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#BERUFSORIENTIERUNG
27.4.2026

Ausbildung oder Studium?

Ausbildung oder Studium – was passt besser zu dir? Während du in der Ausbildung direkt ins Berufsleben startest, bietet dir ein Studium mehr theoretische Tiefe. Welche Option die richtige ist, hängt von deinen Zielen, Stärken und deinem Wunsch-Alltag ab.

Bild für Artikel: Ausbildung oder Studium?

Die Entscheidung zwischen Ausbildung und Studium gehört zu den wichtigsten Fragen nach der Schule – und gleichzeitig zu den schwierigsten.

In diesem Artikel erfährst du:

  • wann eine Ausbildung sinnvoll ist
  • wann sich ein Studium eher lohnt
  • wie du herausfindest, welcher Weg wirklich zu dir passt

Ausbildung vs. Studium im Vergleich

Gehalt: In einer Ausbildung verdienst du von Anfang an Geld. Im Studium hast du dagegen meist kein festes Einkommen und musst dich selbst finanzieren, zum Beispiel durch Nebenjobs oder Unterstützung.

Alltag: Während der Ausbildung hast du feste Arbeitszeiten im Betrieb und einen klar geregelten Tagesablauf. Im Studium bist du deutlich flexibler, hast aber auch feste Pflichtvorlesungen.

Praxis vs. Theorie: In der Ausbildung arbeitest du von Anfang an praktisch im Beruf mit. Im Studium steht meist die Theorie im Vordergrund, auch wenn es je nach Fach Praktika oder Praxisphasen gibt.

Lernweise: Die Ausbildung ist stark anwendungsbezogen, du lernst vor allem das, was du später im Job brauchst – in der Berufsschule können aber auch mal klassische Schulfächer auf dem Stundenplan stehen. Im Studium setzt du dich intensiver mit theoretischen und wissenschaftlichen Inhalten auseinander.

Dauer: Eine Ausbildung dauert in der Regel zwischen 2 und 3,5 Jahren. Ein Studium dauert meist mindestens 3 Jahre (Bachelor) und oft länger, wenn du noch einen Master anschließt.

Karrierewege: Mit einer Ausbildung kannst du dich gezielt weiterbilden, zum Beispiel zum Meister, Techniker oder Fachwirt. Ein Studium eröffnet dir je nach Fach oft andere oder breitere Karrierewege – beide Wege können aber zu guten Jobchancen führen.

Ausbildung oder Studium – was passt zu dir?

Wichtig ist: Es gibt keinen „besseren“ Weg – sondern nur den, der besser zu dir passt. Ob eine Ausbildung oder ein Studium besser zu dir passt, hängt vor allem davon ab, wie du lernst, arbeitest und dir deinen Alltag vorstellst. Denn die Unterschiede liegen nicht nur im Abschluss, sondern auch darin, wie dein Leben in den nächsten Jahren aussieht.

Eine Ausbildung passt oft besser zu dir, wenn du:

  • möglichst früh dein eigenes Geld verdienen willst
  • lieber praktisch arbeitest als lange theoretisch zu lernen
  • klare Strukturen und feste Arbeitszeiten magst
  • direkt in einen konkreten Beruf einsteigen möchtest 

Ein Studium passt oft besser zu dir, wenn du:

  • dich intensiv mit einem Thema beschäftigen willst
  • gerne selbstständig und flexibel lernst
  • dir verschiedene berufliche Wege offenhalten möchtest
  • bereit bist, erst mal weiter die Schulbank zu drücken

Gehalt – wo verdient man mehr?

Oft wird gesagt: Mit einem Studium kannst du mehr verdienen. Tatsächlich ist das in der Praxis aber gar nicht so. Vor allem Studiengänge, die eher breit aufgestellt und nicht auf ein spezifisches Berufsbild ausgelegt sind, fangen häufig sogar mit weniger Einstiegsgehalt an als so manche Ausbildungsberufe. Hier ist es nämlich so, dass man sich erstmal auf ein bestimmtes Berufsbild spezialisieren und sich dann die notwendigen Fähigkeiten selbst aneignen muss. 

Mit einem Meister oder Techniker verdient man meistens mindestens genauso viel wie mit einem Studium, weil das mittlerweile in der Praxis sogar mit einem Studienabschluss gleichgesetzt wird. (Statistisches Bundesamt)

Das berichten auch viele Reddit-User:

"Während meine "kumpels" alle ihre jahre verstudiert haben mit ihren BWL und wasweiss ich nicht "generic, alle machens" studiengängen, natürlich verlängert, war ich schon jahre arbeiten und WEIT vorraus was geld verdienen & erfahrung sammeln anging."

Habe Schule immer gehasst und hatte keine Lust auf ein Studium. Außerdem wollte ich Geld verdienen. Verdiene mittlerweile mehr, als meine Freunde, die studiert habe und verdiene auch schon zig Jahre länger.”

Ausbildung und Studium – was oft unterschätzt wird

Viele Infos zu Ausbildung und Studium klingen erstmal ziemlich eindeutig: Hier Praxis, da Theorie, hier Geld, da Freiheit. In der Realität fühlt sich das Ganze aber oft anders an, als man es vorher erwartet.

Bei einer Ausbildung merken viele relativ schnell, dass sie nicht mehr in der Schule sind. Der Alltag ist fester, beginnt oft früh und lässt sich kaum spontan verändern. Man ist direkt Teil des Betriebs – mit echten Aufgaben, aber eben auch mit Routinen, die nicht immer spannend sind. Gerade am Anfang gehört auch einiges dazu, was weniger mit „Traumberuf“ zu tun hat, sondern einfach gemacht werden muss.

