Ausbildung zum/zur Erzieher/in mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
Schichtdienst
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: nicht vergütet
2. Jahr: nicht vergütet
3. Jahr: 1502 Euro

Erzieher/in mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung

Mütter und Väter haben einen Vollzeitjob: Denn sie behüten, pflegen und unterstützen ihre Kinder auf dem Weg in das Erwachsenenalter. Dabei durchlaufen sie unterschiedliche Phasen der Entwicklung ihres Kindes, die sie immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontieren. Häufig stellen Eltern ihr eigenes Leben deswegen an zweite Stelle und geben alles für das Wohl des eigenen Kindes. Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung tun genau das beruflich. Während ihres gesamten Arbeitslebens begleiten sie hunderte Jugendliche und nehmen für sie genau diese Elternrolle ein.

Was macht ein Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung?

Erzieher und Erzieherinnen mit dem Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung betreuen Kinder und Jugendliche, die elternlos oder ohne Familie aufwachsen. Sie arbeiten somit in Einrichtungen und Heimen mit familiären Strukturen. Dort kümmern sie sich um die Versorgung, die Bildung sowie die persönliche Entwicklung von Heranwachsenden und stellen dabei wichtige Bezugspersonen dar.

Erziehungsarbeit: Die Erziehungsarbeit besteht darin, die Heranwachsenden bei der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen. Sie helfen ihnen bei ihren Hausaufgaben und lernen mit ihnen für die Schule. Zudem fördern sie ihre körperliche, kreative und musikalische Entwicklung mit verschiedenen Übungen und Spielen – wie zum Beispiel in gemeinsamen Bastelstunden – und stehen ihnen bei der Bewältigung von Konfliktsituationen bei. Da Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung einen Elternersatz darstellen, pflegen die Jugendlichen einen sehr engen persönlichen Kontakt mit ihnen.

Pflegen und Versorgen: Vor allem in Kinder- und Erziehungsheimen sind Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung dafür zuständig, dass die Jugendlichen regelmäßig essen und trinken, auf Körperhygiene achten und ausreichend schlafen. Dafür überwachen sie die Ruhepausen und Schlafzeiten und kümmern sich um die Zubereitung der Mahlzeiten. Bei Krankheitsfällen oder Verletzungen verabreichen sie Medikamente und sorgen sich um die Genesung des Erkrankten.

Vorbereitung von pädagogischen Maßnahmen: Da Heimerzieher rund um die Uhr für die Jugendlichen da sind, beobachten sie ihr Befinden und Sozialverhalten genau. Sie schätzen den jeweiligen Entwicklungsstand eines Heranwachsenden ein und analysieren ihn. Fällt ihnen zum Beispiel auf, dass jemand den anderen in Sachen Lesen und Schreiben hinterherhängt, ergreifen sie Maßnahmen zur individuellen Förderung, wie zum Beispiel Zusatzunterricht. Darüber hinaus erstellen sie langfristige Erziehungspläne für jeden einzelnen, auf welchem sie Erziehungsziele und geeignete Erziehungsmittel festlegen.

Planung von Aktivitäten: Je nach Alter und Entwicklungsstand der Jugendlichen, planen Erzieher für Jugend- und Heimarbeit verschiedene Aktivitäten. Jede Aktivität verfolgt hierbei ein pädagogisches Ziel. Gemeinsame Spielerunden fördern zum Beispiel das Sozialverhalten und den Teamgeist. Sportveranstaltungen oder Außenaktivitäten wie Fahrradfahren oder Klettern sind gut für das körperliche Befinden und steigern die Eigenmotivation.

Dokumentieren: Damit sich Lernerfolge und Fortschritte feststellen lassen, müssen Erzieher für Jugend- und Heimarbeit ihre Aktivitäten dokumentieren. Wenn ein Heranwachsender beispielsweise nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen möchte, muss Tag für Tag genau dokumentiert werden, was er isst. Mittels eines Entwicklungsberichts kann später bewertet werden, ob die Maßnahmen anschlagen und sich der Zustand verbessert.

Warum sollte man Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung werden?

Als Erzieherin für Jugend- und Heimarbeit hast du einen sicheren Arbeitsplatz, da Arbeitskräfte in diesem Bereich händeringend gesucht werden. Zudem hast du gute Aufstiegschancen und die Möglichkeit, irgendwann Personalverantwortung zu übernehmen.

Wo kann ich als Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung arbeiten?

Als Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung arbeitest du in Kinder-, Jugendwohn- und Erziehungsheimen, bei Jugend- und Familienberatungsstellen, in Tagesstätten für Menschen mit Behinderung oder auch in Internaten oder Sonderschulen.

Deine Einsatzorte auf einen Blick
- Kinderheime

- Jugendwohn- und Erziehungsheime

- Jugend- und Familienberatungsstellen

- Tagesstätten für Menschen mit Behinderung

- Internate

- Sonderschulen

Wie sind die Arbeitszeiten als Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung?

