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PiA – Praxisintegrierte Ausbildung

Du willst eine Ausbildung machen, bei der du nicht nur Theorie lernst, sondern direkt im echten Arbeitsalltag dabei bist? Dann ist die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) genau das Richtige für dich. Hier kombinierst du nämlich Schule und Praxis von Anfang an. PiA gibt es in mehreren sozialen und pflegenahen Berufen – und du bekommst dafür sogar eine Vergütung.

Was ist eine Praxisintegrierte Ausbildung (PiA)?

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) ist eine besondere Form der Ausbildung im Sozial- und Pflegebereich. Sie kombiniert Schule und Praxis von Anfang an, sodass du das, was du im Unterricht lernst, direkt im echten Arbeitsalltag anwenden kannst.

In vielen sozialen Berufen gibt es meist nur schulische Ausbildungen – das ist eine Ausbildungsform ohne Vergütung und ohne festen Praxisbetrieb. Die PiA schließt genau diese Lücke: Du hast mehr Praxis, einen festen Arbeitgeber und eine regelmäßige Ausbildungsvergütung. Damit macht die praxisintegrierte Ausbildung soziale Berufe für viele Leute attraktiver.

Die PiA auf einen Blick:

  • 👥Für Berufe im sozialen Umfeld: Von Kita bis Behindertenhilfe – PiA gibt’s in mehreren Berufsfeldern.
  • 💸Vergütung ab Start: Anders als bei schulischen Ausbildungen bekommst du monatlich Geld.
  • 🏥PiA statt schulisch: In vielen sozialen Berufen ersetzt die praxisintegrierte Ausbildung schulische Modelle.
  • 🔄Direkter Praxisbezug: Theorie aus der Schule wird sofort angewendet.
  • 💼Hohe Jobchancen: Träger bilden praxisnah aus und übernehmen oft nach der Ausbildung.

PiA vs. schulische Ausbildung vs. duale Ausbildung

PiA – praxisintegrierte Ausbildung Schulische Ausbildung Duale Ausbildung
  • Kombination aus Schule + fester Praxisstelle
  • Vergütung von Anfang an
  • Vor allem in sozialen & pflegenahen Berufen
  • Hoher Praxisanteil, direkter Berufsbezug
  • Vertrag mit Praxisstelle notwendig 
  • Unterricht findet fast nur in der Schule statt
  • Praxis meist nur in Blockpraktika
  • Meist keine Vergütung
  • Gut für Menschen, die mehr Zeit für Theorie brauchen
  • Häufig im sozialen, pflegerischen oder gestalterischen Bereich
  • Kombination aus Ausbildungsbetrieb + Berufsschule
  • Vergütung schon immer Standard
  • Vor allem in gewerblichen, kaufmännischen, technischen Berufen
  • Praxisanteil sehr hoch, gesetzlich klar geregelt
  • Bewerbung läuft direkt über Betriebe

In welchen Berufen gibt es die praxisintegrierte Ausbildung?

Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) gibt es nicht nur in einem einzigen Beruf, sondern in mehreren sozialen und pflegenahen Berufen. Welche Berufe genau praxisintegriert angeboten werden, hängt oft vom Standort ab: Manche PiA-Ausbildungen sind bundesweit verbreitet, andere gibt es nur in bestimmten Bundesländern oder in speziellen Sonderformen oder ähnlich unter anderem Namen. Dadurch sieht das Angebot immer etwas unterschiedlich aus – die Grundidee bleibt aber immer gleich: Schule und Praxis sind eng miteinander verbunden. 

Bundesweit:

In bestimmten Bundesländern:

Regionale Sonderformen/PiA-ähnlich:

PiA je nach Bundesland: Wo wird die praxisintegrierte Ausbildung angeboten?

