Ausbildung Sozialversicherungsfachangestellte: Freie Plätze & Gehalt

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Sozialversicherungsfachangestellte/r

Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung – das sind die fünf Säulen der Sozialversicherung in Deutschland. In der Ausbildung zum bzw. zur Sozialversicherungsfachangestellten lernst du, was es mit diesen Versicherungsarten auf sich hat. Gleichzeitig hilfst du den Menschen dabei, die zu ihnen passenden Versicherungsarten zu finden.

Sozialversicherungsfachangestellter arbeitet am PC.

Welche Versicherungstypen gibt es?

Die Sozialversicherung schützt uns vor allgemeinen Risiken wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit. In der Ausbildung zum bzw. zur Sozialversicherungsfachangestellten wirst du dich auf eine der fünf Fachrichtungen spezialisieren:

  • allgemeine Krankenversicherung
  • knappschaftliche Sozialversicherung
  • landwirtschaftliche Sozialversicherung
  • Rentenversicherung
  • Unfallversicherung

Allgemeine Krankenversicherung:

In dieser Fachrichtung kümmerst du dich um alle Themen rund um die gesetzliche Krankenversicherung. Du berätst Kunden, z. B. zu ihren Versicherungsverhältnissen, oder prüfst ihre finanzielle Absicherung im Krankheits- oder Pflegefall. Außerdem informierst du sie über Versicherungsleistungen und Zusatzangebote wie Fitnesskurse zur Gesundheitsvorsorge. Als Sozialversicherungsfachangestellte bearbeitet man auch die Leistungsanträge – in enger Zusammenarbeit mit Vertragspartnern wie Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. 

Knappschaftliche Sozialversicherung:

Die knappschaftliche Sozialversicherung umfasst sowohl die Kranken- und Pflege- als auch die Rentenversicherung. Beispielsweise berechnet man hier die zu zahlenden Beiträge der Mitglieder. Außerdem betreut man alle geringfügig Beschäftigten in der Minijob-Zentrale und wickelt das Melde- und Beitragsverfahren ab. 

Landwirtschaftliche Sozialversicherung:

Du bist Ansprechpartner für Landwirte in allen Fragen zur landwirtschaftlichen Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung. Dabei beurteilst du unter anderem die Versicherungsverhältnisse von Landwirten und deren Familienangehörigen. Zur Arbeit gehören auch die Veranlassung von Beitragszahlungen und die Überwachung von Beitragseingängen. 

Rentenversicherung:

Gesetzliche Rentenversicherung und medizinische Rehabilitation sind hier der Verantwortungsbereich von Sozialversicherungsfachangestellten. Es geht um die finanzielle Absicherung im Alter sowie um die Erhaltung, Besserung und Wiederherstellung der Erwerbstätigkeit. Im Job bearbeitet man Anträge auf Rente und Leistungen zur beruflichen und medizinischen Rehabilitation, man berechnet Rentenzahlungen sowie Übergangsgelder und veranlasst Überweisungen an die Versicherten. 

Unfallversicherung:

Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten kommt die Unfallversicherung ins Spiel. In solchen Fällen werden die Leistungsansprüche festgestellt und Geldleistungen an die Versicherten veranlasst. Sind Heilbehandlungen nötig, prüft man die Rechnungen über die medizinischen Leistungen, um diese zu übernehmen bzw. zu erstatten. 

Was macht eine Sozialversicherungsfachangestellte?

Sozialversicherungsfachangestellte prüfen Anträge, z. B. für die Rentenversicherung. Dabei berücksichtigen sie Ansprüche, Mindestversicherungszeiten und Pflichtbeiträge. Wenn Kunden vergessen haben, wichtige Angaben  zu machen, meldest du dich telefonisch oder postalisch bei ihnen, um sie zu erinnern. Das hilft dabei, Versicherungsverhältnisse zu klären. 

