bis drei Jahre, um danach als Lektor durchzustarten.

Wusstest du schon, dass du dich als Lektorin spezialisieren kannst?

Als Lektorin kannst du dich beispielsweise auf die Bereiche Wissenschaft, Werbung oder Unterhaltungsliteratur (Belletristik) spezialisieren. Durch die Vertiefung hebst du dich von anderen Lektorinnen ab und kannst höhere Honorare verlangen.

Drei sehr gute Gründe, warum du Lektor bzw. Lektorin werden solltest, stellt dir unser Social-Media-Team in diesem Instagram-Post vor:

Was sind die Voraussetzungen, um Lektor zu werden?

Für ein Studium brauchst du das Abitur, für die verschiedenen Ausbildungen wird auch Abitur oder Fachabitur empfohlen. Außerdem ist ein gutes Sprachgefühl wichtig sowie ein Auge für Details und die Fähigkeit, konstruktives Feedback zu geben. Sehr gute Kenntnisse in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung solltest du auch mitbringen – schließlich korrigierst du ja Texte. Je nach Arbeitgeber oder Projekt solltest du auch sicher in Englisch sein. 

Die Voraussetzungen auf einen Blick:

  • eine abgeschlossene Ausbildung, ein Studium oder eine Weiterbildung
  • Praktika oder ein Volontariat
  • gute Rechtsschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikkenntnisse 
  • gute EDV-Kenntnisse
  • Eigenverantwortlichkeit, Sorgfalt und ein Auge für Details
Zwei Lektorinnen besprechen einen Text.

Wie viel verdient man als Lektorin?

Das Gehalt von Lektorinnen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Berufserfahrung, Bildung, Arbeitsort und Arbeitssektor. In Deutschland liegt der Stundensatz bei ungefähr 30 bis 70 Euro, kann je nach Thema und Leistung aber auch deutlich höher ausfallen. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto pro Monat. Mit zunehmender Erfahrung und Spezialisierung kann das Gehalt auf 3.000 Euro und mehr steigen. In leitenden oder freiberuflichen Positionen sind auch höhere Einkommen möglich. 

Wichtig: Freiberufliche Lektorinnen werden nach Projekt bezahlt, deshalb schwanken ihre Einkünfte stark.

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es mit der Lektor-Ausbildung?

Als Lektor kannst du verschiedene Karrierewege einschlagen. Wenn du gerne flexibel arbeiten möchtest, ist eine freiberufliche Tätigkeit für unterschiedliche Auftraggeber eine Option. Ansonsten kannst du angestellt bei Verlags- oder Medienhäusern arbeiten und dich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren. Auch Werbung oder Unternehmenskommunikation sind mögliche Arbeitsfelder. Mit einem abgeschlossenen Studium steht dir eine Karriere in der Lehre offen. Durch Weiterbildungen hältst du dich immer auf dem neuesten Stand.

Tipps zur Bewerbung als Lektor

  • Gib unbedingt relevante Erfahrungen wie Praktika oder Volontariate an und belege sie mit Zeugnissen.
  • Konkrete Projekte oder Arbeitsergebnisse geben deinem potenziellen Arbeitgeber einen Einblick in deine Fähigkeiten.
  • Lass dir von früheren Arbeitgebern Referenzen oder Empfehlungsschreiben ausstellen.
  • Networking ist im Verlagswesen essenziell, deshalb erwähne in deiner Bewerbung auch Mitgliedschaften in Berufsverbänden oder die Teilnahme an Schreib- und Verlagsveranstaltungen.
Weitere Tipps im Bewerbungsratgeber