Ausbildung als Steuerfachangestellte/r

Mit freundlicher Unterstützung von Deloitte.

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?
Verdienst:
1. Jahr: 800 Euro
2. Jahr: 850 Euro
3. Jahr: 950 Euro

Steuerfachangestellte/r

Etwa 50 Prozent aller Steuerzahler sind dazu verpflichtet, pro Kalenderjahr eine Einkommenssteuererklärung abzugeben und damit ihre Einnahmen und Ausgaben offenzulegen. Von den vielen Fremdwörtern, Zahlen und Feldern sind viele überfordert: Was muss wie und in welcher Form angegeben werden? Eine Frage, die auf unzählige Einzelfälle zutrifft – und die Steuerfachangestellte individuell beantworten können.

Was macht eine Steuerfachangestellte?

Mandanten betreuen und beraten: Als Steuerfachangestellte bist du Expertin für steuerliche und betriebswirtschaftliche Belange und die Ansprechpartnerin für deine Mandanten. Zudem berätst du sie und empfiehlst ihnen mögliche Handlungen, um ihre finanzielle Situation zu verbessern – zum Beispiel, welche Steuerabgaben sich die Klienten im Nachhinein zurückholen können. Dazu planst du die Mandantenbesprechungen terminlich ein, bist für die Vor- und Nachbereitung zuständig und begleitest sie gegebenenfalls bei Betriebsprüfungen.

Buchführung von Mandanten erledigen: Die Mandanten stellen Daten und Belege wie zum Beispiel ein Kassenbuch, Rechnungen und Bankbelege zur Verfügung, die von der Steuerfachangestellten überprüft und zu einer ordnungsgemäßen Buchführung weiterverarbeitet werden. Außerdem musst du eigenständig erstellte Buchführungen von Mandanten auf Richtigkeit überprüfen. Für eine gute, übersichtliche Dokumentation legst du für jeden Mandanten eine Akte an, die du fortgehend pflegst.

Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresabschlüsse erstellen : Eine besonders wichtige Aufgabe ist es, Mandanten bei dem Erstellen der Steuererklärung und Jahresabschlüsse zu helfen oder diese zu überprüfen. Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Auswertungen wie zum Beispiel Lohnsteueranmeldungen oder Umsatzsteuerjahreserklärungen.

Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen : Zu den typischen Aufgaben gehört es auch, Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bei den Sozialversicherungsträgern an- und abzumelden, wenn sie einen Job beginnen oder beenden, damit sie gesetzeskonform versichert sind. Außerdem berechnen Steuerfachangestellte die zu leistende Lohnsteuer, Kirchensteuer und die Sozialabgaben. Diese ist beispielsweise vom Einkommen oder dem Familienstand abhängig.

 

Deine Aufgaben auf einen Blick

- Mandanten betreuen und beraten

- Buchführung von Mandanten erledigen

- Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresabschlüsse erstellen

- Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen

- Organisatorische und kaufmännische Tätigkeiten übernehmen

Was ist der Unterschied zwischen einer Steuerfachangestellten und einem Steuerberater?

Nach einer Ausbildung zur Steuerfachangestellten arbeitest du oft für Steuerberater und unterstützt sie bei ihren Tätigkeiten. Der genaue Unterschied: Um Steuerberater zu werden, muss eine extra Prüfung abgelegt werden. Diese ist allerdings erst nach mindestens zehn Jahren Berufserfahrung oder einem vorangegangenen Studium der Betriebswirtschaft oder Volkswirtschaft möglich. Als Steuerberater kannst du dich dann auch selbstständig machen – als Steuerfachangestellte nicht.

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freie Ausbildungsplätze als Steuerfachangestellte/r

Insider: Die Steuerfachangestellten bei Deloitte

Bei Deloitte arbeiten Steuer-Profis aus mehr als 150 Ländern und betreuen so Mandanten und Mandantinnen auf der ganzen Welt. Du bist als Steuerfachangestellte oder Steuerfachangestellter also für ein international agierendes Unternehmen tätig. Nach deiner Ausbildung wirkst du im Geschäftsbereich Tax bei Projekten und Mandantenaufträgen mit und erhältst eigene Verantwortungsbereiche. Du erstellst Steuererklärungen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen und Jahresabschlüsse. Zu deinen Aufgaben gehört auch die Prüfung von Steuerbescheiden und die Kommunikation mit Finanzämtern und Mandanten. Dabei hältst du dich immer auf dem neuesten Stand, was Gesetze, Fristen und Regelungen angeht und arbeitest auch mit Expertinnen und Experten aus anderen Fachdisziplinen zusammen. Generell ist das Arbeitsumfeld bei Deloitte sehr teamorientiert. Gleichzeitig bietet dir das Unternehmen vielfältige Karrieremöglichkeiten.

Warum sollte man Steuerfachangestellte werden?