In diesem Zusammenhang kommt auch die Kundenberatung ins Spiel, weil Sozialversicherungsfachangestellte ihre Kunden sowohl über normale Ansprüche aber auch über Zusatzleistungen informieren müssen. Wenn Anträge eingegangen sind, übernimmst du die Daten ins System, bearbeitest sie und veranlasst bzw. bewilligst entsprechende Leistungen.

Die Aufgaben von Sozialversicherungsfachangestellten

  • Anspruchsvoraussetzungen feststellen
  • Versicherungsverhältnisse klären
  • Kunden beraten
  • Anträge bearbeiten
  • Leistungen berechnen

Warum sollte man Sozialversicherungsfachangestellte werden?

In Deutschland herrscht Versicherungspflicht, was bedeutet, dass jeder deutsche Bürger eine Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung abschließen muss. Für Sozialversicherungsfachangestellte bietet sich also ein großes Beschäftigungsfeld. Außerdem profitierst du in diesem Beruf schon in der Ausbildung von einem guten Gehalt. Auch die Vergütung nach der Ausbildung liegt über dem Durchschnitt. 

Wo kann ich als Sozialversicherungsfachangestellte arbeiten?

Je nach gewählter Fachrichtung bist du auch bei unterschiedlichen Sozialversicherungsträgern im Einsatz. So kannst du bei beispielsweise bei gesetzlichen Krankenkassen, knappschaftlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen, landwirtschaftlichen Kranken- oder Unfallkassen, gesetzlichen Rentenversicherungsträgern oder bei gesetzlichen Unfallversicherungsträgern arbeiten. 

Wie sind die Arbeitszeiten als Sozialversicherungsfachangestellte?

Als Sozialversicherungsfachangestellte arbeitet man von Montag bis Freitag durchschnittlich 38,5 Stunden in der Woche.  

Welche Arbeitskleidung tragen Sozialversicherungsfachangestellte?

Sozialversicherungsfachangestellte arbeiten für den öffentlichen Dienst und stehen täglich im Kundenkontakt. Dementsprechend fordern die meisten Arbeitgeber einen seriösen Dresscode im Business- oder Business-Casual-Style.

Was muss ich für ein Typ sein, um Sozialversicherungsfachangestellte zu werden?

Zahlengenie: Um Versicherungsbeiträge richtig zu berechnen, solltest du keine Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen haben.

Organisationstalent: Täglich trudeln Leistungsanträge und Abrechnungen ein – bei der Bearbeitung der ganzen Dokumente behältst du den Überblick und bringst nichts durcheinander.

Perfektionist: Du musst in deinem Ausbildungsberuf immer sehr genau arbeiten, um rechtliche Sachverhältnisse korrekt zu klären.

Sozialversicherungsfachangestellte berät ein Ehepaar zu ihren Versicherungen.

Wie läuft die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten ab?

Die duale Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten dauert drei Jahre. Die Ausbildung gibt es in fünf verschiedenen Fachrichtungen – bereits zu Anfang der Ausbildung muss man eine davon wählen. Trotz verschiedener Fachrichtungen ist der Berufsschulunterricht einheitlich geregelt. Die praktische Ausbildung weist jedoch Unterschiede auf – je nach Fachrichtung ist man in einem anderen Versicherungsbereich tätig. 

Was lernt eine Sozialversicherungsfachangestellte in der Berufsschule?

In der Berufsschule stehen vier Fächer im Vordergrund: Wirtschaftslehre, Sozialversicherungspflege, Rechtslehre und Rechnungswesen. Darüber hinaus ist die integrierte Datenverarbeitung ein wichtiges Lernfeld, in dem die Azubis den Umgang mit Hardware, Systemsoftware und Dateioperationen lernen.