Da die Jugendlichen in Heimen rundum betreut werden müssen, arbeitest du im Schichtdienst 40 Stunden die Woche. Wochenendarbeit sowie die Arbeit an Feiertagen sind nicht ausgeschlossen, allerdings erhältst du als Ausgleich dafür an einem anderen Wochentag frei.

Welche Arbeitskleidung tragen Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung?

Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung erscheinen in Alltagskleidung zur Arbeit.

Was muss ich für ein Typ sein, um Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung zu werden?

Organisationstalent: Du hast immer einen Überblick über deine Termine und Aufgaben, weil du sie dir vorab fein säuberlich notiert hast. Steht eine Familienfeier an, nimmst du die Planung gerne in die Hand.

Menschenkenner: Du bist einfühlsam, kannst dich gut in andere hineinversetzen und sie durchschauen – so schnell macht dir keiner was vor. Beim Kartenspielen kennst du den Zug deines Gegenübers schon, bevor er die richtige Karte rausgesucht hat.

Teamplayer: Du bist kein Einzelgänger. Im Team blühst du richtig auf. Deshalb lernst du lieber in Lerngruppen und spielst Spiele wie Volleyball, Fußball oder Handball. Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit gehören zu deinen Stärken.

Wie läuft die Ausbildung als Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung ab?

Die Ausbildung erfolgt schulisch in Fachschulen, Berufsfachschulen oder anderen Bildungseinrichtungen und dauert zwei bis vier Jahre. Der Unterricht unterteilt sich in theoretische und praktische Phasen.

Was lernt ein Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung in der Berufsschule?

In der Berufsschule stehen Fächer wie Pädagogik und Sozialarbeitswissenschaften auf dem Lehrplan, in welchen dir beigebracht wird, welche Entwicklungsstufen Kinder durchleben und wie du sie als Erzieher dabei unterstützen kannst. Darüber hinaus wirst du in Gemeinschaftskunde und Politik unterrichtet und lernst Aspekte der Gesundheits- und Umwelterziehung kennen. Da Musik und Kunst in der Entwicklung eines Kindes eine große Rolle spielen, lernst du, wie du diese Elemente gezielt und pädagogisch sinnvoll einsetzen kannst.

Pädagogik und Sozialarbeitswissenschaft: In diesem Fach lernst du die Grundlagen der Jugendgruppenarbeit kennen und verstehst, welche Aufgaben in der Vollzeitbetreuung von Jugendlichen auf dich zukommen. Du definierst Ziele der Erziehung und lernst erzieherische Mittel und Maßnahmen zur Erreichung der Ziele kennen. Beispiele für Erziehungsmittel sind zum Beispiel Belohnungen, Ermahnungen oder Ermutigungen.

Musisch-kreative Gestaltung: Diese Einheit unterrichtet dich in den Bereichen Kunst und Musik. Du verstehst, wie Kunst und Musik die Entfaltung einer Persönlichkeit unterstützen und wie wichtig sie für die Sinneswahrnehmung von Heranwachsenden sind. Darüber hinaus lernst du Methoden und Spiele kennen, mit denen Jugendliche ihr Ausdrucksvermögen und ihre Kreativität schulen können.

Psychologie und Soziologie: In den Fächern Psychologie und Soziologie wird dir beigebracht, wie Menschen ihre eigene Identität bilden, denn gerade im Bereich der Jugend- und Heimerziehung kommt es häufig zu so genannten Identitätskrisen. Die Jugendlichen fühlen sich ausgegrenzt und benachteiligt, reagieren häufig sehr emotional und haben starke Selbstzweifel. In der Schule lernst du, wie du diese Phasen mit ihnen gemeinsam bewältigst.

Umwelt- und Gesundheitserziehung: Im Bereich der Umwelt- und Gesundheitserziehung eignest du dir die notwendigen Kompetenzen an, um den Heranwachsenden später ein Bewusstsein für ein verantwortungsvolles Handeln in der Umwelt sowie einen gesunden Lebensstil zu vermitteln.

Religion und Ethik: Im Fach Religion und Ethik lernst du die verschiedenen Glaubenskulturen und Weltanschauungen kennen. Außerdem wirst du mit unterschiedlichen Werten und Normen vertraut gemacht und setzt dich mit philosophischen Fragestellungen auseinander. Ziel dieser Unterrichtseinheiten ist es, allgemeingeltende Werte und Verhaltensregeln herauszuarbeiten.

Was lernt ein Erzieher mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung in der Praxis?

In verschiedenen Praktika werden die theoretischen Inhalte aus der Schule in sozialpädagogischen Einrichtungen – etwa in Jugendheimen – angewandt. Dort lernst du den Tagesablauf kennen und übst dich im Umgang mit Jugendlichen, Eltern und anderen Mitarbeitern, denn es geht vor allem um Teamarbeit. Außerdem gewinnst du einen Überblick über den Aufbau und die Ablauforganisation deiner Einrichtung. Je nach Bildungseinrichtung wird das Praktikum entweder jede Woche im Wechsel mit dem theoretischen Unterricht absolviert oder es sind mehrwöchige Praxisphasen eingeplant.

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