Sugar image big ausbildung als patent paralegal
Empf. Schulabschluss:
(Fach-)Abitur
Ausbildungsdauer:
2 Jahre
Arbeitszeit:
Werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 1100 Euro
2. Jahr: 1500 Euro
3. Jahr: /

Patent Paralegal

Ein neues Erfrischungsgetränk auf den Markt bringen und es einfach Fanta nennen: Geht nicht? Ganz richtig – denn Patente, Marken- und Gebrauchsrechte schützen Erfindungen davor, nachgemacht zu werden. Wer davon etwas hat? Ganz klar: der Erfinder! Doch bevor dieser sich Patentinhaber nennen darf, muss er dieses erst einmal anmelden und vom Patentamt genehmigen lassen. Damit dieser Prozess auch über Landesgrenzen hinaus reibungslos über die Bühne geht, gibt es den Beruf des Patent Paralegal.

Was macht ein Patent Paralegal?

Die Aufgabe eines Patent Paralegal ist es, geistiges Eigentum durch Patente, Marken und andere gewerbliche Schutzrechte zu schützen. In international ausgerichteten Anwaltskanzleien oder in Patent- oder Rechtabteilungen großer Unternehmen führen sie internationale Patent-, Marken- und Designportfolios. Auf diesem Weg können Unternehmen, Künstler und Erfinder ihre Produkte, Kunstwerke oder technischen Innovationen schützen lassen und dafür sorgen, dass diese nicht nachgemacht werden. Der Beruf des Patent Paralegal spielt somit auch eine bedeutende Rolle für die Wirtschaft – national sowie international – denn ein innovatives Produkt ist nur wirtschaftlich erfolgreich, wenn es einzigartig bleibt und es kein anderes Produkt gibt, dass es ersetzen kann.

Wusstest du schon, …

… dass Michael Jackson in den USA ein Patent auf besondere Tanzschuhe besaß, die ihm halfen, bei seinem berühmte Smooth Criminal Lean die Schwerkraft zu überlisten?

Durchführen von juristischen Recherchen: Bevor Anträge auf Patente und Markenrechte gestellt werden können, ist es dein Job, die Faktenlage und rechtliche Grundlagen gründlich zu recherchieren. Als Patent Paralegal verbringst du viel Zeit damit, das Internet und elektronische Rechtsdatenbanken zu durchsuchen und juristische Recherchen durchzuführen.

Entwerfen von Dokumenten und Schriftsätzen: Es ist deine Aufgabe, Dokumente auszufüllen und Schriftsätze zu entwerfen. Was das bedeutet? Du erstellst zum Beispiel Musteranmeldungen für die Anmeldung von Patenten, Marken oder Gebrauchsrechten.

Organisatorische Aufgaben: Patent Paralegals koordinieren Termine von Mandanten, nehmen Anrufe entgegen, führen Akten und kümmern sich um die Korrespondenz. Beispielsweise verfasst du Schreiben an das Bundespatentgericht, in denen du die Eintragung von Schutzrechen beantragst. Diese verschickst du per Post oder nutzt den elektronischen Rechtsverkehr. Angefallene Gebühren für Schutzrechtsanmeldungen werden von dir berechnet und eingezahlt.

Verwaltung von registrierten Rechten: Wenn die Schutzrechte vom Bundespatentamt geprüft und genehmigt wurden, bist du dafür zuständig, diese auszuwerten, einzutragen und zu veröffentlichen. Damit Wiederanmeldungen, Verlängerungen oder Nachzahlungen nicht versäumt werden, hast du ein Auge auf den Terminkalender und die Fristen. Abgeschlossene Fälle legst du ordnungsgemäß ab.

Unterstützende Aufgaben: Müssen rechtliche Schritte eingeleitet oder verfolgt werden, weil ein Mandant beispielsweise eine Klage wegen Patentmissbrauch einreicht, unterstützt du die Patentanwälte bei der Durchführung der Löschungs-, Nichtigkeits- oder Patentsbeschränkungsverfahren.

Was unterscheidet den Patent Paralegal vom Patentanwaltsfachangestellten?

Die Ausbildung zum Patent Paralegal integriert die Ausbildung zum Patentanwaltsfachangestellten. Als Patent Paralegal wirst du über die Tätigkeiten des Patentanwaltsfachangestellten hinaus auf die Arbeit im internationalen Geschehen vorbereitet, weshalb du auch in einer Fremdsprache unterrichtet wirst.