Ausbildungsinhalte von Sozialversicherungsfachangestellten

  • Wirtschaftslehre: Bruttoinlandsprodukt, Marketingmaßnahmen, kundenorientierte Marktuntersuchung, Konjunkturphasen
  • Sozialversicherungspflege: soziale Sicherung, Versicherungsformen, Versicherungsmissbrauch, Arbeitslosenversicherung
  • Rechtslehre: Aufgaben und Einteilungen des Rechts, Verwandtschaftsgrade und rechtliche Auswirkungen auf die Versicherung, Arbeitsschutzvorschriften wie Kündigungsschutz oder Mutterschutz
  • Rechnungswesen: Grundrechenarten wie Dreisatz, Statistik und Prozent- bzw. Zinsrechnung, Kalkulationsverfahren, Kosten- und Leistungsrechnung

Was lernt eine Sozialversicherungsfachangestellte in der Praxis?

Je nach Fachrichtung und dementsprechend auch Einsatzort führst du deine Tätigkeiten aus – in der Regel zusammen mit dem Ausbilder oder zumindest unter Aufsicht. 

In der Praxisphase …

  • … bearbeitest du beispielsweise Anträge auf Fahrtkostenerstattung.
  • … berätst du Kunden bei der Inanspruchnahme von Sozialleistungen und anderen Hilfsangeboten.
  • … erstellst du Versorgungspläne.
  • … schickst du Kunden Versicherungsverläufe zu, die sie auf Vollständigkeit prüfen sollen.
  • … forderst du erforderliche Unterlagen an. 
  • … prüfst du Unfallmeldungen.

Was verdient eine Sozialversicherungsfachangestellte während der Ausbildung?

Im Durchschnitt verdient man als Azubi im ersten Ausbildungsjahr 1.168 bis 1.193 Euro, im zweiten 1.260 bis 1.278 Euro und im letzten Jahr zwischen 1.358 und 1.362 Euro brutto im Monat. 

Wie hoch das Gehalt während der Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten genau ist, hängt von der Branche ab, in der man die Ausbildung macht. In der Regel vergüten unterschiedliche Sozialversicherungsträger auch nach unterschiedlich geltenden Tarifverträgen. Beispielsweise gibt es Unterschiede zwischen den allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), den Innungskrankenkassen (IKK) und der deutschen Rentenversicherung.

Tariftabelle zu Ausbildungsgehältern

Tarif1. Ausbildungsjahr2. Ausbildungsjahr3. Ausbildungsjahr
Tarifvertrag AOK 2023*1.142 Euro1.232 Euro1.331 Euro
Tarifvertrag IKK 2023**1.270 Euro1.390 Euro1.530 Euro
Tarifvertrag Deutsche Rentenversicherung 2022***1.068 Euro1.118 Euro1.164 Euro

*Quelle: AOK

**Quelle: IKK

***Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Wie viel kann ich als Sozialversicherungsfachangestellter später verdienen?

Als Sozialversicherungsfachangestellter bist du im öffentlichen Dienst tätig und profitierst von den dort geltenden Tarifverträgen. Als Einstiegsgehalt bekommst du nach TvöD für die AOK zu Anfang deiner Karriere 2.915 Euro und bei der Tarifgemeinschaft der IKK 3.122 Euro brutto im Monat. Bist du im Bereich der Rentenversicherung beschäftigt, wirst du mit 2.928 Euro vergütet.

Tariftabelle zu Einstiegsgehältern

TarifEinstiegsgehaltNach 3–4 JahrenNach 6–8 Jahren 
TvöD für die AOK 2023; VG 52.915 Euro3.112 Euro3.287 Euro
Tarifgemeinschaft der IKK 2024; VG 53.122 Euro3.298 Euro3.414 Euro
TvöD für die Deutsche Rentenversicherung 2024; E 52.928 Euro3.117 Euro3.245 Euro

Quelle: Öffentlicher-Dienst.info

Mit der Berufserfahrung steigt auch das Gehalt von Sozialversicherungsfachangestellten: Bei Versicherungen, die nach der Tarifgemeinschaft der Innungskrankenkassen bezahlen, verdienst du nach vier Jahren im Beruf monatlich 3.298 Euro brutto, bei der Deutschen Rentenversicherung sind es nach drei Jahren Berufserfahrung 3.117 Euro und bei den allgemeinen Ortskrankenkassen 3.112 Euro brutto im Monat.