Ein Studium wird oft mit Freiheit verbunden – und die gibt es auch. Gleichzeitig bedeutet das aber, dass man sich selbst organisieren muss. Es gibt niemanden, der einen täglich antreibt oder kontrolliert. Manche kommen damit sehr gut klar, andere verlieren sich eher darin. Dazu kommt: Ein festes Einkommen gibt es in der Regel nicht, viele arbeiten nebenbei, um über die Runden zu kommen. Auch die Inhalte sind nicht immer so greifbar, wie man es sich vorstellt. Vieles ist theoretisch, teilweise abstrakt – und es dauert oft eine Weile, bis man versteht, wofür man das später eigentlich braucht.

Vor allem die Selbstorganisation im Studium ist oft schwierig, von dieser Erfahrung berichten auch viele Reddit-User:

Ich habe mehrere Studiengänge angefangen, aber es war eine Katastrophe. (…) Mit 20 war ich nicht so weit mich selbst zu organisieren für ein Studium, jetzt mit Ende 20 würde ich es mir zu trauen.”

Ich hatte sogar studiert, aber irgendwann gemerkt das die Form des Studiums einfach nichts für mich ist. Viel Theorie und das meiste im Eigenstudium hat mir einfach nicht gefallen, einen geregelten Tagesablauf gab es durch die komischen Zeiten der Uni (Teilweise bis 20:00Uhr mit Pausen mittendrin) auch nicht wirklich. Ich habe dann auf die Ausbildung gewechselt, allerdings im selben Bereich, da ich einfach ein eher praktischer Mensch bin.”

Duales Studium (Ausbildung + Studium)

Ein (ausbildungsintegriertes) duales Studium kombiniert eine betriebliche Ausbildung mit einem Hochschulstudium. Hier hast du dann quasi die Vorteile aus beiden Welten: Im Betrieb sammelst du praktische Erfahrung, an der Hochschule lernst du die passenden theoretischen Inhalte. Am Ende deines Studiums kannst du dann sogar zwei Abschlüsse vorweisen: Deinen Bachelor und deinen anerkannten Ausbildungsberuf, den du während deiner Praxisphase gelernt hast. Dafür schreibst du aber auch zwei Prüfungen – das heißt doppelte Belastung. Sei dir dabei also sicher, denn zwei bis drei Monate Semesterferien wie bei einem normalen Studium gibt es nicht. Ein duales Studium eignet sich für dich also besonders , wenn du Praxis und Theorie verbinden und früh Berufserfahrung sammeln willst und bereit bist, eine höhere Belastung in Kauf zu nehmen.

Jetzt kennst du einige Gründe für eine Ausbildung und einige für ein Studium. Hat dir das in deiner Entscheidung geholfen? Was sagt dir dein Bauchgefühl? Verrate es uns.

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Physiotherapie - Ausbildung oder Studium?

Mit einer Ausbildung als Physiotherapeut/in arbeitest du in der Regel direkt in einer Praxis, Klinik oder Reha-Einrichtung und behandelst Patienten im Alltag. Typisch sind feste Abläufe, viele Behandlungen pro Tag und ein klar strukturierter Arbeitsalltag. Wenn du Physiotherapie studierst, arbeitest du zwar auch mit Patienten – hast aber zusätzlich andere Optionen: Du kannst zum Beispiel Therapiepläne wissenschaftlich entwickeln, in der Prävention arbeiten oder später in Richtung Management, Lehre oder Forschung gehen. 

Logopädie - Ausbildung oder Studium?

Mit einer Ausbildung als Logopäde/in arbeitest du nach dem Abschluss meist praktisch in einer Praxis oder Klinik und behandelst Patienten nach ärztlicher Verordnung. Mit einem Studium (als als duales Studium Logopädie möglich), hast du zusätzlich die Möglichkeit, dich wissenschaftlich zu spezialisieren, neue Therapiekonzepte zu entwickeln oder an anderen wissenschaftlichen Projekten mitzuwirken.

Steuerberater - Ausbildung oder Studium?

Der Weg zum Steuerberater ist sowohl über eine Ausbildung als auch über ein Studium möglich – unterscheidet sich aber deutlich in der Dauer. Über die Ausbildung (z. B. Steuerfachangestellte/r) arbeitest du früh in der Praxis und verdienst Geld, brauchst aber meist 9–11 Jahre bis zur Prüfung. Mit einem (dualen) Studium z. B. Steuern und Prüfungswesen oder BWL erreichst du die Steuerberaterprüfung oft schneller, nämlich in etwa 5–7 Jahren.

Fluglotse - Ausbildung oder Studium?

Um Fluglotse/-lotsin zu werden, brauchst du immer die spezielle Ausbildung bei der DFS (Deutsche Flugsicherung). Zwar kannst du bei der DFS auch ein duales Studium zum Fluglotsen machen, das ersetzt die Ausbildung aber nicht, sondern kombiniert sie mit dem englischsprachigen Studiengang Air Traffic Management, das dir zusätzliches Fachwissen aus der Betriebswirtschaft liefert, sodass du am Ende eine Doppelqualifikation aus Fluglotsenausbildung und BWL-Hochschulstudium mit Fokus auf Luftverkehr hast. Aber: Entscheidend für den Beruf ist vor allem die spezielle Fluglotsen-Ausbildung.


Über die Autorin:

Larissa hat sich damals für ein Studium entschieden. Seitdem sie für Ausbildung.de arbeitet, denkt sie sich aber oft: “Hätte ich mal eine Ausbildung gemacht”.