In deinem späteren Beruf reichst du Anträge auf Patente und Schutzrechte auch bei internationalen Behörden ein, weshalb du Schriftsätze und Anträge in englischer Sprache formulierst. Du wirst mit den Rechtsgrundlagen und Prozessen anderer Länder vertraut gemacht und lernst die internationalen Schutzsysteme kennen.

Warum sollte man Patent Paralegal werden?

Ein Patent Paralegal übernimmt verantwortungsvolle Aufgaben in einem internationalen Umfeld. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung stehen gut und das Einstiegsgehalt gleicht wegen der hohen Qualifikation dem eines Volljuristen.

Wusstest du schon, …

… dass mehr europäische Designs aus Deutschland stammen als aus Italien und Frankreich zusammen?

Wo kann ich als Patent Paralegal arbeiten?

Als Paralegal arbeitest du in international ausgerichteten Patentanwaltskanzleien und in den Patent- oder Rechtsabteilungen großer Unternehmen. In Anwaltskanzleien führst du internationale Patent-, Marken- und Designportfolios und betreust deine Mandanten. In Markenabteilungen größerer Unternehmen bist du für Schutzrechtsanmedlungen verantwortlich.

Deine Einsatzorte auf einen Blick

  • Anwaltskanzleien
  • Handels und Industrieunternehmen
  • Patentanwaltsbüros
  • Patent und Markenabteilungen

Wie sind die Arbeitszeiten als Patent Paralegal?

Als Patent Paralegal arbeitest du montags bis freitags 37 bis 40 Stunden die Woche und hast geregelte Arbeitszeiten.

Welche Arbeitskleidung trägt man als Patent Paralegal?

Als Patent Paralegal arbeitest du im Business-Look.

Was muss ich für ein Typ sein, um Patent Paralegal zu werden?

Organisationstalent: Da du als Patent Paralegal organisatorische und verwaltende Tätigkeiten übernimmst, musst du den Überblick über Fristen, Termine, Akten und Archive bewahren. Deshalb solltest du die Fähigkeit besitzen, gut zu organisieren – denn Akten müssen geordnet, Termine arrangiert und vorbereitet und Fristen eingehalten werden.

Perfektionist: Recherchearbeiten erfordern Sorgfalt und Genauigkeit. Bei der Anmeldung eines Patents dürfen dir schließlich keine Fehler unterlaufen, da dieses bei falscher Faktenlage nicht genehmigt wird.

Mathematiker: Verwaltende Tätigkeiten erfordern ein Gespür für Zahlen. Schließlich gehört es zu deinen Aufgaben, Gebühren zu kalkulieren, Rechnungen zu begleichen und Monats- sowie Jahresabschlüsse vorzubereiten.

Wie läuft die Ausbildung als Patent Paralegal ab?

Die Ausbildung zum Patent Paralegal ist eine duale Ausbildung. Bedeutet: Du besuchst abwechselnd die Berufsschule und deinen Ausbildungsbetrieb. Da für den Beginn dieser Ausbildung ein juristisches Vorwissen – das in einer vorhergehenden Ausbildung erworben wurde – eine Voraussetzung ist, ist die Ausbildung zum Patent Paralegal auf ein Jahr und neun Monate verkürzt.  

In der Berufsschule eignest du dir das nötige wirtschaftliche und juristische Grundwissen an – der Fokus liegt hier auf dem internationalem Recht. Außerdem ist der Ausbau deiner Kenntnisse in einer Fremdsprache auf ein hohes Niveau Ziel deiner Ausbildung. Nach anderthalb Jahren erfolgt die Abschlussprüfung zum Patentanwaltsfachangestellten.

Was einen Patent Paralegal jedoch vom Patentanwaltsfachangestellten unterscheidet? Nach deiner Ausbildung bist du auf die Arbeit in einem internationalen Umfeld vorbereitet. Du bist nicht nur mit dem deutschen Recht bestens vertraut, sondern auch mit dem Recht anderer Länder und Kontinente. Im Ausbildungsbetrieb – also einer Kanzlei oder der Rechtsabteilung eines Unternehmens – lernst du alles, was du in deinem späteren Arbeitsalltag brauchst und wirst auf die Arbeit im internationalen Geschehen vorbereitet. Du lernst Arbeitsabläufe kennen, führst Recherchen durch und stehst deinen Mandanten bei allen Anliegen zur Verfügung.

Was lernt ein Patent Paralegal in der Berufsschule?

In der Berufsschule hast du neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Sozialkunde und Wirtschaft auch Fächer, die dir das nötige juristische Know-how vermitteln. Da es später deine Hauptaufgabe ist, geistiges Eigentum zu schützen, lernst du, was zum geistigen Eigentum zählt und was beim Anmelden eines Patents oder Markenrechts zu beachten ist.