Region Beruf
Bundesweit

Erzieher

Heilerziehungspfleger

NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, teils Sachsen und Thüringen Kinderpfleger / Sozialpädagogische Assistenz / Sozialassistenz
Bayern, Sachsen, Thüringen Sozialpfleger / Sozialassistent mit Pflege-Schwerpunkt (oder ähnlich)
Baden-Württemberg, Bayern, teils Rheinland-Pfalz Jugend- und Heimerzieher 
NRW, Rheinland-Pfalz, Bayern Modelle in Familienpflege/Alltagsbegleitung
Bayern, NRW, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen  Pflegeassistenz-Modelle
NRW, Baden-Württemberg, teils Sachsen und Brandenburg Sozialassistenz-Modelle

PiA: Ausbildung Erzieher

Die praxisintegrierte Erzieherausbildung (PiA) ist die bekannteste und am weitesten verbreitete PiA-Form in Deutschland. Sie verbindet Unterricht an der Fachschule mit festen Praxistagen in der Kita oder anderen sozialpädagogischen Einrichtungen. Damit bist du schneller im Berufsalltag eingebunden, bekommst früh Verantwortung und arbeitest kontinuierlich mit einer festen Gruppe oder Einrichtung. Das verbessert nicht nur deine praktischen Fähigkeiten, sondern auch deine Chancen auf eine Übernahme, weil dich dein Träger über die gesamte Ausbildungszeit kennenlernt.

Wie läuft die praxisintegrierte Ausbildung ab?

Bei der praxisintegrierten Ausbildung wechseln sich Schule und Praxiseinsätze regelmäßig ab. Du verbringst einen Teil der Woche an der Fachschule und den anderen Teil in deiner Einrichtung, zum Beispiel in einer Kita, Wohngruppe oder Behindertenhilfe. Durch diese feste Struktur kannst du neues Wissen direkt im Berufsalltag anwenden und wirst von Anfang an in ein Team eingebunden. 

Theorie in Fachschule/Berufskolleg

An der Fachschule lernst du die fachlichen Grundlagen deines Berufs – zum Beispiel Kommunikation, Entwicklungs- und Sozialwissenschaften, Arbeitsmethoden, Gesundheitsthemen oder rechtliche Basics. Die Inhalte sind so aufgebaut, dass du sie direkt im Alltag anwenden kannst.

Praxis im Betrieb

In deiner Einrichtung arbeitest du von Anfang an aktiv mit, begleitest und unterstützt Menschen in ihrem Alltag und lernst Abläufe, Teams und Verantwortlichkeiten kennen. Dabei unterstützt dich eine feste Ansprechperson, und du übernimmst Schritt für Schritt mehr Aufgaben.

Teilzeit- und Sondermodelle 

Neben der Vollzeit-PiA bieten einige Schulen auch PiA in Teilzeitmodellen an – ideal für Menschen mit Familie, Nebenjob oder anderen Verpflichtungen. Dabei wird die Stundenzahl reduziert und die Ausbildung entsprechend verlängert. Zusätzlich gibt es Sondermodelle, bei denen bestimmte Zielgruppen unterstützt werden, zum Beispiel Umschüler, Quereinsteiger oder Personen mit Berufserfahrung im sozialen oder pflegerischen Bereich.

Wie lange dauert die PiA?

Die praxisintegrierte Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Bei Teilzeit- oder Sondermodellen kann sich die Ausbildungszeit entsprechend verlängern, je nachdem wie viele Stunden pro Woche du absolvierst. Manche Schulen bieten außerdem individuelle Anpassungen an, wenn du bereits Vorwissen oder Berufserfahrung mitbringst.

Vorteile und Nachteile der praxisintegrierten Ausbildung (PiA)

Vorteile Nachteile
  • Praxis von Anfang an
  • Vergütung ab Start
  • Gute Übernahmechancen
  • Mehr Sicherheit im Berufseinstieg
  • Starker Theorie-Praxis-Bezug
  • Doppelbelastung durch Schule und Praxis
  • Feste Bindung an einen Ausbildungsbetrieb
  • Wenig Zeit für Erholung und Selbststudium
  • Unterschiedliche Betreuungsqualität in der Praxis
  • Nicht in allen Berufsfeldern verfügbar

Was sind die Voraussetzungen für eine praxisintegrierte Ausbildung (PiA)?

