
Einblicke, Perspektiven und freie Stellen Ausbildung
Zimmerer/in


Berufsüberblick.
Die wichtigsten Infos.
Ob Decken, Böden oder Treppen, Neubau, Restaurierung oder Reparatur: Wenn es um Holz geht, sind Zimmerer die richtigen Ansprechpartner. Und das schon seit über 1.000 Jahren – den traditionsreichen Beruf gibt es schon echt lange.
Im Zimmerer-Handwerk trifft Tradition auf Moderne. In der Ausbildung zum Zimmerer lernst du, was man alles aus dem Rohstoff Holz herausholen kann – und das ist ziemlich viel. Wir verraten dir, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen musst und wie es mit dem Gehalt und den Karriereperspektiven aussieht.
Freie Ausbildungsplätze als Zimmerer/in in deiner Nähe


Ausbildung Zimmerer/in (m/w/d)
bei Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
Ausbildung Zimmerer (m/w/d) 2027
bei LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG
Was macht ein Zimmerer?
Zimmerleute kümmern sich auf Baustellen um fast alles, was aus Holz ist. Das fängt beim Fußboden an und reicht über Treppen und Fenster bis hinauf zum Dach. Teilweise werden Holzelemente in der Werkstatt vorgefertigt, sodass diese auf der Baustelle nur noch zusammengebaut und eingesetzt werden müssen.
- Zimmererarbeiten: Errichten von Holzkonstruktionen für Dachstühle, Fachwerkhäuser oder andere Holzbauprojekte.
- Dachdecken: Anbringen von Dachabdeckungen wie Dachziegel oder Schindel.
- Holzverarbeitung: Zuschneiden, Formen und Bearbeiten von Holz für maßgeschneiderte Bauelemente.
- Montage von Holzbauteilen: Zusammensetzen von vorgefertigten Holzelementen auf der Baustelle.
- Instandhaltung & Reparatur: Wartung, Instandhaltung und Reparatur von bestehenden Holzkonstruktionen.
Was ist der Unterschied zwischen Zimmerer und Zimmermann?
Die Begriffe Zimmerer und Zimmermann werden synonym verwendet. Zimmermann ist ein älterer, traditioneller Begriff. In der heutigen Zeit wird eher der Begriff Zimmerer verwendet.
Außerdem gibt es auch noch kleine regionale Unterschiede. In der Schweiz und Österreich wird häufig vom Zimmermann gesprochen, während in Deutschland eher der Begriff Zimmerer geläufig ist.
Wo arbeiten Zimmerer?
Zimmerer arbeiten hauptsächlich in Werkstätten und auf Baustellen. In der Werkstatt werden Pläne erstellt, Holzelemente vorbereitet, zurechtgeschnitten und für den Transport vorbereitet. Die Bauteile werden dann vor Ort auf der Baustelle montiert.
Zimmerleute finden in verschiedenen Branchen und bei unterschiedlichen Arten von Unternehmen Beschäftigung. Passende Beispiele sind:
- (Holz)Bauunternehmen
- Dachdeckerbetriebe
- Restaurierungsbetriebe
- Fertighausunternehmen
Wie läuft die Ausbildung zum Zimmerer ab?
Die Ausbildung zum Zimmerer dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut – Theorieunterricht und Praxiserfahrung wechseln sich also ab.
Die Ausbildung kannst du entweder im Bereich „Handwerk“ oder im Bereich „Industrie und Handel“ absolvieren. Die meisten Zimmerer-Azubis machen die Ausbildung im Handwerk.
Während der Ausbildung gibt es zwei wichtige Prüfungen: Die Zwischenprüfung, die am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ansteht und die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung am Ende der Ausbildung. Hast du die Prüfungen bestanden, kannst du offiziell als Zimmerer-Geselle ins Berufsleben starten.
Wie lange dauert die Zimmerer-Ausbildung?
Die Ausbildung zum Zimmerer dauert drei Jahre. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Ausbildungsdauer auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen.
Was lernt ein Zimmerer in der Ausbildung?
