Du interessierst dich für eine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellte/r und möchtest wissen, was dich erwartet? Auf dieser Seite findest du alle Infos zur Ausbildung, zum Beruf, zum Gehalt sowie freie Ausbildungsstellen.
Als Rechtsanwaltsfachangestellte/r sorgst du dafür, dass der Alltag in der Kanzlei reibungslos funktioniert. Du arbeitest eng mit Rechtsanwälten zusammen, organisierst Abläufe und behältst wichtige Fristen im Blick. Ohne dich würde vieles im Hintergrund nicht laufen – von Terminen bis zu wichtigen Unterlagen.
Dein Arbeitsplatz ist meistens das Büro in der Kanzlei. Dort kümmerst du dich um Schriftverkehr, Telefonate und organisatorische Aufgaben. Gleichzeitig hast du regelmäßig Kontakt mit Mandanten, Gerichten oder Behörden. Du bist also nicht nur „im Hintergrund“, sondern auch eine wichtige Ansprechperson.
Je nach Kanzlei kann dein Aufgabenbereich etwas unterschiedlich aussehen. In kleineren Kanzleien übernimmst du oft viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig, während du in größeren Kanzleien stärker auf bestimmte Bereiche spezialisiert bist.
Ein typischer Arbeitstag als Rechtsanwaltsfachangestellter beginnt oft damit, dass du den Posteingang prüfst – also E-Mails, Briefe oder Gerichtspost. Danach planst du Termine, bereitest Unterlagen vor oder telefonierst mit Mandanten, Gerichten oder Behörden.
Im Laufe des Tages wechselst du häufig zwischen verschiedenen Aufgaben. Du schreibst Schriftsätze, kümmerst dich um Akten, organisierst Termine und behältst Fristen im Blick. Gerade das Fristenmanagement ist besonders wichtig: Wenn eine Frist verpasst wird, kann das große Konsequenzen haben.
Der Beruf kann zeitweise stressig sein, vor allem wenn viele Fristen gleichzeitig laufen oder kurzfristig Termine organisiert werden müssen. Du musst dann den Überblick behalten und sehr genau arbeiten.
Gleichzeitig ist der Job gut planbar: Anders als in vielen anderen Berufen gibt es meist keine Schichtarbeit oder Wochenendarbeit. Die Arbeitszeiten sind in der Regel feste Bürozeiten.
Die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten ist eine klassische duale Ausbildung. Das bedeutet: Du arbeitest in einer Anwaltskanzlei und gehst parallel in die Berufsschule.
Insgesamt dauert die Ausbildung in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du sie auch verkürzen, zum Beispiel bei guten Leistungen oder mit (Fach-)Abitur.
Im Betrieb lernst du den praktischen Alltag in der Kanzlei kennen, während dir in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen vermittelt werden.
Die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gilt nicht als besonders schwer, aber zumindest als anspruchsvoll. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) lag die Abbruchquote 2024 bei etwa 34,2 % und damit über dem Durchschnitt vieler dualer Ausbildungen. Viele merken im Laufe der Ausbildung, dass ihnen der Beruf nicht liegt oder sie sich den Alltag anders vorgestellt haben.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Wer dranbleibt, hat sehr gute Chancen, die Ausbildung zu schaffen. Rund 90,9 % bestehen die Abschlussprüfung, was ebenfalls über dem Durchschnitt vieler Ausbildungen liegt.
Der Grund dafür: Die Inhalte sind gut machbar, aber der Arbeitsalltag verlangt viel Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Wenn du sorgfältig arbeitest, organisiert bist und den Überblick behältst, kannst du die Ausbildung erfolgreich meistern.
In der Ausbildung lernst du alles, was du für die Arbeit in einer Kanzlei brauchst. Von rechtlichen Grundlagen bis hin zu Organisation und Abrechnung.
Typische Inhalte sind:
Während deiner Ausbildung legst du mehrere Prüfungen ab, um dein Wissen und deine Fähigkeiten zu zeigen.
In den Prüfungen geht es zum Beispiel um:
Wenn du die Abschlussprüfung bestehst, bist du offiziell Rechtsanwaltsfachangestellte/r.
Brauchst du Hilfe bei der Prüfungsvorbereitung? Dann wirf mal einen Blick in unseren Ratgeber. Dort findest nützliche Tipps und wichtige Tricks, damit du perfekt auf deine Prüfungsphase vorbereitet bist.
Für die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten brauchst du keinen perfekten Notendurchschnitt. Viel wichtiger ist, dass du sorgfältig arbeitest und ein gutes Organisationstalent mitbringst.
Rein rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Kanzleien aber Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder (Fach-)Abitur ein.
Da du im Job viel Verantwortung hast – vor allem bei Fristen und wichtigen Dokumenten – kommt es besonders auf Genauigkeit und Zuverlässigkeit an.
Das Gehalt als Rechtsanwaltsfachangestellte hängt stark davon ab, wo du arbeitest – zum Beispiel in welcher Stadt, wie groß die Kanzlei ist und ob nach Tarif bezahlt wird. Grundsätzlich gilt: Während der Ausbildung verdienst du schon Geld, danach steigt dein Gehalt mit Erfahrung.
Schon in der Ausbildung bekommst du eine monatliche Vergütung, die mit jedem Jahr ansteigt. Wie viel du genau verdienst, hängt vor allem vom Bundesland und der Kanzlei ab. In größeren Kanzleien oder Städten fällt die Vergütung oft etwas höher aus.
Nach deiner Ausbildung steigst du als Rechtsanwaltsfachangestellte ins Berufsleben ein. Das Einstiegsgehalt ist eher im unteren bis mittleren Bereich angesiedelt.
Mit Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen kann dein Gehalt steigen – vor allem, wenn du mehr Verantwortung übernimmst.
Mögliche Entwicklung:
Nach deiner Ausbildung stehen dir verschiedene Wege offen. Du kannst in der Kanzlei bleiben und dort mehr Verantwortung übernehmen oder dich gezielt weiterbilden.
Viele Rechtsanwaltsfachangestellte arbeiten mehrere Jahre im Beruf und entwickeln sich Schritt für Schritt weiter – zum Beispiel durch mehr Verantwortung bei Fällen, Mandanten oder Abrechnungen.
Wenn du dich beruflich weiterentwickeln möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten:
Mit deiner Ausbildung hast du eine gute Grundlage für andere Berufe im Büro- und Verwaltungsbereich.
Mögliche Alternativen sind zum Beispiel:
Die Bewerbung läuft grundsätzlich wie bei anderen Ausbildungsberufen: Du schickst ein Anschreiben, deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse an die Kanzlei. In diesem Beruf achten Arbeitgeber aber besonders auf Sorgfalt, Genauigkeit und deine Ausdrucksweise.
Warum? Weil du später mit wichtigen Dokumenten arbeitest, Fristen überwachst und oft schriftlich kommunizierst. Fehler können hier schnell größere Folgen haben. Deshalb zählt bei deiner Bewerbung jedes Detail.
Aber auch ein gepflegtes Erscheinungsbild und ein höflicher Umgang sind wichtig. Schließlich hast du später viel Kontakt mit Mandanten, Gerichten und Behörden.
Alles rund um Aufbau, Formulierungen und typische Fehler findest du in unserem umfangreichen Bewerbungsratgeber:
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