Da Patente und Markenrechte auch international angemeldet und geschützt werden, korrespondierst du auch mit Ämtern und Behörden anderer Länder wie den USA, China oder Russland. In der Berufsschule hast du Kurse wie internationales Recht oder gewerblicher Rechtsschutz, die dich auf die Arbeit und Interaktion in einem internationalen Umfeld vorbereiten. Du lernst, wie Verfahren in anderen Ländern vonstattengehen und wie internationale Portfolios erstellt werden.

1. Ausbildungsjahr:

Nationale gewerbliche Schutzrechte anwenden: Du lernst die nationalen Vorschriften für die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte kennen und verstehst, wie du sie erteilst und einträgst. Anhand von Fallbeispielen erkennst du bald, ob es sich bei den Anliegen deiner Mandanten um ein Patent, ein Gebrauchsmuster, eine Marke oder ein Design handelt und weißt, wie du in den verschiedenen Fällen vorgehst.

Geschäftsprozesse erfassen, kontrollieren und bewerten: In der Berufsschule wird dir beigebracht, wie du Werteströme – also das ganze Geld, das in einem Betrieb fließt – erfasst, kontrollierst und bewertest. Auf Grundlage dieser Daten verstehst du bald, wie du den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs bestimmen kannst.

Wirtschaftliche Einflüsse auf Geschäftsprozesse beurteilen: Wie wirken sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf den Erfolg eines Betriebs aus? Die Antwort erfährst du in dieser Lehrveranstaltung. Ebenso verstehst du bald, wie die Marktwirtschaft funktioniert und Preise zustande kommen –  mit dem Ziel, herauszufinden, wie die Marktposition deines Betriebs verbessert werden kann.

2. Ausbildungsjahr:

Schutzrechtsstreitsachen bearbeiten und abrechnen: Du lernst, wie du das Verfahren von Schutzrechtsstreitsachen begleitest, indem du Fristen und Termine überwachst, zuständige Gerichte bestimmst und die entsprechenden Vergütungsberechnungen erledigst.

Gegen Entscheidungen der nationalen Anmeldebehörde fristgebunden vorgehen: Der Berufsschullehrer bringt dir bei, wie du bei Verfahren gegen Entscheidungen der nationalen Anmeldebehörde fristgebunden vorgehst – also was du zu tun hast, wenn die Anmeldebehörde eine Patentanmeldung nicht akzeptiert. Du ermittelst das geeignete Rechtsmittelverfahren und Zuständigkeiten, berechnest die Amts- und Gerichtsgebühren und bestimmst die Fälligkeiten. Außerdem eignest du dir an, wie du Formulare ausfüllst und Schriftsätze normgerecht anfertigst.

Internationale Schutzrechte anmelden und Verfahren begleiten: In dieser Lehrveranstaltung erwirbst du fundierte Kenntnisse, die Patent Paralegals benötigen, um Erfindungen, Marken und Designs in den wichtigsten europäischen und außereuropäischen Staaten von der Anmeldung bis zur Erteilung eines verbrieften Schutzrechts zu begleiten.

Was lernt ein Patent Paralegal in der Praxis?

1. Ausbildungsjahr: In deinem ersten Ausbildungsjahr lernst du zunächst deinen Ausbildungsbetrieb kennen und eignest dir in Gruppenübungen mit anderen Auszubildenden, Kollegen und deinem Ausbilder die angemessene Gesprächsführung mit Mandanten und Beteiligten an. Du wirst mit rechtlichen Voraussetzungen vertraut gemacht und führst selbstständig erste juristische Recherchearbeiten durch. Was ist der Unterschied zwischen einer Marke für Waren und einer Marke für Dienstleistungen? Im Betrieb lernst du, inwiefern sich technische- und nichttechnische Schutzrechte voneinander unterscheiden und auf was sich Patente anmelden lassen.

2. Ausbildungsjahr: Im zweiten Jahr lernst du wie du Dokumente für Patent- und Markenanmeldungen fachgerecht erstellst und wie du sie postalisch und elektronisch einreichst. Da dabei auch Gebühren anfallen, lernst du wie Zahlungsvorgänge abgewickelt und überwacht werden. Du übernimmst Verantwortung für die Korrespondenz und verfasst Briefe, E-Mails und andere Texte.

Wusstest du schon, …

… dass Tesla Motors nach Nicola Tesla –  dem Erfinder des Wechselstroms – benannt ist?

Dieses Profil wurde von Sahra geschrieben
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