Du bist in Werkstätten und auf Baustellen im Einsatz. Da lernst du zum Beispiel, wie Pläne und technische Zeichnungen gelesen und Maße und Winkel überprüft werden.
Mithilfe von Maschinen wie Stichsäge oder CNC-gesteuerten Sägen und Hobelmaschinen schneidest du große Balken zurecht und nimmst Feinanpassungen vor.
Außerdem lernst du in der Ausbildung Folgendes:
- Dachgeschosse ausbauen
- Holzfußböden verlegen
- Innenflächen oder Fassaden bekleiden
- Dämmungen einbauen
Abgesehen von den fachlichen Fertigkeiten eignest du dir auch Soft Skills und Fachwissen in anderen Bereichen an. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Qualitätssicherung oder Baustellenabsicherung.
Die Baubranche hat sich durch technischen Fortschritt, Digitalisierung sowie Umwelt- und Klimaschutz stark verändert. Deshalb spielen folgende Themen in der Ausbildung jetzt eine größere Rolle:
- Energieeinsparung
- CO₂-Vermeidung
- Brandschutz
- intelligente, vernetzte Gebäude
Das erfordert von den Fachkräften neue Kompetenzen, die mit der überarbeiteten Ausbildungsordnung abgedeckt werden.
Voraussetzungen: Was muss ich mitbringen, um Zimmerin zu werden?
Rechtlich gibt es keine konkreten Voraussetzungen, die du für die Zimmerer-Ausbildung mitbringen musst. Die meisten Betriebe bevorzugen zwar die mittlere Reife, du kannst dich aber auch mit Hauptschulabschluss bewerben!
Bei den persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten gibt es einige Dinge, die deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen:
- handwerkliches Geschick
- räumliches Vorstellungsvermögen
- technisches Verständnis
- intuitives Gespür für Höhen und Maße
- körperliche Fitness
Außerdem brauchst du als Zimmerer Teamplayerqualitäten, denn viele Arbeiten werden im Team erledigt. Außerdem arbeitest du mit Architekten und Ingenieuren zusammen.
Anrechnungsmöglichkeiten
Du hast bereits die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter gemacht? Dann kannst du diese auf die Zimmerer-Ausbildung anrechnen lassen.
- du körperlich fit und belastbar bist.
- du ein Teamplayer bist, auf den man sich verlassen kann.
- wenn du geschickt bist und ein gutes technisches Verständnis hast.
- du Höhenangst hast.
- du Rückenprobleme hast.
- wenn du schlecht mit Plänen und Zeichnungen umgehen kannst.
Wie viel verdient man als Zimmerer während der Ausbildung?
In der Zimmerer-Ausbildung steigst du mit einem Gehalt von 1.222 Euro brutto im Monat im ersten Ausbildungsjahr ein. Im zweiten Ausbildungsjahr wird dein Gehalt bei 1.351 Euro im Monat liegen, im dritten Jahr kannst du dich auf ein Gehalt von 1.610 Euro im Monat freuen (ab 01. April 2026, Quelle: IG Bau).
Achtung: Die Gehaltszahlen gelten für Betriebe, die nach dem Tarifvertrag für das Baugewerbe vergüten. Zahlt dein Ausbildungsbetrieb nicht nach Tarif, kann dein Ausbildungsgehalt auch niedriger ausfallen. Du bekommst aber mindestens den Mindestlohn für Auszubildende, der 2020 eingeführt wurde.
Wie viel verdient ein Zimmerer nach der Ausbildung?
Nach deiner Ausbildung zum Zimmerer kannst du von einem monatlichen Bruttolohn von rund 2.800 bis 3.700 Euro brutto im Monat ausgehen. Wie viel du genau verdienst, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise Standort und Größe des Unternehmens. Auch das Thema Tarifvertrag hat Einfluss auf dein Gehalt als Zimmerer.
