Ausbildung als Staatlich anerkannte/r Präparationstechnische/r Assistent/in

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Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: unvergütet
2. Jahr: unvergütet
3. Jahr: unvergütet

Staatlich anerkannte/r Präparationstechnische/r Assistent/in

Erinnerst du dich eigentlich noch an die Biologiesammlung in der Schule? Also diese Schaukästen mit ausgestopften Tieren und medizinischen Präparaten zum Angucken? Manchmal waren sogar noch Fossilien dabei – hübsch eingefasst in ihren Steinen. Werden solche Biologiesammlungen im Unterricht gezeigt, gibt es meistens zwei Arten von Schülern: Die einen finden das super interessant, die anderen ziemlich eklig. Wenn du zu denen gehörst, die diese Ausstellungsstücke total faszinierend fanden, ist der staatlich anerkannte präparationstechnische Assistent bestimmt ein Ausbildungsberuf, der dich interessieren könnte. Wenn du dich für diese Ausbildung entscheidest, darfst du dir die verschiedenen Präparate nicht nur hinter Glas anschauen, sondern stellst sie selbst her. Dafür braucht es nicht nur viel Geduld, sondern auch starke Nerven. Die hast du? Dann lies weiter!    

Um vorab die Formalin- … äh, Formalitäten zu klären: Es handelt sich bei der Ausbildung zum staatlich anerkannten präparationstechnischen Assistenten nicht nur um einen Beruf mit einem sehr langen Namen, sondern um eine sogenannte schulische Ausbildung. Das bedeutet, du verbringst den größten Teil deiner dreijährigen Zeit als Lehrling in einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg, wo du theoretischen und praktischen Unterricht hast. Wer Präparator (so hieß die Ausbildung früher mal) werden möchte, braucht nämlich nicht nur geschickte Finger, sondern muss auch eine ganze Menge Hintergrundwissen haben. Wenn du zum Beispiel eine menschliche Hand so präparieren sollst, dass Medizinstudenten auf den ersten Blick das Dreiecksbein sehen können, musst du natürlich wissen, welcher Handwurzelknochen überhaupt das Dreiecksbein ist. Du bist übrigens auch kein „Assistent“, der einfach nur danebensteht und ab und an bei der Präparation hilft, sondern darfst nach deiner Ausbildung sehr selbstständig arbeiten. Lass dich also nicht vom Namen verwirren. Um deine Präparationstechnik auch außerhalb der Schule zu testen, wirst du ein etwa achtwöchiges Praktikum in einem Museum, einer Universität oder einer wissenschaftlichen Forschungseinrichtung mit dem Schwerpunkt, Biologie, Geologie oder Paläontologie machen. Soviel zu den allgemeinen Berufsinformationen.

Kommen wir nun zu dem, was du in deiner Ausbildung als Präparationsassistent, machen wirst. Deine täglichen Aufgaben hängen vor allem davon ab, welchen Schwerpunkt du dir für deine Ausbildung aussuchst. Es kommen nämlich verschiedene Bildungsgänge für dich in Frage. Du kannst dich zum Beispiel voll auf den Bereich Biologie konzentrieren und Tier- und Pflanzenmaterial vorzeigbar machen. Präparatoren arbeiten aber auch häufig in der geowissenschaftlichen Abteilung von Museen oder Universitäten, wo sie sich um Gesteinsproben und verschiedene Fossilien kümmern. Für den dritten Schwerpunkt, den du wählen kannst, darfst du echt nicht zimperlich sein – denn als präparationstechnische Assistentin hast du auch die Möglichkeit, dich auf die Medizin zu spezialisieren. Das bedeutet, du präparierst (echte) menschliche und tierische Organe, die dann für Forschung und Lehre genutzt werden. Das klingt für manche vielleicht abschreckend, ist aber im Grunde ein Kunsthandwerk. 

Wusstest du schon, dass...

  • Ärzte im Mittelalter gar keine Ahnung von Anatomie hatten? Medizin war damals eher eine religiöse Angelegenheit.
  • Bochum die Hochburg der staatlich anerkannten Präparatoren ist?
  • Präparatoren total wichtig für die wissenschaftliche Forschung sind? Implantate zum Beispiel werden oft zuerst an präparierten Körpern getestet.
  • man die Wissenschaftler, die sich mit allen möglichen Arten von Fossilien beschäftigen, „Paläontologen“ nennt?
  • an ausgestopften Tieren meist nur noch das Fell echt ist? Alles andere wird vom Tierpräparator entfernt und durch künstliches Füllmaterial und ein Kunststoffskelett ersetzt.