Sozialversicherungsfachangestellter telefoniert mit einem Kunden.

Was sind die Voraussetzungen für die Bewerbung zur Sozialversicherungsfachangestellten?

Für die Bewerbung zur Sozialversicherungsfachangestellten gibt es keine fachlichen Voraussetzungen.

Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten?

Sozialversicherungsträger stellen überwiegend Auszubildende mit (Fach-)Abitur ein. Etwas weniger als ein Drittel aller Azubis besitzt die mittlere Reife.

Relevante Schulfächer

  • Mathematik: Für das Berechnen von Versicherungsbeiträgen oder das Erstellen von Überschlagsrechnungen benötigt man gute Mathematikkenntnisse. 
  • Deutsch: Sicherheit in Ausdruck, Satzbau und Rechtschreibung helfen dabei, den Schriftverkehr zu erledigen.

Was verschafft mir einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern?

Hast du bereits ein Schülerpraktikum in diesem Bereich gemacht oder verfügst du über erstes praktisches Know-how? Gegenüber unerfahrenen Bewerbern hast du dadurch einen Vorteil. Gib deine Zeugnisse auf jeden Fall in deiner Bewerbung mit an. Mehr Infos zur Bewerbung findest du in unserem Bewerbungsratgeber.

Gibt es Besonderheiten bei der Bewerbung?

Es gibt keine Besonderheiten bei der Bewerbung zum bzw. zur Sozialversicherungsfachangestellten. Anschreiben und Lebenslauf können nach klassischem Muster angefertigt werden. Solche Muster findest du übrigens auch in unserem Bewerbungsvorlagen-Ratgeber.

Bewerbungsvorlagen

Was soll ich beim Vorstellungsgespräch anziehen?

Orientiere dich bei deiner Kleidungswahl am Business-Look.

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Fachwirt für Krankenkassen:

Als Krankenkassenfachwirt ist man für das Marketing, Finanzwesen und das Qualitätsmanagement zuständig. Man konzipiert Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung, erstellt Finanzprognosen und erarbeitet Vorschläge zur Qualitätsoptimierung. 

Fachwirt für gesetzliche Renten- und knappschaftliche Sozialversicherung:

Besonders komplexe versicherungs- und beitragsrechtliche Anfragen gehören in den Verantwortungsbereich des Fachwirtes. Darüber hinaus kümmert man sich als Personalverantwortlicher um die Aus- und Weiterbildung und plant den Mitarbeitereinsatz.

Studium:

Verfügt man über die erforderliche Hochschulzugangsberechtigung, kann man nach der Ausbildung beispielsweise das Studium für Gesundheitsmanagement anstreben. Als Gesundheitsmanager kannst du unter anderem in der Beratung für die Arzneimittelherstellung arbeiten. 

Wie sind die Zukunftsaussichten als Sozialversicherungsfachangestellte?

Im Jahr 2022 gab es über 34 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland. Durch die gesetzliche Sozialversicherungspflicht und die Anzahl der zu betreuenden Versicherten werden immer Sozialversicherungsfachangestellte benötigt. Damit brauchst du dir keine Sorgen um deine berufliche Zukunft machen.

Du solltest Sozialversicherungsfachangestellte/r werden, wenn …

  1. du Struktur und feste Regeln magst.
  2. es dir Freude macht, Menschen zu helfen.
  3. du gerne selbstständig arbeitest.

Du solltest auf keinen Fall Sozialversicherungsfachangestellte/r werden, wenn …

  1. du sehr ungern telefonierst.
  2. Action für dich beim Arbeiten im Vordergrund steht.
  3. du Zahlen, Gesetze und Vorgaben total öde findest.
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