Berufe auf dem Bau

Im Baugewerbe beziehungsweise in der Bauwirtschaft sind über 900.000 Fachkräfte beschäftigt, die 2021 einen Umsatz von über 150 Milliarden Euro erwirtschaftet haben – damit gehört die Branche zu den größten und wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Die Zahlen sind ziemlich beeindruckend, aber wie auch im Handwerk gibt es bei den Bauberufen ein Problem: den Fachkräftemangel.

Das bietet aber auch Vorteile: Einerseits gibt es ziemlich viele freie Lehrstellen und andererseits bieten die Berufe super Zukunftsaussichten – Fachkräfte werden einfach dringend gebraucht. Wir liefern dir hier eine Übersicht über die Bauberufe und verraten dir alles zu Voraussetzungen, Verdienstmöglichkeiten und Karriereperspektiven.

Welche Bauberufe gibt es?

Die Liste an Bauberufen ist ziemlich lang. Deshalb hier nur eine kurze Übersicht über die beliebtesten Berufe der Baubranche auf Ausbildung.de:

Neben den klassischen Ausbildungsberufen gibt es auch duale Studiengänge, mit denen du später in der Baubranche durchstarten kannst. Dazu zählen zum Beispiel das duale Studium Bauingenieurwesen oder das duale Studium Architektur.

Info: Weiter oben auf der Seite findest du natürlich noch viel mehr Berufe – da sind dann wirklich alle Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge, die etwas mit dem Thema Bauen zu tun haben, aufgeführt.

Wer macht was auf dem Bau?

Bis ein Gebäude, eine Straße, eine Brücke oder ein Tunnel fertig gestellt ist, ist es ein ziemlich langer Weg – und da sind viele verschiedene Berufsgruppen daran beteiligt. Das fängt schon bei der Planung an: Da sind zum Beispiel Architektinnen, Bauzeichner und Bauingenieure im Einsatz.

Geht es dann an die Vorbereitung der Baustelle, sind vor allem die Baugeräteführerinnen und Baugeräteführer gefragt. Die sitzen zum Beispiel im Bagger und heben die Baugrube aus oder bedienen den Kran, um Baumaterialien von A nach B zu bewegen.

Beim eigentlichen Bauprozess wird dann zwischen den Bereichen Hochbau und Tiefbau unterschieden. Wie es die Namen eigentlich schon verraten, geht es beim einen um Bauwerke, die in die Höhe gebaut werden (z. B. Häuser) und beim anderen um Bauvorhaben, die in die Tiefe gehen (z. B. Tunnel, Kanäle oder Wasserleitungen).

Berufe im Hochbau

Berufe im Tiefbau

Übrigens: In den meisten Bau-Ausbildungen gibt es im ersten Jahr eine Art Grundausbildung für das Baugewerbe – da sitzen dann Azubis aus verschiedenen Berufen in einer Berufsschulklasse. In der Zeit legst du sozusagen das fachliche Fundament für deine Karriere im Baugewerbe.

Was ist der Unterschied zwischen Bauhauptgewerbe und Baunebengewerbe?

Die Baubranche ist in Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe beziehungsweise Baunebengewerbe unterteilt. Zum Bauhauptgewerbe zählen alle Unternehmen, die sich mit dem Bau von Gebäuden, Bauwerken oder Straßen beschäftigen. Das Baunebengewerbe vereint die Berufe, die sich mit dem Ausbau der Bauwerke beschäftigen. Dazu gehören zum Beispiel Fliesenlegerinnen, Stuckateure, Estrichleger, Heizungsbauerinnen, Elektroniker oder Maler und Lackiererinnen.

  • Bauhauptgewerbe: Rohbau, Hoch- und Tiefbau, Straßenbau

  • Baunebengewerbe: Ausbau von Bauwerken

Wie wird man Bauarbeiter?

DIE Ausbildung zum Bauarbeiter gibt es nicht. Bauarbeiter bzw. Bauarbeiterin ist eher ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Berufe, die es auf einer Baustelle gibt. Um Bauarbeiter zu werden, musst du also einfach eine Ausbildung in bestimmten Bauberufen machen. Das kann zum Beispiel die Ausbildung zum Betonbauer oder die Ausbildung zur Trockenbaumonteurin sein.

Info: Bauarbeiter ist kein geschützter Begriff! Es gibt auch Quereinsteiger, die auf Baustellen arbeiten, obwohl sie keine Bau-Ausbildung gemacht haben. Ganz korrekt heißen die übrigens Bauhelfer.

Wie viel verdient man auf dem Bau?

Im Baugewerbe wird in der Regel nach Tarifvertrag bezahlt. Der Tarifvertrag für das Baugewerbe listet die Gehälter genau auf.