Wirst du im medizinischen Bereich tätig, geht es erst einmal darum, den Körper haltbar zu machen – mal nur für ein, zwei Wochen, mal aber auch für viele Monate. Um das hinzukriegen, brauchst du nicht nur medizinisches Fachwissen, um zum Beispiel zu wissen, wie du das Blut eines Toten gegen Konservierungsmittel austauschst, sondern auch gute Chemiekenntnisse. Formalin heißt das Zaubermittel, das den Fäulnisprozess verhindert. Wie viel Formalin du für die Präparation verwendest, entscheidest du jedes Mal aufs Neue. Denn jeder Körper – egal ob Mensch oder Tier – reagiert anders auf die Chemikalien. Falls du dir während eines Präpariervorgangs doch mal unsicher sein solltest, kannst du in einem der vielen Fachbücher nachschlagen. Weil die ganz oft nur auf Englisch geschrieben sind, solltest du die Sprache gut beherrschen. Manchmal richtest du ganze Körper ordentlich her und machst Gewebestrukturen sichtbar, die normalerweise unter der Haut verborgen sind. Medizinstudenten werden dir deine sorgfältige Arbeit in ihren Pathologie- und Anatomiekursen danken. Denn nur, wenn die medizinischen Präparate gut gemacht sind, können unsere Ärzte von morgen lernen, wie man lebende Menschen richtig behandelt.

Weniger formalinlastig sieht deine Ausbildung zum Präparationsassistenten aus, wenn du dich für den geowissenschaftlichen Bereich entscheidest. Dafür wird es hier oft sehr laut (wenn du schon mal eine Steinplatte zersägt hast, wirst du das Geräusch kennen) und sehr staubig. Du halbierst Steine, um ihre Struktur sichtbar zu machen, schleifst vorsichtig Fossilien ab, die Millionen von Jahren alt sein können und zeigst dabei eine Engelsgeduld. Ein Fossil aus seiner steinernen Hülle zu fräsen ist nämlich nicht mal eben an einem Nachmittag gemacht. Ist ein Fundstück nicht mehr vollständig oder zu zerbrechlich, um bearbeitet zu werden, erstellst du als Präparator einen Abguss. Du nimmst die Form des Fossils, gießt sie mit Kunststoffen oder Gips aus und malst das fast fertige Kunstwerk hinterher so an, dass es aussieht wie das Original. Ähnlich verfährst du mit Pflanzen, die du museumsreif machen willst. Du gießt ihnen aus Kunststoff oder Harz einen kleinen Schaukasten, legst das Präparat hinein und füllst die Form so lange auf, bis die Pflanze luftdicht darin verschlossen und fertig zur Präsentation ist.

Du solltest Staatlich anerkannte/r Präparationstechnische/r Assistent/in werden, wenn …
  1. es gerade die Millimeterarbeit ist, die dich an diesem Beruf reizt.
  2. du dich brennend für Medizin, Biologie oder Geologie interessierst.
  3. dein späterer Beruf viel mit der neuesten wissenschaftlicher Forschung zu tun haben soll.
Du solltest auf keinen Fall Staatlich anerkannte/r Präparationstechnische/r Assistent/in werden, wenn …
  1. dein Magen sehr empfindlich ist.
  2. du nicht gerade „hier!“ gerufen hast, als die Gabe der Geduld verteilt wurde.
  3. dir beim bloßen Gedanken an tote Körper schon schlecht wird.
Das Staatlich anerkannte/r Präparationstechnische/r Assistent/in-Quiz
Frage / 3

Was ist die Oberjura?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, die Oberjura ist eine Periode in der Geochronologie der Erdgeschichte. Die Jura begann vor ungefähr 201 Millionen Jahren und endete vor rund 145 Millionen Jahren.
Richtig! Die Oberjura ist eine Periode in der Geochronologie der Erdgeschichte. Die Jura begann vor ungefähr 201 Millionen Jahren und endete vor rund 145 Millionen Jahren.

Was legte der Künstler Damien Hirst zu Kunstzwecken in Formalin ein?

Leider falsch! Damien Hirst legte einen Hai zu Kunstzwecken in Formalin ein. Der Name des Kunstwerks lautete: „The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“ (auf deutsch: „Die physische Unmgöglichkeit des Todes in der Vorstellung eines Lebenden”).
Richtig! Damien Hirst legte einen Hai zu Kunstzwecken in Formalin ein. Der Name des Kunstwerks lautete: „The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living“ (auf deutsch: „Die physische Unmgöglichkeit des Todes in der Vorstellung eines Lebenden”).

Welche Technik wird nicht benutzt, um Pflanzenpräparate herzustellen?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 3, die Kranichtechnik wird nicht benutzt, um Pflanzenpräparate herzustellen.
Richtig! Die Kranichtechnik wird nicht benutzt, um Pflanzenpräparate herzustellen.
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Dieses Profil wurde von Laura geschrieben
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