Duales Studium Rechtspflege machen
Duales Studium Rechtspflege

0 freie Ausbildungsplätze
Empfohlener Schulabschluss (Fach-)Abitur
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Arbeitszeit werktags
1. Ausbildungsjahr 1000-1100 Euro
2. Ausbildungsjahr 1000-1100 Euro
3. Ausbildungsjahr 1000-1100 Euro
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Duales Studium
Rechtspflege

Duales Studium

Das Bild des hammerschwingenden Richters im Gerichtsaal haben wir alle vor Augen. Doch was die meisten nicht wissen: An deutschen Gerichten gibt es gar keinen Hammer. Und mindestens genauso viele wissen nicht, dass nicht nur die Richter Urteile fällen dürfen, sondern auch ihre Kollegen, die Rechtspfleger. Um Rechtspfleger zu werden, musst du übrigens kein langwieriges Jurastudium, sondern ein dreijähriges Duales Studium an einer Fachhochschule absolvieren. Der Vorteil: Du wirst zielgerichtet und extrem praxisnah auf deine zukünftigen Aufgaben der Rechtsprechung am Oberlandesgericht und in der Justizverwaltung vorbereitet. Bestehst du die Abschlussprüfung, kannst du fast sicher davon ausgehen, im gehobenen Justizdienst in der öffentlichen Verwaltung in ein Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Deinen Hammer kannst du also wie gesagt im Werkzeugkasten lassen, mitbringen solltest du für deine Zukunft in der Rechtsbranche einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit. 

Ein duales Studium mit dem Ziel Diplom-Rechtspfleger oder -Rechtspflegerin ist in fachwissenschaftliche und fachpraktische Studienabschnitte unterteilt. Die zeitlichen Spannen können dabei je nach Bundesland, in dem du das Duale Studium absolvierst, variieren. So bist du zunächst für zehn bis elf Monate an der Hochschule, ehe das erste Praxisabenteuer an einem Gericht beginnt. In den drei bis elf Monaten dieser ersten Praxisphase erfährst du hautnah die Unterschiede zwischen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, in der es um Grundbuchsachen, Registersachen, Nachlasssachen, Familiensachen sowie Betreuungssachen geht, und der streitigen Gerichtsbarkeit. Mahnverfahren, Grundstücksversteigerung und Insolvenzverfahren stehen hier an der Tagesordnung. Wie ein Gerichtsvollzieher bist du auch in Sachen Zwangsvollstreckungen mit der Pfändung von Forderungen und sonstigen Vermögensrechten gefragt. In all diesen Fällen kannst du als Rechtspfleger selbstständig in der sogenannten sachlichen Unabhängigkeit arbeiten. Dies bedeutet, dass dir deine Arbeitsschritte selbst nicht vorgebeben werden, dein Chef ist einzig das Recht und Gesetz.

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Doch eigenständiges Arbeiten will gelernt sein. Die vielfältigen Aufgaben und Befugnisse von Rechtspflegern sind im Rechtspflegergesetz festgehalten. Im Vorbereitungsdienst, in dem du ein Anwärter beziehungsweise Rechtspflegeranwärter bist, werden dir deine Aufgaben deshalb natürlich noch zugewiesen und du bekommst die Möglichkeit, dein Wissen anzuwenden und auszutesten. Du bekommst weitere berufspraktische Einblicke und führst Gespräche mit den betroffenen Bürgern, durchforstest Akten und Gesetzestexte und hältst Rücksprachen mit involvierten Anwälten oder Notaren. Am PC füllst du Verträge, Beschlüsse oder Vollstreckungsbescheide aus. So gehen deine Aufgaben in der Rechtspflege also über die hinaus, die etwa ein Justizfachwirt hat. Der Beruf findet definitiv nicht in der stillen Kammer statt, sondern beinhaltet sehr viel Austausch. Dafür benötigst du das Vokabular der Rechtssprache, musst dich gleichzeitig aber auch einfach und verständlich ausdrücken können. 

Wusstest du schon, dass...

  • …du den Beruf Rechtspfleger dem sogenannten Rechtspflegegesetz (RRFLG) zu verdanken hast? Durch dieses wurden den Rechtspflegern und Rechtspflegerinnen Aufgaben zugewiesen, die in der Justiz ursprünglich von Richterinnen und Richtern ausgeführt wurden.
  • …Richter in Deutschland keinen Hammer haben, auch wenn es im Fernsehen oft so dargestellt wird?
  • …ein Frankfurter Richter ein Urteil in Versform verfasste? Er spielte damit auf den Auslöser des Verfahrens – eine in Versform geschriebene Mahnung – an.
  • …die Presse auch als „vierte Gewalt“ bezeichnet wird?
  • …Richter und Rechtspfleger gemeinsam eine Säule der Justiz bilden?

Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis setzt sich auch im weiteren Studienverlauf fort. Zurück an der Hochschule wird deine theoretische Ausbildung für weitere sieben bis acht Monate fortgesetzt. Und wieder wirst du dein neues Wissen in einem weiteren Praxisblock anwenden können und Einblicke in die verschiedenen Rechtsgebiete bekommen. Häufig wird in der Zeit des zweiten fachpraktischen Teils die Diplomarbeit geschrieben. Im letzten Theorieblock bereitest du dich dann auf deine mündliche und schriftliche Abschlussprüfung vor. Bestehst du, bekommst du das Diplom verliehen und kannst nahtlos in den Beruf Rechtspfleger starten und den Justizdienst antreten. Damit bist du nun Beamter oder Beamtin des gehobenen Dienstes. Danach gibt es natürlich noch die Möglichkeit, die Karriereleiter weiter hochzuklettern, beispielsweise zum Justizamtsrat.

Da du später enorm selbstständig arbeiten wirst, benötigst du für das Duale Studium Rechtspflege viel Eigenantrieb und Motivation. Zudem solltest du extrem zuverlässig sein und ein gutes Urteilsvermögen besitzen. Als Rechtspfleger triffst du auf unterschiedlichste Menschen und musst dich auf diese immer wieder neu einstellen. Bei der langwierigen Sichtung der Akten benötigst du zudem viel Konzentrationsvermögen. Klingt ganz nach dir? Wenn du Abitur oder Fachabitur besitzt und gute Noten in den Hauptfächern hast, kannst du dich mit viel Selbstbewusstsein an deine Bewerbung setzen. Übrigens: Als Anwärter musst du während des gesamten Dualen Studiums keine Studiengebühren zahlen. Ganz im Gegenteil, du bekommst von Beginn an eine Besoldung. Dein Gehalt, für das man auch den Begriff Anwärterbezüge benutzt, kann sich wirklich sehen lassen. 

Du solltest Rechtspflege studieren, wenn...

  1. ...es dir leicht fällt, Entscheidungen zu treffen.
  2. ...du geschickt darin bist, anderen komplizierte Dinge zu erklären.
  3. ...dir die hohe berufliche Sicherheit von Beamten und Beamtinnen sehr wichtig ist.

Du solltest auf keinen Fall Rechtspflege studieren, wenn...

  1. ...langes konzentriertes Lesen dir schwer fällt.
  2. ...rechtliche Inhalte dich gar nicht interessieren.
  3. ...du dich nur schwer durchsetzen kannst.

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