Möchtest du als Zimmerer deinen Verdienst weiter steigern, kann sich die Investition in Weiterbildungen auszahlen. Als angestellter Zimmerermeister kannst du mit einem Gehalt von 4.000 Euro brutto im Monat ausgehen. Leitest du deinen eigenen Betrieb, hängt dein Verdienst von dem Gewinn ab, den du erwirtschaftest.
Welche Karrieremöglichkeiten hat man als Zimmerer?
Nach deiner Ausbildung hast du verschiedene Möglichkeiten, dich weiterzubilden. Zu den beliebten Weiterbildungen zählen die zum Zimmerervorarbeiter, zum Polier im Zimmerhandwerk, zum Zimmermeister oder zum Restaurator im Zimmerhandwerk.
Kannst du dir beispielsweise vorstellen, einmal deinen eigenen Betrieb zu leiten, ebnet dir ein Meistertitel den Weg. In der Weiterbildung eignest du dir das nötige betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen an und du bekommst die Erlaubnis, selbst Lehrlinge auszubilden.
Übrigens: Interessierst du dich für Architektur, könnte der Bereich Ingenieurholzbau besonders spannend für dich werden. Da geht es zum Beispiel um die Erstellung komplexer Konstruktionen wie beispielsweise Brücken oder tragende Hallendächer.
Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es für Zimmerleute?
- Anpassungsweiterbildungen, z. B. in den Bereichen Zimmerei, Holzbau, Isolierung und Dämmung oder Bauschäden.
- Zimmerervorarbeiter: Als Vorarbeiter bist du der Chef deines Arbeitsteams. Um Vorarbeiter werden zu können, musst du an einem 6-monatigen Lehrgang teilnehmen, der mit einer Prüfung abschließt.
- Geprüfter Polier im Zimmerhandwerk: Als Polier übernimmst du die Verantwortung auf dem Bau. Du leitest dein Team und bist der Ansprechpartner für Rückfragen. Du bist quasi das Bindeglied zwischen den Mitarbeitern auf dem Bau und den Leitern im Unternehmen. Die Weiterbildung dauert in Vollzeit 3 bis 5, in Teilzeit 8 Monate und wird mit einer Prüfung abgeschlossen.
- Zimmerermeister: Der Meistertitel qualifiziert dich zur Leitung deines eigenen Betriebes und zur Ausbildung von Lehrlingen. Der Lehrgang dauert zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Der Meisterbrief, der mittlerweile auch Bachelor Professional genannt wird, ermöglicht dir außerdem ein Studium – auch wenn du kein Abitur hast.
- Restaurator im Zimmerhandwerk: Als Restaurator konservierst, restaurierst, renovierst und rekonstruierst du die bauliche Originalsubstanz an Baudenkmälern. Die Weiterbildung kann im Anschluss an die Meisterprüfung absolviert werden und dauert in Vollzeit zwei bis vier und in Teilzeit 7 bis 18 Monate.
Wie sind die Zukunftsaussichten als Zimmerer?
Mit einer Ausbildung im Handwerk hast du eine gute Berufsqualifikation. Das Baugewerbe und die Bauindustrie spielen eine wichtige Rolle in der Wirtschaft und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist groß.
Bewerbung Zimmerer: Worauf muss ich achten?
Die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz zum Zimmerer besteht ganz klassisch aus drei Teilen:
Tipp: Schau in der Stellenbeschreibung genau nach, welche Unterlagen oder Bewerbungsanforderungen gestellt werden. So gehst du auf Nummer sicher, dass deine Bewerbung korrekt ist.
Mehr Infos und Tipps zur Bewerbung findest du in unserem Bewerbungsratgeber.
Auch wenn du später zwischen Sägemehl und Holzpaletten stehst, ist ein ordentliches Auftreten beim Vorstellungsgespräch wichtig. Welches Outfit du am besten anziehst, verraten wir dir in unserem Vorstellungsgespräch-Ratgeber.
Besonders gut kommt es, wenn du selber ein paar Fragen vorbereitest, die du vor deinem Ausbildungsbeginn hast. Wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen.
Das könnte dich auch interessieren
Lass dich über neuen Stellen mit dem Jobletter benachrichtigen.