Die Voraussetzungen für die PiA hängen vom Beruf und vom Bundesland ab, folgen aber meist einem ähnlichen Muster.

🎓Schulische Voraussetzungen

  • Mittlerer Schulabschluss (z. B. Realschule) ist am häufigsten gefordert.
  • Teilweise auch Hauptschulabschluss + Zusatzqualifikation (z. B. Berufsfachschule, Praktikum).
  • Für einige Bildungsgänge kann auch die Fachhochschulreife oder Allgemeine Hochschulreife gelten.

📄 Praktische Vorerfahrung & persönliche Eignung

Je nach Ausbildung kann zusätzlich nötig sein:

  • ein Vorpraktikum,
  • ein FSJ/BFD,
  • eine berufliche Vorbildung (z. B. Sozialassistenz),
  • oder nachweisbare Erfahrungen im sozialen/pflegerischen Bereich.

🧠Persönliche Voraussetzungen

  • Zuverlässigkeit & Verantwortungsbewusstsein
  • Team- und Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie & Freude an der Arbeit mit Menschen
  • Motivation, Theorie und Praxis parallel zu meistern

Für wen eignet sich die praxisintegrierte Ausbildung (PiA)?

Die PiA passt besonders gut zu Menschen, die praxisnah lernen wollen und Freude daran haben, mit Menschen zu arbeiten. Wenn du motiviert bist, Verantwortung zu übernehmen, gerne im Team arbeitest und Theorie direkt im Alltag anwenden möchtest, ist die PiA eine gute Wahl. Sie eignet sich außerdem für alle, die sich eine Ausbildung mit Vergütung wünschen oder schon früh echte Einblicke in ihren zukünftigen Beruf bekommen möchten.

💡Vertrag mit einer Praxiseinrichtung

Du brauchst vor Ausbildungsstart einen Ausbildungsvertrag mit einer Einrichtung (z. B. Kita, Wohngruppe, Behindertenhilfe, Pflegeeinrichtung). Viele Schulen vergeben Plätze nur in Kombination mit einem Praxispartner.

Bekommt man ein Ausbildungsgehalt in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA)?

Ja, in der praxisintegrierten Ausbildung erhältst du ein Ausbildungsgehalt. Anders als bei vielen schulischen Ausbildungen wirst du bei der PiA direkt von deiner Praxiseinrichtung angestellt und bekommst von Beginn an eine monatliche Vergütung

Wie hoch das Gehalt genau ist, hängt vom Beruf, vom Träger, vom Tarifvertrag und vom Bundesland ab, liegt aber häufig in einem ähnlichen Bereich wie bei anderen sozialen oder pflegenahen Ausbildungsberufen. In den Berufsprofilen findest du jeweils genaue Angaben zum Gehalt.

Mehr Infos zum Gehalt

Checkliste: So gehst du bei der PiA vor

  1. Beruf wählen: Entscheide dich, ob du z. B. Erzieherin, Heilerziehungspflegerin oder Sozialassistenz machen möchtest.
  2. Schulen & Einrichtungen recherchieren: Finde heraus, welche Fachschulen PiA anbieten und welche Einrichtungen als Praxispartner infrage kommen.
  3. Voraussetzungen prüfen: Schau dir an, welchen Schulabschluss du brauchst und ob Praktika, ein FSJ/BFD oder andere Nachweise verlangt werden.
  4. Praxisstelle suchen: Bewirb dich zuerst bei einer Einrichtung und führe Gespräche, bis du eine feste Zusage bekommst. Ohne Vertrag kann die PiA nicht starten.
  5. Ausbildungsvertrag unterschreiben: Wenn du eine passende Praxisstelle gefunden hast, schließt du den Ausbildungsvertrag mit dem Träger ab.
  6. Anmeldung an der Fachschule: Mit deinem unterschriebenen Vertrag meldest du dich bei der Schule an, die dich offiziell in die PiA aufnimmt.

FAQ zur praxisintegrierten Ausbildung (PiA)