Wichtig: Wie viel du später mal verdienst, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Beruf kommt es auch auf Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Standort an.

Was sind die bestbezahlten Ausbildungen im Baugewerbe?

Bei den Ausbildungen haben wir durch den Tarifvertrag des Baugewerbes ganz konkrete Zahlen für die Vergütung – und die kann sich echt sehen lassen.

Ausbildungsvergütung nach Tarifvertrag des Baugewerbes (Stand: 2022)

  1. Ausbildungsjahr: 920 Euro

  2. Ausbildungsjahr: 1.230 Euro

  3. Ausbildungsjahr:1.495 Euro

  4. Ausbildungsjahr: 1.580 Euro

Alle Ausbildungsberufe, die dem Baugewerbe zugeordnet sind und nach Tarifvertrag bezahlt werden, kommen mit einem sehr guten Lohn daher. Dementsprechend gibt es auch nicht DIE bestbezahlte Bau-Ausbildung.

Übrigens: Mit diesen Ausbildungsgehältern haben es die Bauberufe, wie zum Beispiel die Ausbildung zum Maurer, in unser Top-15-Ranking der bestbezahlten Ausbildungen geschafft.

Was sind die bestbezahlten Bauberufe?

Nach der Ausbildung kann es dann zu größeren Gehaltsunterschieden zwischen den verschiedenen Berufen kommen. Da hängt einfach wieder viel von der Berufserfahrung, dem Bauunternehmen und dem Standort ab.

Unter den klassischen Bauberufen gehören die Gleisbauerinnen und Gleisbauer zu den Spitzenverdienern. Hier kannst du mit einem Gehalt von knapp 3.500 Euro brutto rechnen. Ähnliche Gehälter bekommen zum Beispiel die Kanal- und Tunnelbauer sowie die Bauzeichnerinnen und Bauzeichner.

Mit einem Bachelor-Abschluss hast du dann nochmal ganz andere Verdienstmöglichkeiten – zum Beispiel als Bauingenieur. Da sind dann auch Gehälter von bis zu 5.500 Euro brutto im Monat möglich.

Welche Voraussetzungen muss ich für einen Beruf in der Baubranche mitbringen?

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung in der Baubranche hängen stark vom Beruf ab. Es macht einen großen Unterschied, ob du später auf Baustellen richtig anpacken möchtest oder ob du lieber organisatorische oder planerische Aufgaben übernehmen willst.

Für die meisten klassischen Bauarbeiter-Ausbildungen wie Maurer, Straßenbauerin oder Stahlbetonbauer reicht ein Hauptschulabschluss. Außerdem solltest du Folgendes mitbringen:

  • handwerkliches Geschick

  • körperliche Fitness

  • Teamfähigkeit

Dazu kommt noch sowas wie Pflichtbewusstsein, Sorgfalt und Pünktlichkeit. Die Arbeit auf der Baustelle ist Teamwork. Nur wenn alle Gewerke Hand in Hand arbeiten, kann das Bauvorhaben pünktlich fertiggestellt werden.

Es gibt aber auch Ausbildungen, die einen Realschulabschluss voraussetzen. Das sind dann meistens Berufe, die für die Planung von Bauvorhaben verantwortlich sind.

Hast du die Fachhochschulreife, kannst du auch ein duales Studium machen.

Wie sind die Zukunftsaussichten in der Baubranche?

Viele freie Ausbildungsplätze, qualifizierte Ausbildungsunternehmen und Fachkräftemangel: Es gibt viele Gründe, die für eine Ausbildung auf dem Bau sprechen. Dazu gehören auch die guten Zukunftsaussichten – Bau-Fachkräfte werden an allen Ecken und Enden gebraucht. Das verstärkt sich nochmal durch die Pläne der Bundesregierung bzw. des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Ziel ist jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen zu bauen – und das alles klimagerecht. Das ist zwar ein etwas unrealistisches Ziel, zeigt aber, wie wichtig die Baubranche ist und welche Möglichkeiten die Zukunft bereithält.

Welche Fort- und Weiterbildungen gibt es?

Im Baugewerbe gibt es verschiedene Karrieremöglichkeiten. Direkt nach der Ausbildung bist du erstmal Geselle bzw. Gesellin. Die nächste Karrierestufe ist dann der Vorarbeiter bzw. die Vorarbeiterin. Das ist eine Aufstiegsfortbildung –danach gibt es noch weitere:

  • Werkpolier/in

  • Geprüfte/r Polier/in

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, wie du dich später beruflich weiterentwickeln kannst.

  • Meistertitel

  • Fachwirt

  • Technischer Betriebswirt

  • Studium

Du siehst also: Das Baugewerbe und die Bauberufe haben echt viel zu bieten.

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