Ausbildung zum/zur Automobilkaufmann/-frau

Empf. Schulabschluss:
Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?
Verdienst:
1. Jahr: 700–830 Euro
2. Jahr: 850–880 Euro
3. Jahr: 900–950 Euro

Automobilkaufmann/-frau

Ob Opel, BMW oder Porsche, Autos sind deine Leidenschaft und du weißt nicht nur, wie man fährt, sondern auch, wie man berät? In der Ausbildung zum Automobilkaufmann verbringst du deinen Tag umgeben von Neu- und Gebrauchtwagen. Du führst Beratungsgespräche, klärst die Finanzierungsart und organisierst die Buchführung. Darüber hinaus bist du dafür verantwortlich, dass Bestellungen pünktlich rausgehen und Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Selbst im Bereich Marketing wirkst du mit. Du bist also ein echter Allrounder. Als Automobilkaufmann benötigst du also Überzeugungskraft und gute organisatorische Fähigkeiten. Da es sich um eine duale Ausbildung handelt, bist du während der Ausbildung zum Automobilkaufmann nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Berufsschule zu finden.

Was macht ein Automobilkaufmann?

Als Automobilkaufmann oder Automobilkauffrau übernimmst du organisatorische, informationstechnische, servicetechnische und betriebswirtschaftliche Aufgaben im Kraftfahrzeughandel. An der Schnittstelle zwischen Handel und Werkstatt kümmerst du dich in diesem Job überwiegend um kaufmännische Angelegenheiten. Du bereitest zum Beispiel Unterlagen für den Verkauf vor, nimmst Wartungs- und Reparaturanträge an und hilfst bei Marketingmaßnahmen mit. Die unmittelbare Verkaufstätigkeit übernimmst du als Automobilkaufmann nicht – dafür brauchst du noch eine abgeschlossene Weiterbildung zum Automobilverkäufer.

Deine Aufgaben im Überblick:

  • Betriebsorganisation, Personalwirtschaft, Sicherheit am Arbeitsplatz
  • bürowirtschaftliche Abläufe, Auftragsannahme und -bearbeitung, Datenschutz
  • Buchhaltung, Kostenrechnung, Kalkulation
  • Disposition, Beschaffung, Vertrieb, Marketing, Lagerwirtschaft
  • Kundendienst, Teile- und Zubehör
  • Flottenmanagement, Fahrzeugvermietung

 

Was lernt ein Automobilkaufmann in der Ausbildung?

Während der Ausbildung lernst du alle kaufmännischen Bereiche eines Autohauses kennen. Dir wird aber auch technisches Grundwissen über die Funktionsweise des Autos vermittelt. Die Ausbildung als Automobilkaufmann oder Automobilkauffrau kannst du in Autohäusern, bei Automobilherstellern oder Importeuren absolvieren. Hier lernst du, wie man Beratungsgespräche führt, wie man Verkaufs- oder Leasingverträge aufsetzt oder was bei der Lagerung von Autozubehör zu beachten ist.

Nach dem dritten Lehrjahr bist du in der Lage, den Kunden über die jeweiligen Vor- und Nachteile der verschiedenen Finanzierungsarten zu beraten. Stehen Marketingaktionen an, bist du sowohl in der Planung als auch in der Durchführung eingebunden. Darüber hinaus erfährst du alles, was es in den Bereichen Personalwirtschaft, Arbeitssicherheit und Betriebsorganisation zu wissen gibt. Du bist als Automobilkaufmann also auch für bürowirtschaftliche Abläufe und die Wahrung des Datenschutzes verantwortlich. Nicht umsonst heißt der Beruf Automobilkaufmann, du solltest demnach nicht nur an Autos, sondern auch an kaufmännischen Tätigkeiten Spaß haben.

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freie Ausbildungsplätze als Automobilkaufmann/-frau

Brauche ich für die Ausbildung zum Automobilkaufmann einen speziellen Schulabschluss? 

Um Automobilkaufmann bzw. Automobilkauffrau zu werden, wird dir vom Gesetz kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, dennoch zeigt sich in der Praxis, dass vorwiegend Bewerber mit mittlerem Schulabschluss eingestellt werden. Damit du bei Kostenrechnungen stets den Überblick behältst, solltest du fit in Mathe und Kopfrechnen sein. Ebenso solltest du stets die richtigen Worte finden und technische Fakten einfach erklären können. Daher ist auch ein gewisses Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen Grundvoraussetzung für die Ausübung des Berufes.

Wusstest du schon, dass...

  • es ein Autohaus nur für Frauen gibt? Dass es dort keine männlichen Angestellten gibt, versteht sich von selbst.
  • nicht etwa der Golf, sondern der Toyota Corolla das meist verkaufte Auto aller Zeiten ist? Über 37,5 Millionen Exemplare wurden seit 1966 verkauft.
  • das teuerste Auto aller Zeiten für geschätzte 30 bis 40 Millionen US-Dollar verkauft wurde? Es handelt sich dabei um einen Bugatti Typ 57SC Atlantic aus dem Jahr 1936.
  • Lamborghini ursprünglich als Hersteller von Traktoren gegründet wurde, ehe die Marke mit Luxus-Sportkarossen auf sich aufmerksam machte?
  • Adam Opel Automobile für unnütze Luxusprodukte hielt? Er war auf die Herstellung von Fahrrädern spezialisiert, erst nach seinem Tod, begannen seine Söhne auch Autos zu produzieren.

Deine Arbeitszeiten richten sich in der Regel nach den Öffnungszeiten. Du hältst dich vorwiegend in den Verkaufs- und Büroräumen auf, doch findet man dich auch immer wieder auf dem Fahrersitz, wenn es heißt, den Wagen vorzuführen. Während der Ausbildung zum Automobilkaufmann lernst du die verschiedenen Arbeits- und Aufgabenbereiche kennen, doch ist die Ausbildungszeit vorbei, heißt es in der Regel, sich auf einen Bereich festzulegen. So kannst du dich auf die Bereiche Verkauf, Service, Sachbearbeitung, Rechnungswesen oder Marketing spezialisieren.

Neben den Spezialisierungen kommen für dich zahlreiche Weiterbildungen in Frage, mit denen du die Karriereleiter weiter raufklettern kannst. So ebnet dir die 11-monatige Weiterbildung zum Betriebswirt im Kraftfahrzeuggewerbe den Weg zu Fach- und Führungsaufgaben auf mittlerer Ebene. In den Weiterbildungslehrgängen werden dir branchenspezifische und vertiefende Kenntnisse der Betriebswirtschaft angeeignet. Möchtest du dich vermehrt auf den Verkauf spezialisieren, so kannst du dies mit der Weiterbildung als geprüfter Automobilverkäufer tun.

Du solltest Automobilkaufmann/-frau werden, wenn …
  1. du gerne Kunden berätst und auch in Verhandlungen souverän und sicher bleibst.
  2. Autos für dich mehr als vier Reifen und ein Lenkrad sind.
  3. du viel Fingerspitzengefühl für die Bedürfnisse von Menschen hast.
Du solltest auf keinen Fall Automobilkaufmann/-frau werden, wenn …
  1. du einen Toyota nicht von einem Jaguar unterscheiden kannst.
  2. es dir schwer fällt, die richtigen Worte und Argumente zu finden.
  3. du bei den Themen Finanzierung, Versicherung und Rechnung davonlaufen möchtest.