Als Steuerfachangestellte befindest du dich insicheren Arbeitsverhältnissen mit geregelten Arbeitszeiten und einem festgelegten Verdienst. Deine Perspektiven sind vielfältig, da Finanzen und Steuern in vielen Bereichen und verschiedenen Unternehmen eine wichtige Rolle spielen und es deshalb viele Stellen in der Branche gibt. Außerdem bietet eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gute Weiterbildungsmöglichkeiten: zum Beispiel eine Aufstiegsweiterbildung zum Steuerfachwirt oder ein Studium im Bereich Steuern und Finanzen.

Wo kann ich als Steuerfachangestellte arbeiten?

Steuerfachangestellte arbeiten in der Regel in Büros – zum Beispiel in Kanzleien von Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern. Sie sind auch bei Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften anzutreffen oder in Wirtschaftsunternehmen aus entsprechenden Bereichen.

Deine Einsatzorte auf einen Blick

- in Kanzleien von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern sowie vereidigten Buchprüfern

- In Steuerberatungs-, Wirtschaftsprüfungs- und Buchprüfungsgesellschaften

- Bei Wirtschaftsunternehmen in den Bereichen Rechnungswesen, Buchführung oder Personalsachbearbeitung

Wie sind die Arbeitszeiten als Steuerfachangestellte?

Die Arbeitszeiten und der Stundenumfang sind vom jeweiligen Arbeitgeber abhängig. In der Regel wird werktags und zu festgelegten Zeiten gearbeitet.

Welche Arbeitskleidung tragen Steuerfachangestellte?

Als angehende Steuerfachangestellte solltest du wegen des engen Kundenkontaktes in den meisten Kanzleien und Wirtschaftsunternehmen auf den Business-Stil – in der Branche darf es schonmal etwas schicker sein.

Was muss ich für ein Typ sein, um Steuerfachangestellte zu werden?

Zahlengenie : Mathe war in der Schule dein Lieblingsfach und du hast keine Angst vor dem Umgang mit Zahlen. Auch bei umfangreichen Kostenabrechnungen behältst du den Überblick und die Prozentrechnung, die du zum Verrechnen von Steuersätzen brauchst, beherrscht du im Schlaf.

Organisationstalent : Deine gute Organisation und Struktur hilft dir dabei, komplizierte Sachverhalte im Zuge von Paragrafen und Gesetzestexten richtig einzuordnen und zu verstehen. Deshalb kannst du auch unter Zeitdruck gut arbeiten.

Perfektionist: Du bist dir deiner Pflichten stets bewusst und arbeitest mit großer Sorgfalt. Deine Aufgaben meisterst du immer mit größter Konzentration zur Richtigkeit.

Insider: Die Ausbildung bei Deloitte

Deloitte bietet die Ausbildung zur oder zum Steuerfachangestellten an acht Standorten in Deutschland an: in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, Mannheim, München und Stuttgart. Unabhängig davon, wo du deine Ausbildung machst, wirst du individuell gefördert und bekommst einen Paten oder eine Patin zur Seite gestellt. Während der Ausbildung durchläufst du verschiedene steuerliche Fachbereiche, darfst früh Verantwortung übernehmen und an Projekten mitarbeiten.

Deloitte setzt auf flexible Arbeitszeiten: Auch für dich als Azubi gilt eine Gleitzeitregelung und du darfst nach Absprache an einzelnen Tagen remote arbeiten. An zwei Tagen in der Woche gehst du zur Berufsschule, die nah an deinem Praxisstandort ist. Hier hast du in der Woche einen kurzen und einen langen Berufsschultag. Du kannst bei Deloitte übrigens auch zusätzlich zur Ausbildung ein Studium machen: Bei der Dualen Ausbildung Plus beginnst du nach dem ersten oder zweiten Ausbildungsjahr dein BA-Studium und besuchst abends und am Samstag Vorlesungen. Bei der Trialen Ausbildung studierst du von Anfang an neben der Ausbildung zur Steuerfachangestellten und hast an einem Tag in der Woche Uni.

Wusstest du schon, dass...

  • für die Steuererklärung von Bill Gates wegen der hohen Zahlen mal ein eigener Rechner benötigt wurde?
  • es zu Zeiten Peters des Großen eine spezielle Steuer für Bartträger gab?
  • in Deutschland Kaffee und Tee steuerrechtlich als Grundnahrungsmittel gelten – Mineralwasser aber nicht?
  • du 200% Steuern zahlen musst, wenn du Tabakwaren ins Königreich Bhutan mitnehmen möchtest? Es ist nämlich das erste nikotinfreie Land der Welt.
  • 1% der kalifornischen Einwohner 50% Steuern zahlt?

Wie läuft die Ausbildung als Steuerfachangestellte ab?

Die duale Ausbildung zur Steuerfachangestellten dauert drei Jahre und findet parallel im Ausbildungsbetrieb – also einer Steuerberater- oder Wirtschaftsprüferkanzlei – und in der Berufsschule statt. Die Berufsschule besuchen die Auszubildenden an festen Tagen in der Woche oder im Block.

Das erste und zweite Ausbildungsjahr bilden inhaltlich eine Einheit und vermitteln den größten Teil der Ausbildungsinhalte. Hier lernst du alles über die wichtigen Grundlagen der allgemeinen Wirtschaftslehre, Steuerlehre und Rechnungswesen. Da die Inhalte sehr komplex sind, werden im dritten Jahr vor allem die Kenntnisse aus den vorigen beiden Jahren vertieft. Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvieren die Auszubildenden eine Zwischenprüfung. Die Abschlussprüfung erfolgt dann nach dem Ende der dreijährigen Ausbildung.

Was lernt eine Steuerfachangestellte in der Berufsschule?

1. und 2. Ausbildungsjahr

1. Lernfeld:

Allgemeine Wirtschaftslehre: Damit die Auszubildenden die Aufgaben des Berufsfelds wie zum Beispiel der betriebswirtschaftlichen Beratung bald beherrschen können, lernen sie in der Berufsschule die Grundlagen der allgemeinen Wirtschaftslehre kennen. Diese bietet Antworten auf Fragen wie „Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es in der Wirtschaft?“ oder „Was gibt es für Finanzierungsarten?“.

2. Lernfeld:

Steuerlehre: Für die Steuererklärung sind Kenntnisse der Steuerlehre unumgänglich. Dazu gehört zum Beispiel das Steuerrecht als Grundlage und Regel für die Aufgaben im Beruf. Darauf basierend lernen die Auszubildenden, welcher Arbeitnehmer oder welche Arbeitnehmerin beziehungsweise welches Unternehmen wie viele Steuern zahlen muss. Ein verheirateter Arbeitnehmer ist nämlich abhängig vom Einkommen des Ehepartners in einer anderen Steuerklasse als etwa eine alleinlebende Frau.

 

3. Lernfeld:

Rechnungswesen: Auch das Rechnungswesen bildet als Teilgebiet der allgemeinen Wirtschaftslehre eine wichtige Grundlage für den Beruf der Steuerfachangestellten – zum Beispiel für die Prüfung vom Jahresabschluss eines Unternehmens. Mithilfe des Rechnungswesens können Geld- und Leistungsströme systematisch erfasst und überwacht werden.

3. Ausbildungsjahr

Da die Ausbildungsinhalte aus dem ersten und zweiten Jahr sehr komplex sind, dient das dritte Jahr überwiegend zur Vertiefung der Kenntnisse. In der Berufsschule kommen demnach keine neuen Inhalte hinzu – vielmehr bereitet sie die Auszubildenden im letzten Abschnitt ihrer Berufsausbildung optimal auf die Abschlussprüfung vor.

Was lernt ein Steuerfachangestellte in der Praxis?

Im ersten Ausbildungsjahr lernen die Auszubildenden in der Praxis die betreffenden Gesetze und Grundlagen des Personalwesens und Arbeits- und Sozialrechts kennen, auf deren Basis sie die Aufgaben als angehende Steuerfachangestellte bearbeiten.

Für die Buchführung gelten spezielle Vorschriften und Techniken, die du in der Ausbildung kennenlernen wirst. Außerdem lernst du in der Kanzlei beziehungsweise dem Unternehmen die Abgabenordnung und den Umgang mit Umsatzsteuer und Einkommenssteuer kennen. Die praktische Anwendung und der Einblick in die Steuerarbeit für reale Mandanten hilft dir, die Hintergründe und die Anwendung des theoretischen Wissens aus der Berufsschule besser nachzuvollziehen.

Neben dem Vertiefen der Kenntnisse aus dem ersten und zweiten Ausbildungsjahr, vermittelt dir der Ausbildungsbetrieb im dritten Ausbildungsjahr Kenntnisse über die Lohn- und Gehaltsabrechnung. Außerdem lernst du, wie die Rechnungslegung funktioniert – das ist die Information über die Lage und Entwicklung eines Unternehmens beziehungsweise die Rechenschaft über die Verwendung von finanziellen Mitteln.

Du solltest Steuerfachangestellte/r werden, wenn …
  1. du Menschen dabei helfen möchtest, sich im Steuerdschungel zurechtzufinden.
  2. sorgfältiges, genaues Arbeiten dich glücklich macht.
  3. du gerne mit Zahlen und Gesetzen umgehst.
Du solltest auf keinen Fall Steuerfachangestellte/r werden, wenn …
  1. du eher kreativ als analytisch denkst.
  2. du eine Plaudertasche bist und keine Geheimnisse für dich behalten kannst.
  3. du sehr schüchtern bist und ungern mit fremden Menschen redest.